Hobby Artemia Aufzuchtschale

    • Hobby Artemia Aufzuchtschale

      Guten Morgen,
      zur Zeit benötige ich Artemia Nauplien für die Jungfischaufzucht. Da erschien mir die Artemia-Aufzuchtschale von "Hobby" sehr attraktiv. Leider habe ich damit keinen Erfolg.
      Zunächst vermutete ich, dass die Artemia-Eier schlecht wären, aber auch mit einem neuen Döschen von JBL hat sich da nichts verbessert. Genau daneben steht ein altes Einmachglas mit etwas verdünntem Seewasser und Ausströmerstein und die Schlupfrate ist ganz hervorragend.
      Wer hat Erfahrungen mit der Hobby Artemia Aufzuchtschale und hat einen guten Tipp?
      Danke!
      Günter
      Mittelamerika-Becken ca. 400 l.
      Westafrika-Becken ca. 200 l.
      Südamerika-Zwergcichliden ca. 100 l.
      Sonstiges ca. 100 l.
      Seewasserbecken ca. 450 l.
    • Servus Günter,

      warum diese Aufzuchtschale, wenn es mit dem klassischen Einmachglas gut funktioniert?
      Meiner Erfahrung nach brauchen Artemia-Eier bzw. Nauplien eine ordentliche Durchlüftung. Ich habe dazu auch ein altes großes Einmachglas, welches mit einem Ausströmer stark belüftet wird.

      Sehr gute Artemia-Ei-Qualität habe ich hier bekommen, kein Vergleich zu den Standard-Produkten ausm Zoohandel:
      aquakultur-genzel.de/product_i…ilis-98--schlupfrate.html

      Sofern mehr Nauplien geschlüpft sind, als man am gleichen Tag verfüttern kann, kann man sie super in entsprechendem Salzwasser in einem Glas im Kühlschrank lagern. Die Entwicklung stagniert dann und sie bleiben gehaltvoller.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo,

      die Nauplien schlüpfen bei Belüftung nicht wegen des höheren Sauerstoffgehalts besser, sondern weil sie durch die Blasen aus ihren Eihüllen "geschlagen" werden bzw. sich besser aus ihnen befreien können. Deshalb klappt es auch bei großen Blasen besser als bei kleinen - also den Lüfterstein weglassen und einfach die Luft durch ein offenes Rohr einleiten.
      Das erklärt auch, warum die Schluftraten in der unbelüfteten Schale schlechter sind.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo,

      ich verwende die Hobby-artemiaschalen und bin zufrieden. Allerdings verfüttere ich kaum Artemia sondern hauptsächlich Rotatorien, Muschelkrebsnauplien, Ceriodaphia, Cyclops, Gewürm...
      Der Clou an den Schalen ist ja die Trennung zwischen Nauplien und leeren Hüllen. Das funktioniert sehr gut. Sehr wichtig für gute Schlupfergebnisse sind eine wirklich saubere Schale, eine geringe Befüllung mit Zysten, geeignetes Wasser und gutes Augangsmaterial.

      Ich verwende zwei Schalen im Wechsel, die eine in Gebrauch, die andere in der Spülmaschine. Jede Keimbelastung verschlechtert die Schlupfrate und das ist bei den Schalen mit ihrer großen Oberfläche besonders zu beachten.

      Kontakt zwischen den Zysten verschlechtert das Ergebnis auch bis dümmsten Falls gegen null. Deshalb wird im Einmachglas beblubbert. Der Sauerstoffgehalt ist den Nauplien zum Schlupf egal es geht nur um Wasserbewegung und Umspülung. Auf jeden Fall ist ein voller Messlöffel wie er den Schalen beiliegt viel zu viel.

      Bei viel KH ist die Schlupfrate besser. Wenn die Zysten "mit KH-Puffer für besseres Schlupfergebnis" beworben werden ist meist Natron beigefügt. Das löst sich nicht komplett, bildet an der Wasseroberfläche der Schale mit dem unbewegtem Wasser einen Film und verhindert den Schlupf. Das gilt auch für viele Spezialsalze. In beblubbertem Wasser ist das alles völlig unproblematisch.

      Zoofachhandel Artemien taugen meist mangels Umsatz nichts. Die waren gerne mal zu lange im Regal ohne Kühlung, selbst bei bester Verpackung bildet sich ein Mikrobenbelag auf der Oberfläche und nichts schlüpft mehr. Durch dekapsulierung lassen sich solche Zysten noch retten. Aber am besten bewahrt man sie im Gefrierschrank auf und hat nur die wöchentlich benötigte Portion im Kühlschrank. Ich verwende nur noch diese Artemien: Klick Eine solche Dose wäre bei mir ein Vorrat für die nächsten zehn Jahr, ich zwack mir immer was von Großverbrauchern ab.

      Was man gar nicht braucht ist spezielles oder jodfreies Salz. Ich verwende seit Jahren billigstes Schpülmaschinensalz.

      Artemien kann man ersklassig Boosten. Wer sich näher mit der Materie beschäftigen will kultiviert dazu Salzwasser Schwebealgen. Das ist nicht ganz einfach und absolut was für Fortgeschrittene.
      Einfacher ist Fütterung mit einer Nähremulsion: Aus Fischöl und Eigelb eine Mayonaise machen, ein wenig zerstoßene Bierhefe und Vitamine dazu, davon eine winzige Portion (Stecknadelkopf) in Wasser lösen und das verfüttern. Das dann natürlich nicht mehr in der Hobbyschale sondern in einem Extra Gefäß. Drei tage nach dem Schlupf macht die erste Fütterung Sinn.

      Gruß, helmut
    • Servus zusammen,

      @ Helmut:
      Ja, dein Tipp mit der Aufbewahrung von Artemia-Eiern (bzw. ja eigentlich -Zysten) im Gefrierschrank ist goldwert!
      Mache ich mittlerweile auch, und die Schlupfrate bleibt über lange Zeit ausgezeichnet.
      Einmal hatte ich versehentlich nach einem Umzug eine Dose mit Artemia-Zysten auf dem Dachboden gelagert über den Sommer - daraus schlüpfte absolut nichts mehr...

      @ alle:
      Was das Salz angeht, so ist bei mir unter Verwendung von Alpen-Jodsalz leider kaum etwas geschlüpft. Bei Salz aus dem Toten Meer habe ich hingegen super Schlupfergebnisse. Warum auch immer?

      Viele Grüße
      Chris
    • Cichliden_Chris schrieb:

      @ alle:
      Was das Salz angeht, so ist bei mir unter Verwendung von Alpen-Jodsalz leider kaum etwas geschlüpft. Bei Salz aus dem Toten Meer habe ich hingegen super Schlupfergebnisse. Warum auch immer?
      Hallo zusammen,

      Jodsalz sollte auf keinen Fall verwendet werden, steht auch m.E. auf verschiedenen Dosen drauf. Ich verwende billigstes Speisesalz ohne jegliche Zusätze (z.B. Trennmittel) mit guten Erfolg. Vielleicht sollte man auch noch den günstigsten T-Bereich von ca. 22-26° C beachten und nochmals darauf hinweisen, dass keine Ausströmersteine verwendet werden. Einfach Schlauch oder Röhrchen rein und kräftig blubbern lassen.

      Beste Grüße von Mathias
    • Hallo,

      das mit dem Salz war ein wenig voreilig. Richtig ist, daß man kein extra Spezialsalz benötigt sondern einfach das billigste. Und am aller aller besten ist welches komplett ohne Zusätze wie Trennmittel. Also billigstes Spülmaschinensalz oder ähnliches. Daß sich Schlupfrate mit oder ohne Jod ändert habe ich bei mir nicht feststellen können. Kann aber auch mit der Menge zugefügtem Jodes zu tun haben.

      Seit einem weilchen veruche ich mich mit den Kollegen:
      Süßwasserfeenkrebse. Scheint so, daß ich sie dank funktionierender Süßwasserschwebealgenkultur langsam auch in relevanter Menge über den Generationswechsel bekomme. Mal sehen, vielleicht wird das ja irgendwann mal Futter.

      Gruß, helmut
    • Hallo chris,

      Cicliden_Chris schrieb:

      Bei Salz aus dem Toten Meer habe ich hingegen super Schlupfergebnisse. Warum auch immer?
      das können gH/KH sein oder noch was Anderes was scheinbar im Gegensatz zur Hygienepflicht für gut Schlupfraten steht. Im Toteen Meer Salz kann sich noch Sediment befinden. Zu den Feenkrebsen bin ich gekommen, nach dem mir ein Kumpel den Tip gegeben hat ein wenig feines lehmiges durchmineralisiertes Substrat aus einer Pfütze zur Stabilisierung zu Moina-Kulturen zu geben. Also bin ich zu einer Pfütze in einer Heideähnlichen Landschaft bei mir ums Eck gegangen und habe ein wenig Schlamm gehohlt. Und tatsächlich habe ich auf diese Weise im Blindflug einen Feenkrebsfundort entdeckt. Aus dem Schlamm sind welche geschlüpft. Mit diesem Schlamm hatte ich dann auch Thailändische Zysten aus denen nie was geschlüpft ist angestzt und siehe da: Es gab eine sehr gut Schlupfrate. Auch deffinitiv von den Thailändern. Ich schätze, daß Substrat aus einem potentiellen Heimatgewässer wie totes Meer was bringt.

      Gruß, helmut
    • Servus zusammen,

      @ Mathias:
      Warum sollte man keinen Ausströmstein verwenden?

      @ Helmut:
      Interessante Theorie - könnte aber echt sehr gut möglich sein, denn ich hab super Schlupfergebnisse, selt ich das Salz aus dem Toten Meer benutze. Das ist auch ganz naturbelassen, ohne Rieselhilfen oder sonstige Zusätze, sondern eher fest/klumpig.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hi Chris,

      bei zu feinen Luftbläschen können diese unter den Panzer geraten. Andere gehen auch davon aus, dass die Luftperlen die frisch geschlüpften Nauplien abtöten könnten. Ob es stimmt...? Ich weiß nur, dass alle mir bekannten Aquarianer nur Schlauch oder Röhrchen verwenden und auch die Fertigsets ohne Ausströmer angeboten werden. Über die Verwendung von Salz ohne Jodzusatz herrscht auch keine Einigkeit, soll widerlegt worden sein.

      Beste Grüße von Mathias
    • Servus Mathias,

      ich betreibe mein Artemia-Glas (ein großes Einmachglas) nämlich bislang mit Ausström-Stein, damit es im Wohnraum nicht gar so sehr Krach macht - allerdings ist das kein so feinperliger Ausströmer, sondern eher die grobere Version. Bislang keine Probleme damit.

      Einzig beim Salz konnte ich - wie oben angemerkt - massive Unterschiede feststellen. Bei Alpen-Jodsalz schlüpfte nahezu nichts, bei Totem-Meer-Salz hingegen hervorragender Schlupf.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo,
      die beschriebene Aufzuchtschale von Hobby habe ich eingemottet. Ich habe noch einen Versuch unternommen, diesmal mit niedrigerem Salzgehalt und genauer Beachtung der angebrachten Pfeile "open" - "closed".
      Das Ergebnis war ungenügend.
      Werde mir jetzt "Artemio" von JBL zulegen.

      Zum Salz:
      Da ich ein Meerwasserbecken habe, nehme ich Wasser aus diesem Becken und gebe ca. 1/3 Leitungswasser dazu. Außer bei der Hobby-Aufzuchtschale ist das Ergebnis sehr gut.

      Gruß
      Günter
      Mittelamerika-Becken ca. 400 l.
      Westafrika-Becken ca. 200 l.
      Südamerika-Zwergcichliden ca. 100 l.
      Sonstiges ca. 100 l.
      Seewasserbecken ca. 450 l.