Längere Einlaufzeit - Bakterien Ja oder nein

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    • Längere Einlaufzeit - Bakterien Ja oder nein

      Hallo zusammen,

      ich habe mein Rio 300 nach längerer Standzeit neu aufgebaut und als Malawibecken eingerichtet. Den Innenfilter habe ich bereits vor Jahren herausgenommen, weil er mir nicht gefallen hat und durch einen CrystalProfi M901 ersetzt. Der Filter wurde nach Reinigung ebenso wie das Becken stillgelegt für ein paar Jahre.

      Mittlerweile hängt noch ein zweiter neuer e901 Außenfilter dran und das Becken läuft seit 2.4. ein, der Besatz an Mbunaas ist für die Woche zw. 8. und 12. Mai geplant.

      Meine Frage: Lohnt es sich, die Filter mit Bakterien anzuimpfen, oder reicht die Einlaufzeit von fast 6 Wochen? Ich denke, wenn animpfen, dann wahrscheinlich eher jetzt, als kurz vor Besatz...

      WW werde ich natürlich von Zeit zu Zeit messen (GH, KH, PH, NO2, NH3).
      Schöne Grüße, Stefan

      :mala:
    • Hallo Stefan,

      dazu hat auch wieder jeder seine eigene Meinung. Ich selbst halte nichts von langen Einlaufzeiten, denn ohne Schadstoffeintrag keine Bakterien. Was sich über mehrere Wochen in einem unbesetzten Becken an Bakterien bildet, reicht lange nicht aus, um die Schadstoffbelastung bei vollem Besatz abzubauen. Die Schadstoffe sind Lebensgrundlage für die Bakterien, gibt es Stoffe die abgebaut werden können, bilden sich die entsprechenden Bakterien. Keine Stoffe, keine Bakterien.

      Was ich für empfehlenswert halte ist das Frischwasser im Becken einige Tage abstehen zu lassen. Dann etwas Mulm aus einem bestehenden aktiven Filter in das neue Becken oder den neuen Filter einbringen (alternativ Starterbakterien) und dann wenig später mit dem Besatz beginnen. Hier wichtig, mit wenigen Fischen beginnen und langsam (z.B. Wochenweise) weitere einsetzen.

      Während dieser "besetzten Einlaufphase" macht es durchaus Sinn häufiger Wasserwechsel zu machen, als man das in eingefahrenem Betrieb täte und nur sparsam zu füttern. Dann steigt die Schadstoffbelastung langsamer an, und die Bakterienkulturen können mit der steigenden Belastung wachsen. Der berühmte Nititpeak entsteht, weil die Nitritbelastung deutlich schneller steigt als die denitrifizierenden Bakterienkulturen entstehen. Das gilt es zu vermeiden ;)
      Gruß Daniel

      :bild:
    • Wenn man das AQ ohne Besatz schon sparsam füttert, werden sich auch Bakterien bilden. Animpfen mit Filterschlamm aus einem anderen Becken klappt prima, dann kann man teilweise auch direkt besetzen.
      Bei den gekauften Filterstartern gibt es recht unterschiedliche Produkte.
      Es gibt welche mit lebenden Bakterien, die gekühlt einige Wochen lagerfähig sind. Diese Produkte sind recht teuer und man sieht ihnen nicht an, ob sie noch funktionieren.
      Dann gibt es noch die Filterstarter die ohne Kühlung auskommen und meist nur wenige Tropfen Inhalt haben. Mit Glück sind diese Produkte wirkungslos. Nutzen haben sie alle keinen und manche sind sogar eher schädlich.
      Gruss
      Jan

      Twitter is eine typische Erscheinung der Generation ADS & SMS. Für einen Brief zu faul, für einen kompletten Satz zu dumm und für korrekte Grammatik zu cool.
    • Hallo,


      jan.s schrieb:

      Wenn man das AQ ohne Besatz schon sparsam füttert, werden sich auch Bakterien bilden. Animpfen mit Filterschlamm aus einem anderen Becken klappt prima, dann kann man teilweise auch direkt besetzen.
      Genau. Nach meiner Erfahrung die allerbeste Vorgehensweise, klappt bei mir immer.
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • Severum02 schrieb:

      Hallo,


      jan.s schrieb:

      Wenn man das AQ ohne Besatz schon sparsam füttert, werden sich auch Bakterien bilden. Animpfen mit Filterschlamm aus einem anderen Becken klappt prima, dann kann man teilweise auch direkt besetzen.
      Genau. Nach meiner Erfahrung die allerbeste Vorgehensweise, klappt bei mir immer.
      Prima, so mach ich das jetzt schon. Ich habe nur das Problem, dass ich in der ersten Mai-Woche Urlaub habe und vorher keine Fische einsetzen möchte. Daher dauert es halt noch etwas...

      Wenn ich Filterschlamm bekomme, wie transportiere ich den am besten, damit er nicht "austrocknet? Eine halbe Stunde sollte er schon halten... Filterschlamm heißt, einfach einen laufenden Filter ausdrücken und das dann ins Beckenwasser, oder?
      Schöne Grüße, Stefan

      :mala:
    • devito666 schrieb:

      Eine halbe Stunde sollte er schon halten.
      am besten ein offenes gefäss,zb eine camping box (um bier kühl zu halten) o.ä. verwenden, dann sollte auch während stunden nichts "austrocknen oder absterben". das gefäss mit ein paar liter wasser füllen, den filterschwamm darin ausdrücken und dann die sauce in dein aquarium kippen. so würde ich es machen... :)

      es geistern teilweise auch ideen rum dass z.b. schlamm von einem tümpel o.ä. verwendet werden kann, würde ich aber eher nicht machen um mir nicht irgendeine pest einzuschleppen.
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    • Das mit dem Filterschlamm mache ich auch so - seit vielen Jahren - völlig problemlos. Klappt sogar bei Meerwasser - dann mit dem Bodenschlamm. Ganz wichtig: Möglichst viel Schlamm nehmen!

      Ich kippe den Schlamm aber zusammen mit den Fischen ins Becken. Ich denke, die Filterbakterien brauchen Futter. Ohne die Ausscheidungen der Fische....ich weiß nicht, wie schnell die verhungern oder ob die auch ein paar Tage oder Wochen fasten können....

      Die Bakterien mit Fischfutter zu füttern dürfte eigentlich nicht funktionieren. Da müssten sich höchstens zuerst andere Bakterien bilden, die die Futterbestandteile zu Ammonium umbauen. Nitrobakter können, soweit ich weiss, keine Proteine verarbeiten.

      Mit Tümpelschlamm schleppt man sich prima Schnecken ein!

      Die Fertigpräparate hatte ich vor vielen Jahren mal getestet. Konnte keine Wirkung feststellen - trotz mehrfacher Überdosierung und frischer Ware.
    • Hallo,

      von Tümpelschlamm würde ich unbedingt abraten - neben alllen möglichen Krankheitserregern die man sich einschleppen kann, schleppt man sich meistens auch noch irgendwelche Schnecken oder andere Kleinstlebewesen mit ein.

      zur Einfahrung eines neuen Aquariums verfahre ich immer nach gleichem Muster - ich drücke einen Filterschwamm direkt im neuen Aquarium aus. Zusätzlich dazu setze ich einen benutzten Filterschwamm aus einem eingefahrenem Aquarium in den Filter des neuen Aquariums. Das bringt in meinen Augen am meisten - da die Bakterien somit direkt mit dem Substrat das sie benötigen eingesetzt werden.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Gilles
      :mitt: :wels:
    • Ich messe jetzt von Zeit zu Zeit mal bestimmte WW (PH, GH, KH, NO2, NH3). Das Becken läuft seit 2.4. Einen Nitritpeak habe ich noch nicht feststellen können...

      PH liegt bei 7,5, GH bei 20, KH bei 15 NO2 und NH3 bei 0.

      Ist da alles im Lot?
      Schöne Grüße, Stefan

      :mala:
    • devito666 schrieb:

      PH liegt bei 7,5
      ich habe keine ahnung von malawis, habe aber bei meinen SA/MA becken festgestellt dass der PH wert mit der zeit (mehrere monate) tendenziell sinkt. d.h. wenn du den rat von jan s befolgst und mit einer pumpe gute wellenbewegungen erzeugst wird der ph wert auch konstant im malawi tauglichen (>7) bereich liegen.

      an deiner stelle würde ich mal ein paar guppys oder sonstige kleine fischchen einsetzen damit "ein wenig biologie ins becken kommt"... habe mein 800liter nach einer woche einfahren/animpfen mit einer gruppe platys besetzt und glaube damit nichts verkehrtes gemacht zu haben (8!)
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    • Guten morgen

      Man kann den Filter auch künstlich mit einer Ammonium Lösung die den Fischbestand simuliert einfahren.

      Das dauert zwar ein paar Wochen aber es funktioniert und ist je nach der Menge an Fisch die man einsetzt sicherer als mit einem sauberen Filter anzufangen.
    • Liest sich gut, danke! :D

      Es nimmt mir ein wenig die Angst... Allerdings wird das bei mir mit den Malawisse-Cichliden eher schlecht von wegen Fische nach und nach einsetzen, Die kommen alle auf einmal rein.

      Aber ich hoffe und bin eigentlich sicher, dass wenn ich die ersten 14 Tage in kurzen Abständen von 3-4 Tagen einen TWW von 40-50% mache, dass sich die Fische gut einleben und die neue Umgebung auch "überleben"!
      Schöne Grüße, Stefan

      :mala:
    • Cichliden_Chris schrieb:

      Hallo Stefan,

      würde empfehlen, die erste Zeit eher knapp zu füttern. Und einen Teil der Ausscheidungen - sofern greifbar - beim Wasserwechsel mit absaugen. So hält man die Belastung die erste Zeit über in Grenzen.

      Viele Grüße
      Chris
      Danke, werde ich auch genauso machen! Ich hatte eh schon auf dem Schrim nur sparsam zu füttern, weil ich das auch so irgendwo gelesen habe und mir das auch logisch erschien. Das mit dem A-A :D werde ich auch machen, habe noch einen Mulmsauger...
      Schöne Grüße, Stefan

      :mala:
    • Den Nitritpeak-Link von Artur Hermann möchte ich nicht unwidersprochen stehen lassen. Es gibt diesen Nitritpeak ziemlich häufig (nicht immer) und sein Bericht gibt nur seine eigenen Erfahrungen wieder. Ich habe andere Erfahrungen gemacht - unter anderem auch die, dass ein einfacher Wasserwechsel von 50 oder 75% nur kurzfristige Linderung gebracht hat. Ich hatte mehrmals Becken, bei denen ich über mehrere Tage mindestens 1x täglich 90% wechseln musste, um den NO2-Wert unter 0,2 mg/l zu halten - und ich hatte frische und hochwertige Testreagenzien zur Verfügung.

      Alle Fische auf einmal einsetzen hat durchaus Vorteile. Habe ich auch schon gemacht - dann aber halt mit Belebtschlamm oder in einem Becken, in dem schon mindestens 3 Wochen lang irgendwelche Testfische schwammen. Auch ohne Einlaufspase und ohne Belebtschlamm die Fische einsetzen klappt. Sollten dann nur so wenige sein, dass sie es mengenmäßig nicht schaffen, relevente Nitritmengen zu produzieren.

      In den ersten Tagen und Wochen regelmäßige Wasserwechsel von 40-50% sind prima (später übrigens auch). Einen Nitritpeak kann es aber trotzdem geben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit etwas geringer ist.
    • Danke Dirk1, ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Wie gesagt, das Becken läuft seit 2. April, am 5. Mai plane ich die BuBas einzusetzen. Ich fütter das Wasser derzeit regelmäßig und mache einmal wöchentlich einen TWW von rund 30-40 %. Außerdem habe ich Starterbakterien (auch wenn die Meinungen hier auseinander gehen).

      Ich hoffe, alles wird gut... ;)
      Schöne Grüße, Stefan

      :mala:
    • Moin, moin,

      solche "Testfische" sind wohl eher welche, die Aquarianer mit mehreren Becken zeitweise umziehen lassen. D.h. die gehen später wieder in ihr ursprüngliches Becken. Ansosnten gehen auch Zwerggarnelen, die würden deine Malawis anschließend einfach verspeisen ;)

      Die Fische freuen sich, die Garnelen eher weniger :D
      Gruß Daniel

      :bild: