Was wir vom Viktoriasee lernen können.

    • Was wir vom Viktoriasee lernen können.

      Hallo zusammen,

      nun über kurz oder lang werde ich mich vom Schreiben zurückziehen und nur noch sporadisch hier sein.
      Mein " Grüner Daumen " wird dann hoffentlich weitergehen auch wenn ich ihn nicht mehr einsetze. Viele wird es freuen und viele werden es anders sehen, aber so ist das Leben, ein ständiges Kommen und Gehen.

      Nun ja, warum ist denn der Viktoriasee so wichtig ? Ich habe Euch hier einmal einen Text, welcher von der Wissenschaft ausgearbeitet wurde. Es ist kurz vor ZWÖLF.

      Text

      er ist ein Gradmesser für unser Dasein


      Securefisheries schrieb:

      Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens, die in einem Ökosystem existiert, gemessen in verschiedenen Arten von Arten, genetische Varianten, Lebensräume, Gemeinden oder Beziehungen. Hohe Biodiversität (viele Arten) ist ein Eckpfeiler einer gesunden Umwelt, weil die Biodiversität die Ökosystem-Resilienz verbessert. Leider verlieren wir es rasch auf der ganzen Welt: Der Viktoriasee hat in den letzten Jahren irgendwo zwischen ⅓ und ½ seiner Fischarten verloren, und sie scheinen ausgestorben zu sein.


      Nachtrag : Hier noch eine kleine Randnotiz bezüglich des Nilbarsches. Ich sehe dies wohl anders aber immerhin lesenswert. Link
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Hallo mein Freund,


      Schwabe schrieb:

      nun über kurz oder lang werde ich mich vom Schreiben zurückziehen und nur noch sporadisch hier sein.
      Das würde ich sehr bedauern; andererseits kann ich Dich verstehen.


      Schwabe schrieb:

      Nun ja, warum ist denn der Viktoriasee so wichtig ? Ich habe Euch hier einmal einen Text, welcher von der Wissenschaft ausgearbeitet wurde. Es ist kurz vor ZWÖLF.
      Ja, Dr. Les Kaufman ist schon eine Größenordnung. Jetzt verstehe ich einige Probleme des Viktoriasees besser. M.E. ist es übrigens bereits kurz nach zwölf (und dabei bin ich nicht einmal Pessimist).


      Schwabe schrieb:

      Nachtrag : Hier noch eine kleine Randnotiz bezüglich des Nilbarsches.
      Stimmt, auch sehr lesenswert.

      Bitte weiter so.
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • Schwabe schrieb:

      Ich sehe dies wohl anders
      Wieso?
      Die politischen / wirtschaftlichen Auswirkungen kann ich nicht so recht beurteilen. Jedoch scheint der Ersteller die Situation doch als ökologische Katastrophe zu werten.
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Hallo Lutz,

      luzz schrieb:

      Wieso?
      Die politischen / wirtschaftlichen Auswirkungen kann ich nicht so recht beurteilen. Jedoch scheint der Ersteller die Situation doch als ökologische Katastrophe zu werten.
      warum ich dies anders sehe, wenn Du den Artikel gelesen hast, springt mir gleich ins Gesicht, dass immer noch am Viktoriabarsch festgehalten wird. Dies ist meiner Meinung nach eben falsch, denn der zu erzielte Gewinn steht in gar keinem Verhältnis zum Schaden. Dies sollte eigentlich und so die Heimat von nun 35 Millionen Einwohnern dreier Staaten sein. Und jetzt die Frage was ist wichtiger 100 Millionen Dollar oder Euro selbst verteilt auf die 35 Millionen .... sind wieviel Dollar pro Einwohner im Jahr ? Selbst bei einer Milliarde, einfach zu wenig. Und das Ganze letztendlich ohne Trinkwasser.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Hallo Roland,

      das der Viktoriabarsch ein gravierender Fehler ist, sollte m. E. auch für Frau Röhrig als Ersteller der Hausarbeit nach folgendem Zitat eindeutig sein

      Zitat
      ....Dass ein Eingreifen von Menschen in sensible Ökosysteme selten positive Konsequenzen mit sich bringt, wurde nicht
      bedacht. ...


      Du beziehst dich sicherlich auf:

      ....Unabdingbar für eine Festigung der Stabilität ist also, „den Nilbarsch [und den Viktoriasee] so sozial- und so umweltverträglich wie
      möglich zu nutzen“41.....


      Wobei die Fußnote 41 auf Quelle " Kürschner-Pelkmann, Frank, a.a.O., (26.08.2015) " verweist.

      Beide Aussagen sind stark gegensätzlich. Es stellt sich aber für den Leser so dar, dass beide Aussagen durch Frau Röhrig getragen werden.
      Dieser Auffassung kann ich natürlich auch nicht zustimmen. Ein Fehler wird nicht dadurch besser, wenn er stur weiter geführt wird.

      Wenn man sich bei den Recherchen zur Erstellung dieser Hausarbeit intensiv mit dem Thema auseinander setzt und auch die Probleme so breit gefächert wie in diesem Fall schildert, kann ich mir einen Konsens zum Zitat 2 einfach nicht vorstellen.
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Hallo Freunde,


      Schwabe schrieb:

      warum ich dies anders sehe, wenn Du den Artikel gelesen hast, springt mir gleich ins Gesicht, dass immer noch am Viktoriabarsch festgehalten wird. Dies ist meiner Meinung nach eben falsch, denn der zu erzielte Gewinn steht in gar keinem Verhältnis zum Schaden. Dies sollte eigentlich und so die Heimat von nun 35 Millionen Einwohnern dreier Staaten sein. Und jetzt die Frage was ist wichtiger 100 Millionen Dollar oder Euro selbst verteilt auf die 35 Millionen .... sind wieviel Dollar pro Einwohner im Jahr ? Selbst bei einer Milliarde, einfach zu wenig. Und das Ganze letztendlich ohne Trinkwasser.
      @ Roland:
      der Grund, warum immer noch am Nilbarsch festgehalten werden sollte, ist, daß niemand dieses Riesenviech aus dem See entfernen kann - außer durch permanente heftigste Überfischung. Daß diese im Interesse der korrupten Politiker der Anrainerstaaten und der mehrheitlich britisch dominierten Fischverarbeiter liegt, versteht sich; aber hilft den 35 Millionen Bewohnern rundherum tatsächlich überhaupt nicht. Es geht m.E. um pragmatische Schadensbegrenzung.
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • luzz schrieb:

      ....Unabdingbar für eine Festigung der Stabilität ist also, „den Nilbarsch [und den Viktoriasee] so sozial- und so umweltverträglich wie möglich zu nutzen“41.....


      Wobei die Fußnote 41 auf Quelle " Kürschner-Pelkmann, Frank, a.a.O., (26.08.2015) " verweist.

      Beide Aussagen sind stark gegensätzlich. Es stellt sich aber für den Leser so dar, dass beide Aussagen durch Frau Röhrig getragen werden.
      Dieser Auffassung kann ich natürlich auch nicht zustimmen. Ein Fehler wird nicht dadurch besser, wenn er stur weiter geführt wird.
      Das ist denke ich anders zu verstehen. Die Dame argumentiert ja in einer Situation, in der der Barsch nun einmal da ist. Dieser wird sich auch nicht so ohne weiteres wieder aus diesem riesigen See entfernen lassen. Unabhängig davon, dass es eine blöde Idee war in dort auszusetzen, muss man nun also damit leben, und das eben nach Möglichkeit "sozial- und umweltverträglich". D.h. meiner Ansicht nach im Kontext des vorangegangenen Textes vor allem keine Besfischung mit Pestiziden und keine Überfischung (Reduktion des Fischbestands inkl. Nilbrasch um 80% zwischen 2005 und 2015).

      Ich sehe da eigentlich keinen Gegensatz, mal ganz davon ab, das die auf die Fischerei angewiesene Wirtaschaft nicht einfach von jetzt auf gleich mit der wirtscahftlichen Nutzung des Sees aufhören könnte.

      /edit:

      Severum02 schrieb:

      @ Roland:der Grund, warum immer noch am Nilbarsch festgehalten werden sollte, ist, daß niemand dieses Riesenviech aus dem See entfernen kann - außer durch permanente heftigste Überfischung. Daß diese im Interesse der korrupten Politiker der Anrainerstaaten und der mehrheitlich britisch dominierten Fischverarbeiter liegt, versteht sich; aber hilft den 35 Millionen Bewohnern rundherum tatsächlich überhaupt nicht. Es geht m.E. um pragmatische Schadensbegrenzung.
      Zwei Dumme, ein Gedanke. Genau meine Meinung. Was hilft es darüber nachzudenken wie gut es gewesen wäre den Nilbarsch nicht auszusetzen? Er ist ja nun einmal da, Lösungen braucht es trotzdem.
      Gruß Daniel

      :bild:
    • Hi,

      die verlinkte Hausarbeit und auch eure Argumente festigen meine Meinung, dass sich rein garnichts tun wird.
      Weder Naturschutz noch fundierte Wirtschaftsentwicklung sind dort durchsetzbar.

      Haltet eure Viktoriachiliden. Haltet sie artrein. Denn die Zukunft des Sees ist düster.
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Danke Roland,
      das Du immer wieder interessante Artikel ausgräbst.

      Aber der Vikoriasee ist leider keine Ausnahme.
      Selbst in den Sulawesi Inlands Seen findet man bereits eingesetzte Fische.

      Und wie viele unserer einheimischen See haben noch den ursprünglichen Fischbesatz?
      Servus
      Reinhard
      --------------------
      ca. 20 Becken zwischen 20 und 1300 Liter, im Wohnzimmer, Keller, Glashaus und auf der Terrasse mit Süß- und Meerwasser.
      Ein Schwimmteich, natürlich auch mit Fischen.
      Ganz neu Geophagus megasema Rio San Martin.
    • Moin,

      r.seidl schrieb:



      Und wie viele unserer einheimischen See haben noch den ursprünglichen Fischbesatz?
      es ist tatsächlich schon seit etlichen Jahren ein Problem, dass vor allem "Sport"-Angler Fische aussetzen, um diese dann später wieder zu fangen. Dabei landen ständig Fische in irgendwelchen Gewässern, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben. Das geht oft zu Lasten der eigentlich heimischen Population(en). Habe kürzlich noch einen Artikel dazu gelesen, finde den nur nicht mehr.

      Mit dem Unterschied, dass wir hier in Deutschland keine so großen Seen haben wie den Victoriasee, und auch kein vergleichbar großer und wichtiger Wirtschaftszweig auf dem Fischbestand nur eines großen Gewässers angewiesen ist. Wenn hier ein paar kleine Seen und Weier hopps gehen, wen kümmert das schon? :hee: :thumbdown:
      Gruß Daniel

      :bild:
    • Hallo zusammen,

      Severum02 schrieb:

      der Grund, warum immer noch am Nilbarsch festgehalten werden sollte, ist, daß niemand dieses Riesenviech aus dem See entfernen kann
      Hi mein Freund, und das soll ich glauben. Die schaffen ganze Meere leer zu fischen und sollen vor einem See kapitulieren. Nene, setz ein Fangprämie aus und Du wirst sehen, wie schnell sich das verändert.

      luzz schrieb:

      die verlinkte Hausarbeit und auch eure Argumente festigen meine Meinung, dass sich rein garnichts tun wird.
      Weder Naturschutz noch fundierte Wirtschaftsentwicklung sind dort durchsetzbar.

      Haltet eure Viktoriachiliden. Haltet sie artrein. Denn die Zukunft des Sees ist düster.
      Na Lutz, ich will und wollte eigentlich nichts mehr schreiben. Und jetzt muß ich sogar noch politisch werden, es geht hierbei eigentlich schon gar nicht mehr um Cichliden hier im Viktoriasee, im Malawisee oder Tanganjikasee sondern um so vollmundige Ankündigungen......wie Bekämpfung der Fluchtursachen. Oder wie soll das Gehen ohne Trinkwasser ?

      r.seidl schrieb:

      Aber der Vikoriasee ist leider keine Ausnahme.
      Tja Reinhard, aber gerade zu ein Paradebeispiel der menschlichen " Intelligenz ".

      MrR schrieb:

      Wenn hier ein paar kleine Seen und Weier hopps gehen, wen kümmert das schon?
      Nun Daniel, mich interessiert es. Und ich denke, ich bin da nicht allein.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Schwabe schrieb:

      MrR schrieb:

      Wenn hier ein paar kleine Seen und Weier hopps gehen, wen kümmert das schon?
      Nun Daniel, mich interessiert es. Und ich denke, ich bin da nicht allein.
      Ja Roland, mich interessiert das auch. Aber weder wir zwei, noch die gesamte Foren-Community, ist diesbezüglich repräsentativ für die gesamte Republik. (Meine Meinung) Leider.
      Gruß Daniel

      :bild:
    • Hallo zusammen,

      habe heute Morgen mal wieder etwas gelesen.
      Ich bin Schwabe und von daher interessiert mich natürlich auch das " Schwäbische Meer " der Bodensee. Auch er hat drei Anrainerstaaten, nur etwas kleiner wie der Viktoriasee. Auch der Bodensee hatte in den 70ern so seine Schwierigkeiten. In den letzten 40 Jahren wurden riesige Anstrengungen unternommen und dies mit Erfolg.
      Inzwischen wird sogar gesagt, dass er womöglich zu sauber ist. Dies würde den Fischen ja auch wieder schaden, weil die nötige Ernährung fehlen würde.
      Ich habe Euch hierzu einmal einen Artikel, welcher heute veröffentlicht wurde. Artikel
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Mein lieber Freund Roland,

      Severum02 schrieb:

      der Grund, warum immer noch am Nilbarsch festgehalten werden sollte, ist, daß niemand dieses Riesenviech aus dem See entfernen kann - außer durch permanente heftigste Überfischung. Daß diese im Interesse der korrupten Politiker der Anrainerstaaten und der mehrheitlich britisch dominierten Fischverarbeiter liegt, versteht sich; aber hilft den 35 Millionen Bewohnern rundherum tatsächlich überhaupt nicht. Es geht m.E. um pragmatische Schadensbegrenzung.
      Wenn Du diese Aussage verkürzt, grenzt das an Dämagogie .rollroll: . Das kann ich so nicht stehen lassen.

      Schwabe schrieb:

      Nene, setz ein Fangprämie aus und Du wirst sehen, wie schnell sich das verändert.
      Kaum, da nicht praktikabel am See.
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • Hallo,

      "Ach wie tut mein Herz mir weh wenn ich vom Glas den Boden seh!" (altes schwäbisches Gedicht )


      Die Diskussion um die Wasserqualität im Bodensee ist doch besonders. Vor ein paar Jahren als die riesen Fischereierträge erzielt wurden sind die Fische dank des Phosphates im Wasser und der daraus resultierenden reichlichen Nahrung vor erreichen der Geschlechtsreife so groß gewesen daß sie ohne sich zu reproduzieren auf dem Teller gelandet sind. Dem endemischen Bodenseefelchen wurde das aussterben prophezeit.
      Und jetzt sollen Aquakulturen, die das Wasser belasten Ersatz schaffen. Noch dazu kommt das Futter für die Fische aus dem Meer, hat eine Katastrophale Ökobilanz und ist was den Nährwert betrifft im Vergleich zur normalen Fischerrei ein Minusgeschäft. Ich hoffe, daß es so nicht stattfinden wird und bin für eine Subvention für Bodenseefischer um den alten Beruf der ja was mit unserer Kultur und Landschaft zu tun hat nicht aussterben zu lassen.

      Gruß, helmut
    • Hallo zusammen,

      luzz schrieb:

      Haltet eure Viktoriachiliden. Haltet sie artrein. Denn die Zukunft des Sees ist düster.
      dass was Lutz schrieb stimmt zu 100 % und ist nicht nur auf den Viktoriasee zu beziehen, die anderen Seen werden folgen.
      Und eine Rettung unserer Fische wird es nicht geben, sie stehen ganz unten auf der Liste.
      Nun ja freut Euch an Euren Cichliden so lange es noch geht, bald schon sehr bald werden sie das gleiche Schicksal wie die Vikis gehen, dazu bedarf es Frauen, welche der Situation in Afrika auf die Spur gehen, aber lest selbst. Es ist ........... Ihr könnt es Euch denken.

      Link dazu
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold