Erfahrungen mit "notropis chrosomus" (Regenbogen Shiner/Elritzen)

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    • Erfahrungen mit "notropis chrosomus" (Regenbogen Shiner/Elritzen)

      Hallo Teichfreunde,

      in unserem Teich wohen eigentlich schon seit Jahren blos einfache Goldfische. Als ich letzens mal ein bisschen nach alternativen Fischen,
      welche auch ein bisschen mehr hermachen als Goldfische, gesucht habe, bin ich auf die Rogenbogenshiner gestoßen.
      Ich war total begeistert :D
      Da die Goldfische schon immer im Teich überwintern (Tiefe 80cm + Eisfreihalter[Syropor Glocke]) wäre es natürlich optimal wenn die Notropis auch gleich draußen bleiben könnten.
      Aber dort scheiden sich anscheinend die Geister. Oft und viel liest man das die Fische den Winter überleben, aber selten wird geschrieben wo in Dtl. die Fische gehalten werden oder wie Tief der Teich ist.
      Schließlich ist hier im wilden Osten :D der Winter härter als an der See oder im Ruhrpott... ;)
      Der Fischdealer meines Vertrauens meinte hingegen, dass sie nicht winterhart wären.

      Pflegt von euch jemand diese Fische und hat ensprechende Erfahrungen?
      Würdet ihr es auf einen Versuch ankommen lassen?

      VG
      Andre
      :sued:
    • Hallo Andre,

      dein Fischdealer hat zum Teil recht,
      der Notropis chrosomus ist von seinen Heimatgewässern auch sehr niedrige Wintertemperaturen gewohnt.
      Er bewohnt flache Fließgewässer die sich bei Lufttemperaturen bis -10°C auch sehr stark abkühlen.

      Nur, bezieht dein Dealer die Tiere aus Dampfaufzucht, was sich in letzter Zeit auch durch Hobbyzüchter verstärkt,
      würde ich auch keine Garantie für eine ganzjährige Haltung im Gartenteich geben.


      Der Notropis ist robust wie der Goldfisch nur ist ein Teich von 80 cm allgemein für Fische schon Grenz-wertig.
      Er bevorzugt als Fisch aus fließenden Gewässern auch etwas Strömung und sauberes Sauerstoff reiches Wasser.


      youtube.com/watch?v=4Y-0xiXtUTo

      youtube.com/user/wp3d/videos

      Gruß Werner
      Gruß Werner
    • Hallo Andre,

      Die beste Lösung ist den Teich im Sommer wie Winter per Ausströmer oder Luftheber zu durchlüften.An der Stelle bleibt es bis -15 Eisfrei.So klappt das auch bei einen Wasserstand von 50cm im Vorgartenteich,das die Kaltwasserfische gut überwintern.
      Fäulnisentstehung ob 80cm ,1m oder 1,5m tiefen Teich bei geschlossener Eisdecke ist das größte Problem.Da hilft auch kein Styroporeisfreihalter.

      MfG Ronny

      Ps..ein Wasserfall im Winter hilft auch,nur so überleben die Bachforellen den Winter in der Natur,an der Stelle ist es Eisfrei und genug Sauerstoff vorhanden.
      Wer sich mit Elritzen genau befasst und weiss wo und wie die in der Natur leben,kann gewiss sein das die einen langen deutschen Winter,derwar,"bestimmt" friedlich überleben. ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ronny B. ()

    • Hallo miteinander,

      ich habe diesbezüglich heute einmal mit Björn T. Lörper gesprochen, dieser hatte die Tiere 2003 aus den USA eingeführt und war damit wohl einer der ersten. Bezüglich der Winterfestigkeit sagte er mir folgendes:

      Winterfest sind die Tiere definitv nicht! Er hat es selbst ausprobiert, unter 10Grad fangen die Tiere an zu kränkeln und verenden schließlich. Vom notropis chrosomus gibt es insgesamt 3 Formen, die schöne Variante, also der klassische "Rainbow shiner" kommt ausschließlich in Alabama vor, wo er ganzjährig warme Temperaturen vorfindet, dies ist darauf zurückzuführen, dass in diesen Gewässern einige heiße Quellen zu finden sind, die die Gewässer immer auf min. 12 Grad halten (er war 3 mal dort, niedrigere Temperaturen konnte er dort nie messen).

      Natürlich nicht wort wörtlich, allerdings sind dort die wichtigsten Fakten drin. Bin daher auch durchaus überascht von dem Video, was Werner gepostet hat. Dort kann man in den Kommentaren ja erlesen, dass sie dort bei ca. 4 Grad im Bachlauf gehalten werden. Ob aus den doch recht unscheinbaren Tieren die teilweise sogar im Süden Kanadas vorkommen diese Farben herausgezüchtet wurden, oder ob beide Standort Varianten gekreuzt wurden, womit evtl einerseits die Färbung, andererseits die anpassungsfähigkeit bezüglich der Temperatur herausstechen, weiß ich natürlich nicht.


      Björn pflegte diese Tiere zuletzt 2005, was ja auch schon eine Zeit her ist, daher ist es natürlich nicht unmöglich, dass sich die Tiere im Laufe dieser Zeit so angepasst haben, dass sie auch den Deutschen Winter überleben und dabei sogar sehr aktiv zu sein scheinen.


      Ich würde diesen Versuch also durchaus machen, allerdings genau beobachten, wie sich die Tiere bei zunehmender Kälte verhalten. Laut Björn waren die ersten Anzeichen von zu kühler Haltung immer Hautaufbrüche und blutige Stellen am Körper.
      Beste Grüße,

      Patrick

      :sued: :wels:
    • Hallo Leute,
      ich möchte hier mal ein paar Anmerkungen zum Thema Rainbow Shiner machen.
      Seit Jahren wird der Rainbow Shiner Notropis chrosomus in Deutschland gehalten und vermehrt. Werner, der die Tiere unter "WP-3D " seit Jahren vermarktet hat daran großen Anteil.
      Wenn man auf deutschen Internetseiten nachliest, ist immer von einer Form A und einer Form B die Rede. Ich halte dies für falsch.
      Notropis chrosomus wechselt sein Farbkleid im Laufe der Jahreszeiten. In den Wintermonaten handelt es sich um ein unscheinbares Fischchen, das von der Farbgebung an ein Weibchen der Bittelingsbarbe erinnert. Diese Färbung kann ich an meinen Tieren in einem Temperaturbereich von 12 - 16°C (tiefere Temperaturen bekomme ich in meiner Anlage nicht ohne aktive Kühlung hin) erleben. Im Frühjahr färben sich die Flossen und Rücken der Männchen blau, während der Körper rotbraun erscheint (Temp. ca.. 15 -18°C). Dies hat ein bekannter Aquarianer aus dem Stuttgarter Raum seinerzeit als "Form A" bezeichnet. Als weiteres Unterscheidungsmerkmal zur "Form B" bemerkte er, dass die Form A im Gegensatz zur Form B sehr große Gelege produziert, und letztere höhere Temperaturen benötigt. Tatsächlich sind die ersten Gelege nach der Winterpause , je nach Größe der Zuchtgruppe so groß, dass mehrere 1000 Eier abgesetzt werden. Weitere Gelege ( meist bei Vollmond und Neumond) bei höheren Temperaturen sind Tatsächlich kleiner so dass nur noch mehrere 100 Laichkörner abgegeben werden. Beim ersten Laichen im kalten Wasser färben sich die Fische rot mit blauen Flossen, in wärmeren Wasser zeigen sie "Bonbon"-Farben in allen erdenklichen Rot-, und Pinktönen. Der Aquarianer der das noch nicht beobachten durfte hat bislang umsonst Fische gehalten, und wird sich fortan fragen, warum Cichliden auch "Buntbarsche" genannt werden. Der Aquarianer der die Shiner ganzjährig zwischen 20 und 25°C hällt, wird folglich immer nur die Form B pflegen. Alle Bilder der Formen A und B zeigen exakt die Tiere, die ich seit Jahren pflege.
      Ein amerikanischer Exporteur unterscheidet auf Wunsch seines holländischen Kunden ebenfalls zwei Fomen, hat mir gegenüber jedoch zugegeben, dass ihm keine unterschiedlichen Formen bekannt sind. Tatsächlich kennen auch die Herren Lawrence M. Page und Brooks M. Burr, die Autoren des Peterson Field Guides of Freshwater Fishes (die "Bibel" für North American Native Fishes) keine zwei "Formen", sondern zählen drei weitere Arten auf, mit denen der Rainbow Shiner verwechselt werden kann. Das Vorkommensgebiet erstreckt sich übrigens über die Bundeslstaaten Tennessee, Alabama und Georgia (ca. 900 km), weshalb ich mir keine Wertung der schönsten Populationen erlauben würde.
      Kommen wir nun auf die Ausgangsfrage zurück: kann man die Art im Gartenteich überwintern?
      Evolutionbiologisch gesehen stammen unsere Rainbow-Shiner nicht von irgendwelchen "Dampfaufzuchten " ab, sondern sind die Nachfahren von Fischen, die in den letzten 20.000.000 Jahren sicherlich auch aussergewöhnlich hohe oder niedrige Temperaturen überstanden haben. In einem milden Winter im sauberen (nicht sauerstoffzehrenden Teich) mag die Überwinterung gutgehen, eigentlich benötigt man aber unbedingt einen hohen Sauerstoffgehalt. Laut Peterson bewohnen die Rainbow Shiner neben schnellfließenden, kiesigen Bächen eben auch stehende Gewässer mit sandigem Grund. Der Vergleich eines Vorschreibers mit Forellen ist gar nicht so falsch, da die Forelle in einem Bach niemals unter die magische Temperatur von +4°C kommt. Um möglichst wenig Energie zu verbrauchen, steigt der Fisch auf eine passive Atmung um. Er stellt sich mit leicht geöffnetten Maul in die Strömung und läßt sauerstoffreiches Wasser durch die Kiemen fließen, ohne die Kiemendeckel zu bewegen. Das macht der Shiner im kalten Wasser wohl auch, so dass eine permanente Strömung bei einer Wassertemperatur nicht unter 4°C meines Erachtens für die Überwinterung nötig wäre. Im stehenden Teich würde ich eine Überwinterung eher nicht empfehlen.
      Gruß Frank

      P.S.: Gewässer in unseren Gefilden haben eine natürliche Schichtung. Die Wassertemperatur beträgt in ein Meter Tiefe immer +4°C. Nur deshalb überleben Fische in zugefrorenen Teichen. Ein Teich ohne sauerstoffzehrende Schlammschicht am Boden braucht also auch nicht belüftet zu werden. Im Gegenteil: Ein Sprudelstein würde die natürliche Schichtung auflösen und kälteres Wasser auf den Grund leiten.
    • Hallo,

      Durch eine Durchlüftung wird die Wärme vom Bodengrund nach oben befördert.Richtig.Soll auch so sein.Das meiste ist die Wasser-Bewegung an sich was Eisfrei hält.
      Da Wärme von Inneren unsere Kugel nach kommt.bleibt die Temperatur relativ konstant.
      Umso tiefer der Teich ist umso wärmer ist der Bodengrund im Winter.Bei 10m 10-12Grad.

      Koi oder sonstige Kaltwasserfische ist es egal ob die im Winter 4Grad oder 3 oder 2Grad haben.Sauerstoff ist wichtiger,als Wärme.

      Probiert es einfach aus bei einen 50cm tiefen Teich.mit ner 2Watt Membranpumpe.

      MfG Ronny

      Ps..bei 50cm oder 1m Teich wo sind da die großen Temperaturdifferenzen.
      Bäche oder Flüsse frieren auch erst bei starken Minusgraden zu.....

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Ronny B. ()

    • Hallo Ronny,
      ich hatte ja schon gehört, das die Gesetze der Statik in deiner Zuchtanlage offenbar nicht gelten, aber das auch die Geophysik vor deiner Tür einknickt war mir neu.
      Auf der Suche nach einer Quelle bin ich auf folgende Arbeit gestoßen.
      google.de/url?sa=t&rct=j&q=&es…bv.47008514,d.bGE&cad=rja
      Gut die Arbeit stammt aus einem Bundesland in dem alles etwas anders läuft, aber ich denke, die Thesen gelten auch für den anderen Freistaat :thumbsup: .
      Zum Thema Temperaturschichtung reicht es wenn du dir die Tabelle auf Seite 20 anschaust.
      Die Arbeit ist aber auch so sehr lesenswert.
      Gruß Frank
    • Hi Andre,

      was spricht eigentlich gegen die bei uns heimischen Elritzen (Phoxinus phoxinus)?
      Sind auch hübsche und sehr aktive kleine Fische :) Allerdings nicht so knallig wie die Notropis.
      Winterhart wären sie, allerdings würden sich auch hier etwas Wasserbewegung und gute Durchlüftung gut machen.

      Grüße
      Basti
    • Hallo Basti,

      Gar nichts.

      Unser heimische Elritze kommt meist in der Forellen-Äschenregion vor.Bevorzugt klare sauerstoffreiche Fließgewässer.Laut Angellatein. ^^

      Ob die Elritzen noch unter Naturschutz stehen,war edenfalls zu "DDR-Zeiten". :huh: ? .Aber jetzt haben die Bäche und Flüsse bessere Qualität bekommen.Nach so vielen Jahren. :top:

      MfG Ronny
    • Das kommt glaube ich auf das Bundesland an. Ich hatte mal welche in meinem damaligen Gartenteich. War echt toll denen zuzusehen im vergleich zu den "lahmen Goldfischen", zumal sie auch immer in Oberflächennähe rumwuselten. Meintest du das mit dem Naturschutz bezogen auf eine eventuelle Entnahme aus einem Gewässer? Meine waren damals aus der Zoohandlung...zu Zeiten als noch ab und an einheimische Kaltwasserfische dort angeboten wurden. Mittlerweile bekommt man bei uns leider fast nur noch Goldfische und Orfen.
    • Hallo Frank,

      deiner Ausführung kann ich kaum etwas hinzufügen, passt fast alles. :top:
      Nur im letzten Winter zeigten die Männchen auch bei tiefen Temperaturen
      ihre blauen Brustflossen,

      was auch der eigentliche Grund war das Video zu machen.
      Ein Großteil der Notropis chr. befindet sich schon 4 Jahre ohne
      nennenswerte Ausfälle im Teich.

      Ich füge noch einmal Links von Video`s ein,
      hierbei handelt es sich um ein und die selbe Zuchtgruppe in verschiedenen
      Stimmunglagen.

      Die Tiere sind aus fast 5 jähriger Selektion farblich schon deutlich von
      den Wildfang Nachwuchs Tieren im ersten Bachlauf-video zu
      unterscheiden.


      youtube.com/watch?v=UjmveJML46Q
      youtube.com/watch?v=DlaKmI4jhfA
      youtube.com/watch?v=zRA-G-Q3Bh0
      Gruß Werner
    • Normale Elritzen gibts sogar im Hornbach bei uns. :D
      Naja wenn sollen es schon die Shiner sein, der Teich gehört ja eigentlich auch meinen Eltern, glaube nicht das die sich für eher unscheinbare Fische begeistern lassen...

      In welcher Beckengröße könnten so sagen wir mal 10 Exemplare überwintern? reicht da ein Standart 60 oder 80cm Becken?
      Lassen sich die Fische leicht rausfangen?
      Oder einfach mal den Überwinterungs-Verusch wagen?

      @ Werner wie Tief ist dein Teich, und wie "hart" ist dein Winter durchschnittlich?

      VG
      Andre
      :sued:
    • Hallo Werner,
      es ist ja nicht so, dass die Fische im Winter gar kein blau mehr zeigen würden. Doch wie gesagt, ich komme gar nicht auf die niedrigen Temperaturen, die es bräuchte um eine Aussage darüber machen zu können, wie die Notropis dann aussehen.
      Ansonsten unterstreichen deine Videos meine Aussagen. Wenn ich nur kommentarlos die ersten beiden Videos gesehen habe, dann sehe ich als jemand, der die Tiere nie gepfegt hat zwei Arten. Video II zeigt aber Notropis kurz vor dem Ablaichen, es sind aber immer noch die gleichen Fische. Die grauen Jungfische in
      Video III konnte ich aber so noch nie beobachten. Aber würde ich selektieren, dann würde ich die wahrscheinlich rauswerfen (was möglicherweise ein Fehler wäre, da sie offensichtlich schon als Zwerge sehr viel blau zeigen).

      @ Andre: Der deutsche Name Regenbogen-Elritze ist verwirrend, da die Gattung Notropis eigentlich nichts mit unseren heimischen Elritzen zu tun hat. Es fehlt unter anderem der typische Laichausschlag.
      @ all: Nach Aussage eines befreundetten Biologen stellen die Im Zoohandel angebotenen Karpfenfische wie Bitterling, Elritze und Moderlischen ein Problem dar, da es sich dabei meist um osteuropäische Unterarten unserer heimischen Fische handelt. Von allen drei genannten Arten soll es inzwischen auch in den natürlichen Gewässern bei uns fast nur noch Mischformen geben.
      Gruß Frank
    • Hallo Leute,
      ich habe gerade ein kurzes Video gefunden in dem Redlip Shiner Notropis chiliticus und ein paar andere recht handliche Arten zu sehen sind.
      Ich bitte darum einmal auf die Strömung zu achten. Die laichenden Percina aurantiaca fliegen fast weg.
      vimeo.com/66103145

      Bei der phylosohpischen Festellung "Water is love!" muss sogar der Sprecher grinsen.
      Gruß Frank