Thorichthys pasionis

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    • Thorichthys pasionis

      Hallo,

      Ich möchte euch meine Thorichthys pasionis vorstellen.
      Sie sind mittlerweile ~6 Wochen bei mir und sind in einem 120x50 untergebracht.
      Vergesellschaftet sind sie mit 3x l200 hifin.

      Anfänglich hatte ich 1M/1W, hatte allerdings Probleme mit ziemlich starken Aggressionen seitens des M.
      Es hat ~10-11cm das ursprüngliche W ~6cm.

      Ich habe dann ein etwas größeres, deutlich fülligeres W ~7-8cm dazu gesetzt und seither ist es deutlich ruhiger im Becken.
      Das M hat das neue W akzeptiert und sie sind ein Herz und eine Seele.

      Es wird fleißig gebalzt, gegraben und geputzt, aber gelaicht wurde nochnicht.

      Das neue W:



      Das Pärchen in der "Stammmulde":







      Man muss sagen die Pasionis sind aufjedenfall fleißige Buddler. Es buddelt zwar ausschließlich das M, aber die Menge an Substrat die er bewegt ist beachtlich. Auch in hinblick auf Stein-/Wurzelaufbauten sollte man definitiv darauf achten das sie nicht untergraben werden können bzw dabei nicht umkippen. Die "Stammmulde" ist mittlerweile so ein tiefer Krater das sie beide soweit darin verschwinden können, das ich sie nichtmehr sehe wenn ich waagrecht aufs Becken schaue.

      Das M am buddeln:



      Er hat vor 3-4 Tagen noch ne zweite, kleinere, Mulde gegraben. Was mir auffällt ist das beide Mulden an einem Überstand gegraben wurden, die Größere an einer Wurzel, die kleinere an einem Stein, also nicht auf ner "Freifläche"
      Das W putzt auch regelmäßig die Unterseite der Wurzel an der größeren Mulde.

      Intetessant finde ich auch die Wandelbarkeit des Farbkleides (beim M stärker als beim W). Es reicht von komplett farblos, zu einem schönen Goldton bis hin zu gelben Backen mit starken schwarzen Querbinden.
      Bei der Fütterung dominiert beim M letztere Färbung.











      Es ist mir leider nochnicht gelungen das M in seiner Drohfärbung mit abgesenkten Kiemenboden scharf zu fotographieren. Ein wahnsinnig imposanter Anblick, aber er hält dabei einfach nicht still..

      Hier noch ein paar random shots:













      Gruß,
      Niels
    • Hallo zusammen,

      Wenn sie farblich noch intensiver werden hab ich ja noch mehr Vorfreude zu sehn wie sie wachsen, das wäre top ! :thumbsup:

      Kurz klugscheißen, du meinst den Rio de la Pasion :P
      Ob es sie dort noch gibt kann ich leider nicht sagen, da ich selbst nochnicht dort war. Es wäre aber sehr schade wenn nicht, da pasionis für mich die schönste Thorichthys art ist.

      Das kleinere Weibchen ist noch im Becken. Es bekommt ein kleines Revier um einen Stein zugestanden, verlässt es das, wird es sofort vertrieben. Ich werde es aber definitiv schnellst möglich abgeben.

      Gruß,
      Niels
    • HAllo Niels,
      super Fische, schön geschrieben. Gerne darfst du hier weiter machen ;) .
      2011 war ich am Rio de la Pasión und konnte die Thorichthys noch fangen. Nach dem Unglück jetzt scheint es dort im Moment nur ein paar ausgesetzte Tilapien und Lebendgebärende zu geben. :(



      @all
      wer gibt hier mal die "Eckdaten" für Th. pasionis an? Vorkommen/Größe/Aq-Bedingungen usw. Halt was man braucht um einen Fisch vorzustellen. Danke


      Und dann bitte weiter berichten. Ich schau mal nach den Fotos von 2011.
    • Hallo Nelson,

      Habt ihr damals die Wasserwerte ermittelt ?
      Ich finde immerwieder aussagen wie "mittelhartes Wasser" oder das Thorichthys in sehr unterschiedlichem Wasser vorkommen, aber wirklich konkrete Parameter von einer Entnahmestelle sind schwer zu finden.
      Auch was die Sicht angeht, war sie trüb oder klar ?

      Zu guter letzt, wie war die Strömung im Rio de la Pasion ?
      Das es einen Unterschied macht ob es ne Standortvariante aus ner Lagune oder nem Fluss ist, ist mir klar, aber mich interessieren immer konkrete Beispiele.

      Gruß,
      Niels
    • Thorichthys sind in der Natur absolute Anpassungskünstler!

      Sie stehen z.T. in voller Strömung bei 22°c im Klarwasserfluss oder leben bei 32°C im unbewegten Restwassertümpel mit 3-5 cm Sichttiefe!
      Ebenso extrem sind die Wasserwerte, Orte wie Agua Azul oder Laguna Bacalar haben eine gemessene Härte von weit über 50°dH und deutlich alkalischen ph-Wert.
      Im Schwarzwasser bei Frontera dagegen ist kaum Härte anzutreffen und der ph-Wert liegt im sauren Bereich.
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • Hallo,

      Interessant, also ist es letztendlich grad egal in welchem Wasser man sie hält ?
      Natürlich alles in nem gesunden Rahmen.

      Hintergrund meiner Frage ist folgendes, mein Leitungswasser hat ph 7,5-8 bei kh4 und gh4.

      Ich habe dann mit Bittersalz und Natriumhydrogenkarbonat auf kh8 und gh10 aufgehärtet um ne Grundhärte ins Wasser zu bekommen.

      Glaubt ihr es macht Sinn weiterhin aufzuhärten oder soll ich mir die Arbeit sparen und es beim reinen Leitungswasser belassen ?

      Wirken sich die Wasserparameter/Härte evt auf die Färbung/Farbentwicklung aus ?

      Gruß,
      Niels
    • Servus nochmals,

      die Alkalinität mit geringer Härte strebt ja fast zum Malawisee, oder irre ich mich da? (8!)
      Spaß beiseite, eine Karbonathärte von 4 sollte schon beobachtet werden.
      Nicht daß die Fische darunter leiden, aber es ist bzgl. der Pufferung des pH-Wertes schon im gelben Bereich.
      Meß` den pH-Wert vor der Beleuchtung und danach über ein zwei Wochen. Dann siehst du, ob ein aufhärten nötig ist.
      Ich glaube, daß bei Skalaren, Kongosalmlern und evtl. auch bei anderen Fischen die Flossenfilamente in weichem Wasser länger werden.
      -> wie geschrieben, glaube ich es

      Vor 5 Jahren stand ich bis zu den Knien im Rio de la Pasion.
      Ich erinnere mich an leicht dahinfließendem lauwarmem Wasser mit schlammigem Ufer. Meine Zehen sah ich nicht mehr unter 30 cm.
      Es war ein Flußabschnitt mit überschaubaren 300 Metern nähe der Stadt Sayaxche. Nix besonders erwähnenswertes, außer die Kleinstadt, die brannte sich in meinem Gedächnis und Riechorgan ein. :wacko:
      Grüße Duschl

    • Hallo,

      Ja da hast du Recht, kh4 ist nicht üppig was die Pufferkapazität angeht, aber die Gefahr von nem ph-Sturz seh ich eigentlich nicht.
      Hatte hier auch schon Schwarzwasserbecken in denen die Huminsäure die kh auf 2 gedrückt hat, das lief auch noch Problemlos.
      Im Kopf hab ich das natürlich schon.

      Aber ich denke ich werds einfach beim Aufhärten auf kh8 gh10 belassen, ist an sich ja kein riesen Aufwand und ist denke ich nen guter Mittelwert zwischen hartem und weichem Wasser, damit sollten die pasionis aufjedenfall zurecht kommen.

      Gruß,
      Niels
    • Also wir waren auch bei Sayaxche. Sind über den Fluß mit der Fähre und beim nächsten kleinen Fluß ins Wasser. Dort war auch eine Fähre. Die war nicht viel schmaler als der Fluß. Die brauchte nur 2 Meter fahren. Das Wasser war trübe und sehr warm. Gemessen haben wir nichts.









    • Hi Marc,

      Das ist stink normaler schwarzer Aquariensand, Körnung 0,4-0,8mm.

      Gekauft hab ich ihn auf ebay.



      Hier mal ein Steckbrief:

      Wissenschaftliche Bezeichnung:
      - Thorichthys pasionis Rivas, 1962

      Verbreitungsgebiet:
      - Grijalvaeinzug (Villahermosa), Rio Usumacatina, Laguna Noh, Rio de la Pasione
      Das Verbreitungsgebiet der Thorichthys pasionis erstreckt sich über Mexico Rio Grijalva bei Villahermosa bis nach Guatemala.

      Zu erwartende Endgröße:
      -Männchen ~18cm
      -Weibchen in der Regel etwas kleiner ~15cm

      Futter :
      - Frostfutter
      - Trockenfutter (Flocke, Granulat, Gefriergetrocknet)


      Ich persönlich füttere nur Frostfutter (Artemia, Mysis, Krill, schwarze und weiße Mülas, Rogen), da ich schon öfters über Probleme mit Granulatfutter bei Thorichthys gelesen habe.
      Das Granulat quillt im Darm nachträglich auf und das vertragen die Thorichthys nicht. Was dran ist kann ich nicht sagen, aber ich möchte das Risiko nicht eingehen und verzichte deshalb darauf.
      Entscheidet man sich doch für Granulat, sollte man auf möglichst formstabile Präparate zurückgreifen, um das aufquillen so weit wie möglich zu verhindern.
      Für pflanzliche Nahrung interessieren sich die pasionis bei mir nicht im geringsten, ich würde sie deshalb als carnivore Cichliden einordnen.



      Beckengröße :
      - Paarhaltung ab 120x50
      - Gruppenhaltung ab 150x50

      Beckeneinrichtung :
      - typisch mittelamerikanisch mit großen Steinen und evt ein paar Wurzeln die bei der Festlegung von Reviergrenzen helfen
      - Weitere Sichtbarrieren durch Pflanzen

      Struktur und Sichtschutz ist das A und O. Die Männchen können schonmal etwas ruppig werden, da müssen den Weibchen Bereiche angeboten werden in die sie sich zurückziehen kann.
      Pflanzen sind problemlos einzubringen, sie werden nicht angefressen. Es kann lediglich vorkommen, dass sie ausgegraben werden wenn zb an der Stelle eine Grube gegraben werden soll.


      Wasserwerte :
      - Ph 7-8
      - mittelhartes Wasser
      - Temperatur 26°C - 30°C

      Die Wasserwerte spielen nur eine untergeordnete Rolle, da Thorichthys in der Natur in den unterschiedlichsten Gewässern vorkommen. Grundsätzlich sollte das Wasser aber leicht alkalisch sein.

      Geschlechtsunterschiede:
      - Männliche Tiere haben in der Regel spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen, bei weiblichen Tiere sind dieser eher abgerundet
      - Weibchen sind ab erreichen der Geschlechtsreife deutlich fülliger um die Bauchregion
      - Spitz zulaufende Genitalpapille beim Männchen, bei Weibchen hat die Genitalpapille eine eher rundliche Spitze


      Grundsätzlich ist die Flossenform ein eher unsicheres Merkmal zur Bestimmung des Geschlechts, da es durchaus auch Weibchen mit spitz zulaufenden Flossen gibt. Dies ist auch bei meinem Weibchen der Fall.
      Deutlich sicherer sind, zumindest in meinem Fall, die Betrachtung der Bauchregion/Körperform und der Genitalpapille, hier sind die Unterschiede deutlich erkennbar. Bei sehr jungen Exemplaren sind diese Merkmale allerdings noch nicht vollständig ausgeprägt.



      Fortpflanzung :
      - Substratlaicher
      - Während der Vorbereitung werden mehrere Gruben gegraben
      - Abgelaicht wird typischerweise auf Steinen oder Wurzeln die zuvor gründlich geputzt werden
      - Beide Elternteile betreiben Brutpflege und führen die jungen später durchs Becken

      Vergesellschaftung :
      - Am besten sollte eine Haltung im Artbecken gewählt werden


      Thorichthys gelten nicht als robust und sind eher stressanfällig und nicht durchsetzungsstark. Eine Vergesellschaftung mit anderen Cichliden führt langfristig meisst zum Tod, da sie dauerhaften Stress nicht vertragen und dann häufig Darmerkrankungen entwickeln und daran verenden.
      Möglicher Beibesatz sind nicht zu kleine Lebendgebärende, andernfalls enden sie als Futter. Sie beschäftigen das Männchen und stärken die Paarbindung.



      Fazit :

      Es handelt sich um ein sehr interessanter, mittelgroßer Cichlide aus Mittelamerika.
      Sie kommen im Artbecken am besten zur Geltung und zeigen dann ein ausgeprägtes Sozialverhalten.
      Pasionis werden zwar häufig als recht friedliche Art beschrieben, aber zumindest bei mir zeigen sie hin und wieder das doch ordentlich Temperament in ihnen steckt.



      Gruß,
      Niels