Erste Fragen zu neuem (Biotop-) Becken für südamerikanischen Zwergbuntbarsche der Gattung Apistogramma.

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    • Erste Fragen zu neuem (Biotop-) Becken für südamerikanischen Zwergbuntbarsche der Gattung Apistogramma.

      Hallo zusammen,
      Bevor ich mit der wirklichen Planung loslege gibt es noch einiges an Fragen zu klären.
      Die erste und auch wahrscheinlich wichtigste Frage: Das Becken (ein 112l-Becken hätte ich schon, notfalls könnte aber auch eins mit 200l angeschafft werden) soll mit einem Apisto-Paar besetzt werden, d.h. mein Leitungswasser mit einem Ph-Wert um die 8 ist schon einmal ungeeignet. Mir steht genügend Regenwasser zur Verfügung, allerdings ist die Rinne verzinkt. Ich habe schon gelesen, dass solches Wasser dann ungeeignet ist- stimmt das und wenn ja, woran liegt es? Würde sich da ggf. etwas über Kohle filtern lassen oder ähnliches?
      Da ich noch nie wirklich Wert auf solche Dinge gelegt habe und auch legen musste, bin ich natürlich relativ neu in diesem Gebiet.

      Nun zu meiner zweiten Frage: Ich würde
      gerne ein Falllaub-Biotop nachbilden. Macht das Sinn/ ist das überhaupt in den Verhältnissen, wie sie in der Natur vorherrschen, möglich? Als Bepflanzung soll dann entweder eine Nymphea (hab ich in Dr. Staeck's Buch zu den südamerikanischen Zwergbubas gesehen) dienen, oder eine Schwimmpflanzendecke, bestehend aus Wasserhyazinthe.
      Gelesen habe ich z.B. von A. panduro und A. nijsseni als Bewohner der Falllaubschicht. Diese Arten dürften doch auch noch einigermaßen gut zu händeln sein, oder irre ich mich da? Ein Biotop-Aquarium stellt für mich einfach den größten Reiz überhaupt dar. Tatsächlich ein Stück Natur im Haus zu haben, genau wie es in einem südamerikanischen Bach oder Fluss zu finden sein könnte finde ich einfach nur faszinierend und bin auch der Meinung, dass, -wenn richtig umgesetzt-, so die bestmöglichen Umstände für Tiere in Gefangenschaft geschafft werden können.
      Bzgl. des Biotops waren das jetzt auch nur Überlegungen-ich lasse mich deswegen sehr gerne in eine andere Richtung lenken oder beraten.

      Würde mich also über jede Art von (konstruktiver) Kritik, Verbesserungsvorschlägen usw. sehr freuen. ^^
      Lg und danke schon einmal.
      Leander
      Vg Leander.
      Immer für Neues offen!
    • Servus Leander,

      anbei mal meine Tipps:

      - wähle das Becken mit den Maßen 100 x 40 x 40/50 cm - es läuft einfach stabiler und die Fische haben mehr Raum

      - auch für leicht alkalisches Wasser gibt es geeignete Apistogramma-Arten (die in der Natur in Weißwasser leben) - A. cacatuoides, A. eunotus, A. linkei, A. borellii... - da sparst du dir die Wasseraufbereitung - auf Regenwasser würde ich verzichten, ich glaube nicht, dass man mit Kohlefilterung alle schädlichen Stoffe herausbekommt (bin chemisch aber auch nicht so bewandert ehrlich gesagt....)
      alternativ passt auch ein Pärchen Mikrogeophagus altispinosus zu dem Wasser und der genannten Beckengröße super

      - Falllaub zersetzt sich im Becken, ist letztendlich totes organisches Material - ich halte davon persönlich nichts. Sicher kann man eine Handvoll trockene Buchenblätter einbringen und dann immer wieder austauschen, bevor sie sich zersetzen - mir wäre das zu aufwändig;
      lieber das Becken dicht bepflanzen - Wasserhyazinthe gedeiht im Aquarium schlecht, aber es lassen sich z.B. Cryptocorynen auch wunderbar als Aufsitzerpflanzen und so manche Art auch schwimmend als Schwimmpflanze kultivieren

      - dünne Schicht feiner Sandbodengrund (Apistogramma sind geophagine Cichliden)

      - als Beifische macht sich ein Trupp Wildguppys ganz gut - sie sind keine solch krasse Futterkonkurrenz wie diverse Salmler

      Viele Grüße
      Chris
    • Guten Morgen,

      da gebe ich doch gerne auch noch meinen Senf dazu:

      Laub: Ich selbst bin ein riesen Fan von Laub, es ist natürlich, wird insbesondere von diversen Welsen gerne angeknabbert und sieht toll aus. Aber Chris hat recht, dass ist ein riesen Aufwand. Wenn sich das Laub zersetzt, zehrt das Sauerstoff, es würde sich also eine zusätzliche Belüftung anraten, außerdem verstopfen die Reste schnell den Filter. Alternativ wie von Chris geschrieben ständig das Laub auswechseln, bevor es wirklich zerfällt. War mir immer zu aufwendig, deswegen nutze ich jetzt kaum noch Laub...schade eigentlich ;(

      Pflanzen: Wenn man es wirklich biotopnah gestalten möchte, verbieten sich asiatische Cryptocorynen...Mein südamerikanischer Schwimmpflanzentipp; Froschbiss (Limnobium laevigatum, aber nur in geschlossenen Becken) oder freischwimmender brasilianischer Wassernabel (Hydrocotyle leucocephala). Für den Boden gibts aus SA z.B. diverse Helanthium Arten (z.B. bolivianum oder tenellum), die sehen aus wie kleine Schwertpflanzen und bilden mittels Ausläufern einen hübschen Rasen :)


      Für Biotop nahe Ideen kann ich nur empfehlen Google und Youtube nach Unterwasseraufnahmen aus Südamerika zu suchen. Kölle Zoo betreibt eine Website "Einrichtungsbeispiele" mit Fotos vieler eingerichteter Becken (Nicht alle sind schön :D). Da kann man sich tolle Eindrücke und Ideen verschaffen.
      Gruß Daniel

      :bild:

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    • Servus zusammen,

      klar - wenn auch die Pflanzen aus der Region kommen sollen, dann fallen natürlich Cryptocorynen flach.
      Ich persönlich sehe das nicht so eng - sie gedeihen gut bei wenig Licht und sind robust - halten sich bei mir besser als Javafarn und Anubia, oder gar als diverse südamerikanische Arten.

      Oftmals besteht der natürliche Lebensraum auch nur aus einem kleinen Gewässer mit Laubschicht und Ästen/Zweigen, manchmal sind Pflanzen vorhanden, die aber teilweise emers wachsen (Echinodorus etc.) - ähnlich wie auch Waldgewässer bei uns in heimischen Gefilden...
      Ich persönlich finde schwierig, so etwas im Pfützenformat (= Aquarium) nachzubilden, das viele tote organische Material zehrt Sauerstoff oder belastet gar das Wasser - das mögen Apistogramma und Konsorten garnicht.

      Daher gestalte ich meine Becken folgendermaßen:
      Als Grundsubstanz Flusskiesel, darauf verteilt dann ein Verhau aus Savannenholz (zersetzt sich nur äußerst langsam, zehrt kaum), dazwischen üppig bepflanzt mit Aufsitzerpflanzen bis zur Wasseroberfläche.
      Dünne Schicht Bodengrund aus feinem Sand, eine ordentliche Filterung (Fluval 406 bei einem 200-Liter-Becken) und eine gedämpfte Beleuchtung.
      Sicher könnte man da immer mal wieder eine Handvoll Buchenblätter einbringen und immer wieder auswechseln - muss aber finde ich nicht sein - macht nur unnötig Aufwand.

      Bei Apistogramma sind Höhlen wichtig, nachdem mir Kokosnuss-Höhlen im Sand gefault sind, stieg ich auf die Höhlen aus Ton um - wunderbar :)
      Zur erfolgreichen Zucht ist es wichtig, dass zwar das Weibchen durch den Höhleneingang passt, das Männchen jedoch nicht - vorallem wenn sich nicht viele andere Fische zur Ablenkung im Becken befinden.

      Auch die regelmäßige Gabe von Lebendfutter tut den Zwergcichliden sehr gut.
      Und wie gesagt, bei Weißwasser-Arten spart man sich die aufwändige Wasseraufbereitung.

      Anbei mal ein Foto von meinem Apistogramma-Becken.

      Viele Grüße
      Chris
      Bilder
      • Cacatuoides6_Feb2018.jpg

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