Boulengerochromis microlepis - ist Aquarienhaltung möglich?

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    • Servus Eddy,

      noch klappt alles sehr gut, die Größe der Tiere beträgt aktuell geschätzt zwischen 40 und 50cm, muss mal wieder messen, ist für das Alter von guten 1 1/2 Jahren IMHO im Rahmen....ich mäste die Tiere aber auch nicht gerade. Anbei ein von ein Video vom letzten Oktober, da waren sie noch ein bisschen kleiner als die aktuell sind, werde auch mal wieder ein neueres Video machen....



      Die Auchenoglanis tanganicanus habe ich kürzlich abgegeben, sie waren mir (und vor allem den Boulgenerochromis) mit ihrer Dauerschwimmerei einfach zu unruhig, außerdem haben sie dem restlichen Besatz immer so gut wie alles an Futter weggefressen und das Wasser dadurch stark belastet (musste immer mehr reinwerfen als ich wollte, damit die anderen Fische noch irgend etwas ab bekamen).

      Als Gesellschaft für die Boulengerochromis eingezogen sind nun schon seit einer Weile 8 Oreochromis tanganicae, die ich schon seit fast einem Jahr in einem separaten Becken groß gezogen hatte.

      Beste Grüße
      Stefan
      Ein Hobby ist erst dann ein richtiges Hobby, wenn man anfängt es zu übertreiben!
    • Hi,

      da kann ich Marco nur beipflichten. Gefällt mir sehr gut.
      Gibt es keine Probleme mit Futteresten zwischen den großen Felsbrocken oder sorgt der Mastacembelus moorii da für Ordnung ?
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Servus zusammen,

      luzz schrieb:

      Gibt es keine Probleme mit Futteresten zwischen den großen Felsbrocken oder sorgt der Mastacembelus moorii da für Ordnung ?
      Bisher sorgten in dem Becken die Auchenoglanis zuverlässig dafür, dass zwischen den Felsen keine Reste liegen blieben. Die Welse fehlen mir nicht nur aus dem Grund, eine weitere Vergesellschaftung dieser superaktiven/-nervösen Fische zusammen mit den Boulengerochromis war aber leider echt nicht mehr länger tragbar, so schwer mir die Abgabe auch fiel....sie gingen übrigens an einen auf Grabenseen spezialisierten Händler.
      Zusätzlich hatte ich bisher eine recht starke Förderpumpe im Filterbecken, die ich jedoch kürzlich auch gegen eine etwas schwächere, stromparendere ausgetauscht habe. Im Becken geblieben ist jedoch eine 20.000 Liter Strömungspumpe, die per Zeitschaltuhr 12 Stunden am Tag läuft und ein wenig Dreck aufwirbelt. Zudem habe ich eine Art Lanze aus einem Alurohr mit Schlauchkupplung am anderen Ende....ab und zu jage ich damit beim Wasserwechsel einen gezielten Strahl unter die Felsen und unter den Sand, dann kommt auch der letzte Dreck zum Vorschein. Futterreste treibt es aber erst gar nicht unter die Steine, dafür habe ich schon planerisch gesorgt (Futterstelle/Strömungsgestaltung). Der Mastacembelus moorii interessiert sich futtertechnisch ausschließlich für Fisch und stöbert nicht "im Dreck", somit sorgt er zwischen den Felsen nicht für Ordnung, auch wenn er sich zwischen diesen zumeist rumtreibt.

      Da ja nach einem Update gefragt wurde, hier kurz der aktuelle Stand:

      Im Juni bildete sich in meiner Gruppe pötzlich ein Paar heraus, das an zentraler Stelle im Becken sogar ganz schüchtern zu putzen begann. Der Rest der Gruppe wurde daraufhin nicht besonders vehement, aber doch merklich in "die Ecke" des Beckens gestellt, gegenüber den restlichen Fischen im Becken (Oreochromis tanganicanus, Mastacembelus moori und dem einzelnen Cyphotilapia) waren überhaupt keine Aggressionen feststellbar.

      Hier ein Video vom Juni diesen Jahres:


      Obwohl mir die Gesamtsituation wenig dramatisch erschien, evakuierte ich um Streß für die Fische (und auch mich zu vermeiden) doch trotzdem die restlichen 3 Boulengerochromis, 3 der 8 Oreochromis und den Cyphotilapia in eines meiner weiteren Becken (in dem Fall eines mit 2.600 Liter Volumen). Das im großen Becken verbliebene Paar versteht sich seither auch ohne diese Gesellschaft prächtig, wird immer hübscher (schöne gelb-orange Töne und mehr blaue Tupfen), immer wieder wird sich mit gespreizten Kiemenboden umschwommen und sich auch ab zu zagahft senkrecht gestellt, in den Sand gepustet und auf Steinen geputzt....toll anzusehen, auch wenn noch nicht mehr passiert ist :thumbup: Die 5 Oreochromis habe ich als potentielle Prügelknaben mit Nehmerqualitäten im Becken gelassen, was bisher ab er noch nicht ansatzweise nötig war, alles ist schön harmonisch. Langsam werde ich nun wohl die Futtermengen steigern um beim Weibchen einen Laichansatz zu erreichen und dann schau mer mal.... :)

      Größentechnisch ist bei meinen Boulengerochromis auch nach 1 1/2 Jahren Haltung alles nur halb so wild. Beim Vermessen tue ich mir sehr schwer, da sie wenn ich mit dem Meterstab anrücke, natürlich nicht an der Scheibe still halten. Ich schätze das Weibchen jedoch auf knapp unter 40cm und das Männchen auf ca. 45cm, eher kleiner als größer, also auch das absolut im grünen Bereich. Ich muss dazu sagen, dass ich die Tiere aber von Anfang an eher sparsam gefüttert habe, wie ich es mit meinen Fischen allgemein zu handhaben pflege, von Eichelmast im Aquarium um maximales Wachstum zu erzielen halte ich nichts, nicht nur bei der Haltung von Boulengerochromis ;) unterernährt oder schlecht gewachsen sehen sie ja wohl hoffentlich trotzdem nicht aus?

      Ich gehe nun mal vorsichtig von einer Endgröße (bei mir) von 50-60cm aus und da sollte die dauerhafte Haltung um rund 8 Quadratmetern Grundfläche keinerlei Problem darstellen. Ich sehe die Haltung weiterhin positiv und werde weiter berichten. Den verbliebenen 3 Tieren auf 2.600 Litern geht es auch gut, ich denke es sind zwei weitere Männchen und 1 Weibchen.....

      Gruß
      Stefan
      Ein Hobby ist erst dann ein richtiges Hobby, wenn man anfängt es zu übertreiben!
    • Moin Stefan,
      auch von mir ein riesen Dank für die Weitergabe der infos...
      einfach nur geil, ein pärchen fürs aquarium....
      Bin mal gespannt, wenns richtig losgeht und du da sauber machen musst... .rollroll:
      Wenn du aber Nachwuchs willst, würde ich den Mastacembalus entfernen, dürfte auch spaß machen. .rollroll:
      Schönes WE
      peace
      adde
    • Servus,

      vor 4 1/2 Jahren begann ich ja über meine Boulengerochromis zu berichten und stellte die Frage, ob dauerhafte Aquarienhaltung möglich ist!

      Nach wie vor schwimmt in einem meiner Aquarien eine Vierergruppe (1 Männchen und 3 Weibchen) einträchtig beisammen. Die Größe der Tiere beträgt jetzt im Alter von knapp 5 Jahren zwischen 50 und 60cm.

      Heute vor einer Woche haben sie nun erstmalig abgelaicht:



      Habe einen Schwung Larven abgesaugt und rechne heute im Laufe des Tages mit deren Freischwimmen.

      Beste Grüße
      Stefan
      Ein Hobby ist erst dann ein richtiges Hobby, wenn man anfängt es zu übertreiben!
    • Hallo Stefan,

      Danke für das Update.

      Ich bin gespannt, wie sich die Eltern weiter verhalten.

      Man hört/ließt ja immer wieder, dass sie im See angeblich nur 1-2 Jahre alt werden, da sie sich quasi tot brüten, weil sie während der bis zu neunmonatigen Brutpflege nicht fressen.
      Ich wüsste gerne, ob das wirklich so ist. Vor allem das geringe Alter bzw die in der Zeit angeblich erreichte Größe, macht etwas stutzig. Auch wenn solches Wachstum durchaus möglich sein sollte.
      Viele Grüße
      Malte
    • Hallo Stefan,

      auch wenn es nicht direkt in den Thread passt, würde ich gern etwas über die Technik ( Licht, Filterung und Co.) erfahren.
      Oder hattest Du dazu schon mal woanders etwas geschrieben?
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Monaco schrieb:

      Es war KEIN Spontankauf, ich habe mir diese Unvernünftigkeit gut überlegt und lange die einschlägigen Stocklisten Klappt es, was ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann in meinen Becken nicht, so habe ich auch noch Zugriff auf Becken um die 20.000 Liter, die dann ja wohl reichen sollten und als letzter Ausweg ist dann ja noch jedes Jahr Karfreitag.....mein Gewissen ist also rein....naja, möglicherweise nicht ganz, sonst würd ich das hier wohl nicht schreiben :rolleyes:
      Karfreitag ohne Fisch geht also doch breitgrin.png
      Grüße aus Berlin

      Marco
    • Servus,

      Schorsch schrieb:

      Ist das ein Mbu Kugelfisch? Ich dachte, die kann man nur in Einzelhaft halten. Was macht der denn mit den anderen Bewohnern?
      Ja, es handelt sich um einen Tetraodon mbu mit etwa 60cm, der seit etwa 4-5 Jahren bei mir schwimmt und das stets in Gesellschaft, die er nie belästigte. Bis vor etwa einem halben Jahr waren die Kugler sogar zu zweit und auch das ging ohne Probleme gut.

      luzz schrieb:

      auch wenn es nicht direkt in den Thread passt, würde ich gern etwas über die Technik ( Licht, Filterung und Co.) erfahren.Oder hattest Du dazu schon mal woanders etwas geschrieben?
      Kann gut sein, dass ich da in der Vergangenheit schon mal was dazu geschrieben habe, muss mal schauen! Ansonsten kann ich ja bei Gelegenheit mal was dazu zusammenschreiben....

      Malte I. schrieb:

      Ich bin gespannt, wie sich die Eltern weiter verhalten.
      Man hört/ließt ja immer wieder, dass sie im See angeblich nur 1-2 Jahre alt werden, da sie sich quasi tot brüten, weil sie während der bis zu neunmonatigen Brutpflege nicht fressen.
      Ich wüsste gerne, ob das wirklich so ist. Vor allem das geringe Alter bzw die in der Zeit angeblich erreichte Größe, macht etwas stutzig. Auch wenn solches Wachstum durchaus möglich sein sollte.
      Von diesen Gerüchten bezüglich Boulengerochromis hatte ich natürlich auch schon gehört.

      Meine Tiere laichten am Montag den 18.05. ab, Schlupf war am Donnerstag den 21.05. und Larven abgesaugt habe ich am Sonntag den 24.05., bevor sie dann ab Dienstag den 26.05. frei schwammen/schwimmen.
      Das Paar hörte die ganze Zeit über nie mit dem Fressen auf, das Männchen unterbrach sogar stets augenblicklich den Ablaichvorganges wenn ich ins Zimmer trat und zwar eindeutig erst mal nicht um mich zu vertreiben, sondern weil er eine Futtergabe vermutete. Anschließend wurden das Paar zwar für ein paar Tage ein wenig ruppiger, fraß aber durchgehend. Insgesamt waren die Tiere sogar derart ruhig, dass ich noch nicht einmal einen einzigen der Beifische evakuieren musste.
      Larven saugte ich ab, da eine Aufzucht im Becken mit all den Beifischen (u.a. Auchenoglanis-Staubsauger und verschiedenen Polypterus wie P. endlicheri, P. congicus und P. ornatipinnis) wohl hoffnungslos gewesen wäre. Mit meiner Absaugung am 24.5. war ich wohl so erfolgreich, dass keine Larven übrig blieben und stellte daraufhin Erstaunliches fest: Das Männchen bewachte die Brutstelle mitten im Becken weiter, tauschte "sein" Weibchen aber umgehend gegen eines der anderen beiden offenbar überaus laichwilligen Weibchen, die ruckizucki ihre Legeröhre weit vorfuhr aus und begann mit diesem einen Stein zu putzen. In der Nacht von 25. auf 26.5. schaltete ich dann erstmalig das über eine Wochen an gebliebene Nachtlicht aus, woraufhin der Ablaichspuk im Becken umgehend beendet war......eine Nacht mit 14 Stunden Durchschlafen wirkte scheinbar wie ein Resetknopf und die Vierergruppe verhält sich genauso wie zuvor, alles gut, gelaicht wurde nicht mehr, scheinbar hatten sie dann doch alle keine Lust mehr! Gefressen wurde wie gesagt durchgehend......

      Ob das bei mir jedoch repräsentativ und vergleichbar zum Verhalten im See ist, wo sich die Tiere ja tatsächlich auf die Brutpflege "konzentrieren" können, weiß ich natürlich auch nicht.

      Hier nun noch ein heute Morgen gemachtes Video der im Gerdkasten deponierten Brut!



      Beste Grüße
      Stefan
      Ein Hobby ist erst dann ein richtiges Hobby, wenn man anfängt es zu übertreiben!