Wiedereinstieg - 200 Liter - P. kribensis bzw. M. altispinosus (Zuchtabsicht) und Wildguppys

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    • Hallo zusammen,

      nach dem Ablaichen wurde das Gelege – ganz nach Erdfresser-Manier – mit einer dünnen Sandschicht bedeckt.
      Leider ist das Weibchen sehr dominant und verdrängt das Männchen aggressiv aus der Umgebung des Geleges. Bei einem früheren Pärchen von M. altispinosa war das nicht so – da wechselten sich die Partner beim Befächeln des Geleges auch mal ab.
      Mal schauen, wie sich das entwickelt, wenn die Brut aufschwimmt – habe ja schon seit ca. 10 Jahren M. altispinosa gepflegt, und auch schon beobachten können, dass manche Weibchen die Brutpflege unbedingt im Alleingang durchziehen wollen.

      Aber generell erinnert mich M. altispinosa total an eine kleine Ausgabe von Biotodoma cupido bzw. generell an Erdfresser, auch eine Vorstufe der Maulbrutpflege (in der Huderphase sowie bei ganz akuter Gefahr auch bei gerade freigeschwommenen Jungfischen) lässt sich beobachten – pflegenswerte Fische :)

      Und eine der wenigen Arten, deren Nachzuchten mein Händler gerne abnimmt. Während er z.B. auf Laetacara-Arten oftmals sitzenbleibt, meine damaligen L. dorsigera-Nachzuchten hatte er ewig lange sitzen.
      Frage mich echt, warum das so ist, farblich nehmen sich diese Arten ja nicht viel?
      Und z.B. Bujurquina-Arten kaum anzutreffen sind, während man C. maronii an jeder Ecke bekommt – an farblicher Attraktivität kanns ja nicht liegen…

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo zusammen,

      anbei ein Foto-Update, das Pärchen harmoniert nun wieder, morgen müssten die Jungfische aufschwimmen :)
      Wundert mich etwas, dass sie während der Huderphase nur einmal umgebettet wurden (Pfeil auf dem Foto).

      Auch die Guppyweibchen haben mittlerweile für reichlich Nachwuchs gesorgt :)

      Viele Grüße
      Chris
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      • Altispinosus3_Juni2015.jpg

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    • Foto-Update, die Jungfische schwimmen nun frei :)
      Es sind sehr viele - ein ordentliches "Knödel" ;)
      Es ist kein einziges Ei verpilzt, was für mich ein Beleg dafür ist, dass M. altispinosus auch sehr gut für härteres, leicht alkalisches Wasser geeignet ist.

      Und die Alttiere haben alle Hände (oder Flossen) voll zu tun, den "Sack Flöhe" zu bewachen, einzelne Ausreißer werden durchaus von den Wildguppys gefressen - eine weitaus größere Gefahr stellt aber das unverpaarte Altispinosus-Weibchen dar.
      Es pirscht sich regelrecht aus dem Hinterhalt heran, um immer mal wieder ein paar unvorsichtige Jungtiere zu erbeuten. Die Eltern reagieren darauf natürlich mit Verjagen, aber das unverpaarte Weibchen hat durchaus ihr Revier und sobald sie in selbiges zurückgejagt wurde, droht sie heftig zurück, hält also dagegen.
      Erstaunlich, dass das Pärchen nicht gleichzeitig auf das Weibchen losgeht - das wäre wesentlich effektiver in Sachen Verteidigung ihr gegenüber.

      Der Feinddruck schweißt das Pärchen natürlich zusammen, es kommt zu keinen Unstimmigkeiten. Dennoch hoffe ich, dass aus den momentan geschätzt 200 Jungtieren es vielleicht 20 schaffen, zur Abgabegröße herangezogen zu werden.

      Früher habe ich dazu immer Artemia-Nauplien angesetzt, nun versuche ich es mit dekapsulierten Artemia-Eiern. Hatte mit selbigen erfolgreich so manche Tanganjika-Brut aufgezogen - sollte bei den Altispinosus also auch klappen, hoffe ich mal.

      Viele Grüße
      Chris
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      • Altispinosus4_Juni2015.jpg

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    • Hallo Malte,

      danke :)

      Ja - ich mag solche Dokumentationen auch - hatte ich ja bei Lepidiolamprologus hecqui (deren mittlerweile geschlechtsreife Nachzuchten leider noch immer beim Händler sitzen, die Art ist nicht gefragt) und Julidochromis sp. "Gombe" ebenso gehandhabt - die Gombe haben übrigens auch recht viele Jungfische momentan ;)

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo zusammen,

      ganz so viele Jungtiere sind es mittlerweile wohl leider nicht mehr, aber das ist eben der Lauf der Natur. Sie haben - zum Beispiel im Vergleich zu Jungtieren von Apistogramma oder Pelvicachromis - ja nicht so die engste Bindung an die Alttiere.
      Gut, es gibt Arten, die da noch "schlimmer" sind - beispielsweise Laetacara-Arten oder M. ramirezi - da frage ich mich echt, wie diese Arten es in freier Natur schaffen, Jungtiere aufzuziehen?

      Wenn vereinzelt Jungtiere zu weit nach oben steigen, sind die Guppys recht geschickt im Jagen (sie sind halt auf Lebendfutter "trainiert", gibt ja oft genug Enchyträen oder schwarze Mückenlarven) - aber Salmler wären da wohl noch viel eifriger.

      Die größere Gefahr geht aber vom unverpaarten Altispinosus-Weibchen aus:
      Diese Art hat ja keine wirklich charakteristische Brutpflegefärbung (wie beispielsweise knallgelb-schwarze Apistogramma-Weibchen sie haben), und so ist den Jungtieren der Unterschied zwischen den eigenen Eltern und dem fremden Weibchen leider nicht klar - wenn es zu einem Drohgefecht zwischen einem Elternteil und dem unverpaarten Weibchen kommt, passiert es manchmal, dass ein paar Jungfische beim fremden Weibchen Zuflucht suchen und dann natürlich von ihr verspeist werden. Das Männchen hätte die Sache wesentlich geschickter anstellen können, wenn es sich mit beiden Weibchen gepaart hätte ;)
      Brutpflegende Altispinosus haben da doch eine Fresshemmung, und erkennen wohl auch am Geschmack, dass es Jungfische sind, denn die Elterntiere haben heute brav zwischen schwarzen Mückenlarven und eigener Brut aussortiert - die einen ins Kröpfchen, die anderen zurück in den Jungfischschwarm ;)

      Auch bei freischwimmenden Jungtieren werden leichte Tendenzen zur Maulbrutpflege deutlich, wenn vorallem das Weibchen erstmal locker zehn Jungtiere zusammensammelt, bevor die ganze Bande dann wieder in den Jungfischschwarm zurückgespuckt wird.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo zusammen,

      keine so guten Nachrichten, die Größe des Jungfischschwarms hat sich drastisch reduziert. Es tritt mal wieder das gleiche Problem auf, das ich auch schon früher mit der Aufzucht von jungen M. altispinosus hatte:
      Einige Jungfische fressen irgendwann nicht mehr so richtig, magern immer mehr ab, taumeln dann nur noch herum und sterben letztendlich. Es trifft nicht alle auf einmal, sondern nach und nach immer ein paar, bis irgendwann keine mehr übrig sind.
      Habe damals solch einen Jungfische auch mikroskopisch untersuchen lassen, es wurde der Parasit Tetrahymena corlissi diagnostiziert – selbiger kann jedoch auch ein Schwächeparasit sein, und die Ursache liegt woanders?

      Damals kam ich zu der Erkenntnis, dass es am Bodengrund liegen muss.
      Denn als ich in das damalige Becken einen Einhängekasten (Plastikgestell mit Damenstrumpfüberzug) eingebracht hatte und dort einige Jungfische hineinsetzte (die letzten paar Verbliebenen, nachdem mir der Rest auf oben genannte Weise verstorben war) wuchsen selbige ganz problemlos heran – sie hatten keinen Kontakt zum Bodengund.

      Ebenso klappte in einem komplett frisch eingerichteten Becken (in das der Stein mit dem Gelege sowie die Elterntiere überführt wurden – selbige nahmen das Gelege wieder problemlos an) die Aufzucht reibungslos.

      Nun habe ich, als meine M. altispinosus aktuell abgelaicht hatten, den Bodengrund extra mit einer Mulmglocke gereinigt – dennoch tritt dieses Problem wieder auf :(

      Wisst ihr einen Rat?

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo zusammen,

      hier mal ein - wenngleich nicht erfreuliches - Foto-Update:

      Foto 1:
      Es ist nur noch eine "handvoll" Jungfische übrig, das Pärchen hat sich zerstritten, sodass das Weibchen die Brut alleine führt. Man sieht, auch Beifische und sogar Artgenossen im Becken sind kein Garant dafür, dass die Paarbindung immer stabil bleibt. Förderlich diesbezüglich sind diese Faktoren aber dennoch.

      Foto 2:
      Zwei abgemagerte Jungfische (rote Kreise) - wie oben beschrieben, magern diese Jungfische immer mehr ab, geben fädigen Kot ab, stellen die Nahrungsaufnahme ein, liegen und taumeln dann nur noch und versterben letztendlich.

      Foto 3:
      Hier mal ein normaler Jungfisch (mit "Mageninhalt" - grüner Kreis) und ein abgemagerter Jungfisch (roter Kreis) im Vergleich.


      Das ist echt ein ärgerliches und seltsamens Phänomen, das ich - wie im Posting darüber geschildert - schon mehrfach bei dieser Art beobachten konnte. Auch bei Herotilapia multispinosa trat in einem anderen Becken dasselbe Problem auf, von einer äußerst zahlreichen Brut überlebten gerade mal zwei Tiere - diese wuchsen aber tadellos heran.
      An der Notwendigkeit von weichem/saurem Wasser kann es daher wohl nicht liegen, auch kommt M. altispinosus ja in der Natur in leicht alkalischem Wasser vor, der Laich hatte sich hundertprozentig komplett entwickelt.

      Bei Apistogramma cacatuoides oder diversen Tanganjikasee-Cichliden hatte ich diese Jungfischaufzucht-Probleme nicht.


      Auch sieht man im Zoohandel ja sehr oft abgemagerte und kränkliche M. altispinosus - die Art scheint gegen irgendein Bakterium/Parasit etc. sehr anfällig zu sein, und bei Jungfischen macht sich das dann wohl auch bei mir im Becken bemerkbar, während die Alttiere super dastehen (sind halt robuster, größerer Organismus).
      Wie sind eure Erfahrungen bei der Aufzucht von M. altispinosus?


      Bei der nächsten Brut werde ich einen Teil der Brut nach dem Freischwimmen in den besagten Einhängekasten überführen, der andere Teil bleibt bei den Elterntieren. Und dann werde ich beobachten, ob die Jungtiere im Einhängekasten wieder super heranwachsen, und mir die Jungtiere im Becken (mit Bodengrundkontakt) wieder wegsterben?


      Es muss mit dem Bodengrund zusammenhängen - aber inwiefern? ?(

      Vielleicht wäre ein normaler Kies doch besser, als der Sandbodengrund? Aber gerade bei geophaginen Arten wie M. altispinosus hätte ich ein ungutes Gefühl, ihnen keinen Sand zu bieten...

      Fragende Grüße
      Chris
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cichliden_Chris ()

    • Nabend Chris,

      bei mir wächst Brut bei den Eltern im gut eingefahren Becken mit viel Bakterien Schlamm, Detritus, Aufwuchs, Diatomeen, Rädertierchen und so weiter, sichtbar besser als im klinisch reinen Aufzuchtbecken.

      Ich würde es mal mit einer Temperatur Erhöhung versuchen und Moos aus länger laufenden Becken.
    • Hallo Normen,

      bezieht sich deine Schilderung auf M. altispinosus - also hast du diese Art in einem Becken mit "viel Bakterien Schlamm, Detritus, Aufwuchs, Diatomeen, Rädertierchen und so weiter" erfolgreich aufgezogen?

      Dass es bei anderen Arten gut klappt (z.B. bei meinen Julidochromis sp. "Gombe", das Becken ist alles andere als klinisch rein, aber die Jungtiere wachsen super), diese Erfahrung hatte ich auch gemacht. Mir geht es aber nun speziell um M. altispinosus und Aufzuchterfahrungen anderer Aquarianer mit dieser Art.

      Wie hoch sollte die Temperatur sein? Aufgrund der Außentemperaturen hat das Wasser gut und gerne 28°C.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo zusammen,

      auch wenn die Beteiligung hier nicht gerade rege ist, mal ein Update...

      Sie haben wieder abgelaicht, das Männchen hat sich wieder mit dem gleichen Weibchen gepaart - jedoch muss man betonen, dass die beiden alles andere als ein harmonisches Paar waren, bevor der Laich abgesetzt wurde. Meiner Erfahrung nach hält die Paarbindung von M. altispinosus nur solange, wie Laich oder Brut betreut wird - eine dauerhafte Paarbindung gehen sie nicht ein.

      Wie angekündigt, habe ich einen Teil der Jungfische in den Einhängekasten überführt, aber natürlich auch noch einen Schwung Jungfische bei den Eltern gelassen - beides ist auf dem Foto ersichtlich.

      Viele Grüße
      Chris
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    • Hallo zusammen,

      freut mich, dass zumindest gerne mitgelesen wird :)

      Es wundert mich nur, dass mit einer solch doch recht gängigen Art wie M. altispinosus anscheinend niemand Nachzuchterfahrung hat. Man sieht die Art ja in fast jedem Zoohandel - aber für schöne Exemplare muss man lange suchen, oftmals sind die Tiere sehr mager - da tritt wohl die gleiche Problematik auf, wie bei meinen Jungfischen (wie oben beschrieben, die Brut vom Juni).

      Eigentlich wollte ich als Startfutter lebende Artemianauplien anbieten - aber da schlüpft nix, habe gerade den zweiten Versuch gestartet... die Dose mit den Artemia-Eiern lag jedoch noch vom Umzug aufm Dachboden in der Hitze - vermutlich deswegen. Daher muss ich auf dekapsulierte Artemia-Eier zurückgreifen. Damit habe ich kleinere Tanganjikasee-Cichliden ganz problemlos großbekommen - weiß jedoch nicht, ob es auch mit südamerikanischen Zwergcichliden klappt?

      Grundsätzlich bin ich kein Freund von künstlicher Aufzucht. Aber bis zum Freischwimmen wurde die Brut ja von den Alttieren gepflegt. Von den im Becken befindlichen Jungfischen ist nur noch eine "handvoll" übrig, die Jungfische im Aufzuchtkasten sind hingegen zahlreich (gestern war es noch 50:50).
      Das übrige Altispinosus-Weibchen erweist sich als äußert geschickte Jungfischjägerin. Um den Eltern die komplette Brutpflege zu überlassen, müsste ich für den Brutvorgang somit dieses Weibchen ausquartieren, und auch die acht Guppys auf drei oder vier reduzieren - dann sähe es wohl diesbzgl. gut aus. Aber das Problem mit der Jungfisch-Sterblichkeit bestünde dann immer noch (wie bei der Brut vom Juni geschildert).

      Nun denn, da ich stark vermute, dass diese Jungfisch-Sterblichkeit mit dem Bodengrund zusammenhängt (inwiefern auch immer???), müsste die Aufzucht im Einhänge-Kasten ja klappen - mal sehen.

      Viele Grüße
      Chris
    • Hallo Chris,

      auf dem Dachboden Artemia auf zu heben ist der schlechteste Ort. Meine Dosen stehen im Gefrierschrank, davon entnehme ich nur soviel, wie ich die nächsten 2 Wochen verbrauche. Deckel drauf und ab in den Gefrierschrank, damit hält so eine Dose 2 Jahre und die Schlupfrate ist bis zum Ende wenigstens noch 80%. Dekapsulierte aus dem Handel sind bereits tot und bilden für die Kleinen wenig Anreiz sie zu fressen. Ich denke, dass deine Jungfische einfach verhungern und dass der Bodengrund keine Rolle spielt. Allerdings würde ich keinen groben Kies nehmen, wo sie in den Zwischenräumen im Mulm verschwinden. Sand ist da die erste Wahl und außerdem sorge für eine leichte Bodenströmung, dann denke ich müsste es klappen. Aber da du ja sowieso einen Sandboden hast erübrigt sich der Hinweis.

      Gruß Jakob :hut:


      :west:
      Gruß Jakob

      Der Klügere gibt nach, nicht auf!
    • Servus,

      habe dieses Frühjahr von meiner Wildfanggruppe Mikrogeophagus altispinosus rund 200 Jungfische aufgezogen und hatte damit keine Probleme. Gefüttert habe ich 4 Wochen lang ausschließlich mit frisch geschlüpften Artemia Nauplien. Artemiaeier teile ich nach dem ich eine Dose aufmache immer in ca. 15-20 Tüten auf, schweiße sie ein und lege sie in die Gefriertruhe, wo ich sie dann bei Bedarf wieder raushole.

      Die Larven der M. altispinosus wurden kurz vor dem Freischwimmen abgesaugt und in einen "Gerdkasten" überführt, worin sie sehr gut wuchsen. Nach etwa 5-6 Wochen überführte ich sie in ein 200 Liter Becken ohne Bodengrund und nach etwa 12 Wochen in ein 1.200 Liter Becken mit Bodengrund, worin die etwa 50 noch nicht abgegebenen nach wie vor schwimmen und sehr gut wachsen....

      Gruß
      Stefan
      Ein Hobby ist erst dann ein richtiges Hobby, wenn man anfängt es zu übertreiben!