Anteil an Fischnebenerzeugnissen für limnivore ?

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    • Anteil an Fischnebenerzeugnissen für limnivore ?

      Servus!
      Darf man Mbunas/limnivoren futter geben wo nur ein Anteil an Fisch und Fischnebenerzeugnissen enthalten sind? Z.B. J*L Malawi. Laut Angabe ist dieses Futter für algenfressende Buntbarsche, jedeoch ist ein Anteil an Fisch enthalten. Verwirrt mich etwas.
      Wie sieht es umgekehrt aus, kann man Fleischfresser mit pflanzlichem Futter ernähren?
      Lg Deniz
    • Hallo Deniz,

      die Ernährung von Carnivoren bzw Herbivoren mit dem jeweils entgegensätzlichen Futter ist immer problematisch. Die Darmstruktur von Herbivoren ist an die Verdauung pflanzlicher Nahrung angepasst, sie ist meines Wissens deutlich länger und benötigt auch mehr Zeit um die pflanzliche Nahrung ausreichend verdauen zu können. Die kurzen Darmtrakte von Carnivoren sind nicht in der Lage aus pflanlicher Nahrung ausreichend Nährstoffe zu gewinnen. Mit der falschen Nahrung kommen die Därme i.d.R. nicht sonderlich gut zurecht. Ein geringer Anteil tierischer Nahrung, bei ansosnten pflanzlicher Kost, sollte aber auch für Herbivore kein Problem sein.
      Gruß Daniel

      :bild:
    • HAllo,
      in vielen hergestellten TF sind tierische Nebenerzeugnisse oder Fischnebenerzeugnisse enthalten. Das ist zwar alles der letzte Müll aber nicht mehr bei industrieller Herstellung weg zu denken.

      Natürlich fressen Pflanzenfresser auch Fisch, Schnecken usw. Genau wie Karnivore auch pflanzliches fressen. Allerdings sollte stets die jeweilige Haupternährung auch den Hauptanteil des Futters ausmachen.
    • Hallo Deniz,

      ich bin mir nicht sicher, wie es bei Fischen ist, aber bei fleischfressenden Säugetieren ist das Problem mit der Verdauung von Pflanzen, dass die entsprechenden Verdauungs-Enzyme fehlen, um die pflanzlichen Zellwände aufzuknacken.

      Ich weiß, dass man z.B. Hunde und Löwen mit Pflanzen ernähren kann, wenn man die Zellwände vorher zerstört hat. Das geht durch die Zugabe von entsprechenden Enzymen, durch pürrieren oder durch kochen.

      Ich denke, anders herum wird es ähnlich sein.

      Hinzu kommt, dass viele pflanzenfressende Fische sich im Larven-/Jungfisch-Stadium durchaus größtenteils fleischlich ernähren und erst mit dem erwachsen werden auf pflanzlich umstellen. Außerdem fressen die Pflanzenfresser natürlich auch einen nicht unerheblichen Anteil kleiner Tiere mit, die sich auf den Blättern aufhalten. Es gibt Untersuchungen, bei denen herausgekommen ist, dass z.B. grasende Milchkühe anteilig bis zu 5% Insekten, Schnecken, Würmer und Spinnen mitfressen.

      Auf jeden Fall wird das Trockenfutter sehr stark erhitzt und mit diversen Zusatzstoffen versehen. Man sollte das nicht 1:1 mit "echten" Pflanzen oder "echtem" Fleisch gleichsetzen.

      Am besten wäre es für deine Tiere, wenn du sie mit nicht industriell verarbeitetem Futter ernährst - dann natürlich wirklich größtenteils pflanzlich.

      Gruß,
      Dirk
    • Es ist im Grunde sehr einfach.
      Durch den kurzen Verdauungstrackt können Fleischfresser kein Pflanzenmaterial verdauen. Dieses Pflanzenmaterial kann dort direkt als Ballaststoffe bezeichnet werden und geht so durch den Fisch durch. Wenn man Fleischfresser mit zu viel Pflanzenkost füttert, werden sie auf Dauer abmagern, da sie obwohl sie immer so viel fressen wie rein passt, nicht genug Energie aus der Nahrung ziehen können.
      Pflanzenfresser sind auf energiearme pflanzliche Nahrung spezialisiert. Wenn sie zu viel tierische Kost bekommen, nehmen sie auch zu viel Energie auf und werden mit der Zeit fett.

      Das war jetzt Schwarz-weiß-malerei. In der Praxis sind nur sehr wenige Tiere so hochspezialisiert. Darum funktioniert unser Industriefutter auch. Es enthält genug Energie, dass auch die Räuber nicht verhungern, zumal das Futter ja nicht knapp ist.
      Bei den Pflanzenfressern muss man eben ein wenig mit der Menge aufpassen und schon werden die Tiere auch nicht mehr zu fett
      Gruss
      Jan

      Twitter is eine typische Erscheinung der Generation ADS & SMS. Für einen Brief zu faul, für einen kompletten Satz zu dumm und für korrekte Grammatik zu cool.
    • :top: :top: :top: :wink:

      In der Natur, in Biotopen, wo sogenannte "spezialisierte Fischfresser" (wie z.B. Petenia splendida oder Parachromis dovii) neben sogenannten "Pflanzenfressern" (z.B. Vieja-Arten) und sogenannten "Detritusfressern" (z.B. Thorichthys oder Cribroheros-Arten) gemeinsam leben, picken alle Jungfische vom gleichen Substrat oder Bodengrund, bis zu etwa 10 cm Länge. Erst danach stellen sich unterschiedliche Freßgewohnheiten ein.
      Hier mal drei verschiedene Cichlidenarten im Rio Sibun, Belize 2012.
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      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









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      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles