Ökologische Katastrophen, welche unsere Fische bedrohen

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    • Der Viktoria-See im Todesstrudel Teil 1

      Hallo zusammen,

      ja jeder kennt ihn den Viktoria-See. Er ist der größte See Afrikas und auch der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Tansania, Ugandaund Kenia sind die Besitzer dieses Riesensees.

      Die Daten dazu, die Oberfläche sind 68.800 qkm, so zum Vergleich, er ist so groß wie das Bundesland Bayern oder auch 130 mal so groß wie der Bodensee (so als Massstab für einen Schwaben ). Mit einer Länge von 337 km und einer Breite von 250 km und 3300 km Küste ist er eher ein Binnenmeer als ein See. Um den See herum leben 30 Millionen Menschen, wovon ca. 3 Millionen mit dem Fischfang und der Verwertung beschäftigt sind.

      Und im See lebten in diesem an und für sich noch jungen See ( ca. 12000 Jahre alt ) aufgrund der unterschiedlichsten Lebensräume ( felsig, schlammig, sandig, mit Kies und Papyrussümpfe ) ca. 500 Arten der wunderschönsten Cichliden.

      Doch damit dürfte Schluß sein, die Katastrophe nahm seinen Lauf im Jahr 1962 durch eine „ kluge „ Entscheidung durch britische Kolonialbeamte, welche den Nilbarsch ( Lates niloticus ) eingesetzten. Dies geschah schon Jahre vorher ( 1954 ) schon einmal durch kenianische Beamte. Hatte eben noch keine Wirkung gezeigt. Sollte doch nur den Ertrag aus dem Fischfang steigern.

      Der eingesetzte Nilbarsch oder wie er jetzt heißt , der Viktoriabarsch mit einer Länge von fast 200 cm und fast 200 kg Gewicht, hat eine ökologische Katastrophe sondergleichen ausgelöst. In 20 Jahren hat er sich derart vermehrt, er hatte ja keine natürlichen Feinde, dass er den Cichliden – Bestand des Sees um sage und schreibe
      bei den freischwimmenden Cichliden um 93 % dezimierte und
      bei den Zooplanktonfressern immerhin auch um 70 % vernichtete.
      Somit wurde innerhalb kürzester Zeit eine Vielfalt an Buntbarschen vernichtet wie niemals zuvor.

      Die Zooplanktonfresser konnten somit nicht mehr mit dem Algenabweiden nachkommen, und da diese sich alle 14 Tage verdoppeln, hmm was soll ich sagen, gibt es unterhalb von 30 m aufgrund Sauerstoffmangels eben auch keine Fische mehr.

      Man hatte auch nicht in Betracht bezogen, dass der Viktoriabarsch nicht nach traditioneller Art getrocknet werden konnte. Er war zu fett, es bildeten sich Maden bei der Trocknung. Einen guten Appetit noch. Also was tun, räuchern. Gut, Holz hat man ja noch genug, der Wald wird also abgeholzt und statt dessen werden Rosen angepflanzt. Pestizide, welche für die Rosen gebraucht wurden, landen auch im See. Wieder sterben Fische.

      Zuviel für heute.


      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold

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    • Der Viktoria-See im Todesstrudel Teil 2

      Und ja, der Viktoriabarsch hat seine Spuren im See und außerhalb hinterlassen. Damit hätten unsere kleinen Cichliden schon genug in ihrem Überlebenskampf zu tun. Oh nein, nunmehr hat sich ein neuer Beherrscher des Viktoria – Sees etabliert.

      Nein ich meine nicht Idi Amin oder einer seiner Nachfolger, welcher doch ab und an so seine Gegner den Krokodilen im See zum Fraß vorwarfen. Ja auch die Krokodile sind sauer, ihre bisherige Speise, Fische aus dem See, sind nun einmal nicht mehr vorhanden. Diese „ kleinen „ Krokos haben nunmehr andere Dinge auf dem Speiseplan. Ja, Menschen. Ich würde also nicht in Uganda im See schwimmen oder angeln. Könnte schiefgehen, denn da gibt es bis 1000 kg schwere Krokodile, welche zum Menschenfresser mutierten.

      Nein der neue Beherrscher des Viktoria – Sees ist eine Wasserpflanze, welche aus Südamerika zur Verzierung von Fischteichen durch belgische Kolonialherren mitgebracht wurde. Der Siegeszug von Ruanda aus bis zum Viktoria – See, hatte anders als die 20.000 toten Tutsis, welche während des Völkermordes in Ruanda im See landeten, viel gravierendere Folgen und heißt ganz einfach Wasserhyazinthe.

      Diese Pflanze hat sich explosionsartig ausgebreitet. Sie ist zum Teil die einzig verbliebene Pflanzenart und entzieht dem Wasser die Nährstoffe, welche immer wieder durch die Abholzung entstanden genauso wie den Sauerstoff. Dies führt also dazu, dass unsere Cichliden entweder gefressen werden oder ganz einfach ersticken.
      Aber auch für Menschen und die Schifffahrt bürgt es schon jetzt riesige Probleme. Die Handelsrouten über denSee bestimmen jetzt die Pflanzenteppiche. Siehe Bild unten.

      Und das Riesenproblem für den Menschen sind jetzt Fischkadaver, welche unter diesen Planzteppichen erstickten und nunmehr tot an der Oberfläche vergammeln. Ein wahres Paradies für Malariafliegen und Bilharziose-Erreger (Würmer ), welche hier ihre Brutstätten finden.

      Lerneffekt gleich null, jetzt wird diesem Problem wieder mit einem Nichtansässigen begegnet, dem Rüsselkäfer. Dieser ist nun emsig am Arbeiten beziehungsweise am Fressen, hat schon 90 % des Pflanzbestandes vertilgt.
      Die freiwerdenden Pflanzenbestandteile haben nunmehr die Sicht innerhalb des Sees von ehedem 6 –8 m auf 2 – 3 m reduziert. Also unsere Pfleglinge werden gefressen, ersticken oder jetzt können sie sich nicht einmal mehr sehen. Dies führt zu weiteren Artverlusten.

      Okay ich bin immer noch nicht fertig,bis bald. Bald hat dies ein Ende.




      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Hallo Roland,

      schön, dass es weiter geht.
      Die Wasserhyazinthe wird wohl leider noch öfter von sich hören machen. Sie breitet sich sich wirklich schnell aus bzw wird verbreitet. So konnte ich 2012 in Äthiopien auch schon einige kleine befallene Seen sehen.
      Viele Grüße
      Malte
    • Moin Roland,

      das ist recht gut recherchiert und geschrieben, danke.

      Roland aus E. schrieb:

      Die freiwerdendenPflanzenbestandteile haben nunmehr die Sicht innerhalb des Sees von ehedem 6 –8 m auf 2 – 3 m reduziert. Also unsere Pfleglinge werden gefressen, ersticken oder jetzt können sie sich nicht einmal mehr sehen. Dies führt zu weiteren Artverlusten.
      Die Wassertrübung im See wird ja noch einmal dadurch verstärkt, daß die Baumbestände rund um den See abgeholzt we(u)rden, um Holz zum Räuchern des Lates zu haben (wie schon gesagt). Die Folge dieser Trübung ist, daß die Fischweibchen ihre art-zugehörigen Männchen nicht mehr sicher / zweifelsfrei erkennen und es so dauernd zu Hybridisierungen / neuen Arten kommt.

      Hier in Europa sind es nur die Mitglieder der IGV (hier im Forum), die sich ernsthaft um die Erhaltung eines Teiles der ehemaligen Arten aus dem Viktoriasee kümmern. Hoffen wir mal, daß es auch weiterhin gelingt, verantwortungslose Aquarianer, die zur Hybridisierung beitragen, von diesen großartigen Fischen fernzuhalten.
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • Wichtig ist, dass es jeder weiss

      Hallo Malte,

      Mii schrieb:

      Hallo Roland,

      schön, dass es weiter geht.
      Die Wasserhyazinthe wird wohl leider noch öfter von sich hören machen. Sie breitet sich sich wirklich schnell aus bzw wird verbreitet. So konnte ich 2012 in Äthiopien auch schon einige kleine befallene Seen sehen.
      ja ich war nahe dran, aber irgendwie hätte ich meine Freunde hier zurück lassen müssen. Und das wiederum wollte ich mir nicht antun. Warum sollte ich mich selbst bestrafen ?
      Und Dich wollte ich auch nicht missen. Eine kleine Frage, hast Du oder hast Du nicht vielleicht Fotos von den befallenen Seen ? Könntest Du diese vielleicht hier einstellen, so für die Nachwelt.

      Danke im vorraus. :wink: Roland

      amazonia schrieb:

      Very interesting story,but unfortunately also very tragic... The disasters humans create... :cursing: The most destructive animal of all; Homo sapiens. Or should we say "Homo hooliganus"?

      Kind regards, Patrick
      Hallo Patrick, ja nur der Mensch ist zu solchem Blödsinn fähig. Manchmal unfassbar.
      Aber Danke für Deinen Kommentar. Tut gut. Roland

      Severum02 schrieb:

      das ist recht gut recherchiert und geschrieben, danke.

      Zitat von »Roland aus E.«
      Die freiwerdendenPflanzenbestandteile haben nunmehr die Sicht innerhalb des Sees von ehedem 6 –8 m auf 2 – 3 m reduziert. Also unsere Pfleglinge werden gefressen, ersticken oder jetzt können sie sich nicht einmal mehr sehen. Dies führt zu weiteren Artverlusten.

      Die Wassertrübung im See wird ja noch einmal dadurch verstärkt, daß die Baumbestände rund um den See abgeholzt we(u)rden, um Holz zum Räuchern des Lates zu haben (wie schon gesagt). Die Folge dieser Trübung ist, daß die Fischweibchen ihre art-zugehörigen Männchen nicht mehr sicher / zweifelsfrei erkennen und es so dauernd zu Hybridisierungen / neuen Arten kommt.

      Hier in Europa sind es nur die Mitglieder der IGV (hier im Forum), die sich ernsthaft um die Erhaltung eines Teiles der ehemaligen Arten aus dem Viktoriasee kümmern. Hoffen wir mal, daß es auch weiterhin gelingt, verantwortungslose Aquarianer, die zur Hybridisierung beitragen, von diesen großartigen Fischen fernzuhalten.
      Hi Walther mein Freund,

      für was Danke ? Vergiss es ich muss Dir danken, sonst würde ich immer noch mit Scheuklappen durchs Leben stolpern.
      Hast Du gut gemacht. :top:
      Dein Schwabe Roland
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Der Viktoria-See im Todesstrudel Teil 3

      Also wie ich es sehe, die beiden Hauptverursacher dieses sinnlosen Sterbens von hunderten von Cichliden-Arten ja sogar es ganzen Sees, sind lokalisiert.

      Mächtig viel Braining aus den USA und Afrika hat nun die Lösung vorgestellt. Der rasante und vor allem massive Vorwärtsdrang der Wasserhyazintha, würde durch Nährstoffe, welche ins Wasser gelangen, unterstützt. Zunächst sah man hier die Düngung der Felder im Vordergrund. Falsch, es war und ist das Abholzprogramm, welches rund um den Viktoriasee stattfand.
      Ja 30 Fischfirmen wollen mit Brennholz beliefert werden.Und der Regen spült das Erdreich in den See.

      Jetzt kommt noch etwas dazu. Gold. Also wieder keine Aufforstung, nein jetzt wird erst einmal gebuddelt wie blöde. Unmengen an Erde und somit an Nährstoffen werden wieder in die Zuflüsse des Viktoria – Sees verbracht. Einfach genial, genau das Gegenteil vom dem was eigentlich geschehen müsste.

      Und was braucht man zur Goldgewinnung, welche man schon fast mit dem Goldrun im Westen der USA des 19. Jahrhunderts vergleichen kann ? Richtig Quecksilber. Ich sage nur einen gesegneten Appetit. Als damals tausende und abertausende von Leichen im Viktoria – See trieben wurde der Import von Viktoriabarsch nach Europa untersagt, hmm hätte ja sein können, dass diese die Leichen annagten. Bei Quecksilber, na ja was solls.

      Link zum Goldrausch -> welt.de/politik/ausland/articl…-im-Rausch-nach-Gold.html

      Und da 30 Millionen Menschen rund um den See wohnen und ihre Notdurft und sonstiges samt den Industrieabfälle ebenfalls ungeklärt im See landen würde ich nicht mehr von einem Binnenmeer oder See sprechen sondern eher von einer riesigen Kloake.

      Und zu guter Letzt haben Messungen ergeben, dass innerhalb von 15 Jahren, die durchschnittliche Temperatur um 1 ° Celsius gestiegen ist und gleichzeitig die Niederschlagsmenge
      um 7% zurück ging. Dies hat den Wasserpegel um über 2 m absinken lassen. So als Schwabe habe ich gleich mal wieder gerechnet, ups der Bodensee wäre 2,5 mal komplett leer gewesen.

      Was könnte getan werden ?

      Meiner Meinung nach ist eine sofortige Aufforstung des ehemaligen Waldes notwendig, Rosenanbau und Goldabbau müssen sofort gestoppt werden. Dies würde der Wasserhyazinthe den Nährboden entziehen. Der See müsste nochmals überfischt werden und dieses Mal mit grobmaschigen Netzen, so das die kleineren Cichliden durchschlüpfen könnten und nur der Viktoriabarsch gefangen würde.


      Aber wie ist Eure Meinung dazu ? Sollte ich irgend etwas vergessen haben so tragt es bitte nach. Dank an Euch alle.





      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Hallo Roland,

      soweit mein bescheidenes Wissen da reicht, hast Du es sehr gut dargestellt.

      Was das Einbringen des Nilbarsches angeht, gibt es meines Wissens auch Satelitenseen, wo keine signifikante Verdrängung der einheimischen Arten stattfand. Allerdings bleiben die sekundären Effekte durch den Holzbedarf und dessen Folgen.

      Das Problem läßt sich in zwei Worten zumennenfassen: homo sapiens. Er ist egoistisch und die langfristige Erhaltung der eigenen Art ist ihm egal. Traurig und für mich nicht lösbar.
      Viele Grüße vom Niederrhein !

      Dirk :wink:
    • Hallo Dirk,

      Telarien schrieb:

      Hallo Roland,

      soweit mein bescheidenes Wissen da reicht, hast Du es sehr gut dargestellt.

      Was das Einbringen des Nilbarsches angeht, gibt es meines Wissens auch Satelitenseen, wo keine signifikante Verdrängung der einheimischen Arten stattfand. Allerdings bleiben die sekundären Effekte durch den Holzbedarf und dessen Folgen.
      erst mal sage ich Danke.

      Doch Dein Einwand Dirk bringt mich schon wieder ins Grübeln. Ja warum gibt es da keine signifikante Verdrängung. Das stimmt. Dieser Riese braucht überall Nahrung und er frißt und frißt usw. Sollten wir uns vornehmen. Finde ich super.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Um das ganze rund zu machen empfehle ich

      Darwins Nightmare

      Da kommen auch noch 1-2 andere Aspekte ins Spiel.

      Der geilste Brüller neulich im Supermarkt, Viktoriabarsch aus nachhaltiger Fischerei. Wer heute noch an iwelche Zertifikate bzw. deren Sinn glaubt kann auch an den Osterhasen glauben.

      LG Winnie
    • Du hast Recht

      Hallo Winnie,

      Winnie schrieb:

      Um das ganze rund zu machen empfehle ich

      Darwins Nightmare

      Da kommen auch noch 1-2 andere Aspekte ins Spiel.

      Der geilste Brüller neulich im Supermarkt, Viktoriabarsch aus nachhaltiger Fischerei. Wer heute noch an iwelche Zertifikate bzw. deren Sinn glaubt kann auch an den Osterhasen glauben.

      LG Winnie
      was soll ich sagen, Du hast komplett Recht.

      Ich habe bewußt den Osterhasen und auch noch den Nikolaus weggelassen.
      Zertifikate, ich lach mich kaputt. Auch das Rettungsprogramm Ugandas über ihr Wasserkraftwerk, welches sie drosseln um den Viktoria - See zu retten.
      Da schlägst Du dir nur noch gegen die Stirn.
      Ich jedenfalls kaufe keinen zertifizierten Viktoriabarsch.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Nachhaltige Fischerei? Tolles Modewort haben die aufgeschnappt

      Hallo Freunde,

      Winnie schrieb:

      neulich im Supermarkt, Viktoriabarsch aus nachhaltiger Fischerei
      Wahrscheinlich aus einer Zucht in Malaysia, China oder den Philippinen. Mit Hormonen, Antibiotika und sonstigen Giften aufgepäppelt und billig nach DE verscherbelt. Seit der selbstverliebten, meines Erachtens ****** Exministerin Aigner (wahrscheinlich auch schon viel früher) gilt doch allgemein das 'Nikolaus- und Osterhasen-Prinzip'.
      Ich hab hier mal Editieren müssen, da es Beschwerde über beleidigende Inhalte gab - Lutz

      Roland aus E. schrieb:

      Auch das Rettungsprogramm Ugandas über ihr Wasserkraftwerk, welches sie drosseln um den Viktoria - See zu retten.
      Das Wasserkraftwerk in Jinja wurde primär zurückgefahren, weil Kenia neuerdings nicht mehr soviel Strom in Uganda zukauft. :lachlach: Scheint immer noch günstiger zu sein als die Stromversorgung im eigenen Land auf Vordermann zu bringen.

      Telarien schrieb:

      Was das Einbringen des Nilbarsches angeht, gibt es meines Wissens auch Satelitenseen, wo keine signifikante Verdrängung der einheimischen Arten stattfand.
      Ich weiß nicht, ob es in den Satelitenseen viele krokodile gibt :hee: , könnten die eventuell dafür verantwortlich sein?
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:

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    • Hallo Roland,

      Roland aus E. schrieb:

      Eine kleine Frage, hast Du oder hast Du nicht vielleicht Fotos von den befallenen Seen ? Könntest Du diese vielleicht hier einstellen, so für die Nachwelt.


      es müsste Fotos geben. Allerdings komme ich da momentan nicht an die Festplatte dran.

      Hallo Dirk,

      Telarien schrieb:

      homo sapiens. Er ist egoistisch und die langfristige Erhaltung der eigenen Art ist ihm egal.


      so allgemein kann man das mMn nicht sagen, da die Leute die z.B. den Wald rund um den See abholzen, nicht wirklich eine andere Wahl haben, als um ihrer oder ihrer Kinder Existenz so zu handeln. Es sind letztendlich immer andere die diese Katastrophen verursachen. Und diese Leute sind fast immer in einer wesentlich besseren Lage und könnten es sich durchaus leisten langfristig zu denken.
      Viele Grüße
      Malte
    • so allgemein kann man das mMn nicht sagen, da die Leute die z.B. den
      Wald rund um den See abholzen, nicht wirklich eine andere Wahl haben,
      als um ihrer oder ihrer Kinder Existenz so zu handeln. Es sind
      letztendlich immer andere die diese Katastrophen verursachen. Und diese
      Leute sind fast immer in einer wesentlich besseren Lage und könnten es
      sich durchaus leisten langfristig zu denken.
      Hi Malte,

      natürlich hat nicht jeder Mensch die freie Wahl. Wobei das gerade in den Industrienationen auch gerne als billige Ausrede herhalten muss. Drei Schachteln Kippen am Tag müssen sein, aber bei Eiern kann man sich nur Aldi leisten....

      Der gefährliche homo sapiens ist nicht der kleine Waldarbeiter, sondern der Scheisskerl, der mit dem Projekt seine ersten Millionen macht. Aber bevor jetzt bei uns im Westen scheinheilige Entrüstung aufkocht: unser Wohlstand basiert ja auch auf Umweltsünden, im eigenen und noch mehr in fremden Ländern. Brasilianer und Chinesen wollen nur den gleichen Weg gehen.

      Am Ende werden Wenige sehr reich auf einem unbewohnbaren Planeten hocken.
      Viele Grüße vom Niederrhein !

      Dirk :wink:
    • Einfach Cleverle

      Hallo Walther,

      Severum02 schrieb:

      Das Wasserkraftwerk in Jinja wurde primär zurückgefahren, weil Kenia neuerdings nicht mehr soviel Strom in Uganda zukauft. :lachlach: Scheint immer noch günstiger zu sein als die Stromversorgung im eigenen Land auf Vordermann zu bringen.
      das hast Du völlig Recht.Aber es ist nicht der alleinige Grund. Unsere Kolonisten, die Nation lasse ich mal weg, haben das Kraftwerk in Uganda geplant und gebaut. Dazu haben sie erst einmal natürliche Hinternisse beseite geräumt, wie Stromschnellen oder ganze Felsbarrieren. Das Kraftwerk braucht einfach mehr, viel mehr Wasser als bislang ablief. Nur so konnte man auch ein 350 MW - Kraftwerk verkaufen. Ui, und irgendwo habe ich gelesen und ich werde es nochmal suchen, dass der Viktoriasee seit Anfang der 50er rund ein Drittel seines Wasservolumens verloren hat. Das hieße doch so die Rechnung, der Wasserspiegel ist in rund 60 Jahren um 20 m gesunken ?
      Und da Uganda sein Land selbst noch nicht einmal mit Strom beliefern kann, ohne auf dem Trockenen zu sitzen, mußten sie wohl auch von Halblast noch einmal runter. Volllast geht nicht. Badewanneneffekt. Zieh den Stöpsel und lasse gleichzeit Wasser ein, ob die Wanne leer wird ? Konnte wahrscheinlich niemand berechnen. Hatten wahrscheinlich keine Badewanne zur Hand.
      Hierzu ein Link -> wasser-und-mehr.de/meldungen-a…tuelles/045-viktoria.html

      Und die Dummheit nimmt einfach kein Ende.

      Severum02 schrieb:

      Ich weiß nicht, ob es in den Satelitenseen viele krokodile gibt :hee: , könnten die eventuell dafür verantwortlich sein?
      Hi Walther gibt es. Nur auf die Krokodile würde ich mich nicht verlassen. Die sind nicht dumm, wer läßt sich leichter erwischen, ein Angler oder Schwimmer oder ein Barsch ?
      Und die Satelitenseen lassen sich so ohne weiteres nicht mit einander vergleichen. Mal 46 Arten oder 60 Arten, bei weiten nicht die Vielzahl von Viktoria - Buntbarschen. Ausserdem gab es hier von eh und je schon größere Räuber wie zum Beispiel den Riesenbarsch ( Lates calcarifer ). Hier dürften sich die existirenden Arten der Gefahr angepasst haben und andere gibt es eben nicht.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Viktoria - See und " Der Fels der Gier "

      Hallo zusammen,

      ja der Mensch, das unbekannte Wesen. Je länger ich mich mit dem Viktoria - See beschäftige, desto unglaublicher wird es. Kennt ihr den " Fels der Gier " , nicht,
      dann müßt ihr unbedingt den Link lesen,
      ich fass es nicht, durch das allmähliche Sinken des Wasserspiegels des Viktoria - Sees entstand eine Insel auf demselbigen.
      Nun ging erstmal der Streit zwischen Kenia und Uganda los, wem gehört diese Insel ( hmm immerhin so groß wie ein Fussballfeld ) welche doch neu entstanden war ?

      Und ich dachte eigentlich, die Menschen wären glücklich und froh, wenn die guten, alten Zeiten wieder im und am Viktoria - See herrscher würden.

      Link -> Beobachter.ch -> Fels der Gier

      Für mich wird er langsam zum " See des menschlichen Unvermögens ".




      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Hallo,

      Roland aus E. schrieb:

      Je länger ich mich mit dem Viktoria - See beschäftige, desto unglaublicher wird es. Kennt ihr den " Fels der Gier " ,

      Nein, den kannte ich noch nicht, muß ich vermutlich auch nicht kennenlernen :grinsgrins: .

      Roland aus E. schrieb:

      Das hieße doch so die Rechnung, der Wasserspiegel ist in rund 60 Jahren um 20 m gesunken ?
      Nein, 20 m sind das wohl nicht. Vielleicht 5 - 10 m; wäre der Wasserspiegel 20m höher, stünde die Hauptstadt Kampala teilweise unter Wasser. Überhaupt hat der See seinen höchsten Wasserstand ja erst 1960, nach dem Bau des Kraftwerkes erreicht. Vorher lag der Spiegel viel niedriger.
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • Hallo mein Freund,

      Severum02 schrieb:

      Nein, den kannte ich noch nicht, muß ich vermutlich auch nicht kennenlernen :grinsgrins:
      richtig, müssen wir uns nicht antun. Nur beim Lesen darüber bekam ich eben ganz große und feuchte Augen. :D

      Severum02 schrieb:

      Nein, 20 m sind das wohl nicht. Vielleicht 5 - 10 m; wäre der Wasserspiegel 20m höher, stünde die Hauptstadt Kampala teilweise unter Wasser. Überhaupt hat der See seinen höchsten Wasserstand ja erst 1960, nach dem Bau des Kraftwerkes erreicht. Vorher lag der Spiegel viel niedriger.
      auch hier muss ich Dir Recht geben, wir hier im Schwabenland trinken Halbe. Hmm in unserem Nachbarnland trinken sie Mass, ist doch doppelt soviel drin aber nicht doppelt so hoch. Und richtig in der Hauptstadt wären zum allermindesten die Keller voll. :wink:

      Ich war schon wieder unterwegs und habe etwas über Uganda gefunden, wen es interessiert bitte lesen ansonsten eben nicht. Uganda und der Klimawandel
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Noch ein Glied in der schier endlosen Kette - Der Fluss Mara

      Hallo zusammen,

      ich denke, dass dem Viktoria - See so langsam aber sicher der Garaus gemacht wird.
      1. Nilbarsche
      2. Wasserhyazinthen
      3. Sauerstoffmangel
      4. Gifte aller Art
      5. Wassertrübungen
      6. zuviel Wasserentnahme - > Wasserkraftwerke und Erderwärmung und jetzt auch noch
      7. versiegende Wasserzuläufe, wie den Mara.

      Hierzu folgendes Ein Fluss kämpft um sein Überleben

      Und dem allen stellen sich ganz tolle Menschen, welche sich in der IGV zusammengefunden haben,
      ich würde gerne mitmachen, aber ich denke auch unseren Amis muss sich gewidmet werden. Hier droht dasselbe.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



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    • Hallo,

      ein sehr großes Problem, wenn nicht sogar das größte, ist die Überbevölkerung rund um den See. Nachdem die Felder der Region kaum noch Ertrag brachten,(Abholzung, Auswaschung des Bodens )haben sich sehr viele Menschen am See angesiedelt in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Viele Menschen aber keine Kläranlagen, keine geordnete Abfallbeseitigung, => See als Auffangbecken => Algenwachstum => Nährstoffe für Wasserhyazinthe => => =>
      Der Nilbarsch ist inzwischen das kleinere Übel. Durch die intensive Jagd auf diesen Barsch sind die geschlechtsreifen Tiere (ab 70 cm) zum großen Teil abgefischt und die Cichliden haben dadurch teilweise eine neue Chance erhalten, in ihre ökologischen Nischen zurückzukehren (soweit diese überhaupt noch vorhanden sind.) Allerdings sorgt die Wassertrübung dafür, dass , wie schon erwähnt, viele Arten ihre Geschlechtspartner nicht mehr erkennen können. So entstehen
      Seehybriden und auf lange Sicht evtl. neue Arten.
      Tatsächlich sind auch in anderen Seen Nilbarsche nachgewiesen worden, allerdings ohne dass man die verheerenden Folgen feststellen konnte. Das mag dadurch kommen, dass in anderen Seen mehr Zeit vergangen war und sich ein biologisches Gleichgewicht einpendeln konnte: Viele Futterfische sorgen dafür, dass sich die Nilbarsche gut vermehren können. Viele Nilbarsche reduzieren die Futterfische => wenig Futterfische => weniger Nilbarsche => weniger Nilbarsche => Vermehrung der Futterfische = Vermehrung der Nilbarsche usw.