Crenicichla zebrina Wasserwerte

    • Crenicichla zebrina Wasserwerte

      Hallo,

      steht allgemein so gut wie nichts im Netz was die Haltung von Crenicichla zebrina angeht, nicht mal die PH Wert spanne oder die Temperatur spanne.
      Sind in den letzten Monaten ja einige von den Tieren auf dem Markt, preislich um einiges günstiger wie noch vor 1-2Jahren,
      dennoch wenn überhaut möchte ich kein Risiko eingehen und würde gerne eure Meinung und Erfahrung hören, auch was die Empfindlichkeit dieser Art angeht.

      Gruß Hartmut
      Gruß Hartmut
    • Hallo

      In der Tat gibt es recht wenig darüber im Internet, eventuell bin ich mit der Idee auf dem Holzweg aber was man an Information findet ist das C. zebrina aus dem Rio Orinoco Rio Ventuari System kommt. Ich habe einfach mal nach Fischen gesucht die aus dem gleichen Abschnitt kommen und die dann ja eigentlich zumindest in ähnlichen Wasserwerten schwimmen müssten.

      Temperature of water 26 — 34 °C
      pH~ 6 — 7
      Conductivity~ 20 µS/cm


      Spawning tank parametersTemperature
      27 — 32 °C
      pH(4,3 - ) 5 ( - 7,0)
      GH< 1 (- 7,0)
      °dHKH< 1 (- 4)
      °dHNitrite< 0,025 mg/l
      Nitrate< 10 mg/l
      Conductivity(50 -) 100 (- 300) µS/cm


      Quelle ist planetcatfish.com/cotm/cotm.php?article_id=486


      Das könnte aber natürlich auch quatsch sein und jemand der die Tiere eventuell selbst hat weiß es genauer.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von acertom ()

    • Hallo Hartmut,

      wir fingen C. zebrina im System des Rio Ventuari Im Februar 2014 in Venezuela.
      Wassertemperatur 30-31°C in der Trockenzeit, Leitwert nicht wirklich messbar, ph- Werte lagen bei +/-5,0.

      25-26 °C reichen nicht, ebensowenig passt mittelhartes Wasser und ein alkalischer ph-Wert
      Bilder
      • 2014_Panasonic_Venezuela 194.JPG

        373,72 kB, 1.024×768, 72 mal angesehen
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • Hallo Dirk,

      naja, bei den kleinen, beschatteten Zuflüssen schon, aber die großen wie der Ventuari, Atabapo oder Orinoko halten die Temperaturen auch dann bei etwa 28-29°C.

      Als Vergleich: Der Amazonas ist das thermisch stabilste Gewässer der Erde, ganzjährig 29° mit Toleranzen von +/-1°C, d.h. immer zwischen 28und 30°C.

      Ich sehe deswegen 27-28°C als Minimum f d C. zebrina.
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • Hallo,

      das mit den Wasserwerten stimmt bestimmt - die Frage, die ich mir gerade stelle ist, ob die Tiere das wirklich brauchen.

      Viele kleinere Amazonas-Fische werden auf der ganzen Welt bei 25° im Leitungswasser gehalten. Sollte das nicht bei einem etwas größeren Cichliden erst recht möglich sein?

      Nur, weil die Amazonas-Fische Mechanismen entwickelt haben, in niedrigen pH-Werten und niedrigen Leitwerten bei hohen Temperaturen (und damit weniger Sauerstoff) leben zu können, bedeutet das aus meiner Sicht nicht zwangsläufig, dass es ihnen unter "moderaten" Bedingungen nicht sogar besser gehen könnte.

      Man stelle sich vor, die Fische hätten die Wahl, entweder im Amazonas-Wasser oder im (abgestandenen/aufbereiteten) deutschen Leitungswasser bei 25° zu leben....

      Vielleicht sollte mal jemand so ein Becken konstuieren - mit so einer Art "Schleuse", die die Fische durchlässt, 2 verschiedene Wassertypen aber zuverlässig trennt. Bei Meerwasser/Süßwasser habe ich so etwas schon mal gesehen - wobei das wegen der unterschiedlichen Dichte auch leichter zu trennen ist. Die darin gehaltenen Brackwasserfische benutzen übrigens regelmäßig beide Bereiche des Beckens.

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo zusammen,

      meines Wissens gibt es schon spezialisierte Schwarzwasserarten, die auf die extrem niedrige Keimdichte dieses Wassertyps angewiesen sind - merkt man auch daran, dass sich bei diesen Arten der Laich im normalen Leitungswasser nicht entwickelt.
      Ich denke, nicht so sehr die niedrigen Werte an sich spielen die entscheidende Rolle, sondern eben diese niedrige Keimdichte in dieser ja doch eher lebensfeindlichen Umgebung, an die sich diese Fischarten angepasst haben und daher mit im Vergleich dazu verkeimten Aquarienbedingungen bei mittelhart-alkalisch nicht zurechtkommen.

      Daher frage ich mich auch immer wieder, was Dicrossus filamentosus und Nanochromis transvestitus - zwei solch spezialisierte Arten - oftmals im Standardangebot des Zoohandels zu suchen haben und dort dann mehr oder weniger vor sich hin vegetieren.

      Auch in Südamerika gibt es genug Cichlidenarten, die man problemlos in mittelhartem, alkalischem Wasser pflegen und vermehren (die Vermehrung ist das Indiz dafür) kann - aber mit Sicherheit keine aus dem Gebiet von Rio Negro, Orinoco und anderen Schwarzwasser-Biotopen.
      Eher schon Rio Ucayali, Rio Paraguay etc. - auch da gibts sicherlich Crenicichla-Arten, die besser passen würden.

      Viele Grüße
      Chris
    • Meine in weichem und saurem Wasser nachgezogenen Nanochromis transvestitus lebten im Leitungswasser auch nie lange. Hatte da auch die Keime im Verdacht.

      Merkwürdigerweise gibt es aber heute im Großhandel Nanochromis transvestitus zu kaufen, die längere Zeit im Leitungswasser stabil zu sein scheinen und sich angeblich dort sogar vermehren.

      Ich denke dabei immer an die parallele Geschichte mit den Schokoladenguramis. Da war es früher auch so wie bei den N. transvestitus. Die günstigen Nachzuchten der Schoko-Guramis, die heute aus Tschechien kommen, habe ich aber schon jahrelang im Leitungswasser gehalten.

      Das Geheimnis (bei den Guramis) sollen angeblich Keime gewesen sein, die die Jungtiere von den Eltern bekommen haben und die sich erst im härteren, neutralen oder basischen Wasser zum Problem entwickelten. Findige Züchter haben dann die Larven künstlich und steril (ohne Elternkontakt) aufgezogen und das Problem war gelöst.

      Demnach benötigen auch Extremisten wie Schokoladenguramis oder N. transvestitus das weiche und saure Wasser nicht grundsätzlich, sondern nur als Schutz vor bestimmten Keimen.

      Ob für einen größenbedingt deutlich robusteren zebrina eine solche Keimbelastung ein Problem darstellt? Bringt der diese Keime schon mit? Kann man da mit einem UVC gegenhalten?

      Ist irgendwie alles geraten.
    • Hi,
      man sollte hier unbedingt differenzieren. Im Gebiet des Rio Ventuari leben viele Cichlidenarten, manche haben keinerlei Probleme mit anderen Wasserwerten, manche dagegen vertragen diese gar nicht. Die Cichla-Arten aus dem Gebiet kommen gut mit mittelhartem Wasser klar, meine Geophagus abalios und G. dicrozoster aus dem Rio Sibapo ebenfalls. Dagegen würden Satanoperca daemon und mapiritensis kümmern.
      C. zebrina sind recht selten, immer noch sehr teuer, daher würde ich ihnen unbedingt die Wasserwerte ähnlich den natürlichen Habitaten gönnen.
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • Hallo Peter,

      wie kommt es, dass die von dir genannten Geophagus relativ unempfindlich sind im Vergleich zu den dort lebenden Satanoperca? Vorallem, wie sieht es mit der Laichentwicklung dieser Geophagus-Arten aus - läuft da auch bei abweichenden Wasserwerten (mittelhart-alkalisch?) alles normal?

      Oder sind diese Geophagus-Arten sehr weit verbreitet (und besiedeln auch andere Wassertypen), während die von dir genannten Satanoperca auf den Schwarzwasserlebensraum spezialisiert sind?

      So ist ja z.B. von Apistogramma steindachneri bekannt, dass diese Art sämtliche Wassertypen besiedelt, daher zwar in Schwarzwasser gefangen werden kann, sich aber problemlos bei "mittleren" Wasserwerten nachzüchten lässt.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo,

      zum Thema Schwarzwasser, niedriger pH und Keime wollte ich noch was schreiben.

      Die im Biotop gemessenen pH um 5 sind noch nicht so sauer, daß sie deshalb besonders keimarm wären. Das findet bei um pH 4 statt, also faktor 10 saurer. Fischbiotop um pH 5 ist gerne mal vergleichbar mit Forellenwasser bei uns, also von sich aus sehr sehr sauber. Bei Fischen aus solchem Wasser ist es natürlich praktisch, wenn sie noch saurer können, wegen keimarm. Umgedreht funktioniert das allerdings bei den reinen Schwarzwasserbewohnern nicht. Denen reicht keimfrei alleine nicht, sie brauchen die Säure, der Organismus ist drauf eingestellt. Kann sein, daß sich so was per Selektion und vielen Generationen ändert aber ich denke, das hat seine Grenzen.

      Ich denke dabei immer an die parallele Geschichte mit den
      Schokoladenguramis. Da war es früher auch so wie bei den N.
      transvestitus. Die günstigen Nachzuchten der Schoko-Guramis, die heute
      aus Tschechien kommen, habe ich aber schon jahrelang im Leitungswasser
      gehalten.
      Parasphaerichthys haben im Biotop ähnliches Wasser wie es bei uns aus der Leitung kommt. Bei Sphaerichthys ist das radikal anders und ich kann mir absolut nicht vorstellen, daß sie in Leitungswasser haltbar sind. Genauso wie bei Parosphromenus und Laubbettas. Da ist mir kein Fall bekannt, bei dem eine Haltung mit Leitungswasser geklappt hat. Egal wie viel Torf oder Extrakte da mit im Spiel waren.


      Gruß, helmut
    • Hallo Helmut,

      ich habe Sphaerichtys osphromenoides im Februar 2010 von Petra-Aqua aus Tschechien bekommen. Es waren 10 Tiere - laut Stockliste Nachzuchten aus Tschechien.

      Die Tiere kamen direkt in mein 800 Liter-Becken mit Leitungswasser-Dauerdurchlauf und Hamburger Mattenfilter - zusammen mit diversen Schmerlen, Denison-Barben. Keilfleckbärblingen, Mosaikfadenfischen und Garra flavatra.

      Wasserwerte pH 7,8, KH 6°, dGH 12°, NO³ 5 mg/l, NO² nicht nachweisbar, Temperatur 24°C.

      Gefüttert wurde 90% Premium-Flockenfutter mit hohem Algenanteil, ansonsten lebende Daphnien und geforene Moina.

      Die Tiere sind dann im Laufe der Jahre nach und nach weggestorben - der letzte ist etwa 5 Jahre alt geworden.

      Ich habe übrigens weder Torf, noch Wurzeln, Wasseraufbereiter oder sonst irgendwelche Zusätze benutzt.

      Gruß,
      Dirk
    • möchte vorausstellen, dass ich kein C. zebrina-Halter bin. Peter hat schon einiges mitgeteilt, wo ich mich anschließen möchte. Es gibt Gattungen , wie Geophagus, welche ziemlich tolerant bezüglich Wasserwerten sind, bei Satanoperca sieht dies schon ganz anders aus. Erlebe es immer leider wieder, dass sich Erstere gut entwickeln und die Teufelsangeln irgendwann Aufbrüche bekommen und abdanken. Wenn man Tiere hält über die wenig Erfahrungen vorliegen, sollte man versuchen, die optimalen Herkunftsparameter einzuhalten. Bestes Beispiel stellen Uaru fernadezypezi dar. Im Atabapo ist der pH -Wert extrem niedrig und keinerlei Wasserhärte meßbar. Die T liegt auch bei ca. 28-30 °C und dies sollte man den Fischen auch bieten! Persönlich würde ich keine Experimente eingehen.

      Beste Grüße von Mathias
    • Wasserwerte Crenicichla zebrina

      Hallo zusammen,

      ich kann das, was mein Vorredner schrieb nur unterstreichen. Ich halte seit 2003 Uaru fernandezyepezi. Aktuell zwölf WF. Vermehrt habe ich die Art ein paarmal.

      Bei empfindlichen Tieren wie diesen ist peinlichst genau auf die Wasserparameter zu achten. Inwieweit dies für C. zebrina zutrifft, kann ich allerdings nicht beurteilen.

      Den Unterschied des Anpassungsvermögens zwischen Geophagen und Satanoperca kann ich nur bestätigen.

      Tut mir leid, daß der Beitrag nicht sehr hilfreich ist.

      Grüße

      Jürgen :|