Glasdicke für Frontscheibe ?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Glasdicke für Frontscheibe ?

      hi ich bin noch nicht lange hier im forum und bin eher stiller leser :)
      nun muß ich mich aber doch mal zu wort melden da ich ein größeres becken plane was ich selbst bauen werde
      drei seiten werde ich mit schalsteinen und armierung stellen was alles kein problem ist aaaaber die stärke der frontscheibe macht mir noch kopfzerbrechen
      die länge der front wäre ca 500cm und höhe stell ich mir 100cm vor entweder 2 oder 3 geteilt
      bei drei scheiben stell ich mir 15 oder 19mm vor aber schöner wäre eben andere variante und da bin ich unsicher
      daher wäre meine frage an euch die so etwas schon gebaut haben oder jemanden kennt der jemanden kennt der es weiß :)
      danke und gruß marco
    • Hallo Marco,

      wenn du in etwa die gleichen Belastungen/Sicherheitsreserven wie gewerbliche Aquarienbauer annimmst und eine 3-teilige Frontscheibe 4-seitig aufliegt (also auch oben - ohne durch den Wasserdruck durchzubiegen), und der Wasserstand die Scheibenoberkante nicht wesentlich übersteigt, wäre in dem Fall 19 mm die richtige Glasstärke.

      Bei 2-teilig, Bedingungen ansonsten wie oben, kommst du in den Verbundglas-Bereich. Das wären dann 2 x 15 oder 2 x 19 mm. Die doppelte Glasstärke bedeutet bei Verbundglas nicht, dass die Scheibe auch die doppelte Belastung verträgt. Als Vergleich: VSG 2 x 12 mm entspricht etwa 19 mm "aus einem Guss".

      Wenn du das privat selbst baust, bist du natürlich an diese Sicherheitsreserven nicht gebunden und kannst auch etwas dünneres Glas nehmen. Würde ich persönlich aber nicht machen.

      Bei 5m x 1 m einteilig kommst du zu 3-oder 4-lagigem Verbundglas (3 x 19 mm oder 4 x 15 mm). Das ist unglaublich schwer und kostst auch richtig Geld. Bei 3 x 15 mm wiegt so eine Frontscheibe schon deutlich über 500 kg, bei 3 x 19 mm über 700 kg, bei 4 x 15 mm etwa 750 kg.

      Da solltest du überlegen, erst das Becken hinzustellen und dann das Haus darum und darüber zu bauen.

      Gruß,
      Dirk
    • Theoretisch gibt es auch 24 mm Floatglas.

      Das heißt aber noch lange nicht, dass man das als Endverbraucher auch kaufen kann.

      So etwas legt sich normalerweise kein Glashändler ins Lager - abgesehen davon, dass die meisten Vakuum-Kräne da Probleme mit dem Gewicht bekommen.

      Da muss man gegebenenfalls wochenlang kreuz und quer durch Deutschland telefonieren und hoffen, dass da jemand noch einen passenden "Rest" liegen hat. Hat man den gefunden, muss man noch den Transport organisieren, weil der wahrscheinlich genau am entgegengesetzten Ende der Republik sein Lager hat.

      Ich habe jedenfalls noch nie ein Aquarium aus 24er Floatglas gesehen. Über 19 mm nehmen eigentlich alle Verbundglas. Ich denke, das liegt an der Verfügbarkeit.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo

      Und wenn er statt Glas auf Acryl setzt? Da gibt es doch einige Lieferanten und auch Beckenbauer in Europa und in der Republik. Wenn das nicht in frage kommt würde zumindest ich persönlich entweder die Höhe des Becken auf ein noch gängiges Maß runter schrauben wie z.B die schon erwähnten 19 mm oder das Becken selbst ist dann halt Tiefer als die Scheibe.
    • Hallo,

      Acryl ist viel weniger belastbar als Glas. Man braucht da mindestens die doppelte Materialstärke.

      Außerdem ist das noch viel teurer.

      3-teilig aus 19er erscheint mir am sinnvollsten. Das kann man logistisch bewältigen und auch bezahlen und das besorgt einem auch der Glaser um die Ecke.

      Das von Dieter verlinkte Becken ist ja "nur" 70 hoch. Das wird dann wahrscheinlich aus 15er sein.

      Gruß,
      Dirk
    • moin moin ich danke erstmal artig für eure tipps damit ist mir erstmal geholfen
      hatte auch schon 19er im hinterkopf bei einer 4 seitigen auflage der wasserstand wird auch nicht großartig höher als der scheibenrand
      ist für mich privat geplant aber ne sicherheitsreserve sollte trotzdem da sein
      glaser hab ich an der hand der mir das besorgen wird
      super danke
    • Hallo,

      ich habe hier ein "Glas-Handbuch 2005" vom Flachglas-Markenkreis in der Hand. Da steht auf Seite 239 unter "Glasdicken-Empfehlungen für Groß-Aquarien" als Beispiel eine maximale Abmessung eines Aquariums von 290 cm Länge und 150 cm Höhe mit einer Glasstärke von 4 x 19 mm (Verbundglas) - unter den Voraussetzungen, dass die Folienlage mindestens 0,76 mm dick ist und der Wasserstand die Scheibenoberkante nicht übersteigt.

      Bei 150 cm Länge und 115 cm Höhe wird 2 x 15 mm empfohlen.

      Die verwendeten 2 x 12 mm werden bei 100 cm Höhe bis zu einer Länge von 130 cm empfohlen - wie schon geschrieben, wenn der Wasserstand die Scheibenoberkante nicht übersteigt.

      Angeblich soll die aktuelle Ausgabe dieses Glas-Handbuchs noch dickeres Glas empfehlen.

      Wir wissen ja alle, dass das nicht sein muss. Das Beispiel von "fischkasper" beweist es eindeutig.Ich habe selbst auch schon Becken gebaut, die diese Vorgaben etwas unterschritten haben.

      Allerdings ist der Unterschied zu 24 mm bei 500 x 100/110 cm so groß, dass man wohl kaum noch von einer (aus versicherungsrechtlicher Sicht ausreichender) Sicherheitsreserve ausgehen kann. Das ist alles egal, solange nichts passiert. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass im Schadenfall jede Versicherung eine Haftungsübernahme wegen grober Fahrlässigkeit ablehnen wird - es sei denn, man findet einen Statiker, der bei seinen Berechnungen auf die verwendete Glasstärke kommt. Idealerweise ist die entsprechende, statische Berechnung natürlich älter als das Aquarium....

      Bei 7 oder 8 m³ Wasser im 1. Stock kann es theoretisch im Schadenfall sogar zu Unterspülungen von Fundamenten o.ä. kommen. Ich bin eigentlich kein ängstlicher Mensch und halte mich auch nicht unbedingt an alle Vorgaben, aber ich weiß nicht, ob ich das hier verlinkte Becken mit der Frontscheibe im Haus haben möchte.

      Gruß,
      Dirk

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dirk1 ()

    • Hallo Dirk,

      sehr interessante Ausführungen, speziell folgende Aussage.

      Die doppelte Glasstärke bedeutet bei Verbundglas nicht, dass die Scheibe auch die doppelte Belastung verträgt. Als Vergleich: VSG 2 x 12 mm entspricht etwa 19 mm "aus einem Guss".


      ...wo steht das , erscheint mir persönlich sehr unplausibel.

      Danke !

      Grüße Sven
    • Hallo Sven,

      habe ich aus den Angaben im oben erwähnten "Glashandbuch 2005" heraus gelesen:

      Wie schon geschrieben, wird unter "Großaquarien" bei 130 cm Länge und 100 cm Höhe das Verbundglas mit 2 x 12 mm empfohlen.

      Eine Seite davor, in der Tabelle für die Glasstärkenempfehlungen von "normalen" Aquarien, steht bei 130 cm Länge und 100 cm Höhe (bei 4-seitiger Auflagerung) die empfohlene Glasstärke 19 mm.

      Mir erscheint das schon plausibel, da die Folienlagen im VSG verklebt sind. Dass dieser Kleber die Scheiben nicht so stark miteinander verbindet, als wäre die Scheibe aus einem Guss, ergibt sich aus meiner Sicht schon allein dadurch, dass die Folie elastisch ist - der Kleber also zwangsläufig auch. Wäre vielleicht anders, wenn man die Folie weglassen und die Scheiben direkt mit UV-Kleber verkleben würde. Der wird richtig hart.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo Dieter,

      soweit ich weiß wird "normales" Floatglas bis 15 mm Stärke bis maximal 600 x 321 cm hergestellt.

      Ich glaube, die maximale Größe bei 19 mm ist 321 x 225 cm. Das wird wohl mit den maximalen Traglasten der Vakuum-Kräne zusammenhängen, mit denen die Einzelscheiben verladen werden.

      Bei 24 mm weiß ich die Größen nicht. Ich vermute aber, die größten 24 mm Scheiben werden nicht größer als die 19er sein - also vermutlich auch 321 x 225 cm (wenn man sie überhaupt irgendwo bekommt). Noch dickeres Floatglas wird laut Wikipedia überhaupt nicht produziert.

      Benötigt man für ein Aquarium Glas, das dicker als 15 mm und gleichzeitig länger als 321 cm sein soll/muss, bleibt nur die Möglichkeit, auf Verbundglas auszuweichen.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo Leute,
      das es VSG nur bis 225cm gibt stimmt nicht.
      Man bekommt es auch wie 15 oder 19 mm in 600cm
      Nur der Preis ist erheblich mehr wenn sie die Scheibe der Längenach runterschneiden müssen als quer da sie mehr Verschnitt haben.
      Siehe den link von mir da hatte die Scheibe auch 460 cm.
      Gruß Patric
      :mitt:
    • Also 19 mm wird definitiv in Deutschland bis 321 x 600 cm hergestellt.
      Vakuumkräne arbeiten mit permanent laufenden Vakkumpumpen, ähnlich den Handvakuumsaugern zum Transport von Glasscheiben, die packen enorm hohes Gewicht, da Flachglas sich besser ansaugen lässt als alles andere.

      Ich habe bei uns in der Firma nachgefragt, unsere letzten beiden Gebäude haben komplette Glasfronten und im Treppenhaus sind Scheiben mit 400 x ca. 550 cm. Natürlich ESG, kein VSG.
      Aber erhältlich sollte VSG auch in 24mm sein...sagte man mir.
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • Hallo,

      habe eben auf den Seiten der größten mitteleuropäischen Glasproduzenten nach dicken und großen Floatgläsern gesucht.

      Pilkington, Euroglas und Saint Gobain stellen bis 19 mm her (kein 24er). Bei Pilkington habe ich die Abmessungen nicht gefunden, aber Saint Gobain und Euroglas stellen tatsächlich auch 19er in 600 x 321 cm her (Euroglas allerdings nur auf extra Anfrage).

      Guardian hat normales Floatglas nur bis 10 mm, nur Weißglas auch in 12er und 15er.

      @ Peter

      Wie dick sind denn die Fensterscheiben in diesen Größen? Ist das "nur" ESG oder Isolierverglasung aus ESG?

      Gruß,
      Dirk