Kleinwüchsigkeit und was ist die Ursache ?

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    • Kleinwüchsigkeit und was ist die Ursache ?

      Hallo zusammen,

      ich habe hier einmal eine Frage, was könnte die Ursache für Kleinwüchsigkeit bei Fischen sein ?
      Es passiert doch immer wieder, dass Fische nicht an die eigentliche Grösse ihrer Art heran kommen und erheblich zurückbleiben, was könnte die Ursache sein.
    • Hallo,

      die Ursachen können mannigfaltig sein, doch meist ist es Inzucht. Das sogenannte Aquarium-strain.
      Bestes Beispiel sind die vielen Hemichromis guttatus Varianten, sie werden immer kleiner und irgendwie auch hinfälliger für Krankheiten sprich die Lebensspanne verringert sich, Farben sind auch nicht mehr so intensiv. Manchmal sind es auch Züchtungen die aus Osteuropa oder Asien zu uns kommen, bei denen Versucht wird etwas hervorzuheben was in der Naturvariante nicht vorkommt.
      Diese Tiere werden in Umlauf gebracht und vermehren sich dann immer weiter.
      Die Mähr das sich Fische an die Aquariengröße anpassen würden ist nicht bewiesen und auch etwas Vage.
      Das ist natürlich nur meine Meinung andere werden vielleicht besser darüber Bescheid wissen.

      Gruß

      Uwe
      Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.

      Danny Kaye
    • Servus,

      meiner Meinung nach spielen z.B. Unterdrückung durch andere Fische (vorallem Artgenossen) eine ziemliche Rolle. Unterdrückte Individuen werden nie so groß werden, wie dominante.
      Dann auch die Beckengröße und die Wasserqualität - zumindest bei manchen Arten.

      Inzucht ist auch ein Problem, vorallem wenn mit kümmerlichen Elterntieren gezüchtet wird, um bestimmte (oftmals artfremde) Merkmale zu festigen.

      Und dann noch eine gewisse individuelle Varianz - auch nicht jeder Mensch erreicht die 2-Meter-Marke, wenngleich das wohl als "Maximalgröße" gilt ;)

      Viele Grüße
      Chris
    • Inzucht wird leider völlig überbewertet! Zumindest, was Cichliden betrifft. Nahezu alle Cichliden, die in Gefangenschaft leben, stammen von einem Geschwister-Paar ab, das irgendjemand mal fing.
      Wir holten 1995 in Belize die South Stann Creek synspilus, alle "Belize synspilus" Tiere stammen von diesen Geschwistern ab, seit 22 Jahren, keine Inzucht feststellbar.
      Nahezu alle Catazaja-Bifasciata stammen von Tieren ab, die wir 1999 fingen (ich holte 2009 ein paar neue dazu), alle wesseli in Europa von der 2005 Reise, etc. Manche Arten hier stammen noch von den Reisen von Werner/Stawikowski aus den 80er Jahren.
      Ein Freund von mir hat seit über 35 Jahren Herichthys carpintis, die alle aus einem Elternpaar immer wieder rausgezogen wurden, nie frisches Blut, trotzdem keine Degenerationserscheinungen.
      Auch in der Natur leben Cichliden isoliert in natüriichen oder künstlich geschaffenen Tümpeln, etc. Wir fanden mal 1992 ein Paar octofasciata in einem Tüpel mit Jungtieren, sonst keine Cichliden, die Jungfische wandern vermutlich in der Regenzeit ab, 17 Jahre später wieder genau ein Paar im gleichen Tümpel, vermutlich die x-te Generation der Nachfahren, sahen völlig identisch aus.
      Meinen Gymnogeophagus terrapurpura Stamm, den ich vor etwa 15 Jahren von Dr. Staeck als 6 Geschwister erhielt, habe ich noch immer und vermutllich inzwischen mehrere tausend Nachzuchten über halb Europa verbreitet...
      Unterdrückung, schlechte Wasserwerte und falsches Futter sollten die Hauptursachen sein.
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • Zur Inzucht: Der Mensch ist in der Tat sehr anfällig hinsichtlich Inzucht und erklärt evtl. diese Sensibilität. Das gilt für niedere Tiere weit weniger. Im Hinblick auf Nachzuchten gilt das solange nicht, solange der Züchter verantwortungsvoll arbeitet und Exemplare mit entsprechenden Anzeichen aus der Zucht nimmt. Es gab mal Zeiten, da Stand der Begriff "Dampfzucht" für solche verantwortungslose Zuchten.

      Verblüffende Geschwisterliebe unter Fischen
    • Hallo zusammen,

      da ist doch schon einiges zusammen getragen worden.
      Nur so ganz bin ich nicht überzeugt.
      A. wenn also Wasserqualität, Druck oder falsches Futter der Grund wären, warum trifft es nicht alle, sondern nur vereinzelte Tiere ?

      Kann es nicht möglich sein, dass es sich um eine " Erkrankung " oder Gendefekt handeln, dass der entsprechende Fisch schon ab Geburt zum Beispiel ein schlechter Nahrungsverwerter ist, welcher bestimmte Substanzen zum Wachstum einfach nicht aufnehmen kann ? Oder das er ganz einfach schon im Erbgut, wie beim Menschen, die Kleinwüchsigkeit in sich trägt ?
    • Guten Morgen,

      Schwabe schrieb:

      A. wenn also Wasserqualität, Druck oder falsches Futter der Grund wären, warum trifft es nicht alle, sondern nur vereinzelte Tiere ?
      Kann es nicht möglich sein, dass es sich um eine " Erkrankung " oder Gendefekt handeln, dass der entsprechende Fisch schon ab Geburt zum Beispiel ein schlechter Nahrungsverwerter ist, welcher bestimmte Substanzen zum Wachstum einfach nicht aufnehmen kann ? Oder das er ganz einfach schon im Erbgut, wie beim Menschen, die Kleinwüchsigkeit in sich trägt ?
      man darf nicht annehmen, die Nachzuchten seien allesamt identische exakte Kopien der Elterntiere. Wir sprechen hier ja nicht von Klonen. Egal wie nah die Verwandtschaft ist, die Tiere sind Individuen, die je nach Ausprägung verschiedener Merkmale, anders auf ihre Umwelt reagieren. Da darf man sicher unterstellen, dass einige Tiere empfindlicher auf schlechte Haltungsbedingungen reagieren als andere. Vererbbare Gendefekte sind natürlich möglich, sollten dann aber innerhalb eines Stamms regelmäßig wiederkehrend zu beobachten sein.

      Das sind Grundlagen der frühen Genetik, die allesamt mehr oder minder auf den Erkenntnissen von Gregor Mendel Mitte des 19. Jhd. basieren.
      Gruß Daniel

      :bild:
    • Moin zusammen,

      der Artikel ist wirklich interessant. Allerdings hatte Markus diesen Bericht in Beitrag 8 auch schon hier eingestellt.

      Scheint so, daß Gregor Mendel nie etwas von Buntbarschen gehört hatte.
      Besten Gruß aus Oberhausen
      :top: Walther :top: :ohne: :top:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Walther ()

    • Hallo MrR,

      MrR schrieb:

      Da darf man sicher unterstellen, dass einige Tiere empfindlicher auf schlechte Haltungsbedingungen reagieren als andere. Vererbbare Gendefekte sind natürlich möglich, sollten dann aber innerhalb eines Stamms regelmäßig wiederkehrend zu beobachten sein.
      ich hake hier noch einmal einmal ein. Sind es tatsächlich " schlechte Haltungsbedingungen ", welche dies verursachen oder ist nicht einfach nur ein anderer Genbefehl....( nicht zu wachsen ). Haben wir Menschen doch auch, oder warum immer die ärztliche Frage: gibt es Menschen, welche dies schon einmal hatten. Bricht eben nicht bei allen aus, aber über Generationen hinweg, eben dann doch.
      Zudem ist die Natur dann sehr radikal, ob hier die Kleinwüchsigkeit bei anderen Pigmentfehler führen dann dazu, dass diese keine Überlebenschance haben.
      Und wenn es ein " Gendefekt " ist, hilft dann eben auch nichts.
    • Schwabe schrieb:

      A. wenn also Wasserqualität, Druck oder falsches Futter der Grund wären, warum trifft es nicht alle, sondern nur vereinzelte Tiere ?

      Wie oben schon beschrieben sind es keine Klone. Z.B. sind auch deren Nieren unterschiedlich stark. EinTier muss die schwächste Niere haben. Früher oder später kommt innerartlicher Druck dazu und schon hat dieses Tier mehrere Stressfaktoren. Es fällt in der Hierarchie mehr und mehr zurück und der Stress nimmt weiter zu. Von den besonders widerstandsfähigen stammen dann die besonders robusten Aq.-Stämme ab.

      Schwabe schrieb:

      Kann es nicht möglich sein, dass es sich um eine " Erkrankung " oder Gendefekt handeln, dass der entsprechende Fisch schon ab Geburt zum Beispiel ein schlechter Nahrungsverwerter ist, welcher bestimmte Substanzen zum Wachstum einfach nicht aufnehmen kann ? Oder das er ganz einfach schon im Erbgut, wie beim Menschen, die Kleinwüchsigkeit in sich trägt ?
      Klar, sowas braucht nicht auf Inzucht zurückzuführen sein. Es gibt mehrere mögliche Ursachen.
    • Hi,

      die Entwicklung scheint mir auch stark von der Herkunft der Tiere abhängig zu sein. Die Jungfische bei meinem großen Südamerikaaquarium haben sich z.B. bei gleichen Voraussetzungen entgegen "üblicher Größenstaffelung" entwickelt. H.temporalis sind am kleinsten. Astronotus und Rivulatus sind merklich größer, fast gleich. Da die Rivulaten jedoch an sich die kleinsten Fische sein müssten, hängt der Wuchs wohl auch stark von der Herkunft und den Erbanlagen der Fische ab.
      Kann bei ungünstiger Vergesellschaftung im Aquarium eine Verbuttung auftreten ?
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Hallo,


      luzz schrieb:

      Kann bei ungünstiger Vergesellschaftung im Aquarium eine Verbuttung auftreten ?
      In dem Bericht wird doch z.B. erwähnt, daß 'Verbuttung' häufig mit dem Nahrungsangebot im Jungfisch-Stadium zusammenhängt und offenbar nur dirt vorkommt, wo der Mensch irgendwie regulierend eingreift - also klassisch wie bei vielen Aquarianern, oder?
      Besten Gruß aus Oberhausen
      :top: Walther :top: :ohne: :top:
    • Hi,

      Verbuttung soll, laut verlinktem Artikel reversibel sein.
      Wer die Möglichkeit hat, kann ja mal ein paar "Mickerlinge" im neuen Aquarium separieren. Diese müssten dann ja im Wuchs aufholen.
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Bei Lebendgebährenden können die Weibchen begattet werden, bevor sie selbst geschlechtreif sind. Das verschafft den frühreifen Männchen einen Vorsprung. So kann sich in einer Dampfzucht Kleinwüchsigkeit über wenige Generationen durchsetzen.

      Bei anderen Arten (Lamprologini) sind in einem Wurf die Kleinsten die sichersten Weibchen.

      Auch sind ungeduldige Züchter, die eben die Tiere zu Zuchttieren machen, die sich als erste mit ihrem Geschlecht outen, ein Quell für Kleinwüchsigkeit.

      Ich hatte mal einen Schwertträgerstamm. Über 3 Generationen waren meine Männchen von geschätzten sechs Zentimeter auf neun ohne Schwert angewachsen. Ich denke, es ist schon reversibel, aber nicht über das einzelne Individuum, sondern über Generationen.
    • Hallo zusammen,

      sicherlich wird es teilweise auch am Erbgut liegen, dass manche Fische nicht ihre zu erwartende Größe erreichen. Hauptursache sehe ich aber (wie bereits schon geschrieben) an den Aufzuchtbedingungen der Tiere. Ungünstige Wasserwerte durch zu hohe Wasserbelastung (NO³, zu wenig O² u.a.) und falsche Fütterung sind negative Faktoren. Gerade Jungfische benötigen für die Atmung einen nicht geringen Anteil ihrer Energie. Und das gerade "Vorwüchser" immer davon profitieren kann man sehr gut bei der Fütterung beobachten. Wenn nicht genügend Futter zur Verfügung steht, wird der Unterschied zu den "Unterdrückten" stetig größer. Wenn diese Zwerge dann später Nachwuchs haben sollten, wird dieser bei optimalen Bedingungen auch wieder die normale Größe erreichen. Wenn vereinzelte Fische, trotz bester Aufzucht hinter ihren Geschwistern zurück bleiben, haben diese eben irgendeinen gesundheitlichen Schaden und sollten bestenfalls verfüttert werden. Und , wie bereits Peter schon schrieb, sollte Inzucht bei Fischen nicht die Ursache von Kleinwüchsigkeit darstellen. Ein Bekannter z. B. züchtet seit über 25 Jahren riesige X. helleri Rio Atayac, basierend auf seinen "Urstamm".

      Beste Grüße von Mathias