Besatz für 840l - Malawis oder Frontosas?

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    • Besatz für 840l - Malawis oder Frontosas?

      Hallo zusammen,

      wie in meinem Post 'User stellen sich vor' ersichtlich ist, bin ich streng genommen kein Neuaquarianer.
      Da meine aquaristischen Kenntnisse sich aber überwiegend auf südamerikanische Fische beschränken und
      Malawi- / Tanganjikabubas für mich relatives Neuland sind, passt diese Rubrik dann doch wieder.

      Ich plane einen Neubesatz für mein Aquarium und bin mir unschlüssig, welche Besatzung einziehen soll.
      Ich schwanke zwischen Malawis (Mbunas) und Frontosas (bzw. Gibberosas). Beiden Gattungen kann ich einiges abgewinnen.
      Um die Entscheidung einfacher oder evtl. auch logischer, eindeutiger zu machen, möchte ich die Vor- und Nachteile
      beider Fraktionen abwägen. Mir geht es hierbei nicht um subjektive Argumente (Malawis sind bunter, Frontosas träge etc.),
      sondern um die passendere Wahl bezogen auf das, was ich ihnen bieten kann (meine Aquariengröße, hiesigen Wasserwerte u.ä.).

      Damit ihr wisst, was die Tiere erwarten würde, hier die Daten zu Behausung und Wasser:
      Becken 200x60x70 cm (L, B, H); Mehrkammer-Innenfilter (55l Vol.)
      Wasserwerte (gem. Versorger) pH 8,2, KH 4,1, GH 5,4, NO³ 7,9 mg/l, Leitfäh. 223 (bei 25°C)

      Von den Wasserwerten her, wären Malawis passender. Das z.B. könnte eines der Argumente sein, nach denen ich suche.

      Ich hoffe, dass meine Frage nicht allzu verwirrend erscheint und freue mich auf eure Beiträge.
      Nasse Grüße,
      Jens


      Männliche Fische heißen nicht Bock!
    • Hallo Jens,

      auch wenn ich Tanganjikas den Malawis vorziehe, würde ich da schon aus rein optischen Gründen keine Cyphotilapia rein setzen. Sechs oder mehr Fische die alle die 30 cm erreichen können, sehen bei 60 cm Beckentiefe einfach nur eingepfercht aus.
      Dass deine Werte für Malawis ziemlich gut sind, hast Du ja selber schon erkannt.
      Viele Grüße
      Malte
    • Danke für die Hinweise.
      Das mit der Größe (bzw. Tiefe) des Beckens ist nachvollziehbar. Das Aquarium hat eine schwarze Rückwand (Klebefolie auf der Außenseite), dadurch ist die Tiefenwirkung rein optisch betrachtet verhältnismäßig groß. Besonders in Verbindung mit Felsen als Deko.
      Haltet ihr die Tiefe denn auch für die Tiere für zu gering oder 'nur' auf die Optik bezogen? Mehr als 60 cm Tiefe ließ sich vom Platzangebot des Raumes nicht umsetzten, sonst hätte ich da mehr genommen.
      Nasse Grüße,
      Jens


      Männliche Fische heißen nicht Bock!
    • Hallo Jens,

      also ich halte die Beckengröße für die dauerhafte Frontosa-Haltung für zu klein. Das ist aber meine ganz persönliche, gefühlsbasierte Meinung. Ich hätte da immer ein schlechtes Gewissen, so große Tiere in einem 2m Standard-Becken zu halten. Frontosa-Profis mögen das anders sehen.

      "Gefühlt" würde ich mindestens die doppelte, wenn nicht die dreifache Grundfläche für angemessen halten. Ich kann nur für mich schreiben, aber ich möchte mir nicht einfach nur schöne Fische ansehen, sondern auch möglichst die artspezifische Interaktion innerhalb der Gruppe sehen.

      Es wird ja auch immer wieder empfohlen, dass die Aquarien mindestens 10x so lang wie der größte Fisch sein sollen. Das muss zwar bestimmt nicht bei allen Fischen so sein (Frontosa sind ja auch nicht so schwimmfreudig), aber Ich tendiere eher zur 15- bis 20-fachen Länge (aus optischen Gründen).

      Gruß,
      Dirk
    • Hallo Dirk,

      ich sehe das im Prinzip ähnlich wie du. Wegen der Beckengröße habe ich mich natürlich schon im Vorfeld etwas eingelesen und den Eindruck gewonnen, dass meine AQ-Größe in Frontosa-Kreisen durchaus üblich ist. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren, letztlich geht es mir bei meiner Eingansfrage ja um solche Pro- und Contras.
      Nasse Grüße,
      Jens


      Männliche Fische heißen nicht Bock!
    • Moin Jens,
      auch ich sehe das so, auf Dauer sind die 60cm Tiefe zu wenig für die Bullenklasse! Mit Malawis färhrst sicherlich besser, auch machen die Farben keinen zu großen Unterschied zu vielen Südamerikanern, wenn Du Frontis hältst brauchen die um sich wohl zu fühlen ein sehr dunkles Becken mit vielen Höhlen und verstecken, sowas kann auch depressiv machen, alles dunkel.... :D


      :tanganjika:
      Liebe Grüße aus dem Norden
      Maggi :sued:
    • Hallo Maggi,

      auf dunkle Becken steh ich auch nur bedingt. Als ich das o.g. Becken neu hatte und als üppig bewachsenes und mit reichlich Wurzeln ausgestattetes Amazonas-Aquarium betrieb (mit Manado Bodenbelag), war mir das auf Dauer zu dunkel.
      Grundsätzlich gefallen mir die Südami-Becken sehr gut, aber als dominantes 'Wohnzimmer-Aquarium' wars nicht mein Fall. Ein Frontosa-Becken mit hohem, blauem Lichtanteil ist natürlich auch dunkel, aber das bläuliche Licht schafft eine
      gewisse optische Tiefe. Ist natürlich die Frage, ob das auf Dauer gefällt oder nur die 1/4 Stunde im Aquarienladen.
      Nasse Grüße,
      Jens


      Männliche Fische heißen nicht Bock!
    • Wenn ein Frontosaaquarium fischfreundlich beleuchtet wird, ist es extrem düster, die Tiere leben in bis zu 50 Metern Tiefe...
      GH und KH sind von den Werten her bei Dir auch zu niedrig, könnte man natürlich aufhärten.
      Bin auch absoluter Tanganjikafan, aber gegen einige schöne Malawis hätte ich auch nichts, musste aber Tanganjikaner nehmen, meine Werte sind dafür perfekt...

      :tanganjika:
      Liebe Grüße aus dem Norden
      Maggi :sued:
    • Hallo Jens,

      da hast Du ein beneidenswertes Luxusproblem ;)

      Neben Frontosas hättest Du bei Tanganjika-Besatz noch Alternativen, z.B. Tropheus oder was in Richtung Fadenmaulbrütern, letztere evtl. mit größeren Cyprichromis.

      Meine Wahl würde vermutlich aber auch in Richtung Malawi (Räuber!) gehen. Aber da meine Becken nur halb so groß sind, bleibt das derzeit Theorie. Viel Spass beim planen!
      Viele Grüße vom Niederrhein !

      Dirk :wink:
    • Hallo Jens

      ist ja schon viel geschrieben , würde auch sagen das die Frontis eher nicht so gut für dein Becken ist.

      Mit Malawis kannst einges tun.
      Mbunas kanns absolut in dieses Becken geben , was mich an Mbunas stört ist das sie doch sehr viel und hohe Steinaufbauten mit grossen Steine benötigen.
      Geht da eher in richtung Steinbruchdeseing .
      Aber jeder hat seinen eigenen Geschmack.
      Bei deiner Beckengröße könnte man sich auch gedanken über Non Mbunas machen.
      Evtl sogar auch kleiner bleibende Utakas.
      Gruß Dieter

      Mein Becken
    • Hallo zusammen,

      oder eine größere Gruppe Paracyprichromis nigripinnis, und eine Xenotilapia-Art am Boden - da würde dann auch die Frontosa-typische Beleuchtung passen, nur dass die Fische eine Nummer kleiner sind - sähe sicher super aus.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo miteinander und danke für die weiteren Beiträge

      Maggi schrieb:

      GH und KH sind von den Werten her bei Dir auch zu niedrig, könnte man natürlich aufhärten.

      Von den Werten her, wäre ein Malawibecken sinnvoller oder zumindest bequemer. Bin kein Freund von 'Fische werden in normalem Leitungswasser gehalten.'; wenns passt O.K., aber den Fischen zuliebe sollte es schon annähernd passen.
      Schließlich haben die Fische sich was dabei gedacht, sich in diesem oder jenem Wassertyp weiterzuentwickeln. ;)

      Telarien schrieb:

      da hast Du ein beneidenswertes Luxusproblem ;)

      Da geb ich dir sogar recht. Da träumt man seit seiner Schulzeit von einem schönen, großen Aquarium und wenn's dann da ist, kann man sich nicht für die passenden Fische entscheiden. ?(

      Malawist schrieb:

      was mich an Mbunas stört ist das sie doch sehr viel und hohe Steinaufbauten mit grossen Steine benötigen.

      Wollte die Felsen selber bauen und sie aushöhlen, damit wenig Platz verschenkt wird.

      Malawist schrieb:

      Bei deiner Beckengröße könnte man sich auch gedanken über Non Mbunas machen.

      Cichliden_Chris schrieb:

      oder eine größere Gruppe Paracyprichromis nigripinnis, und eine Xenotilapia-Art am Boden

      Interessante Vorschläge. Was mir an den Mbunas persönlich gut gefällt, ist deren Farbe. Ich steh nicht so auf die metallisch glänzenden Arten, wie sie bei den NonMbunas vorkommen. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache.
      Nasse Grüße,
      Jens


      Männliche Fische heißen nicht Bock!
    • Hallo Jens,

      seit einiger Zeit finde ich bei den Mbunas Petrotilapia sehr faszinierend. Wenn es etwas größer und bunt sein soll vielleicht auch was für dich?
      Es gibt durchaus Arten die über 15cm groß werden und die dicken Lippen sind zum Teil echt beeindruckend. Und schön bunt sind sie auch und wie z.b Petrotilapia chitimba auch zu bekommen.
      Viele Grüße
      Malte
    • Hallo Jens,
      nach meiner über zehnjährigen Erfahrung in der Cyphotilapia Haltung und Pflege bin ich der Meinung, dass deine Vorrausetzungen
      für eine Haltung, der Frontis, nichts entgegen spricht.

      In dieser Zeit habe ich alle Varianten gepflegt und zur Nachzucht gebracht.

      Gezüchtet habe die jeweiligen Grp in AQ von 660 - 1000 l.
      Hier habe ich feststellen können, dass nicht das Wasservolumen entscheiden ist, sondern eine Fronti gerechte Einrichtung mit der Beleuchtung.

      Dein AQ: Mit einer entsprechenden Deko und Beleuchtung versehen, eignet es sich für eine Fonti - Pflege und Haltung über Jahre hinweg,
      ohne das Probleme auftreten werden.
      Die Wackelkrankheit ist hier nicht aufgetreten.

      Zu deinen Wasserwerten: Die gleichen Wasserausgangswerte habe ich auch.

      Der pH ist für eine Pflege von Tanga- und Malawisee Cichliden gut geeignet.

      Nur der Leitwert (µS), der den pH Wert puffert sollte auf 600 µS angehoben werden.
      Mit Natron passe ich den Leitwert, nach jedem Wasserwechsel, wieder an.

      Letztes Wochenende habe ich wieder meine beiden AQ 660 l u. 1000 l mit Fronti Grp neu besetzt.

      Hier einige Fotos aus dem 660 l AQ:





      So oder ähnlich könnte die Fronti Grp auch in deinem AQ schwimmen.

      Sollten Fragen auftreten kannst sie ruhig stellen.


      Viele Grüße
      Hanno
    • Hallo,

      Zitat von Hanno: "Nur der Leitwert (µS), der den pH Wert puffert sollte auf 600 µS angehoben werden. "

      Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Nicht der Leitwert ist maßgebend für die beschriebene pH-Pufferung, sondern das Natriumhydrogenkarbonat (Natron), dass hinzu gegeben wird.
      Mit Kochsalz könnte man zwar auch die El. Leitfähigkeit erhöhen, eine pH-Pufferung wird dadurch aber nicht erreicht!
      Viele Grüße aus Lüdenscheid
      Klaus

      UBB-Code :Vic:
    • Hallo zusammen,

      danke für deinen Kommentar Hanno, bist mir (vom Mitlesen) durch das Frontosa-Forum schon bekannt. Interessant, dass du ähnliche Wasserwerte wie ich hast.

      K. Lahme schrieb:

      Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Nicht der Leitwert ist maßgebend für die beschriebene pH-Pufferung, sondern das Natriumhydrogenkarbonat (Natron), dass hinzu gegeben wird.

      Hatte auch vor mit 'Natron' (NaHCO3) die KH anzuheben. Das gibts es ja in handlichen Eimern günstig im Netz zu bestellen. Meist wird zwar die Apotheke als Einkaufsquelle genannt, aber dass die nicht für Discounter-Preise berühmt sind, dürfte bekannt sein. ;)
      Nasse Grüße,
      Jens


      Männliche Fische heißen nicht Bock!