Apistogramme borelli oder cacatuoides im Gesellschaftsaquarium haltbar?

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    • Apistogramme borelli oder cacatuoides im Gesellschaftsaquarium haltbar?

      ich würde gerne in meinem Gesellschaftsaquarium mit kleinen südamerikanischen Salmlern, Panzer- und Harnischwelsen ein Paar Zwergbuntbarsche halten, die sich einerseits mit den übrigen Fischen vertragen, aber andererseits endlich die sich extrem vermehrenden Zwerggarnelen (Relikt aus lange zurückliegender Asien-Besetzung, wegen fester Rückwandeinbauten nicht restlos entfernbar) in den Griff bekommen, da diese optisch sehr auffällig sind und nicht in ein Südamerkia-Aquarium passen. O. K., bei den Pflanzen sind mit Anubis und gefiedertem Javafarn bzw. Javamoos auch asiatische Arten vorhanden, aber diese wiederstehen den Fraßattacken der ca. 15 Farlowellas besser als die großen Echinodorus. An Salmlern befinden sich blaue Neons, Funkensalmler, Glühlichtsalmler und Zwergziersalmler im Aquarium. Neben den Farlowellas halte ich noch Zwerghexenwelse, rote Hexenwelse und braune Otocinclus. Ich dachte an Apistogramme borelli oder cacatuiodes, weil diese die kühleren Temperaturen (ca. 21 bis 23 Grad im Jahresverlauf) sowie leicht alkalisches Wasser am ehesten vertragen sollen. Leider wird das gute Taunuswasser (pH 7, KH 3) vom Wasserwerk verpanscht (KH 3, pH 8), sodass dies für empfindliche Cichliden sicher nicht optimal ist. Vor 2 Jahren hatte ich einen Versuch mit Dicrossus filamentosus unternommen, der nach anfänglicher Euphorie (gutes Wachstum Balzverhalten und endlich deutlich schwindende Garnelenbestände) leider nach ca. 1 Jahr nach einem Wasserwechsel (bis dahin wöchentlich immer vertragen) binnen weninger Stunde tödlich endete.
      Das Aquarium hat die Maße 130 X 60 X 85, jedoch nur 70 cm Wasserstand. Ein Teil der Ufer-Rückwand wird über den Rücklauf eines der beiden Topffilter als zusätzliche Filterfläche genutzt.
      Meine Frage in die Runde: Eignen sich diese beiden Arten (also eine davon) für dieses Aquarium, oder ist der bisherige Besatz für diese ruhigen Fische zu umfangreich?
    • Hallo Harry!

      Mit den Dicrossus filamentosus hast Du dich an bekannt heiklen Fischen versucht.
      Die von Dir vorgeschlagen Arten sind sicher, wenn sie aus guter Zucht kommen, robuster.

      Die Garnelen sind doch ganz leicht zu fangen.
      Ich verfüttere die Neocaridina davidi, regelmässig im Meerwasserbecken.
      Ein Stück Zucchini oder Kürbis ins Becken und der Kescher ist voll.
      Auch mit Bodentabletten und einer aus einer Petflasche gefertigten Reusenfalle kann man in kurzer Zeit viele Garnelen fangen.
      Servus
      Reinhard
      --------------------
      ca. 20 Becken zwischen 20 und 1300 Liter, im Wohnzimmer, Keller, Glashaus und auf der Terrasse mit Süß- und Meerwasser.
      Ein Schwimmteich, natürlich auch mit Fischen.
      Ganz neu Geophagus megasema Rio San Martin.
    • Vielen Dank, den Tipp mit der Zucchini und dem Kescher muss ich ausprobieren. Mit einer Falle (bisher mit TabiMin probiert) bekomme ich zu viele kleine Fische mit hinein. immerhin leben in diesem Aquarium ca. 30 braune Otocinclus und ebensoviele Corydoras habrosus, von jungen Phalloceros caudimaculatus einmal abgesehen. Aber an Zucchini haben die sicher kein Interesse. Ich wäre ja schon dankbar, wenn es sich um Davidis handeln würde, diese werden nicht so groß und auffällig wie die Logemanni. Merkwürdigerweise sind in einem anderen Aquarium, in dem ich hauptsächlich Bergmolche halte, die Davidi von den Logemannis vollständig verdrängt worden. Temperaturen unter 15 Grad über Monate scheinen ihre Vitalität in keiner Weise zu beeinträchtigen.
      Kann ich die Antwort zum Thema Barsche so auffassen, dass man A. borelli durchaus in dem zuvor beschriebenen Aquarium halten könnte, ohne sein Wohlbefinden zu beeinträchtigen?
      Viele Grüße
      Harry

      p.s.: .... ach ja, ein Meerwasseraquarium hätte ich auch gerne wieder (über 20 Jahre her), selbst wenn es nur ein kleines mit wenigen Wirbellosen wäre...
    • Guten Abend, Harry,
      bezüglich der Aggressivität hätte ich besonders bei den A.borelli keinerlei Bedenkde, die A.cacatuoides kann ich weniger sagen, aber prinzipiell lassen sich Apistogramma gut mit Salmlern vergesellschaften. Die verschiedenen Welse würden aber vermutlich dafür sorgen, dass Laich auch in Kokosnüssen etc. aufgefressen wird.
      Allerdings ist der ph-Wert natürlich viel zu hoch, und das gilt wohl auch für die Salmler und Welse.
      Nun lässt sich der ph-Wert aber leicht mittels Eichenextrakt senken, dann dürfte es kein Problem sein, die Apistos zu halten. Achtung: Eichenextrakt langsam dazu geben, bei dem großen Becken vielleicht mal mit 20ml anfangen, zum Abmessen die gut ausgespülten Röhrchen für die ph-Wert-Messung verwenden.
      Dann vorsichtig weiter machen - evtl. am nächsten Tag. Zunächst wird sich wenig tun, wenn die Pufferung jedoch aufgebraucht ist, kann der ph-Wert schnell sinken. Also Vorsicht und langsam machen!
      Zielwert: ca. ph-Wert 6,5
      Gut ins Becken würden natürlich auch A.trifasciata passen - eine wunderschöne Art.
      Noch etwas: Apistogramma sind häufig nicht so langlebig. Wenn Tiere nach 1 1/2 - 2 Jahren sterben ist das nicht außergewöhnlich.
      Gruß
      Günter
      Westafrika-Becken ca. 400 l.
      Apistogramma-Becken ca. 200 l.
      Zuchtbecken
      Seewasserbecken ca. 450 l.
    • Hallo Harry!

      Ist das Becken für die Phalloceros caudimaculatus nicht zu warm? Die kommen ja doch schon aus dem kühlen Süden?
      Aber die A. borelli müssten gut zu den Kaudi passen.
      Ob A. cacatuiodes diese Temp. auf Dauer gut findet?

      Die Davidi hatten bei mir auch kein Problem wenn sie im Freilandbecken einige Tage bei weniger als 7°C lebten.
      Nur im Teich kommen sie bei mir nicht über dem Winter obwohl Werner Klotz meint das die das Aushalten.

      Zur Petflaschen Falle. Das sortieren des Fang ist ja dann keine große Hexerei.

      Noch eine Frage zu Deinem Leitungswasser. Wie erhöht das Wasserwerk den PH Wert ohne die Härte zu verändern?
      Servus
      Reinhard
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      ca. 20 Becken zwischen 20 und 1300 Liter, im Wohnzimmer, Keller, Glashaus und auf der Terrasse mit Süß- und Meerwasser.
      Ein Schwimmteich, natürlich auch mit Fischen.
      Ganz neu Geophagus megasema Rio San Martin.
    • Hallo Reinhard,

      vielen Dank für deine Hinweise. Ja, die Kaudis mögen es schon kühler, im Winter scheinen sich die Tiere im Bergmolchaquarium wohler zu fühlen. Die Männchen sind überall wohlauf, bei älteren Weibchen, die mehrfach geboren haben, hatte ich wiederholt Todesfälle nach ca. einem Jahr. Sie hatten einen sehr vollen Bauch (nicht aufgetrieben) und eine leicht hervortretende Kloake, genau wie kurz vor einer Gebärphase, in der sie auch am Boden sitzen. Das trifft auch auf die kalt gehaltenen Tiere zu. Die Jungfische entwickeln sich langsam, aber problemlos. Die Idee zu den Kaudis kam mir, als ich südamerikanischen gefleckte Lebendgebärende suchte. Die Spitzmaulkärpflinge sind ohne Latipinna-Einkreuzungen gescheckt kaum noch zu bekommen (hatte ich in meiner Kindheit Anfang der 70er) und kommen hier auch mit der Härte nicht klar. Im anderrn Aquarium habe ich seit einer Woche Wild-Endler (El Tigre). Sehr interessante Form, die Weibchen sind sehr schlank gebaut, kein Vergleich mit reticulata, außerdem werden sie nciht so groß. Mal sehen, ob bei den Brillantsalmlern und Beilbäuchen Junge hochkommen. Von den Brillantsalmlern hatte ich ab und an ein bis zwei Jungtiere, die extrem schnell gewachsen sind.
      Leitungswasser: Das Wasserwerk gibt an, das leicht saure Rohwasser über Calcit laufen zu lassen, damit es aus alten Hauswasserleitungen keine Schwermetalle usw. herauslöst. Kann natürlich sein, dass es noch weicher aus dem Berg kommt. Im Aquarium habe ich 130 Mikrosiemens. Das hat ein Bekannter, der von mir Garnelen bekam, einmal gemessen. Das Problem ist eben, dass ich wöchentlich ca. 90% des Wasser wechsle. Die filamentosa haben das ein volles Jahr problemlos verkraftet. Möglicherweise gibt es beim Leitungswasser doch größere Toleranzbereiche, die auch einmal überschritten werden können. Es sind ja auch viele Fische in den Aquarien, wenn auch kleine. Die beiden Filter reinige ich im Abstand einer Woche alle 2-3 Monate, die jeweiligen Vorfilter (Eheim 2252-Innenfiltersegmente) wöchentlich.

      Viele Grüße
      Harry
    • Hallo Günter,
      bei meinen umfangreichen Wasserwechseln wird es schwierig, konstante Bedingungen zu halten, die vom Leitungswasser abweichen. Ich wechsle wöchentlich 90%, das ist mit Ansäuerung kaum darstellbar. Ich wusste bislang gar nicht, dass der pH-Wert so hoch ist. Mit den einfachen pH-Tests sieht es nach 7 aus, aber das Datenblatt des Wasserwerks gibt über 8 an. Könnte ich eventuell mit CO2-Düngung den pH-Wert senken? Aber für eine gewisse Zeit nach dem Wasserwechsel wäre er ja dann auch noch zu hoch. Ein weiteres Problem dürfte die Temperatur sein, die im Winter schon mal auf 20 - 21 Grad (über Monate) sinkt. Meine Farlowella habe erst angefangen Eier zu legen, seit sie kühl gehalten werden. Das alte Männchen habe ich 2003 adult gekauft, es ist ganzjährig aktiv. Mit mehr Platz im Wohnraum könnte ich natürlich viel mehr Aquarien haben und dabei auch ein paar wirklich beheizte. Vielleicht sollte ich endlich einmal etwas Glück bei der Suche nach einer neuen und größeren Bleibe haben, aber derzeit sind die Immobilienpreise rund um das Rhein-Main-Gebiet leider utopisch. Viel Geld für uralte Häuser mit erheblichem Sanierungsbedarf. Und vor dem Rentnerdasein komme ich hier leider nicht weg.

      Viele Grüße
      Harry
    • Hallo Harry,
      ich würde beim ph-Wert den eigenen Messungen vertrauen, notfalls mal den Anbieter wechseln. Zwischen den bestimmt korrekten Angaben der Stadtwerke und Deinem Aquarium könnte schon ein Unterschied liegen.
      90% Wasserwechsel pro Woche - ist das nicht ein bisschen viel?
      Bei uns ist das Wasser allerdings so kalkhaltig, dass ich für Apistogramma und für meine Westafrikaner stets Osmosewasser verwenden muss. Da werden 90% dann einfach unrealistisch. Eine CO2-Anlage würde den ph-Wert natürlich senken und bei der den niedrigen KH-Werten bräuchte man vermutlich nicht so viel CO2.
      Gruß
      Günter
      Westafrika-Becken ca. 400 l.
      Apistogramma-Becken ca. 200 l.
      Zuchtbecken
      Seewasserbecken ca. 450 l.