Sciaenochromis Fryeri verliert Farbe und zieht sich zurück... Besatz überdenken?

    • Sciaenochromis Fryeri verliert Farbe und zieht sich zurück... Besatz überdenken?

      Hallo zusammen!

      Seit einiger Zeit kann ich beobachten, wie sich eins meiner S. Fryeri Männchen verstärkt zurückzieht und das auffällige Farbenkleid verloren hat. Das Tier "parkt sich" die meiste Zeit in einer Ecke ein und wird erst beim Füttern wieder richtig aktiv. Das Fressverhalten hat sich nicht verändert und ist nach wie vor genauso stark ausgeprägt wie bei den Artgenossen. Anbei ein paar Bilder, um das Erscheinungsbild des betroffenen Tieres verglichen mit einem "normalen" S. Fryeri Männchen darzustellen.


      Fotos des betroffenen S. Fryeri Männchens



      Fotos eines unauffälligen S. Fryeri Männchens

      Informationen zum Becken:
      840 L (200x60x70)
      Temp: 25°C
      Wöchentlicher WW von 50-60%
      6x pro Woche Fütterung mit Spirulina Flakes und Granulat; 1x pro Woche Gurke
      Wasserwerte sind unauffällig und unverändert

      Mein Besatz (Weibchen/Männchen):
      Sciaeonochromis fryeri 1/4
      Aulonacara firefish 1/1
      Aulonacara baenschi 1/1
      Labidochromis caeruleus 3/3
      Labdochromis hongi 3/3 (+ Nachwuchs)
      Synodontis njassae 2/3

      1) Etwas auffällig ist hier tatsächlich der Männchenüberschuss bei den S. Fryeri. Mir wurde beim Erwerb der Tiere empfohlen, diese Variante zu wählen, da sich aus der Gruppe nach kurzer Zeit ein dominantes Männchen herauskristallisieren würde und somit die Macht bzw. Revierkämpfe ein Ende hätten. Das konnte ich, ehrlich gesagt, exakt so beobachten. Die Tiere waren vorher in einem kleineren Becken (400L) untergebracht und selbst hier gab es keinerlei Kämpfe. Auch dem einen Weibchen wird nicht allzu hart zugesetzt und es wird in der meisten Zeit des Jahres in Frieden gelassen. Der Züchter, der mir die Tiere verkauft hat, fuhr selbst mit der Strategie "Männchenüberschuss" seit vielen Jahren erfolgreich.
      Im Internet allerdings liest man ja überwiegend von einem Weibchenüberschuss, der einem ans Herz gelegt wird. Was denkt ihr zu diesem Thema bzw. über die o.g. Aussagen? Kann der Verlust des Farbenkleids damit zusammenhängen, obwohl die Zusammensetzung der S. fryeri seit über 2 Jahren exakt die gleiche ist?

      2) Ich wurde bereits darauf hingewiesen, dass mein Besatz im Becken nicht unbedingt optimal ist. Wo kann man meckern bzw. was kann/muss/sollte verändert werden? Die Unterteilung in Mbuna und Nonmbuna soll ja v.a. für die praktische Umsetzung in der Aquaristik eher ungeeignet sein. Wie lassen sich jedoch die verschiedenen Nahrungsansprüche miteinander vereinbaren? Hatte bis vor kurzem, auf Anraten eines Bekannten, 1x pro Woche Artemia Frostfutter gefüttert, um den Anteil an tierischen Proteinen zu decken. Dazu wurde mir allerdings hier im Forum, aufgrund einer unglücklichen Geschichte mit dem Darmflagellaten, die allerdings erfolgreich behandelt wurden, wieder abgeraten.

      3) Anbei ist noch ein Foto von meinem Becken. Hier wurde ich ebenso darauf hingewiesen, dass es nicht sehr gut strukturiert ist bzw. wenig Versteckmöglichkeiten bietet. Die Mbuna Arten jedoch schwimmen fleißig zwischen den Steinen hin und her und die Nonmbunas nutzen den freien Schwimmraum. Das war eigentlich auch die Idee dahinter, da ja, meines Wissens nach, die meisten Nonmbuna Becken darauf ausgelegt sind, möglichst viel freien Schwimmraum zu bieten, wobei die Mbuna Becken den Fokus eher auf Steinbauten legen. Was kann also hier verändert werden, um eine optimalen Ergebnis einen Schritt näher zu kommen?



      Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr ein paar Ratschläge bzw. Tipps parat habt.

      In diesem Sinne schon einmal vielen Dank im Voraus und liebe Grüße,
      Basti
    • Hi,

      Ich habe jetzt zwar keine konkrete Lösung für das Problem "S. fryeri" aber der Besatz ist zumindest insoweit etwas unglücklich, als dass L. hongi als einzige Art Futter mit hohem pflanzlichen Anteil benötigt. Es ist praktisch unmöglich. allen Fischen gleichzeitig optimales Futter anzubieten.

      Außerdem sehe ich keine Art, die wirklich "Freiwasser" benötigt". S. fryeri z.B. gilt nach dieser unsäglichen Einteilung als Nonmbuna, ist aber auch in der Felsenzone anzutreffen. Und Mbuna meint "an den Felsen lebend".

      Viellicht stressen sich die fryeris jetzt, weil sie ausgewachsen sind. Und bei der Beckenstruktur ist es schwer, sich aus dem Weg zu gehen. Ich würde mehr Steine reinpacken.
      Grüße aus Berlin

      Marco
    • BS3000 schrieb:

      Mein Besatz (Weibchen/Männchen):
      Das ist sehr unglücklich, denn normal wird es genau anders herum angegeben. Daher ist dein Besatz dann wohl:
      Sciaeonochromis fryeri 4/1
      Aulonacara firefish 1/1
      Aulonacara baenschi 1/1
      Labidochromis caeruleus 3/3
      Labdochromis hongi 3/3 (+ Nachwuchs)
      Synodontis njassae 3/2

      Vermutlich ist der Kerl einfach unterlegen oder weniger dominant. Auf Dauer werden die es die unterlegenen Kerle schwer haben.

      Sci. fryeri ist ein reiner Felsbewohner und noch dazu nicht besonders durchsetzungsstark. Die Tiere lieben AQs mit sehr vielen Verstecken. Dein AQ ist ja praktisch leer.
      Wer hat dich bei dem Besatz beraten?
      Entweder man nimmt nur Kerle oder aber eher mehr Mädels als Kerle. Die Ernährung sollte auf jeden Fall beachtet werden.
      Ich würde die Bastarde an nachbars Katze verfüttern, die Hongis abgeben und dafür noch 3 oder 4 Sci. fryeri-Mädels einsetzen. Vor allem aber eine Schubkarre voll Steine ins Becken
      Gruss
      Jan

      Twitter is eine typische Erscheinung der Generation ADS & SMS. Für einen Brief zu faul, für einen kompletten Satz zu dumm und für korrekte Grammatik zu cool.
    • Hallo,

      ich habe das mit dem Männchen-Überschuss in letzter Zeit auch mehrmals gehört. Der Vorteil soll sein, dass sich die Kerle miteinander beschäftigen und den Mädels nicht so stark nachstellen. Habe ich selbst aber noch nicht getestet.

      Gruß,
      Dirk
    • Sowas kommt alle 10 Jahre mal wieder auf. Ich vermute, dass es die Händler sind, die ihren Überschuss an Kerlen loswerden wollen ;)
      Ganz ohne Mädels klappt das halbwegs, aber artgerecht geht sicher anders
      Gruss
      Jan

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