Umstieg in letzter Sekunde: Pelvicachromis sacrimontis

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    • Servus Christian,

      wie gehts denn dem Männchen?

      Ich würde mal sagen, wenn keine sichtbaren Hetzjagden seitens des Männchens auf die Weibchen stattgefunden haben, muss etwas anderes die Ursache gewesen sein. Bei innerartlichem Stress müssen es meiner Erfahrung nach schon deutliche Zeichen der Aggression sein, damit sich da etwas dermaßen negativ auswirkt.

      Das Becken ist ja recht neu - irgendwelche "Gammel-Ecken" sind sicher nicht vorhanden? Bodengrund ist gereinigt, keine der (neuen?) Wurzeln müffelt?
      Ich hatte z.B. mal das Problem mit Kokosnuss-Schalen auf Sandboden, selbige begannen sehr zu müffeln/faulen an den Stellen, an denen sie im Sand steckten - das kann nicht gut für die Fische sein. Habe selbige dann seinerzeit gegen Tonhöhlen ausgetauscht.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hi Chris,

      dem Männchen geht es gut. Ich habe es aber auch ca 2-3 Wochen nach den Weibchen geholt.

      Das Becken steht jetzt insgesamt 1 Jahr. Weder die Wurzeln noch die Kokosnüsse riechen gammelig.
      Ansonsten habe ich schon ein paar Mulmecken. Ist das schon ein Problem? Ich dachte, gerade Pelvicachromis kauen das regelmäßig durch.

      Als ich vor 7-8 Jahren mal P. taeniatus kienke oder dehane hatte, war das auch so: Fische sahen top aus, haben gefressen und geturtelt, dann fingen sie an zu pumpen/hecheln und das war es dann.

      Kann ich da überhaupt was machen? Wenn ich mir in ein paar Wochen ein neues Weibchen holen sollte - falls ich überhaupt eins bekomme - gibt es irgendwas, was vorbeugt? Medikamente, UV-C....?
      Gruß

      Christian
    • Hallo Christian,

      naja - eine niedrige Keimdichte ist gerade bei Pelvicachromis-Arten aus saurem Wasser schon wichtig. Daher finde ich, sind "Gammel-Ecken" tunlichst zu vermeiden.

      Wie sieht denn ganz konkret die Fütterung aus?
      Diese Symptomatik, dass die P. taeniatus erstmal top aussehen und balzen, und dann irgendwann anschwellen, herumsitzen und "hecheln" - und bald darauf versterben, kenne ich aus einem Zooladen hier in der Gegend.
      Der Inhaber verfüttert gern mal lebende rote Mückenlarven - ich wette darauf, dass selbige daran Schuld sind. Pelvicachromis - gerade die empfindlicheren unter ihnen - überfressen sich gern mal am falschen Futter, und dann ist es schnell zu spät.

      Hast du eine "ordentliche" Kotabgabe (dunkel, fällt sehr schnell ab und hängt nie lange am Fisch) bei den Weibchen bis zum Schluss beobachten können? Wie sieht die Sachlage diesbzgl. beim Männchen aus?

      Viele Grüße
      Chris
    • Hi Chris,
      ich wechsle das Wasser und sauge vorne den Mulm ab. Aber hinten lass ich das Zeug schon liegen.

      Wenn das schon kritisch ist, muss ich mein Einrichtungskonzept so umstellen, dass ich einfacher das Becken leer räumen kann. Und das dann öfter machen.

      Beim jetzigen Händler kann ich dazu nichts sagen. Ich selber verfüttere keine roten MüLas. Zur Kotabgabe kann ich dir nichts sagen. Habe ich nie drauf geachtet bzw. mir ist da nichts aufgefallen.

      Die nächsten paar Wochen lasse ich das Becken und die Fische in Ruhe. Danach muss ich mal überlegen, wie es mit meinem Westafrikabecken weitergeht.
      Gruß

      Christian
    • Servus,

      bzgl. Mulm gibts verschiedene Philosophien - ich persönlich bin der Meinung, dass zu viel davon dem Beckenklima nicht gut tut.

      Aber wie gesagt - ich würde die "Schuld" im Futter suchen, so wie du die Symptomatik beschreibst.
      Westafrika-Fachmann Toni Lamboj hat dieses Thema auch in einem Artikel mal aufgegriffen und empfiehlt Futtertabletten mit einem möglichst hohen Spirulina-Anteil, die Tabletten zerfallen ja in kleine Partikel und werden so von den Pelvicachromis kauend aufgenommen.

      Ich persönlich würde somit der Fütterung die verstärkte Aufmerksamkeit schenken - niemals zu viel Füttern, als Hauptfutter spirulina-basierte Flocken und zweimal pro Woche hochwertiges Lebendfutter, beispielsweise Enchyträen. Aber absolut Maß halten, nur ein paar davon, niemals so viele, dass die Fische sich kugelrund fressen.
      Von Frostfutter bin ich mittlerweile total abgekommen, ebenso ist aquatisches Lebendfutter manchmal mit Vorsicht zu genießen, daher präferiere ich ganz klar Enchyträen, mit besten Erfahrungen und Zuchterfolgen. Nur eben maximal zweimal pro Woche.
      Die Inhaltsstoffe des Lebendfutters sind einfach das non-plus-ultra, sehe ich aktuell bei meiner Jungfischaufzucht wieder, wie rasend schnell sie mit lebenden Artemia-Nauplien heranwachsen, kein Vergleich zu irgendwelchem "Totfutter".

      Viele Grüße und vorallem viel Erfolg!
      Chris
    • Nabend zusammen,

      das Männchen ist kurz nach meiner letzten Nachricht dann auch hops gegangen, Mich hat das ziemlich heruntergezogen, da ich mich über die Fische sehr gefreut habe und auch viel Aufwand betrieben habe.

      Ich habe dann erstmal das Becken ohne Fische laufen lassen. Da mich irgendwann das Genöle nervte, warum ich denn keine Fische im Aquarium habe, bin nach der Arbeit in unseren ortsansässigen "Futtertrog". Die hatten eine ganz neue Lieferung Pelvicachromis pulcher reinbekommen und ein Paar schien sich bereits gefunden zu haben. Ich fand diese vergleichsweise schön gefärbt. Eingetütet.

      Mittlerweile habe ich richtig Freude an den beiden. Optisch können die mit den sacrimontis nicht mithalten, aber vom Verhalten machen sie ehrlich gesagt mehr her. Sie gehen meist irgendeiner Paaraktivität hinterher oder das Weibchen buddelt eine Höhle tiefer. Die beiden hatten vielleicht auch schon ein Gelege, aus dem aber nichts wurde. Da hat sie in 5 cm Abstand einen Sandwall um den Eingang der Höhle gebaut....irgendwas machen die immer!

      Datt sindse!



      Ich füttere mittlerweile nur noch grünes Granulat in zwei Größen von zwei Herstellern. Einmal haben sie Frostfutter bekommen. Ihnen ging es am Folgetag nicht gut (Farbe/Verhalten). Ich habe meinen ganzen Vorrat weggeworfen.
      Gruß

      Christian
    • Servus Christian,

      ja - hatte ja vermutet, dass es am falschen Futter liegt. Frostfutter verfüttere ich schon lange nicht mehr - mir ist das Zeug nicht koscher...
      Entweder Lebendfutter (was natürlich das Beste überhaupt ist), oder hochwertiges Trockenfutter - bei mir gibts beides kombiniert.

      P. pulcher ist natürlich ein robuster Klassiker - war in meiner Kindheit einer der ersten selbstgezüchteten Cichliden - du wirst bald die erste Brut schwimmen haben. Das Verhalten ähnelt sich bei wohl allen Pelvicachromis.
      Falls ich es mal wieder mit Pelvicachomis versuche, werde ich wasserwerte-bedingt zu Pelvicachromis kribensis "Moliwe" oder Pelvicachromis silviae greifen - sind beides sehr empfehlenswerte Arten, wenn man jetzt nicht unbedingt weich-saures Wasser bieten kann.

      Von P. pulcher gibts übrigens auch eine rote Morphe, die den - sehr empfindlichen nach meiner Erfahrung - P. sacrimontis recht ähnlich sieht, was das Männchen angeht:
      mein-aquarium.com/img/3274536900_48e4b70744.jpg

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo Chris,

      die rote Form macht echt was her, aber jetzt ist zu spät.

      Ich habe heute mal wieder einen Wasserwechsel gemacht und ein wenig gegärtnert. Meine Wurzel war unter dem Javamoos gar nicht mehr zu erahnen und ich versuche die nicht-westafrikanischen und nicht-kosmopolitischen Pflanzen nach und nach herauszunehmen.

      Das Wasser im Becken hat durch CO2-Zugabe ph 7-7.5. Das Wasser aus der Leitung ph 8.5. Beides bei KH 3. Die beiden pulcher wirken nach einem Tausch von 60l ein wenig mitgenommen. Könnte das eher vom Unterschied im ph-Wert oder vom Temperaturunterschied kommen? Ich kippe das kalte Wechselwasser recht zügig hinein, so dass die Temperatur ein paar Grad abfällt. Sind Pelvis als temperaturempfindlich bekannt?

      Die beiden hatten auch letzten wohl wieder ein Gelege, aber irgendwann kommt immer der Punkt, an dem sie um Streit auseinander gehen. Am Samstag kommen, wenn alles klappt, ein paar P. wingei "El Tigre" dazu. Dann gibt es für das Männchen etwas zum Verteidigen. Vielleicht klappt es ja dann.

      Die Guppies sind nicht ganz stilecht, aber in Afrika wurden ja u.a. Guppies zur Malariabekämpfung ausgesetzt 8) .
      Gruß

      Christian
    • Hallo Christian,

      einen zu großen plötzlichen Temperaturabfall mögen tropische Fische nicht wirklich - warum ist das Wechselwasser so kalt?
      Messe mal den Temperaturabfall im Becken, also 2 oder 3 °C sind jetzt nicht so schlimm, aber mehr sollte es nicht sein.

      Auch sind 60 Liter bei 200 Litern Gesamtmenge (die netto ja nie erreicht wird) schon eine Hausnummer, weiß nicht, inwieweit sich da der pH-Wert bemerkbar macht - auch hier wäre eine Messung unmittelbar nach dem Wasserwechsel ratsam und merkliche Veränderungen (durchaus im Komma-Bereich) sind nicht positiv zu sehen.

      Besser wären in dem Fall wohl kleinere und dafür häufigere Wasserwechsel, oder aber die vorherige Aufbereitung/Aufheizung des Wechselwassers in einer Tonne (das wäre wohl die beste Lösung meiner Meinung nach).

      Klar - Beifische schaden nie - stilecht wären Epiplatys dageti.

      Viele Grüße
      Chris
    • Moin Chris,

      meine Kaisersalmler und die Fische, die ich vorher hatte, waren härter im Nehmen. Aber ok, nächstens wird das Wasser vorher auf Temperatur gebracht.

      Ich habe mich gegen dagetis entschieden, da die pulcher hauptsächlich Grünfutter bekommen. Hiermit sollten Guppies deutlich besser zurecht kommen.
      Gruß

      Christian