Tanganjika-Zwergcichliden Becken (80cm)

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    • Tanganjika-Zwergcichliden Becken (80cm)

      Hallo,

      Umzüge haben für uns Aquarianer oft Konsequenzen und ein Umzug im Oktober bedeutet für mich, dass ich zum ersten Mal zwei Aquarien haben kann. Neben meinem 350l Mittelamerikabecken habe ich mich schon früh für ein Tanganjika-Zwergcichliden Becken entschieden, auch weil es ein schöner Kontrast zu dem Mittelamerikabecken sein wird und ich noch nie ein Becken aus Afrika hatte. Zudem hat mich der wirklich tolle Bericht von Chris (Lamprologus signatus) inspiriert und da wenig Platz im Arbeitszimmer ist, kommen nicht viele Themen in Betracht, die sich auch dauerhaft in einem „kleineren“ Becken umsetzen lassen.

      Als Becken wird es wahrscheinlich eine Sonderanfertigung 80x40x35 um ausreichen Fläche zu haben, die Höhe spielt bei einem Tanganjika-Zwergcichliden Becken ja keine sonderlich große Rolle.
      Ich habe mich natürlich bereits mit dem Thema beschäftigt und auch schon einiges gelesen. Vielleicht hat der ein oder andere aber einige Ideen, Erfahrung oder spannende Projekte was die Besetzung des Beckens angeht. Da der Umzug am 1. Oktober stattfindet, habe ich ja noch etwas Zeit.

      Einzig wovon man mich wirklich überzeugen müsste wäre ein Artbecken mit „lediglich“ einem Paar, denn das habe ich bereits mit meinem Meekis Pärchen mehr oder minder im Mittelamerikabecken und würde mir für dieses Becken gerne eine andere Konstellation wünschen.

      Ich hoffe auf zahlreiche Ideen und Vorschläge. Was würdet Ihr machen?

      Danke & Gruß,

      Christian
    • Hi,

      wenn es mehr als ein Paar sein soll, dann wäre eine kleine "Kolonie" Neolamprologus multifasciatus eine Alternative. Da wäre dann immer waas los im Becken. Vielleicht ginge auch eine Gruppe der etwas größeren N. similis, da habe ich aber keine eigenen Erfahrungen.

      Ich selbst habe mal Lamprologus meleagris und Altolamprologus sumbu shell in 99 Bruttolitern gehalten, das war auch ganz nett. Allerdings hatte das Becken die Maße 110x30x30, da konnten sich die Tiere aufgrund der Beckenlänge aus dem Weg gehen.
      Grüße aus Berlin

      Marco
    • Hallo zusammen,

      nun ja, bei N. multifasciatus, N. similis sowie evtl. auch N. brevis und N. caudopunctatus wäre mehr als nur ein Pärchen möglich, wie im anderen Thread geschrieben. Auch beim Formenkreis um L. ocellatus könnte man dem Männchen zwei Weibchen beigesellen.

      Und bei "Etagenbrütern" wie Julidochromis bleibt das Pärchen auch nicht lange alleine, sondern es wachsen immer wieder Jungtiere verschiedener Größenstufen heran.

      Ab einer Grundfläche von 100 x 40 cm würde ich die Vergesellschaftung von zwei kleineren Arten wagen - beispielsweise N. multifasciatus mit L. ocellatus oder mit Altolamprologus sp. "Sumbu Shell" (hatte ich beides schon zusammen in dieser Beckengröße, war super). Ebenso N. multifasciatus mit Julidochromis transcriptus (hatte ich in meiner Jugendzeit mal) oder eine ähnliche Kombination, auch jeweils ein Pärchen von N. brevis und N. caudopunctatus müsste da gut klappen, sofern harmonierende Pärchen vorhanden sind.
      Manche Leute wagen solch eine Vergesellschaftung auch in Becken unter 100 cm Kantenlänge - kann man probieren, aber man muss damit rechnen, dass das auch schiefgehen kann. Am Ehesten vielleicht noch N. multifasciatus (1/2) mit J. transcriptus (1/1) und das Becken in zwei sehr deutliche Zonen (eine Seite nur Gestein - andere Seite nur ein Sandfeld mit Schneckenhäusern und dazwischen etwas "Niemandsland" mit blankem Sand) gliedern - aber Garantie gibts keine ;)

      Mit einem Artbecken ist man bei 80 cm Kantenlänge echt auf der sicheren Seite, und wenn darin "nur" ein Pärchen lebt, ist das Becken super aufwandsarm, das Wasser kaum belastet, kein feststellbarer Mulm, ein kaum verschmutzter Filter... ;)

      Viele Grüße
      Chris
    • Hi,

      wie immer vielen Dank für die guten Ratschläge.

      Eine Frage zum Thema Nachwuchs, der sich in so einem Becken unweigerlich stellt. Gibt es keine Bedenken, dass wenn ich keinen "Fressfeind" im Becken habe, das Becken irgendwann zu voll wird und ich so wie in einigen Berichten 100 Fische im Becken habe? Ich habe leider keinen Händler des Vertrauens und habe keine Möglichkeit Nachwuchs abzugeben.

      Viele Grüße,

      Christian
    • Servus Christian,

      wenn du die Brut nicht gezielt fütterst, wird da kaum etwas hochkommen (mache ich mittlerweile bei meinen L. signatus so, weil ich für eine Aufzucht in Beisein der immer wieder laichenden Alttiere mein Becken als zu knapp empfinde).
      Außer vielleicht von den robusten N. multifasciatus und eventuell von den Julidochromis mal vereinzelt.

      Die N. multifasciatus sind klassische Koloniefische, das heißt, man kann die Jungtiere unbehelligt drinlassen, auch wenn sie geschlechtsreif werden - irgendwann stellen sie auch die Vermehrung ein, wobei schon eine relativ hohe Besatzdichte entsteht mit der Zeit - das dauert aber, wenn man mit nur wenigen Tieren startet.

      Die Jungtiere der Julidochromis - sollten welche hochkommen - müssen halt raus, sobald das adulte Pärchen sie bedrängt. Aber sie wachsen langsam, auch so etwas geht nicht von heute auf morgen.

      Ein sehr guter "Nachwuchskontrolleur" ist übrigens Altolamprologus sp. "Sumbu Shell" - hatte von dieser Art auf 100 x 40 x 40 cm mal ein Pärchen zusammen mit einer Gruppe N. multifasciatus - und da kam trotz Fütterung mit Artemia-Nauplien keine Brut hoch. Auch um die arteigenen Jungfische "kümmerte" sich das Männchen irgendwann auf seine Art...
      Aber ob das auch auf 80 cm Länge funktioniert... also A. sp. "Sumbu Shell" mit einer zweiten Art - man kann es sicherlich probieren, aber ich persönlich halte es für (etwas zu) knapp.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo,

      werde nächste Woche im neuen Haus noch einmal genau Abmessen, ob auch 100cm gehen und bis dato sieht es nach folgenden Optionen aus:

      Aquarium 80x40x40 - Artenbecken
      - Neolamprologus similis (zwei Pärchen bzw. Kolonie) oder
      - Lamprologus meleagris (ein Paar) - gefällt mir ganz gut aber kaum Information, d.h. keine Ahnung ob als Paar oder 2 Paar

      Aquarium 100x40x40 (Falls räumlich möglich)
      - Neolamprologus similis (ein Paar) und Altolamprologus sp. „Sumbu Shell (ein Paar) oder
      - Neolamprologus caudopunctatus (ein Paar) und Neolamprologus brevis (ein Paar)
      - Frage: Mit wem könnte man Neolamprologus similis noch vergesselschaften? Ginge z.B. auch Neolamprologus caudopunctatus oder Neolamprologus brevis?

      Danke & Viele Grüße,
      Christian
    • Skywalker76 schrieb:

      werde nächste Woche im neuen Haus noch einmal genau Abmessen, ob auch 100cm gehen und bis dato sieht es nach folgenden Optionen aus:
      Wenn du ohnehin ein Sondermaß bestellen willst, warum nicht 95*40*40 oder 93*40*40? Oder nochmal 10cm auf die Tiefe des Beckens drauf? Wenn schon Sondermaß dann richtig, dann kannst du es dir auch ganz genau auf deine Gegebeneheiten zuschneiden lassen. Da hätetst du fast so viel Platz wie in dem Meterbecken :)
      Gruß Daniel

      :bild:
    • Servus zusammen,

      also auf 90 x 50 cm sollten auch zwei Arten möglich sein...

      Falls es doch nur 80 x 40 cm werden, gehe ich hiermit mal auf die genannten Besatz-Ideen ein:
      - Artbecken mit N. similis geht natürlich super, würde mit zwei Pärchen starten und dann wachsen ggf. vielleicht mal paar Jungtiere auf, sodass es eine kleine, gewachsene Kolonie wird
      - Artbecken mit L. meleagris geht auch gut - würde da ein Männchen und zwei Weibchen einsetzen. Falls du ein harmonierendes "Einzelpärchen" bekommst, dann nur ein Pärchen. Aber ansonsten ruhig ein Trio. Keinesfalls zwei Männchen, das geht nicht lange gut.

      Falls 100 x 40 oder 90 x 50:
      - Neolamprologus similis (ein Paar) und Altolamprologus sp. „Sumbu Shell (ein Paar) - geht sicher super
      - Neolamprologus caudopunctatus (ein Paar) und Neolamprologus brevis (ein Paar) - geht sicher auch super

      Weitere Vergesellschaftung von N. similis:
      Die Art ist ziemlich bärbeißig - also ich halte N. caudopunctatus als für zu zart für eine Vergesellschaftung mit N. similis - außer das Becken hat 120 cm Länge oder mehr.
      Aber ein harmonierendes Pärchen von N. brevis sollte gut zu den N. similis passen - jedoch unbedingt alle Tiere gleichzeitig einsetzen und für eine deutliche Abgrenzung mit einem Steinriegel etc. zwischen dem Similis-Revier und dem Brevis-Revier sorgen.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo,

      klasse, dank für die Tipps. Ich denke nächste Woche weiß ich was für eine Beckengröße es wird, sollte auf 90x50 hinauslaufen.

      Mal eine Frage unabhängig von der Beckengröße, eher aus Interesse: Was macht eigentlich den Reiz eines Artenbeckens aus und was wiederum den eines Becken mit zwei oder drei Arten? Ich finde das eine wirklich interessante Frage. Ist ein Becken mit einer Art natürlicher oder ein Becken mit zwei Arten? Hat ein Becken mit zwei Arten die Gefahr, dass es nicht klappt, dafür aber wenn es klappt es interessanter ist?

      Mich würden hier mal die Meinungen interessieren.

      Viele Grüße,

      Christian
    • Servus Christian,

      Artbecken ist besonders bei koloniebildenden Arten oftmals schöner, weil die Kolonie dann größer sein kann und man mehr artinterne Aktionen beobachten kann:


      Bei paarbildenden Arten würde ich bei passender Beckengröße die Vergesellschaftung vorziehen, weil es da wiederum mehr zu beobachten gibt bei den zwischenartlichen Aktionen, während ein alleine gehaltenes Pärchen doch oftmals bisschen scheu ist.
      Aber das Becken muss für die Vergesellschaftung geräumig genug sein, und die Arten müssen zusammenpassen - eine absolute Garantie gibts aufgrund der unterschiedlichen Fisch-Charaktäre selbst innerhalb derselben Art nie. Aber eben doch eine ziemliche Wahrscheinlichkeit, dass etwas passen könnte, oder eben nicht - beruhend auf eigenen Erfahrungen oder die Erfahrungen von befreundeten Aquarianern, Kollegen etc.

      Will man ergiebig züchten, ist hingegen wieder ein Artbecken besser - darf bei Arten, die sich intolerant gegenüber ihrer älteren Brut verhalten, auch gerne größer sein - oder man fischt die Jungtiere rechtzeitig ab.
      So hab ich von L. hecqui ganz problemlos die Jungtiere zusammen mit den Alttieren pflegen und bis zu einer Größe von 3,5 cm heranziehen können - während die L. signatus sich sehr aggressiv gegenüber etwas älteren Jungtieren zeigten und möglichst bald wieder erneut ablaichten.

      Viele Grüße
      Chris

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cichliden_Chris ()

    • Irgenwann muss man sich entscheiden, sonst grübelt man irgendwann nur noch. Es werden jetzt Neolamprologus Multifasciatus (1/2) mit J. transcriptus (1/1). Scheint die beste Option für ein abwechslungsreiches Becken zu sein und beide Arten kann ich in der Nähe von einem Züchter bekommen.
    • Eine gute Idee, das wird sicherlich klappen, vorallem auf 90 x 50 cm :)
      Das Becken in zwei Hälften gliedern - Steinwüste und Schneckenhausbeet ;)
      Als Gestein würde ich Granit oder Basalt empfehlen... aber es gehen natürlich auch andere Sorten... jedoch würde ich bei einer einzigen Sorte bleiben - gibt ein homogeneres Bild.
      Gute Bezugsquelle für Schneckenhäuser ist diese hier - davon die Schneckenhäuser lebensmittelecht:
      badische-schneckenzucht.de/Produkte.html
    • Hi Christian,

      lebende Schnecken brauchst du nicht. Der Boden wird ohnehin von den N. multifasciatus umgepflügt. Bei mir waren die IMMER am buddeln - und das trotz 20-25 Schneckenhäusern bei sechs Tieren in 63 Litern

      Weinbergschneckenhäuser sind absolut in Ordnung. Und der Preis in dem Link vom Chris ist auch super
      Grüße aus Berlin

      Marco
    • Servus,

      wie Marco schon sagt - lebende Schnecken braucht es nicht.

      Und ja..., die N. multifasciatus sind "Grabowski´s" vom Feinsten :P

      Das Becken wird nicht langweilig werden mit den beiden Arten - sind zwar ziemliche "Standardfische" in Sachen Tanganjikasee - aber für den Einstieg wohl ideal :)

      Viele Grüße
      Chris