Pflanzen, Dünger, Algen, allgemeine Probleme

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    • Pflanzen, Dünger, Algen, allgemeine Probleme

      Hallo zusammen,

      da ich die ganze Sache nicht so leicht eingrenzen kann erstelle ich das Thema in der "Pflanzenecke". Seit etwa 4 Jahren pflege ich
      ein 200l Aquarium mit mittlerweile einem Feuermaul (es waren schon mehrere, auch mit Nachwuchs) und einem Schwarm
      Kongosalmler. Die Fische wirklich groß für das Becken, weshalb ich vor etwa 2 Monaten alle hohen Pflanzen wie "Valisnerien",
      eine große "echinodorus" und den "Wasserfreund" raus genommen habe und das Becken neu eingerichtet habe.

      Leider haben sich jetzt wieder die Blaualgen stark ausgebreitet. Vor etwa 1 1/2 Jahren hatte ich schon mal Probleme damit, konnte
      diese aber mit dem Wasserfreund und einem CO2-Dünger stark eingrenzen. Ich vermute, dass die Algen durch die Neubepflanzung
      wieder viel Nähstoffe haben und sich so stark vermehren. Jetzt habe ich wieder mehr Pflanzen drinne, heute noch "ceratopteris cornuta"
      dazu gekauft.

      Jetzt frage ich mich, wie es wohl mit dem Düngen ist: werden sich die Algen immer mehr ausbreiten? Haben die Pflanzen nicht genug
      Nährstoffe um richtig zu wachsen und das Gleichgewicht wieder her zu stellen? Wie gehe ich vor?

      Den Fischen scheint es zur Zeit ganz gut zu gehen, die sind sehr schwimmfreudig und auch schön gefärbt...

      Grüße aus Buchenau/Marburg

      Tobias
    • tobias82 schrieb:

      weshalb ich vor etwa 2 Monaten alle hohen Pflanzen wie "Valisnerien",
      eine große "echinodorus" und den "Wasserfreund" raus genommen habe
      Dadurch werden die Fische nicht kleiner und das Becken nicht größer.

      Du hast das vorhandene Gleichgewicht im Becken massiv gestört in dem du die großen Pflanzen entfernt hast. Folglich bleiben nun die Nährstoffe für die Algen.

      Gerade der Wasserfreund zieht sehr wirkungsvoll Nährstoffe aus dem Wasser und bindet diese. Valisnerien und Echinodorus nehmen viele Nährstoffe aus dem Boden auf und fallen da nun weniger ins Gewicht

      Der Hornfarn wird die Sache vermutlich auf Dauer wieder entschärfen, aber vermutlich wäre Wasserfreund die bessere Wahl gewesen.

      Als erste Maßnahme würde ich die Fütterungen mal deutlich reduzieren und mehr Wasserwechsel machen
      Gruss
      Jan

      Twitter is eine typische Erscheinung der Generation ADS & SMS. Für einen Brief zu faul, für einen kompletten Satz zu dumm und für korrekte Grammatik zu cool.
    • Hallo Tobias,

      bei mir hat Femanga Algen Stop Spezial immer zuverlässig geholfen.

      Wenn du aber ein Ungleichgewicht im Becken hast, werden wahrscheinlich andere Algen wachsen, wenn die Blaualgen weg sind.

      Das mit dem Dünger kann man nachmessen. Gegen Abend sollte der Eisengehalt des Düngers, den du morgens ins Becken gegeben hast, nahezu aufgebraucht sein.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo zusammen,

      Danke für die Antworten! Eine Strömungspumpe habe ich mal installiert, die wirbelt das Becken ganz
      schön auf, den Fischen scheint das zu gefallen.

      Insgesamt ist die Besetzung nicht so glücklich, wegen den meeki kann ich auch keine Panzerwelse einsetzen,
      die hatte ich schon mal drin, aber schon nach kurzer Zeit haben die doch deutliche Spuren/Schäden an den
      Flossen gehabt und ohne Welse fehlt doch etwas, teilweise sammelt sich viel Mulm/Kot an den Pflanzen.

      Den Wasserfreund habe ich auch wieder drin, der hat nur sehr lange gebraucht, bis er angewachsen ist, insgesamt
      habe ich so langsam das Gefühl, dass der Stoffwechsel wieder an fängt.

      Was haltet ihr von 4 Rüsselbarben als Vorbeugung gegen die Algen, die "ancistrus" sind doch ziemlich faul geworden?

      Grüße

      Tobias
    • Hai,

      Rüsselbarben "funktioniern" etwa 1 Jahr lang. Dann werden die auch "faul".

      Für die Pflanzen sind Amano-Garnelen gut - für die Scheiben die Stahlhelmschnecken Neritina pulligera.

      Die Garnelen könnten allerdings als Fischfutter enden.

      Gruß,
      Dirk
    • ...ja irgendwie sind das immer so Übergangslösungen wenn man Fische aus einem bestimmten
      Zweck dazu setzt. Ich werde mal probieren mit Pflanzen wieder einen stabileren Kreislauf hin
      zu bekommen.

      Es gibt tatsächlich Pflanzen, die auf unterschiedliche Art Nährstoffe auf nehmen und binden?
    • Moinsen,

      yup, das läuft entweder über die Wurzel, oder über die Blätter des Grünzeugs ab. Frag' mich aber nicht welche Pflanze das wie macht. Ich weiß nur das zb. Muschelblumen, Froschbiss, und wahrscheinlich auch noch andere Schwimmpflanzen über die Wurzeln Nitrate, und andere Stoffe "raussaugen" und verstoffwechseln. Achja, und Efeutute soll das wohl auch ganz gut machen, wobei die dann wieder außerhalb des AQs wächst und nur mit den Wurzeln im AQ-Wasser "steht".
      Gruss, Volkmar
      Alles für's Aquarium !!! Alles für den Fisch !!!
      Möge das Wasser mit Dir sein !!!
      :allgemein:
    • ...der Hornfarn soll wohl als normale Pflanze wachsen, mit Wurzeln im Kies, aber auch als Schwimmpflanze Wurzeln
      ausbilden. Die dürfte ja auch ganz gut Nährstoffe auf nehmen. Obwohl ich seit 4 Jahren mit diesem Becken auch
      immer Pflanzen drin hatte, fängt es jetzt erst an etwas ernster zu werden. Mit den Valisnerien bin ich immer gut gefahren,
      da gabs auch keine Probleme und sehr starken wuchs. Dann wollte ich was neues ausprobieren, da mir immer die
      ganze Wasseroberfläche zu gewachsen war...

      Der Wasserfreund schießt gerade ganz gut, gibt es ein Thema oder eine Seite, wie man den so beschneidet, dass er schön
      austreibt, bzw. wie man zu große Pflanzen verjüngt?

      Vor gut 1 1/2 Jahren hab´ ich mit dem Wasserfreund eine ALgenplage ganz gut in den Griff bekommen...
    • Hallo Tobias,

      wenn du Stängelpflanzen immer schön haben willst, musst du sie aus dem Boden nehmen, die oberen 2/3 abtrennen und diesen Teil wieder einpflanzen, den Rest mit den Wurzeln in den Müll. Denn wenn du sie immer nur oben kürzt, verzweigen sie und verbuschen, das sieht bald nicht mehr sehr schön aus.
      Ach, noch was zum Stickstoffabbau durch Pflanzen im Aquarium. Guido Hückstedt hat in seinem Buch "Aquarienchemie" gut belegt, warum das eigentlich nicht funktioniert. Denn wenn du im Monat 100gr Trockensubstanz in das Aquarium einbringst, solltest du die adequate Menge wieder entnehmen. Und wenn wir ferner annehmen, dass Wasserpflanzen zu 95% aus Wasser bestehen, müsstest du monatlich 9,5kg Pflanzenmaterial ernten. Das wäre eine beachtliche Menge (ca 20 Salatköpfe). :D :D
      Noch eine Ergänzung: um Nährstoffe aus dem Wasser zu bringen hilft nur Wasserwechsel, Wasserwechsel und Wasserwechsel. Und gegen große Probleme hilft viel Wasserwechsel (2/3 ).
      Gruß Jakob

      Der Klügere gibt nach, nicht auf!
    • Hallo Tobias,

      das mit der Nährstoffaufnahme ist etwas komplexer. Die verschiedenen Nährstoffe werden unterschiedlich aufgenommen.

      Der Hauptnährstoff Kohlenstoff wird nahezu ausschließlich über die Blätter aufgenommen. Im Idealfall in Form von gelöstem CO2, falls so nicht vorhanden in Form von Hydrogenkarbonat, bei dessen Aufspaltung dann die berühmte Kalkkruste auf den Blättern zurückbleibt.

      In der Regel geht es aber um die Spurenelemente, hauptsächlich Eisen und Mangan. Grob verallgemeinert kann man sagen, dass die eigentlichen Landpflanzen, die im Boden verwurzelt wachsen und auch unter Wasser gepflegt werden können (z.B. Amazonas-Schwertpflanzen, Cryptocorynen) ihre Spurenelemente über die Wurzeln aus dem Bodengrund aufnehmen und die echten Unterwasserpflanzen (Vallisnerien, Sagittarien, die meisten Stängelpflanzen) das über die Blätter tun.

      Bei den Aufsitzerpflanzen (Anubias, Javafarn) stellt sich die Fragen nicht - ebenso wie bei den Moosen. Die haben in der Regel ja gar keine Verbindung zum Bodengrund.

      Nitratentfernung über Pflanzen funktioniert tatsächlich nicht. Neben Wasserwechsel kommen da noch Ionenaustauscher oder Substanzen in Frage, die Nitrat an sich binden und dann entsorgt werden. Auch in Systemen mit Fußbodenheizung über Kabel kann biologisch Nitrat abgebaut werden. Meiner Ansicht nach wird die Nitratproblematik aber oft überbewertet.

      In Verbindung mit Algenproblemen scheint mir Phosphat problematischer zu sein als Nitrat. Das hängt aber ebenso mit dem Futter zusammen. Dessen Entfernung über stark wachsende und regelmäßig abzuerntende Pflanzen scheint zu funktionieren. Auch hier gibt es aber notfalls Substanzen, die Phosphat an sich binden.

      Mit hochwertigem Futter und viel Wasserwechsel machst du bestimmt nichts falsch. Im frischen Wasser sind auch wieder frische Spurenelemente. Bei mir z.B. sehen die Pflanzen viel besser aus seitdem ich mit Dauerdurchlauf arbeite.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo Dirk,

      Dirk schrieb:

      Mit hochwertigem Futter und viel Wasserwechsel machst du bestimmt nichts
      falsch. Im frischen Wasser sind auch wieder frische Spurenelemente. Bei
      mir z.B. sehen die Pflanzen viel besser aus seitdem ich mit
      Dauerdurchlauf arbeite.
      Genau das erreicht man eben mit Wasserwechsel und Durchlauf wäre natürlich optimal. Zum einen werden Schadstoffe kontinuierlich entfernt und zum anderen liegen Spurenelemente immer in ausreichender Menge vor. Zudem hält man dabei auch noch die Bakteriendichte klein.
      Wem das nicht möglich ist, eben Wasserwechsel und das wöchentlich, bei stark belasteten Becken schon mal öfter.
      Gruß Jakob

      Der Klügere gibt nach, nicht auf!
    • Hallo Jakob,

      ich habe das Gefühl, dass das Blaualgenproblem in vielen Regionen zugenommen hat und schiebe es auf die örtlichen Wasserwerke. Ich habe mal gehört, dass auf Grund gesetzlicher Vorgaben die Methoden und Chemikalien zur Wasseraufbereitung in den Klärwerken geändert wurden. Da der Blaualgenbefall bei mir stets aus dem Nix kam (hatte nichts geändert, neu besetzt, etc) denke ich, dass der Eintrag über die Leitung durch bestimmte chemische Substanzen erfolgt. :evil:
      Komischer Weise ist mein kleines 60-liter-Becken mit einem Hamburger Mattenfilter immer stabil. Muss an den guten Bakterien liegen? :thumbsup:
      Wenn ich ab und zu merke, da geht wieder etwas los, nehme ich das biologische Blaualgenmittel von Easy-Life. Damit habe ich selbst bei starkem Befall gute Erfahrungen gemacht. Jetzt nutze ich es als Vorbeugung.
      Ich hatte vor vielen Jahren auch mal die Dunkelkur meinen Fischen angetan. Hat geholfen, ist aber für die Fische ne harte Zeit.
      Natürlich sollte man die Wasserwerte einfach mal überprüfen bzw. im Aquaristikladen überprüfen lassen. Bei mir konnte ich mit den üblichen Tests nie eine Belastung feststellen?

      Ist echt nervig und kann einen die Lust an der Aquaristik verderben...

      Liebe Grüße
      Kieso
      :west: + :sued:
    • Hallo Kieso,

      überprüfe mal deine Wasserwerte auf Phosphat, vielleicht liegt hier die Ursache für deine Probleme. Zum Schutz der Leitungen wird das oft beigemischt. Kann mir zwar nicht vorstellen, dass diese Beimischung zum Trinkwasser so unbedenklich ist, denn vor allen Dingen beklagen sich immer öfter Halter und Züchter von empfindlichen Regenbogenfischen über ausbleibende Nachzuchterfolge.
      Gruß Jakob

      Der Klügere gibt nach, nicht auf!
    • Hallo zusammen,

      Danke für die Antworten, da merkt man schnell, dass noch vieles an Zusammenhängen und Mechanismen
      verborgen sind.

      Die letzte Zeit habe ich dann tatsächlich öfter Wasser gewechselt, die Blaualgen ab gesaugt und auch mal
      den Mulm aus dem Filter entfernt. Der lief noch ganz gut, aber es ist doch immer viel "Bodensatz", der ja
      auch mal entfernt werden muss. Nach dem heutigen Wasserwechsel wollte ich meine große Wurzel mal
      reinigen und habe sie dann aus dem Aquarium gehoben. Die hat schon leicht übel gerochen, also nach
      Verfallsprozessen, Moder. Es gibt doch viele Stellen, an denen das Holz sehr weich ist und sich dort das
      Material zersetzt. Die ist jetzt erst mal draußen und ich hoffe, dass Wasser so schneller wieder stabil zu
      kriegen.

      Mal eine Frage zum Hornfarn: der ist jetzt 2 Wochen drin und die Blätter werden so langsam gelb, nicht mehr
      so satt grün wie nach dem Kauf. Kennt jemand das Phänomen?

      Auch die oberste Schicht Kies habe ich mit den Algen ab gesaugt und auch ausgekocht wieder ein gefügt.

      Mit dem "blue Exit" versuche ich einmal in einem kleineren Aq. mit Blaualgen einen ersten Versuch, ich
      befürchte ein bisschen, dass das Mittel auch die gesunden Bakterien abtötet, oder ist das Mittel so
      selektiv, dass es nur auf diese eine Bakterienart wirkt?

      Ich berichte mal weiterhin...

      Grüße

      Tobias
    • Hallo,

      wenn Pflanzen blass werden ist oft ein Eisenmangel die Ursache. Einfach mal nachmessen (lassen) und gegebenenfalls morgens mit einem Flüssigdünger abhelfen. Die 24-Stunden-Präparate sind effektiver als diejenigen, bei denen man auf Vorrat düngt.

      Beim Kies Auskochen tötest du natürlich alles ab - auch die gewünschten Mikroben. Einen Sinn hat das eigentlich nicht.

      Gruß,
      Dirk
    • Was soll das bringen?

      Ordentlich auswaschen entfernt die meisten Algen. Was drin bleibt, ist Dünger für die nächste Generation Algen. Abkochen tötet evtl. die Algen ab, aber die toten Algen sind der ideale Nährboden für neue Algen.

      Ein halber Zentner Quarzsand kostet € 3,80. Wenn ich mir schon die Mühe mache und das Zeug aus dem Becken hole, dann kommt danach frischer Sand rein
      Gruss
      Jan

      Twitter is eine typische Erscheinung der Generation ADS & SMS. Für einen Brief zu faul, für einen kompletten Satz zu dumm und für korrekte Grammatik zu cool.