Besatzplanung

    • Guten Abend,
      ich brauche Eure Hilfe und Ratschläge. Mein Malawibecken wird, nachdem ich sehr lange wieder Malawis gepflegt habe, umgestaltet.

      Größe 110cm*60cm*60 cm
      Wasser: relativ hartes Wasser, durch Enthärtungshausanlage verändert, etwa 700 mircosiemens
      Temperatur: Becken steht im Keller, Raumheizung, zur Zeit 25 Grad Celsius

      Wünsche: Relativ wenig Arbeit, (Wasserwechsel kein Problem, kann recht einfach erfolgen)
      Pflanzen im Becken

      Nun die Fragen:
      Ich kann mir ein Becken mit Cryptoheros vorstellen, zusammen mit Thorichthys. Geht das? Wieviele Paare sind sinnvoll?
      Ich möchte Lebengebährende dazu setzen, teilweise kommen die ja in der Natur mit diesen Barschen vor.
      Schwertträger oder Mollies? Andere Begleitfische?

      Für Ratschläge und Anregungen wäre ich sehr dankbar.
      Gruß
      G.S. :mitt:
    • Servus,

      für zwei Cichlidenarten ist das Becken meiner Meinung nach zu knapp.
      Aber ein Pärchen einer Cryptoheros-Art (bzw. neuerdings oftmals Amatitlania zugeordnet, Olaf hier im Forum hat ja super Erfahrungen mit Amatitlania nanolutea gemacht) oder ein Pärchen Thorichthys socolofi oder ein Pärchen Herotilapia multispinosa sollte gut passen.

      Dazu empfehle ich immer gern einen Trupp Poecilia gillii.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo Chris,
      vielen Dank für Deinen Tipp. Irgendwie erwartet Ihr aber schrecklich viel Disziplin von einem Aquarianer: 1 Pärchen pro 400 l! Bisher habe ich eigentlich keine schlechten Erfahrungen damit gemacht, die Becken sehr stark zu besetzen. Bei Malawis verteilen sich so bei vielen Arten die Aggressionen, so dass es weniger Probleme gibt.
      Hier im Forum habe ich auch schon gelesen, dass bei der Haltung von nur einem Pärchen die beiden Tiere sich gegenseitig drangsalieren. Ob da Poecilia gillii ausreichen, um die Aggressionen auf sich zu ziehen? (Bin in dieser Woche noch in Wuppertal und werde von dort aus mal zu Hobby Zoo Tillmann fahren.)
      Noch einmal vielen Dank!
      Günter
    • Servus Günter,

      du kannst ja auch von einer Art eine kleine Jungfischgruppe einsetzen - vielleicht sind so mehrere artgleiche Individuen dauerhaft pflegbar - das musst du ausprobieren und ggf. handeln.
      Beispielsweise eine kleine Jungfisch-Gruppe Thorichthys socolofi, Amatitlania nanolutea oder Herotilapia multispinosa - sagen wir mal 6 Tiere insgesamt. Und dazu dann ein Trupp Poecilia gillii.
      Nur mehrere Cichlidenarten würde ich nicht kombinieren bei deiner Beckengröße - Mittelamerikaner sind keine Malawis...
      Bei Tillmann wirst du sicher fündig!

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo Günter,

      du hast ja immerhin eine Breite von 60 cm - damit lässt sich schon gut Struktur schaffen. Ich würde mir bei Tillmann mal die Andinoacara Sp Cascajal anschauen. Die sind eher ruhig - das könnte in der Kombination mit den A. nanolutea passen.

      Saludos,
      Olaf
    • Mist, Ausflug nach Duisburg hat sich zerschlagen,
      fahre morgen aber nach Pegnitz zu Schaffer, einerseits weil meine letzten Malawis da Asyl finden, andererseits um auch da zu schauen. Mittelamerika ist bei ihm aber nicht so toll, er ist mehr auf Malawis spezialisiert.
      Ich werde Euch aber berichten.
      Auf alle Fälle hat er Pelvicachromis subocellatus matadi, da brauch ich noch ein Männchen für ein anderes Becken. (Westafrika habe ich auch immer noch irgendwie)
      Gruß
      Günter
    • Hi Günter,

      tu einfach eine Cryptoheros-Art zum Beispiel C. sajica keine nicrofasciatum, und eine Thorichthys (z.b.meeki ) +Herotilapia multispinosa ins Becken.
      Du wirst sehen es klappt, auch wenn hier jetzt nicht alle meiner Meinung sind, ein leichter Überbesatz und schon werden die Reviere kleiner, mußt du nur gut strucktuieren,
      das jedes Revier deutlich abgegrentzt ist.

      Wir sind hier in unserem Hobby, und es wird nicht jeder ein 400 Liter Becken für " eine" Buntbarsch Art (2) Fische frei machen können oder wollen.
      Damit vertreiben wir unsere neuen Fischverückten die schreiben hier nie wieder was.

      Es ist unser Hobby und irgendwie Regeln wir es zur Zeit zu Tode.
      Wenn es Artgerecht seien soll dürften wir gar keine Fische halten es ist immer zu klein.

      Das soll einfach mal eine Lanze für unsere Anfänger sein, den jeder der hier in der letzten Zeit anfragt wird irgendwie fertig gemacht, viel zu kleines Becken,
      zu viel Fisch.

      Wist ihr eigentlich noch wie es vor 25 Jahren war da waren 375 Liter Riesig, und Damals hat es genau mit diesem Besatz geklappt.

      Das wollte ich eigentlich mal ablassen den unser Hobby ist zur Zeit rückläufig.
      Wenn ich hier ins Forum schaue, ist es eigentlich schon fast Tod, nichts mehr los, ich schaue hier eigentlich jeden Tag rein, aber im Gegensatz zu vorigem Jahr nichts Interessantes mehr,
      nur noch Bla Bla.

      Das wird wohl auch mein letzter Beitrag gewesen sein. :wink:


      Gruß Bernd
    • Hallo Bernd,

      früher stand das Sammeln von Fischen im Vordergrund. Heute versucht man, eine Illusion eines Biotops nachzuahmen.

      Natürlich funktioniert es oft, wenn die Fische etwas dichter gepackt sind. Ist halt die Frage, ob man das sehen möchte.

      Ich möchte z.B. artspezifisches Verhalten sehen. Sonst kann ich mir auch ein paar bunte Fischbilder an die Wand kleben.

      Kommt immer darauf an, ob man mit dem Erscheinungsbild des gesamten Aquariums persönlich glücklich ist.

      Als Beispiel folgende Malawi-Becken:

      a) Bunte Mischung gelber und blauer Fische, dazu noch rote Aulonocara und ein paar marmorierte Hybriden

      b) Große Gruppe aus einer Art mit z.B. 10 Weibchen, einem Chef und 2 unterlegenen Männchen, die sich als Weibchen verkleiden.

      Ich würde b bevorzugen. Kenne zu viele Becken vom Typ a, bei dem die Tiere "einfach nur da sind" und sich nur beim Füttern bewegen.

      Weniger ist oft mehr.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo Bernd,
      ich verstehe Deine Aufregung nicht. Chris hat doch auch eine Gruppe von 6 Tiere vorgeschlagen, nebst Beifischen. Die Herotilapia sind übrigens oft dafür bekannt, Pflanzen zu verbeissen. Bei dem ausdrücklichen Wunsch nach einem bepflanzten Becken würde ich die eher nicht einsetzen.
      Saludos,
      Olaf
    • Servus zusammen,

      @ Bernd:
      Was für ein Gesülze, sorry... aber mich erinnert das an einen gewissen Ex-Moderator, der hier ja mit ähnlichem "Getöse" inklusive unschöner Seitenhiebe einen Abgang gemacht hat - jeder wie er möchte.
      Ich lasse mir von der "Überbesatz-Schönrede-Fraktion" jedenfalls weder meine Meinung madig machen, noch den Mund verbieten... :thumbdown:

      @ Dirk:
      Eindeutig "Version b)" - bin da ganz deiner Meinung in allen Punkten.

      @ Olaf:
      Sehe ich aber auch so... :top:

      @ Günter:
      Der Jürgen Schaffer hatte an Mittelamerikanern mal sehr schöne Amatitlania sp. "Honduran Red Point" da - die wären doch vielleicht etwas, falls er sie noch hat?
      Ansonsten schwammen Cryptoheros cutteri und C. sajica bei ihm derletzt - wären ja auch eventuelle Kandidaten.
      Ebenso hatte er noch Thorichthys meeki und Th. ellioti - welche ich beide aber für zu großwerdend für das genannte Becken erachte - aber das ist sicher ein Stück weit Geschmackssache und bleibt letztendlich jedem selbst überlassen.

      Ansonsten - der Thomas Tillmann versendet auch Fische nach telefonischer Bestellung - nicht ganz preiswert, aber dafür sehr zuverlässig und wirklich professionell!

      Viele Grüße
      Chris

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Cichliden_Chris ()

    • Hallo,

      zunächst einmal vielen Dank für die vielen Beiträge. Ich glaube, dass in allen Beiträgen viel Wahres steckt.
      Ich selbst pflege seit ca. 50 Jahren Cichliden und mache so alle Jahrzehnte mal die Runde, sehr häufig Westafrika.

      Zur Frage der Überbesetzung: Es war doch so, dass ich mit 14 Jahren mir nichts sehnlicher gewünscht habe, als ein 60ger Becken, mehr war nicht drin. Vorbild war Bechtle "Räuberbande im Aquarium". Die relativ kleinen Becken waren immer überbesetzt. In einem solchen Becken habe ich G. steindachneri gezogen und C.salvini (Bitte entschuldigt, dass ich mir die neuen Gattungsnahmen nicht merken will.) In einem früheren 400 l Becken klappte es ohne Probleme mit Nachzuchten von C. dovii. - C. hartwegi und C.melanurus waren zunehmend ein Problem: Mittags alles o.k. - am Abend eine Leiche.

      So - und jetzt habe ich ein Becken 60*60*60 cm auf eure Anregung hin für ein einziges Pärchen P.pulcher eingerichtet - da suche ich noch Begleitfische. Das Verhalten ist ganz einfach besser zu beobachten. Ich hoffe, dass ich genügend Disziplin - tatsächlich ein Schlüsselwort für Aquarianer - aufbringe und nicht doch noch ein paar A. thomasi oder ähnliches dazu setze.

      Bei Schaffer habe ich heute meinen P.matadi Mann gekauft und Pärchen Epiplatys dageti - die sollen zu den matadi, ich will sie aber erstmal züchten
      .
      Bei den Mittelamerikanern habe ich 6 kleine Cryptoheros mitgenommen - "Was dees is, waas ma ned" - meinte der Verkäufer. Ich konnte sie im Becken nicht identifizieren und bei mir ist alles noch trübe Brühe, sodass ich nichts sehe. Ich kann mir gut vorstellen, dass es die C.cutteri sind, von denen Chris berichtet hat - würde mich freuen. Jetzt noch ein paar Begleitfische - Lebendgebährende oder Salmler und ich lasse es dabei - nehme ich mir zumindest vor. Den Th. ellioti habe ich erfolgreich widerstanden - die hatte ich nämlich auch noch nie.

      Zur Bepflanzung: Ich habe das Becken jetzt mit einigen Pflanzen bestückt - mit nicht ganz gutem Gewissen, schaut man bei Youtube die sehr spannenden Videos von den Flüssen in Mittelamerika an, gibt es alles - bloß keine Wasserpflanzen.

      Für meinen Sohn gabs 5 superschöne Biotodoma cupido - Auch da wird das Becken überbesetzt - Ehemaliges Seewasserbecken 65*65*65 - Es werden noch ein paar Skalare (scalarezucht.de) und ein paar Apistogramma dazukommen. Trotzdem wird das Becken sicher funktionieren.

      Werde Euch gelegentlich berichten, was sich so tut.

      Nochmals vielen Dank für die Anregungen!
      Günter
    • Servus Günter,

      auch zu den P. pulcher würde ein Trupp E. dageti super passen, möglichst mit Weibchenüberhang.

      Anbei mal ein Foto von den C. cutteri vom Schaffer - sind sie es?
      Als Beifische flinke Wildmollys wie Poecilia gillii - wundert mich, dass davon keine im Laden schwammen?

      Die B. cupido schwimmen übrigens seit einer gefühlten Ewigkeit dort - weiß nicht, ob die noch so taufrisch sind?
      Zu der Cupido-Gruppe dann auch noch Skalare und Apistogramma zu setzen in einem 65 cm-Würfel - ich weiß ja nicht. Mir persönlich käme das jedenfalls nicht in den Sinn, ich würde bei dieser Beckengröße wohl ein schönes Apistogramma-Artbecken draus machen, beispielsweise für eine Gruppe A. borellii, und als Beifische einen Trupp Phalloceros caudimaculatus.
      "Funktionieren" tut sicherlich viel, es kommt halt immer darauf an, was man möchte - eher das gezielte Beobachten von artspezifischen Verhaltensweisen, oder eher ein buntes Allerlei - das hat Dirk oben am Malawi-Beispiel ja schon trefflich beschrieben.

      Viele Grüße
      Chris
      Bilder
      • Cutteri.jpg

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    • Guten Abend, Chris,

      ja das Bild passt. Herzlichen Dank!

      An interessanten Lebengebährende war - zumindest von gefühlten Hundertaustend Guppies in allen Varianten abgesehen - nichts auf Lager. Schade. Ich will da aber nichts überstürzen, denn die P.gillii würden mir schon sehr gut gefallen.

      Dass die B.cupido schon länger in Neudorf herumpaddeln stört mich nicht, ich hoffe, dass das auch für meinen Sohn gilt, Die meisten Barsche werden ja bei guter Pflege weit über 10 Jahre alt. Was uns erstaunt und nicht gefallen hat, war das Wasser: wir haben ca. 1300 Microsiemens gemessen! Das ist ja nun doch erstaunlich. Ich habe dann ganz erschrocken auch die anderen Tüten kontrolliert - es waren jeweils über 800 ms. Das ist für die matadi doch recht viel.

      Zu den P. cutteri: Sind noch völlig ohne Zeichnung und sehr scheu - womit wir wieder bei den Beifischen wären.
      Wenn man im Forum über cutteri liest, dann häufig nichts Gutes. Hoffentlich werden sie mir nicht zu aggressiv.

      Noch einen schönen Abend!
      Gruß
      Günter
    • Servus Günter,

      vielleicht kannst du die Poecilia gillii ja online beziehen, beispielsweise hier:
      zierfischzucht-halle.de/verschiedenes/

      Meines Wissens bereitet Schaffer das Wasser - mit Ausnahme von echten Schwarzwasserarten wie Uaru fernandezyepezi und evtl. Diskus - nicht extra auf, das heißt, die meisten Fische schwimmen im Leitungswasser der Fränkischen Alb. Daher würde ich mir persönlich - da ich ebenfalls die Wasseraufbereitung scheue - auch keine B. cupido oder P. subocellatus anschaffen. Du wirst entsprechendes Wasser bieten können - da ist eben langsames Umgewöhnen wichtig.

      Die C. cutteri - naja, ein typischer Cryptoheros eben - also mit einem gewissen Aggressionspotential muss man rechnen, da wären z.B. Herotilapia multispinosa schon eine Ecke ruhiger. Du hast dir ja eine kleine Gruppe zugelegt - ich hatte seinerzeit selbst auf knapp 900 Litern mit mehreren Männchen kein Glück - das dominante Männchen stellte die restlichen beiden in die Ecke, laichte dafür jedoch mit allen verfügbaren Weibchen reihum.
      Sollten deine C. cutteri (bzw. C. spilurus) auch so drauf sein, wäre bei der Beckengröße wohl eine Haremspflege das naheliegendste - beispielsweise 1/3 und dazu ein ordentlicher Trupp P. gillii - passt doch ;)

      Viele Grüße
      Chris