An die Freunde und Halter von Julidochromis Marksmithi.

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    • An die Freunde und Halter von Julidochromis Marksmithi.

      Im Frühsommer konnte ich ein wunderschön gezeichnetes Paar von Julidochromis Marksmithi aus privater Hobbyzucht erwerben.
      Nach anfänglichen wilden Raufereien untereinander hat man letztendlich doch noch zusammen gefunden und mittlerweile schwimmt die erste Brut in einem 200 ltr. Becken
      So weit, so gut, wunderbar – aber …

      Während das Männchen sehr selten zu sehen ist/frei schwimmt, ist das Weibchen nie zu sehen.
      Lediglich beim füttern streckt diese den Kopf aus dem Versteck und frisst nur das, was direkt vor das Maul schwimmt. Futter das 3 cm vor dem Maul schwimmt wird schon nicht mehr angenommen, das Versteck wird in keinem Fall verlassen.
      Nun könnte man vermuten, dass ständig ein Gelege bewacht wird, doch dem ist nach genauer Beobachtung und Überprüfung nicht so.
      In der Hoffnung beide Tiere zukünftig freischwimmend und in voller Farbenpracht beobachten zu können, wurde die Einrichtung/Dekoration um zahlreiche Verstecke reduziert – ohne Erfolg.
      Nun hält sich das Paar hinter dem Juwel-Filterkasten versteckt – selbiger klebt mit jeweils 1 cm Abstandshalter an Rückwand und rechter Seitenscheibe (Sonderkonstruktion/Eigenbau).

      Wie sind eure Erfahrungen mit Julidochromis Marksmithi? Sind diese generell so scheu?
      Wie sieht eure Einrichtung/Dekoration aus? Viele/wenige/keine Verstecke?

      Im Moment schwimmt das Paar lediglich mit einigen Panzerwelsen zusammen (Auwei, jetzt geht ein Aufschrei durch die Gemeinde ;) ).
      Panzerwelse deshalb, da sich wie oben beschrieben bezügl. der Julis. nichts im Becken bewegt. So wird der eingebrachte Quarzsand durch die Panzerwelse stets beackert und ist durch Licht- und sonstige Einflüsse nicht zum gammeln verurteilt. Ganz gewiss wird dieses Ungleichnis durch eine Xenotilapia Gattung korrigiert/ersetzt. Hierzu muss ich mich jedoch vorab noch näher informieren, auch möchte ich vorab möglichst das Optimum bezügl. der Julis. erreichen. Evtl. gelingt ja dies durch diesen Beitrag - ich würde mich riesig freuen :freufreu:

      Beste Grüße aus Hessen
      kawakuga
    • Hallo Kawakuga,

      nicht speziell bei Julidochromis, aber generell zeigen sich versteckt lebende Tiere besser, wenn über ihnen ein paar andere Fische ganz sorglos und entspannt an der Wasseroberfläche schwimmen. Viele Tiere haben eine instinktive Angst vor Vögeln und lassen sich so beruhigen.

      Ist zwar ebenso wenig stilecht wie die Panzerwelse, aber mit Guppies geht das ganz gut.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo Dirk,

      ganz herzlichen Dank für deine umgehende Rückantwort!

      An Guppys fehlt es nicht, ebenso nicht an Bärblingen.
      Ich werde einige Endler-Guppys und einen kleinen Schwarm von ca. 10 Espes Bärblingen (Rasbora espei) aus meinem Gesellschaftsbecken abfischen und umsetzen.
      Bin gespannt ob die Julis. sich hierdurch animieren lassen/die Angst ablegen und dann ebenso frei schwimmen wie diese beiden Arten.
      Zu gegebener Zeit werde ich berichten ob dies tatsächlich funktioniert hat ...

      Danke und freundliche Grüße
      kawakuga
    • Hallo Dirk,

      nach 8 Wochen der "Testphase" melde ich mich nochmals wie versprochen.

      Am Verhalten meiner Julis. hat sich nichts geändert, siehe oben.
      Während die beigesetzten Guppys und Barben sorglos und entspannt in allen Wasserregionen umherschwimmen, fleißig fressen und balzen, nutzen meine Julidochromis Marksmithi weiterhin jede Möglichkeit sich zu verstecken/Schutz zu suchen.
      Gestern habe ich Guppy und Co. wieder abgefischt. Heute stehe ich vor einem Tanganjika-Aquarium "ohne Fische" bzw. Fische sind nicht zu sehen - gleicher Stand wir vor 8 Wochen.

      Da ich in anderen Aquarien weitere Schlankcichliden pflege ( Juli. ornatus, Juli. transcriptus, Juli. regani, Juli. dickfeldi) und keinerlei Probleme bezügl. deren Verhalten habe, bin ich mittlerweile etwas ratlos. Den angedachten weiteren Besatz mit "Xenotilapia" werde ich zurückstellen - muss mein mögliches Vorgehen erst einmal überdenken .....

      Freundliche Grüße
      kawakuga
    • Servus,

      bei meinen J. sp. "Gombe" ist das teilweise ähnlich, das Männchen hat einen viel größeren Aktionsradius als das Weibchen - teilweise verlässt das Weibchen die Bruthöhle nur zum Fressen und muss teilweise auch gezielt gefüttert werden.

      Xenotilapia auf 200 Liter zusammen mit den Schlankcichliden ist grenzwertig - eher ein Trupp Neolamprologus multifasciatus oder ein Pärchen N. brevis - diese könnten die Julidochromis etwas aus der Reserve locken.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo Chris,

      bezügl. deinem Hinweis "eher ein Trupp Neolamprologus multifasciatus oder ein Pärchen N. brevis - diese könnten die Julidochromis etwas aus der Reserve locken" habe ich lehrreiche Erfahrungen gesammelt.
      Damals hatte ich in ein 200 ltr. Becken Juli. ornatus und Neolamprologus similis eingesetzt, in ein weiteres 200 ltr. Becken setzte ich Juli. regani und Neolamprologus multifasciatus. Beide Becken boten rückseitig über die Kantenlänge von 1m genügend Felsaufbauten/Spalten/Höhlen für die Julis. Im vorderen Bereich gab es über die kompl. Länge die entspr. "Sandbank" mit unzähligen Schneckenhäuser für die Neos. Ich dachte, dass ich für beide den entspr. Lebensraum geschaffen hatte.
      Doch N. simils als auch N. multifasciatus bauten in dem jeweiligen Becken einen derartigen Druck auf, dass die Julis weder aus dem Fels schwimmen, noch fressen konnten. Kein Zustand den ich noch länger dulden wollte, beide Becken habe ich aufgelöst.


      Meine Gesamterfahrung in der Aquaristik: was bei dem einen vorbildlich funktioniert, geht bei dem anderen total daneben ......


      Danke für deinen Beitrag und Gruß

      kawakuga
    • Servus,

      ich hatte vor langer Zeit J. transcriptus und N. multifasciatus erfolgreich vergesellschaftet.
      Jedoch nicht den kompletten Beckenhintergrund mit Steinen, und die komplette Frontseite als Schneckenhausfeld - sondern eine Teilung in zwei Hälften. Auf der einen Seite nur Steinaufbauten, auf der anderen Seite das Schneckenhausfeld, und dazwischen etwas "Niemandsland" aus blankem Sand.
      Hatte gut geklappt - aber Patentrezepte gibts natürlich nicht.

      Es kommt auch immer auf die Gruppenstärke der Neolamprologus an, ob man da jetzt 1/3 einsetzt, oder gleich 20 Tiere.

      Eine Vergesellschaftung aus Lamprologus hecqui und Julidochromis sp. "Gombe" ging bei mir hingegen auch daneben...

      Viele Grüße
      Chris