Ökologische Katastrophen, welche unsere Fische bedrohen

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    • Moinsen Roland,
      den Link über die Staudämme wahr ich auch schon am überlegen hier mal zu posten. Schön zu sehen das auch andere mal bei Scinexx reinlesen. Stöbere oft da rum.
      Tja, egal wo, die sogenannten "wirtschaftlichen Interessen" stehen im Vordergrund und dienen als Vorwand um die Natur zu ruinieren.
      Ob nun im Amazonas-Gebiet, wo es um Strom geht, oder aber Antarktis, wo man sich drum kloppt wer wieviel von was aus dem Boden holen darf.
      "Feste Jungs, macht nur weiter so, ja dann kommt schon alles kaputt..." (soweit ich weiß ein Liedzitat asu einem Stück von Robert Long aus den 80zigern.
      Gruss, Volkmar
      Alles für's Aquarium !!! Alles für den Fisch !!!
      Möge das Wasser mit Dir sein !!!
      :allgemein:
    • Hi Volkmar,

      VoHa123 schrieb:

      den Link über die Staudämme wahr ich auch schon am überlegen hier mal zu posten. Schön zu sehen das auch andere mal bei Scinexx reinlesen. Stöbere oft da rum.
      nicht überlegen, tue es einfach. Ich lese viel, doch ich kann auch Artikel überlesen. Zum Teil habe ich hin und wieder auch keine Lust mehr. Also mache es.
      Ja und das Zitat von Robert Long ist schon stimmig, würde ich einmal sagen.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Moin Roland,

      erschreckend, ja.
      Die verantwortlichen Politiker können nicht rechnen, es sei denn es geht um den Inhalt ihrer Brieftasche. Leider haben sie nicht einmal ein normal ausgebildetes Erinnerungsvermögen: Die im Artikel beschriebenen Folgen (u.a. Flußschlamm) haben sich schon seit 1970 beim Assuan-Staudamm gezeigt. Gier frisst Hirn.
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • Hi mein Freund,

      Severum02 schrieb:

      Gier frisst Hirn.
      ich denke da oftmals eher, wo nichts ist kann auch nichts gefressen werden. Oder an die Mücke im Magen. :D

      Aber nebenbei so an alle.

      Ich sage ein ganz großes Dankeschön für die letzten beiden Jahre.
      35.000 mal gelesen, so schlecht ist das nicht. Ihr seid super. :top: :top: :top:
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Guten Abend,

      bezüglich der Staudämme im Amazonas: Hier eine interaktive Google-Maps-Karte mit den Staudämmen (bereits laufende, im bau, geplante und "potentielle Standorte").

      Staudämme des Amazonas

      Wusste bisher nicht, dass Peru und Ecuador so eifrig in den Oberläufen entlang der Andenkette am planen und bauen sind. :( Das ist ja ein "bunter Bogen" entlang der gesamten Bergkette.

      Traurige Grüsse,
      Martin
      Neolamprologus pulcher "Daffodil"; Labidochromis caeruleus "Yellow"; Pseudotropheus cyaneorhabdos "Maingano"; Astatotilapia aeneocolor "Yellow Belly"; Hemichromis guttatus; Steatocranus casuarius; Synodontis lucipinnis; Ancistrus sp "L181"
    • Hallo Snoek,

      snoek schrieb:

      Hallo!
      Warum soweit reisen, bei uns vor der Tür finden ständig Gewässer verbauungen statt; zum wohle der "Wirtschaft".
      warum ich das mache, so weit zu reisen ? Weil es nicht so weit ist, erstens ist der Amazonas nicht nur die grüne Lunge von uns allen und zudem sind hier unsere Pfleglinge zuhause,
      Aber an und für sich hast Du natürlich Recht. Wir sollten uns ebenfalls um glaubhaft zu sein, um unser täglich Wasser kümmern, denn dies ist auch nicht in Ordnung. Wir werden dies in gesteigerten Prämien erfahren müssen.
      Und deshalb sollte jeder etwas dazu beitragen dieses Problem zu erkennen. Ich jedenfalls hoffe immer noch, dass der Eine oder Andere dazu beiträgt. Und wenn es nur hier im Forum ist.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Moinsen,

      ich bin da eher pessimistisch. Es mag sich vielleicht dan auch so anhören aber ich glaube das gegen die Dummheit (Gier, Geiz, whatever) des Menschen kein Kraut gewachsen ist. Es gibt Anstrengungen in die richtige Richtung die dann von anderen wieder in die Tonne gedrückt werden. Es ist echt zum verzweifeln. Kopf schütteln, Schulterzucken und Hände vor den Kopp schlagen. Das wird dann zum Dauerzustand... Wundere mich das ich unter diesen Bedingungen überhaupt noch schreiben kann (Schüttel, Zuck, Patsch...)
      Gruss, Volkmar
      Alles für's Aquarium !!! Alles für den Fisch !!!
      Möge das Wasser mit Dir sein !!!
      :allgemein:
    • Hallo zusammen,



      Mawenzi schrieb:

      Wusste bisher nicht, dass Peru und Ecuador so eifrig in den Oberläufen entlang der Andenkette am planen und bauen sind. Das ist ja ein "bunter Bogen" entlang der gesamten Bergkette.
      @ Martin: Danke für die großartige Übersicht. Da sieht man mal, daß da schon länderübergreifende Interessen am werkeln sind. Ja, die Strukturen in vergleichsweise kleinen Ländern beeilen sich natürlich, beim Reibach rechtzeitig möglichst dick dabei zu sein.

      @ Roland: Vielleicht solltest Du den Titel dieses Freds ändern (lassen) in:
      "Ökonomische Katastrophen, welche unsere Fische bedrohen" ?
      Besten Gruß aus Essen
      :top: Walther :top: :Vic: :top:
    • Hallo!
      Dieses Problem ist so vielfältig, sei es das Leute "Unkrautmittel" in ihre Gärten spritzen damit der Garten aussieht wie das Wohnzimmer, alles muß "gepflegt" aussehen,dieses Gift landet irgendwann im Wasser.
      Gewässerverbauung Wanderfische werden in Turbinen zerhackt, usw.
      Jeder Einsatz zum Schutz unseres Lebensraum ist lobenswert, die Zerstörung der Erde ist so............., man könnte Wahsinnig werden, leider und zum wohle der Wirtschaft.

      Grüße
    • Hallo Freunde,

      Severum02 schrieb:

      @ Martin: Danke für die großartige Übersicht. Da sieht man mal, daß da schon länderübergreifende Interessen am werkeln sind. Ja, die Strukturen in vergleichsweise kleinen Ländern beeilen sich natürlich, beim Reibach rechtzeitig möglichst dick dabei zu sein.
      ja Walther, wahre Worte. Denen schließe ich mich uneingeschränkt an. Ja Martin ist schon ein Cleverle und seine Beiträge entzaubern bei mir immer wieder nur ein WOW. Einfach Spitze. :top: :top: :top:

      Severum02 schrieb:

      @ Roland: Vielleicht solltest Du den Titel dieses Freds ändern (lassen) in:
      "Ökonomische Katastrophen, welche unsere Fische bedrohen" ?
      eigentlich sollte die Überschrift eher heißen " Die menschliche " Intelligenz " gefährdet unsere Umwelt.
      Eigentlich, aber Du kennst mich doch, ich bin doch ein Mensch mit ein wenig Humor und will eigentlich nicht provozieren.


      snoek schrieb:

      Jeder Einsatz zum Schutz unseres Lebensraum ist lobenswert, die Zerstörung der Erde ist so............., man könnte Wahsinnig werden, leider und zum wohle der Wirtschaft.
      Ja Snoek, 100 % Zustimmung. Wir können nur dafür sorgen, dass es wahrgenommen wird. Meist geschieht dies im Verborgenen.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold
    • Servus,

      @ Snoek (und wen es interessiert):
      Falls du dich für den Schutz der Natur Europas interessierst bzw. engagieren möchtest, ist diese Website hier recht hilfreich:
      euronatur.org/

      Bzgl. Gewässerschutz sind besonders die Aktivitäten in den Balkanländern hervorzuheben - z.B. zum Schutz der Vjosa in Albanien, Europas letzten großen Wildfluss außerhalb Russlands:
      euronatur.org/unsere-themen/ka…s/was-ist-das-blaue-herz/
      Und:
      balkanrivers.net/de

      Viele Grüße
      Chris
    • Ist noch nichts passiert oder ?

      Hallo zusammen,

      ja passiert ist noch nichts außer das dieses Jahr der Tanganjikasee mit dem " Bedrohten See 2017 " ausgezeichnet wurde. Ja auch am Malawisee sieht es nicht viel anders aus. War wahrscheinlich sehr schwer, wer letztendlich diesen " Ruhm " verdient.

      ich habe Euch hier einmal ein schon etwas angegrauten Artikel.

      Kopie daraus.

      Afrikas größte Seen bedroht – und damit über 10 Millionen Menschen


      Veröffentlicht am 31. Mrz 2017 in Kategorie kategorielos.

      Zwei von Afrikas größten Seen sind bedroht: der Malawisee, mit den Anrainerstaaten Tansania, Malawi und Mosambik und der Tanganjikasee, der in der DR Kongo, Tansania, Sambia und Burundi liegt. Letzter wurde von Forschern der Global Nature Fund kürzlich zum „Bedrohten See des Jahres 2017“ gewählt. Allein er enthält fast 17 Prozent des gesamten Trinkwassers der Welt, ist Lebensraum vieler Tierarten und Lebensgrundlage für 10 Millionen Menschen. Landwirtschaft, Fischerei und Industrie haben das Gleichgewicht des Sees geschwächt, doch nun soll noch Erdöl und –gas gefördert werden.
      1) Im Katastrophenfall könnte das für unzählige Menschen die unausweichliche Flucht bedeuten.
      2) Der Tanganjikasee ist mit 673 Kilometern der längste See weltweit und beherbergt 1.500 Tier- und Pflanzenarten, 40 Prozent davon sind nirgendwo anders auf der Welt zu finden.
      3) Er ist Heimat allein von 200 verschiedenen Fischarten, der Malawisee sogar von 800.
      4) Aber nicht nur sie sind auf den See angewiesen, sondern auch die Menschen, die um den See herum leben. Aufgrund der Perspektivenlosigkeit und Armut in den Ländern, an denen der Westen durchaus Verantwortung trägt, haben sich viele auf den Fischfang fokussiert und sind von diesem direkt abhängig. Am Tanganyikabecken sind das bereits eine Million Menschen. Die Überfischung aufgrund der wachsenden Bevölkerung bedroht die Seen jedoch zunehmend. Auch Schadstoffe aus Industrie und Handwerk fließen ohne Vorbehandlung in den See. So nehmen die Fischbestände deutlich ab: zwischen 1995 bis 2011 ist der gesamte Fischereiertrag am Tanganjikasee um 25 Prozent gefallen,
      5) am Malawisee sind die Fischbestände von 1993 bis 2013 um 90 Prozent zurückgegangen.
      6) Ein Aussterben der Fischarten, ein Kippen des Sees oder eine großflächige Vergiftung hätte auch Auswirkung auf die gesamte Bevölkerung um die Seen und, aufgrund ihrer Größe, auch auf globale klimatische Entwicklungen.
      7) Die Lebensbedingungen der Bewohner der Anrainerstaaten werden nun noch mehr bedroht: In Zukunft sollen aus den beiden Seen Erdöl und Erdgas gefördert werden. Schon durch ein kleines Leck in einer Leitung könnte ihnen ihre ganze Lebensgrundlage genommen werden. Die Abgeschiedenheit der Seen würde ein schnelles Eingreifen bei einer Katastrophe allerdings nahezu unmöglich machen und ein kompletter Wasseraustausch der Seen würde 7000 Jahre dauern.
      8.) Ein weiteres Risiko stellt die politische Instabilität der Regionen dar, wie die Forscher erklären. Das Risiko eines Sabotageaktes oder eines bewaffneten Konflikts ist hoch. Sollten die Förderpläne realisiert werden, sei es nicht mehr die Frage, ob es zu einer Katastrophe komme, sondern nur noch wann. Die Anrainerstaaten erhoffen sich allerdings durch die Förderung und den Export neue Einnahmequellen, aufgrund ihrer schwachen Wirtschaft.
      9) Obwohl eine Katastrophe durchaus globale Konsequenzen mit sich ziehen könnte, wird diesem Problem viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die Überfischung geschieht, da den Menschen Perspektiven und Nahrung fehlen. Daran tragen auch Industriestaaten des Westens Verantwortung, wie etwa durch Freihandelsabkommen, Ausbeutung, Schwächung der Länder durch frühere Kolonialisierungen oder Einfluss auf den Klimawandel. Schon jetzt wird mit Staaten Afrikas zusammengearbeitet, um Flüchtlingsströme aufzuhalten. Hier sollte aber akut gehandelt werden, um nicht zu verhindern, dass weitere Millionen Menschen aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensgrundlage ebenfalls in die Flucht getrieben werden.
      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Schwabe () aus folgendem Grund: Den Link sollte ich schon einfügen.

    • Auch auf uns kommt noch etwas zu.

      Hallo zusammen,

      nachdem ich hin und wieder darauf angesprochen wurde, doch auch einmal vor der eigenen Haustür zu kehren, mache ich dies einmal. Es ist richtig, auch wir werden unsere Katastrophen noch haben.
      Ich habe Euch hier einmal einen link, welcher sich mit den im Zweiten Weltkrieg versenkten Schiffen befasst.
      Auf dem Grund von Nord -und Ostsee rosten hunderte Schiffe vor sich hin

      Für spätere Zeiten habe ich es einmal herauskopiert ->

      • In den Weltmeeren rosten tausende Schiffswracks vor sich hin

      • Tritt der Treibstoff oder das Öl in ihren Tanks aus, droht eine Umweltkatastrophe

      • Umweltschützer, Reedereien und Regierungen streiten über die Beseitigung der Altlasten
      Sanfte Dünen, feiner Sand, kristallklares Wasser: Die Strände von Gdynia in Polen locken jedes Jahr tausende Touristen an. Doch die pittoreske Landschaft der "Polnischen Riviera“ ist bedroht - von einem deutschen Kriegsschiff.
      Der 170 Meter lange Koloss aus Stahl heißt "Stuttgart“ und ist ein bewaffnetes Lazarettschiff, das am 9. Oktober 1943 vor der Küste von Gdynia versenkt wurde. Die rostigen Dieseltanks des Wracks sind immer noch prall mit Sprit gefüllt.
      Wenn sie bersten, würde das austretende Schweröl die gesamte Küste für immer verpesten.Eine Naturkatastrophe steht kurz bevor.

      Die "schwarzen Tränen" - ein verklärtes Vermächtnis
      Die "Stuttgart“ ist nicht die einzige Bedrohung: Zwischen 1939 und 1945 wurden im Atlantik, in Nord- und Ostsee 2882 Handelsschiffe mit insgesamt 14.408.422 Bruttoregistertonnen (BRT) versenkt.
      Teilweise mit hunderttausenden Litern Benzin und Diesel, um die kämpfenden Einheiten auf dem Festland mit Nachschub zu versorgen. Für viele Seeleute wurden die Schiffe zum stählernen Sarg. Nun tritt ihr schwarzes Vermächtnis langsam an die Oberfläche.
      Auch im Pazifik vor dem US-Bundesstaat Hawaii ist das so. Für viele Besucher der wohl berühmtesten US-Gedenkstätte sind es die "schwarzen Tränen“ der gefallenen und ertrunkenen Seeleute, die in Form von Öl glucksend an der Wasseroberfläche auftauchen. Es ist eine verklärt romantische Sicht auf die Vergangenheit, die von der eigentlichen Bedrohung ablenkt.
      Denn in den Tanks der beim Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 versenkten USS Arizona lagern noch mehr als zwei Millionen Liter Treibstoff. Das Wrack ist für die Amerikaner ein unantastbares Mahnmal - doch es korrodiert jeden Tag weiter. Würden die Tanks bersten, hätte das fatale Auswirkungen auf die Fauna und Flora des gesamten Küstengebiets.
      Das Wrack der USS Arizona oder der Stuttgart sind lediglich zwei von beängstigend vielen Wracks aus dem zweiten Weltkrieg.
      Als im Jahr 2004 ein Expertenteam anlässlich der "International Oil Spill Conference“ beauftragt wurde, herauszufinden, wie viele Schiffswracks sich in den Meeren befinden und wie viel Öl darin noch gebunkert sein könnte, fiel das Ergebnis erschreckend aus: 8569 potenziell umweltgefährdende Großschiffwracks liegen in den Tiefen der Ozeane.


      20 Millionen Tonnen Treiböl, Rohöl und Schiffsdiesel
      Eine konservative Schätzung ergab, dass in deren rostigen Tanks und Frachträumen noch über 20 Millionen Tonnen Treibstoff, Rohöl und Schiffsdiesel lagern. Dreiviertel der Wracks stammen aus dem Zweiten Weltkrieg - 6338 Schiffe, verteilt über alle Weltmeere.
      Das in ihren Rümpfen gelagerte Öl entspricht fast dem 400-Fachen dessen, was 1989 aus dem Öltanker Exxon Valdez vor der Küste Alaskas auslief. Es war eine der schlimmsten Ölkatastrophen der Welt.
      Die Korrosion der alten Wracks ist von vielen Faktoren beeinflusst: Wassertiefe, Temperatur, Salzgehalt, Strömungsverhältnis. Dadurch läuft der disruptive Prozess bei jedem Schiffswrack anders ab - aufzuhalten ist er jedoch nicht. Pro Jahrzehnt nehmen die Stahlplatten zwischen 0,5 und zwei Millimeter ab. "Was nach wenig klingt, summiert sich mit der Zeit. Verlieren die Stahlplatten drei bis zehn Millimeter ihrer Dicke, werden sie instabil und können bereits unter leichtem Druck brechen", sagt der australische Wissenschaftler Chris Selman im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung“.

      Wenn die Tanks bersten, kommt es zu einer Katastrophe
      Ob Polen, Norwegen, Schweden, Großbritannien oder Kanada - in allen Meeren der Welt schlagen die Weltkrieg-Wracks Leck. Ein Blick in die Liste der bereits passierten Zwischenfälle lässt nichts Gutes für die Zukunft erahnen.
      So sichtete im Juli 2014 ein Aufklärungsflugzeug der US-Küstenwache einen Ölteppich über dem Wrack des 1942 vor North Carolina versenkten Tankers W. E. Hutton.
      Im August 2015 schlug das Wrack des Zerstörers USS Murphy vor der Küste von New Jersey Leck. Im Oktober 2016 registrierten Satellitenbilder Ölteppiche über dem vor New York versenkten Tanker Coimbra, teilweise bedeckte er eine Fläche von anderthalb Quadratkilometern.
      Da die Kosten für die Beseitigung einer Ölpest um das Vielfaches höher wären, als das Abpumpen der alten Treibstofftanks, diskutieren Umweltschützer, Reedereien und Regierungen darüber, was mit dem schweren Erbe passieren soll.Passiert ist bisher fast nichts. Das liegt an mehreren Problemen. Zwar ist der Besitzstatus der ehemaligen Kriegsschiffe eindeutig, da sie zu Kriegszeiten unter der Flagge des jeweiligen Landes fuhren, doch nach geltendem Recht können sich diese Länder auf höhere Gewalt berufen, da die Schiffe im Krieg sanken. Die Staaten würden auf den Kosten sitzen blieben.

      "Extrem gefährlich für die Umwelt"
      Eine Ausnahme stellt jedoch Norwegen dar. Das skandinavische Land will nicht mehr länger warten, bis etwas passiert. Norwegen galt sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg als wichtiger strategischer "Brückenkopf“.
      An der teilweise hart umkämpften Küstenlinie sanken mehr als 900 Schiffe auf dem Meeresgrund. 29 davon hat die Küstenbehörde "Kystverket“ als "extrem gefährlich“ für die Umwelt eingestuft, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Deshalb haben die Norweger begonnen, das Öl aus den Tanks abzupumpen, um einer drohenden Katastrophe vorzubeugen. Der Kostenpunkt für die Bergungsaktion: 100 Millionen Euro.
      In Anbetracht dieser horrenden Summen ist wohl in nächster Zeit nicht damit zu rechnen, dass auch die Treibstofftanks der Stuttgart abgepumpt werden. Angesichts der abwartenden Haltung der polnischen, aber auch der deutschen Behörden, versucht man, die ganze Angelegenheit auszusitzen.
      "Das sieht doch keiner. Lass es einfach liegen!"
      Über die Jahre sind bereits knapp 1000 Tonnen Schweröl aus dem einstigen Lazarettschiff gesickert. Chemische Analysen eines Expertenteams um den Hydrologen Benedikt Hau haben ergeben, dass die Werte für polyzyklische-aromatische Kohlenwasserstoffe extrem erhöht waren.
      Teilweise um das 1000-Fache des Wertes, der vom polnischen Umweltministerium als Grenze festgelegt wurde. Als der Wissenschaftler die polnischen Behörden mit dieser Hiobs-Botschaft konfrontierte, bekam er eine ernüchternde Antwort: "Das sieht doch keiner. Lass es einfach liegen!"
      In Anbetracht des bedrohlichen Ausmaßes der tickenden Zeitbomben auf dem Meeresgrund bekommt das Wort "Mahnmal“ eine völlig neue Bedeutung. Das Seemannsgrab avanciert zur schmerzlichen Erinnerung einer Absurdität, die keinen Sieger kennt und zu der es nie wieder kommen darf.

      Grüsse
      Roland

      DCG 89 2012



      Reden ist Silber und Schweigen ist Gold