Darmprobleme bei Thorichthysarten

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    • Darmprobleme bei Thorichthysarten

      Hallo Leute,

      ein Problem, das bestimmt nicht nur Thorichthysarten betrifft, beschleunigte Atmung, dunkler werden, apathisch in der Ecke hängen, weißer Kot, aufgetriebene Bäuche, tot. Meist wird diese Krankheit als Bauchwassersucht bezeichnet, allerdings ist zu bezweifeln, dass es sich um diese altbekannte Krankheit handelt. Natürlich gab es diese Krankheitserscheinungen schon früher, aber da erwischte es meist nur Einzeltiere und war scheinbar nicht ansteckend. Als die Tropheuszeit begann, begannen auch regelrechte Seuchen, die oft mit dem Ableben des kompletten Besatzes endeten. Eine Zeit lang gab es ein Medikament aus der Vogelhaltung, Gabrocol, das selbst bei kugelrunde Tiere noch erstaunliche Erfolge brachte, aber damit war es dann Mitte der 90er auch vorbei, da das Mittel vom Markt genommen, oder verboten, oder beides, wurde.

      Aquarianer, die sich mit der Haltung von Thorichthysarten beschäftigen, erwischt es nun ebenfalls regelmäßig. Nur wenige bleiben verschont und machen anscheinend, wenn auch unbewusst, alles richtig. Wenn die gierigen Fresser plötzlich keinen Hunger mehr haben, dann hat man sich schon wieder dieses leidige Problem eingefangen. Eine Behandlung mit Metronidazol, bei vielen Arten recht wirksam, bringt bei unseren Thorichtys nur sehr selten etwas. Nun beginnt das Trauerspiel, ein Tier nach dem anderen erkrankt und oft geht einem der komplette Besatz ein. Ein Moment wo man wirklich an sich zweifelt und die weitere Haltung dieser Arten noch einmal überdenkt.

      Was können wir dagegen unternehmen ? Macht Euch keine Hoffnungen, ich weiss es auch nicht.

      Ich habe schon wirklich alles probiert. Temperatur hoch, täglich Wasserwechsel, Futterumstellungen, verschiedene Medikamente, letztendlich hat nur ein gnadenloses Aussortieren etwas gebracht um wenigstens einige Tiere durch zubringen. Alles was nicht mehr fraß und eine beschleunigte Atmung hatte, wurde heraus gefangen und abgetötet. Eine Behandlung der erkrankten Tiere hat bei mir noch nie geholfen. Daher erspare ich diese den Tieren und mir. Ab dem ersten Erkennen der Krankheit, bis zum Ableben, geht es, je nach Größe, 2 - 5 Tage.

      Nun würden mich Eure Erfahrungen, vielleicht auch Erfolge mit der Behandlung interessieren. Bei mir hat diese Seuche mal wieder ca. 80 - 100 Tiere dahin gerafft. Zur Zeit bin ich alles andere als motiviert.
      Gruß
      Dieter

      :mitt:


    • Hallo Dieter :(

      Leider kann ich mich nicht zu diesem Thema äussern, aber ich bin sehr schockiert und auch sehr traurig darüber, das dir so viele Tiere verstorben sind ;(

      Ich hoffe und wünsche Dir aber, das nach deiner schrecklichen Talfart es baldmöglichst wieder bergauf geht!! :)

      Trotz allem noch

      lg Ela
    • Hello Dieter,

      I've read you're message about the diseases by Thorichthys pasionis it's sadly that you lost your fish!. I have the same problems here by fry with a size of 2cm or more.
      In my opinion does this occur when i want to switch them from artemia naupilien to normal dry food. This gives internal infections with the following symptoms: White poe, Fat belly's and they are dead within a few days.
      I tried using liquide fry no1 and later no2 this works.. only the problem of switch to a new type of food is still presented :(

      My next try will be to put a pair in a tank with only some dither fish, Let them spawn and than i will try to feed the parents and the fry with small (powder) dry food. So i don't have to switch between food.
      I did this years ago by Theraps lentiginosus and this works fine for me.. a other thing i will try is to refresh with water with the same temperature and mixed in 50 % oldwater and 50 % freshwater in a bucket,:) to prevent stress by waterchanges!.
      And i will add also Easylife Voogle i've heard from someone who had much experience with sensitive fish that this stuff got a good effect on some fish.

      I hope that other people got some extra information about breeding and raising up of Thorichthys spec.. :)
      Gruß Michael.
      (8!) (8!)
      :mitt:
    • Moin,



      bei mir hat es auch leider einige Tiere erwischt. Jedoch dauerte der "Sterbeprozeß" mehrere Wochen! Gott sei dank ist das schon einige Zeit her :-). Doch immer wenn ein Tier ein bischen zu viel gefressen hat, schau ich kritisch auf den Bauch und befürchte das schlimmste. Ich verbinde die gute Gesunheit meiner Tiere mit dem Auslassen von Frostfutter. Seit dem keine Todefälle.
      Beste Grüsse,

      Simon



      :sued: ( inklusiv :wels: )
    • Darmprobleme bei Thorichtysarten

      mitglied.multimania.de/FreddyKieselbach/fischkranheiten.htm

      Hallo Dieter,

      als passiv Betroffener möchte ich auf den obigen Link hinweisen. Dort findet man eine sehr gute Übersicht mit Diagnosen und Heilbehandlungen der verschiedensten Krankheitsbilder.

      Sehr gute Erfahrungen habe ich übrigens mit Guggenbühl Flockenfutter und Sticks gemacht, wenn die geschätzten Pfleglinge eine heikle Darmflora haben. In dieser Mischung hat man Spirulina, Artemia, Garnelen und viele verschiedene andere Pflanzenanteile gemischt. Die Tanganjikafreunde wissen das bereits alle schon.

      Es ist immer bedauerlich, wenn es aus unbekannten Gründen zu solchen Totalausfällen kommt. Meistens liegt es an den Haltungsbedingungen, den Wasserwerten und dem Futter. Bei Thorichtys pasionis wird in der Literatur ein sehr hoher pH - Wert angegeben. Mit Natriumhydrogenkarbonat kann man leicht einen pH - Wert zwischen 8,5 - 9 erreichen und den KH - Wert erhöhen.

      Das wäre z.B. etwas, was ich in meinem Becken als Grundvoraussetzung angeboten hätte. Das ist natürlich immer abhängig davon, welche natürlichen Bedingungen in den Heimathabitaten herrschen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Axel
    • Dieter Duehring schrieb:

      Nun würden mich Eure Erfahrungen, vielleicht auch Erfolge mit der Behandlung interessieren.
      Ich bin alles andere als ein erfahrener Thorichthyshalter, habe meine maculipinnis seit einem Jahr, aber wenn man sich einem Problem gegenübersieht, dann macht es vielleicht Sinn, wenn man 'brainstormed'. Bei mir kam die Krankheit glücklicherweise noch nicht vor.
      Vielleicht muss man nicht immer alle Zusammenhänge verstehen und dem Problem rational begegnen sondern auch mal Glück haben oder über 'try and error' vorgehen. Vielleicht habt ihr viele dieser Dinge auch 'schon durch'.
      1.Seit einiger Zeit werfe ich Seemandelbaumblätter ins Wasser. Irgendwann kam da ja mal ein Hype auf und ich wollte das testen - ich habe das Gefühl, dass es meinen Fischen gut tut.
      2.Wenn ich mir das Verhalten der Thorichthys anschaue, dann fällt mir auf, dass sie oft Sand im Maul haben. Ich nehme an, dass ein Teil davon geschluckt wird. Vielleicht bringt das einen Vorteil für die Verdauung? (Gibt es im natürlichen Habitat eigentlich auch feineren Sand?).
      3.Scheue ich mich seit eh und je meine Fische zu 'mästen'. Bedeutet, dass sie sich eben nicht bis zum Platzen vollfressen. Ich denke, dass das in der Natur auch nicht immer möglich sein kann? Dem gegenüber bin ich auch kein Freund von richtigen Fastentagen. Korrigiert mich bitte, falls ich danebenen liege ;)
      Unter Umständen gibt es ja einen neuen Ansatzpunkt?
      Grüße Phil
      Liebe Grüße
      Phil
    • ...vllt nur als Ergänzung:

      1995 holten wir aus dem Süden Belizes Th. aureus.
      Ich setzte sie alleine, das ganze Thema der eiweißarmen Ernährung, kein Frostfutter war alles schon damals bekannt. Sandbodengrund. Fütterung konsequent nur jeden 2. Tag.

      Bei einem Freund das Gleiche.

      Einziger Unterschied: Bei mir einmal die Woche standardmäßig 50-60 % WW, bei ihm höchstens alle 2-3 Wochen mal 20-25%.

      Ratet, welche länger überlebten?
      Seine!

      Trotzdem waren sie am Ende dahingerafft, bevor sie überhaupt laichten.

      Weiteres hier, schon 11 Jahre alt, bestimmt teilweise überholt, aber im Prinzip noch immer gültig:

      buchhauser-peter.de/tod_sterben_thorichthys.html

      Es gibt dort auch noch eine Publikation von mir von 1997, die Probleme mit Thorichthys haben sich seitdem wohl kaum verändert.
      Schade eigentlich, dass wir selbst 15 Jahre später immer wieder damit kämpfen...
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • Hallo,

      auch ich habe diese Darmprobleme bei meinen Cichliden.

      Ich habe mal einen C.salvini mit aufgetriebenem Bauch einer Tierärztin zur Untersuchung gegeben. Sie hat ein wenig Darmflagellaten und die Bakterien E.coli und Stapphylokokken gefunden. Sie hat mir eine Behandlung mit Enrofloxacin 10% und anschließend Metronidazol vorgeschlagen.
      Als dann der nächste salvini einen aufgetriebenen Bauch hatte, habe ich zwei salvini herausgefangen und mit Gitter in ein 160 l Aqua gesetzt dort habe ich dann mit Nifurpirinol mit Metronidazol behandelt. Nach fünf Tagen habe ich das Wasser neu gemacht und die Dosis erhöht. der salvini ohne Krankheitszeichen hat während der Behandlungszeit sehr gut Regenwürmer gefressen und normal gekotet. Der mit aufgetriebenen Bauch hat die ganze Zeit weiß gekotet, welcher sich an dem Gitter festgehängt hatte, das Gitter war voll. Nach 10 Tagen ist der salvini verendet. Ich habe Nifurporinol statt Enrofloxacin genommen, weil ich es noch da hatte und es ebenso gegen diese Bakterien wirkt. Ich glaube die Bakterien scheinen im Freiwasser gut in Schach gehalten worden zu sein, aber sie befallen dann offensichtlich die inneren Organe, vor allem die Gallenblase und dort werden sie wahrscheinlich nicht mehr von den Medikamenten erreicht.
      Es gibt sogar Staphylococcus aureus, aber das hat wohl nix spezifisches mit unserem Thorichthys aureus zu tun ;)

      Nun habe ich angefangen die Bakterien in meinen Aquas zu bekämpfen, der Reihe nach desinfiziere ich sie mit Wasserstoffperoxid, lege sie Trocken, trockne die Einrichtungsgegenstände und backe den Kies.
      Ich bin der Meinung in einem frisch eingerichteten Aqua kann ich dann Thorichthys halten und ihnen alles durcheinanderfüttern bis sie platzen...Trockenfutter, lebende rote Mückenlarven, gefrorene Artemia :rolleyes:

      grüße berti
    • Hi Bertie,

      wenn Du Lebend- und Frostfutter fütterst, dürften die von Dir angeführten Bakterien wohl recht schnell wieder im Becken sein, gerade in roten Mückenlarven dürfte E. coli definitiv enthalten sein -korrigiert mich wenn ich irre. Also sehe ich die ganze Desinfektionsgeschichte in diesem Bezug recht skeptisch.



      Grüße Sven
    • Hi Berti,

      sorry, aber das stimmt hinten und vorne nicht, da jeder Thorichthys diese Flagellaten bereits in seinem Darm hat, selbst Wildfänge, allerdings in geringer Zahl. Deine Desinfizierung ist einfach für die Katz'. Auch hier sorry für die klaren Worte!
      Du kannst mit Sicherheit alles füttern, bis sie platzen, denn entweder gehen sie dann an Überfüterung zugrunde oder an den Darmflagellaten.
      Bitte mach' das nicht, denn Du beförderst sie damit sicher ins Jenseits...
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









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    • Hallo Axel,

      ich füttere seit über 10 Jahren schon das Granulat von Robert Guggenbühl. Das lässt sich in einer alten Kaffemühle so klein mahlen, dass man damit problemlos Jungfische aufziehen kann. Mit dem Flockenfutter hatte ich Probleme. Vermutlich war es zu diesem Zeitpunkt auch einfach zu alt. Ein 10 kg-Sack ist doch 'ne ganze Menge. Das Granulat ist übrigens absolut empfehlenswert.

      Die Ursache der Erkrankung ist durchaus bekannt. Warum aber ausgerechnet die Thorichthys so empfindlich auf diese Bakterien reagieren und warum Medikamente, die bei anderen Gattungen und Arten recht gut wirken, bei Thorichthys überhaupt nichts bringen, das ist die große Frage.

      Thorichthys mit einem ph-Wert von 9 zu halten, finde ich fast schon extrem. Natürlich können in der Natur solche Spitzenwerte vorkommen, aber in der Regel dürften Thorichthys in Gewässer mit ph-Werten von 6,5 - 7,5 vorkommen. Als wir im Frühjahr 2009 an der Laguna Catazaja fischten, hatten wir im Uferbereich, Wassertiefe etwa 1 m, eine Wassertemperatur von über 30°. Die Wassertransparenz lag bei geschätzten 10 cm Sichtweite. Wir hatten erstaunlich viele Fische im Zugnetz, darunter nicht wenige Thorichthys pasionis. Wasserwerte hatten wir keine gemessen. Es fiel allerdings auf, dass einige Tiere, besonders die Lebendgebärenden, Geschwüre und Verpilzungen hatten. Die Laguna Catazaja ist kein permanentes Gewässer. Bei extremen Trockenheiten, kann es durchaus vorkommen, dass der See komplett austrocknet. Dann kann es natürlich zu solch hohen pH-Werten kommen, wenn das Wasser langsam zur Neige geht.

      Natürlich ist die möglichst optimale Haltung die beste Voraussetzung, um Krankheiten zu vermeiden. Warum gibt es dann bei Aquarianer, die Thorichthys mit allen möglichen ( und unmöglichen ) Arten zusammen halten, vielleicht einmal im Monat etwas Wasser wechseln, die Tiere mit rote Mückenlarven, etc. mästen, nie diese Probleme ? Bei mir, der eher sparsam, mit hochwertigem Futter füttert, einmal wöchentlich das Wasser wechselt, die Tiere in Artbecken hält, gibt es fast alle 3 - 6 Monate eine Seuche.

      Ich habe mir natürlich da schon meine Gedanken gemacht. Viele Thorichthyshalter hier im Forum, halten Wildfänge oder F-Nachzuchten die nahe an den WF sind. Wildfangthorichthys können einen Aquarianer schon zur Verzweiflung bringen. Erst glaubt man, das sind ja richtig harte Hunde, bis plötzlich ein nach dem anderen Tier kippt. Mit WF-NZ kann einem das auch noch recht schnell passieren. Hält man aber dann Thorichthys aus einem Stamm, der schon weit über zwanzig Jahre in Aquarien hinter sich hat, sind diese dann erstaunlich stabil. Das sind dann diese Thorichthys, die auch locker rote Mückenlarven ab können, ohne gleich extrem zu erkranken.

      Warumn sind aber diese WF-Thorichthys so empfindlich ? Natürlich schaut man sich die Gewässer ganz genau an, aus denen man seine Thorichthys fängt. Man misst die Temperatur, Härte und pH-Wert dürfte für die Thorichthyshaltung zweitrangig sein, wenn der pH-Wert nicht in den sauren Bereich fällt, man wirft mal ein Auge auf den Bodengrund, der in der Tat meist aus feinem Sand und Mulm besteht. Dann beobachtet man die Tiere, um festzustellen was die eigentlich so fressen und was sie sonst noch so treiben. Eigentlich sieht man die Tiere nur im Bodengrund picken, aus dem freien Wasser wird scheinbar selten Futter aufgenommen. Richtig Stress, wegen Fressfeinde, etc., haben halbwüchsige Tiere kaum. Pflegende Paare dafür um so mehr. Die allgegenwärtigen Astyanax mexicana dürften wohl den größten Teil der Jungfische auf dem Gewissen haben.

      Ich versuche möglichst viele meiner Erkenntnisse, die ich durch Beobachtungen in der Natur gewonnen habe, auf die Aquaristik zu übertragen. Irgend etwas mache ich aber falsch. Wenn ich nur wüsste was.

      Vielleicht ist die Haltung von WF-Thorichthys mit einem Bodengrund aus feinem Sand die Lösung, oder hat jemand auch das schlechte Erfahrungen gemacht ?
      Gruß
      Dieter

      :mitt:


    • Hi Dieter,

      lies mal, was ich heute mittag dazu schrieb. Der Sandbodengrund hilft auch nix.
      Allerdings ist die "Domestizierung" schon etwas, was die Tiere widerstandsfähiger macht.
      Aquarienstämme, die seit Jahren oder Jahrzehnten so gehalten werden, erkranken weitaus weniger.
      Guck' Dir die Herichthys des Nordens an, die WF...
      minckleyi, bartoni, labridens, etc.
      Ähnlich, oder?
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









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    • Hallo Peter,

      das mit dem Sand kann ich mir auch kaum vorstellen, dass das wirklich was bringen soll. Fische sind ja keine Hühner und zudem wäre der Sand nur hinderlich beim Schwimmen, so als Ballast. :D :D :D :D

      Jetzt mal im Ernst. Aufwuchsfresser nehmen, wenn sie den Aufwuchs abraspeln, u.a. auch Sediment mit auf. Das lässt sich nicht abstreiten und die Unmengen an Kot, den die Tiere abgeben, sind ein Beweis für eine ballaststroffreiche Nahrung. Ich glaube, dass man den Sand in der Natur, den unsere Thorichthys bei der Nahrungssuche durchkauen, wohl kaum mit dem Aquariensand vergleichen kann. Da dürfte doch viel mehr drin stecken als in unserem Bodengrund zuhause. Die Tiere fressen ja nicht den Sand, sondern das, was sich im Sand versteckt hat. Das können irgendwelche Mückenlarven, oder Würmer, usw. sein. Eigentlich fressen sie das, was wir unseren Tieren vorenthalten, weil es uns zu gefährlich erscheint. Natürlich ist da ein gewaltiger Unterschied, ob die Mückenlarve aus einem relativ sauberen Gewässer kommt oder aus einer belasteten Schlammgrube. Allerdings dürften diese kräftige Brocken doch schon wieder die Ausnahme sein. Das Meiste, das im Magen der Tiere landet, dürften reine Ballaststoffe sein, die diese Cichliden nur zufällig mit der Nahrung aufnehmen. So einen Bodengrund können wir den Tieren einfach nicht bieten.

      Vielleicht bekommt es irgend jemand mal auf die Reihe, ein thorichthysgerechtes Futter zu kreieren. Kaum einen Nährwert, aber doch mit allem was die Tiere brauchen, dazu noch mit einem nicht unerheblichen Teil an Ballaststoffen. Schmecken muss es den Viechern natürlich auch noch. :D
      Gruß
      Dieter

      :mitt:


    • Hallo,



      ich hab doch nie behauptet das die Thorichthys in der Natur keine
      Flagellaten haben. Ich hab doch nur berichtet das bei meinem
      Untersuchungsbericht der Tierärztin kaum Flagellaten, sondern vorwiegend
      E.coli und Staphylokokken in dem aufgetriebenen Bauch vorhanden waren.
      Es stand der Satz: "Wobei im Darm vereinzelt Darmflagellaten gefunden
      wurden."



      Ich desinfizier für mich, damit ich bei einem bewussten Null-Level
      wieder anfangen kann neue Fische einzusetzen und nich in die
      eingefahrenen Krankheitsaquas neue Todeskandidaten einzusetzen.



      Dieter Duehring schrieb:

      Die Ursache der Erkrankung ist durchaus bekannt.
      Wenn die Ursache angeblich bekannt ist, warum wurde sie dann in diesem Forum noch nie benannt?
      Sie müsste doch dann in jedem Bericht über aufgetriebenem Bauch und weißem Kot, als zweiter Post stehen...
      Und warum gibt es keine Berichte über die Bekämpfung dieser Ursache?

      Achja und vielleicht haben die rote Mückenlarven aus organisch belasteten Gewässern Enzyme um die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern und diese würden einem Thorichthys helfen eine stabile Darmflora aufzubauen, statt zu schaden?

      Nochmal zu dem Futterexperiment:
      ein Cichlidenhalter würde doch nicht seine Schützlinge wissentlich Mästen. Ich meinte, das ich mir zutrauen würde meine Thoryichthys innerhalb einer Woche jeden Tag was anderes zu füttern.
      z.B. Montag-Flockenfutter, Dienstag-gefrorene Artemia, Mittwoch-Granulatfutter, Donnerstag-lebende rote Mückenlarven, Freitag-gefrorene Artemia, Samstag-nochmal lebende rote Mückenlarven und Sonntag Regenwürmer.
      und an jedem Tag soviel das sie richtig dick aussehen.
      Ja und dann könnte man anschließend zwei Wochen nix füttern.
      Ich würde mir das zutrauen, statt der Vorgabe nur paar Krümel Flocke täglich.

      grüße berti
    • Hallo,

      ich habe Thorichtys immer "neben" meinen Killis, Wildbettas und westafrikanischen Zwergcichliden gehalten. Die letzeren Arten mögen kein Trockenfutter und bekommen deshalb ausschließlich Lebendfutter. Also bekommen auch die Thorichtys dieses Futter. Sie "stehen "als Jungfische erst in lebenden Artemia, dann in lebenden Cyclops, dann in lebenden schwarzen Mückenlarven und als Altiere bekommen sie Regenwürmer. Erst nach meinem Umzug nach Leipzig und Aufgabe meines ertragreichen Gartenteiches habe ich auch gefrorene Artemia zugefüttert. Die Jungtiere haben nach dem Füttern kugelrunde Bäuche, die aber nach ein paar Stunden wieder flach sind. Gleiches gilt für die Alttiere, die auch gut gefüllte Bäuche nach dem Füttern zeigen. Außerdem befindet sich in den Becken auf feinem Sand eine Schicht der so verpönten Blaualgen. Wenn ich übers Wochende mal nicht füttern konnte, haben die Tiere diese Nahrung gefressen, wie deren Verdauung unzweifelhaft zeigte. Und in den Ferien reicht diese Nahrung sogar Zeiträume von mehreren Wochen zu überbrücken, wenn die Tiere vorher gut gefüttert wurden.
      Auch mit wirklich hochwertigen Granulaten, die aber wegen der Gefahr der Anreicherung mit Schimmelpilzen nach 3 Wochen nach Anbruch der kleinsten Packung verworfen werden, geschieht den Tieren nichts.

      Thorichthys sind nicht empfindlicher als Wildfangdiskus oder Nannochromis. Sie sind aber als Wildfänge doch recht durchgängig mit Nematoden und Cestoden befallen. Deshalb behandle ich die WF schon am Fangort. So habe ich Thorichtysstämme über 10 Jahre gehalten, ohne Probleme zu bekommen. Darunter auch recht sensible helleri Varianten.

      Ich möchte mit meinen Ausführungen dazu ermutigen, Lebendfutter zu füttern und den Tieren damit naturnahes Futter zu geben. Dazu gehören auch lebende rote Mückenlarven, mit denen ich auch nie Probleme hatte. Allerdings lasse ich die Larven durch einen Kescher kriechen, damit keine toten verfüttert werden. Das Problem der TH. sehe ich vielmehr im Stress durch zu enge Haltung. Ich ziehe für mich in 1000 Liter nur ca. 20 Junge groß. Alttiere halte ich meist einzeln in getrennten Becken und bringe sie nur zur Zucht zueinander. Oder ich trenne die Becken mit Gittern ab, sodass die EInzeltiere ungestört leben können, wenn sich die Paare zerstreiten. Das hier im Forum so oft geschilderte Bild von den vielen Paaren in einem Becken ist mir nie gelungen und erscheint mir auch auf Dauer nicht machbar.

      Weiterhin gehören regelmäßige Kotuntersuchungen dazu, wenn ich doch einmal wieder nicht widerstehen konnte und neue Fische erwarb. Gerade in letzter Zeit konnte bei vielen Cichliden - auch von Forenmitgliedern - Capillaria festgestellt werden. Es müssen also nicht immer Flagellaten sein, bzw. lediglich als Sekundärinfektion. Auch gibt es bei den WF zahlreiche lebendgebärende Nematoden, ich habe eigentlich immer welche bei den WF entdeckt.

      Also nicht entmutigen lassen und sich einmal damit abfinden, dass in einem Meterbecken eben nur ein Thorichtyspaar gehalten werden kann, nur 6 Jungtiere aufgezogenwerden können und auf keinen Fall andere Cichliden dazusetzen. Dann reicht auch ein Wasserwechsel alle paar Monate, wenn ein leistungsstarker - bei mir - Rieselfilter die Becken filtert.

      Grüße

      Wolfgang

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von betta ()

    • Hi,

      die beschriebenen Erkrankungen mit Todesfolge sind m. E. nur der Indikator, dass das Immunsystem bereits schon zusammen gebrochen ist - Keine Rettung mehr möglich.
      Gehen wir von einem Artenbecken aus, finde ich Peters Ansatz schon interessant: Bei häufigeren und intensiveren Wasserwechseln kippen die Fische relativ früh. Bei weniger Wasserwechsel setzen die Erkrankungen erst später ein.
      Das lässt für mich 2 Schlüsse zu. Drastische Änderungen der Wasserqualität ( auch Verbesserungen) werden nicht vertragen. Bei weniger Wasserwechsel wirkt sich die stetig schlechtere Wasserqualität auch negativ aus.
      Als Folge würde ich über ein Durchlaufaquarium mit sehr guter Filterung und Entkeimung nachdenken.

      Wolfgangs Nachwort

      betta schrieb:

      sich einmal damit abfinden, dass in einem Meterbecken eben nur ein Thorichtyspaar gehalten werden kann, nur 6 Jungtiere aufgezogenwerden können und auf keinen Fall andere Cichliden dazusetzen. Dann reicht auch ein Wasserwechsel alle paar Monate, wenn ein leistungsstarker - bei mir - Rieselfilter die Becken filtert.

      geht ja in eine ähnliche Richtung.
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Hallo,

      Was mir hier in diesen Fred auffällt,die einen Aquarianer füttern oft Eiweißreiche Nahrung,die anderen weniger.

      Todesfälle höffen sich bei nicht Eiweißreicher Nahrung.Wie Berti und Wolfgang schreiben.....

      Also kommt bei mir nur eins in betracht,nehmlich das Wasser.

      Ich pflege keine T.,weil ich ein scheiss Wasser habe.Obwohl mir die Tiere sehr gut gefallen.3Ansätze mit T. und alle Tod reichen mir....

      Ihr könnt Euch doch mal per PN über Eure Wasserzusammensetzungen unterhalten,muß ja nicht öffentlich sein für berufliche Züchter. :D

      Villt. kommt Ihr mal heraus warum T. immer wecksterben.

      MfG Ronny

      An der Nahrung liegt es geringfügig,immer im Element Wasser.
    • Hallo,

      Was mir hier in diesen Fred auffällt,die einen Aquarianer füttern oft Eiweißreiche Nahrung,die anderen weniger. Obwohl in Stechmückenjauchenbehälter schon reichlich Krabbelgetier mitschwimmt und das Fische im Darm vertragen,liegt der Haken ganz wo anders.

      Todesfälle höffen sich bei nicht Eiweißreicher Nahrung.Wie Berti und Wolfgang schreiben.....

      Also kommt bei mir nur eins in betracht,nehmlich das Wasser.

      Ich pflege keine T.,weil ich ein scheiss Wasser habe.Obwohl mir die Tiere sehr gut gefallen.3Ansätze mit T. und alle Tod reichen mir....

      Ihr könnt Euch doch mal per PN über Eure Wasserzusammensetzungen unterhalten,muß ja nicht öffentlich sein für berufliche Züchter. :D

      Villt. bekommt Ihr mal heraus warum T. immer wecksterben.

      MfG Ronny

      An der Nahrung liegt es geringfügig,immer im Element Wasser.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Ronny B. ()

    • Hallo leute. Also letztens hat ein freund von mir das selbe problem. Erst ein tier, noch ein sweites. Dan hat er die andere tiere aus dem becken raus genome und sie in eine ander aquarium gesetz. Un schon war es aus mit dem problem. Ein ander freund der auch mit mir in Mexico fliest (meeki 67) hat es auch ausprobiert, und er hatte der selbe erfolg. Mahl veiter probieren. Vieleicht ist das der mittel ??????
    • Hallo Thorichthys infizierte :D ,

      um's gleich vorweg zu nehmen - ich habe auch keine Lösung!

      Aber vieles was hier schon geschrieben wurde kann ich wiederlegen, oder sagen wir, ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. Vorweg -ich pflege Thorichthys und vermehre Thorichthys seit etwa 30 Jahren und ich habe alle bekannten Arten gepflegt, bis auf die pasionis (pflege ich dank Dieter jetzt).
      Früher war dieses Problem mit der schnellen Sterblichkeit der Thorichthys auch sehr bekannt und es hieß immer Thorichthys sind sehr schwer zu haltende Cichliden - für mich ist das aber maßlos übertrieben. Im Gegenteil, es sind unheimlich anpassungsfähige Fische!
      Man findet sie in der Natur in fast jedem Gewässer, ob schnell fließender Fluss, ob in Lagunen, selbst in Restwassertümpel, wo sonst kein Fisch mehr lebt, findet man noch Thorichthys! Die Wassertemperatur kann auch sehr stark schwanken, von über 35 Grad bis hin zu 19 Grad. Fressen tun sie auch alles was sie finden - also kann doch die Haltung dieser Fische normal keine Probleme bereiten - tut sie anscheinend aber doch.

      Ich hatte glaube ich in den 30 Jahren Thorichthyspflege nur einmal ein Massensterben in einem Becken. Ich hatte zu der Gruppe Thorichthys andere Fische gesetzt, die ich von einem Bekannten bekommen habe - eine Woche später waren alle Thorichthys tot. Mit den bekannten Syntomen. Sonst hatte und habe ich keine Probleme, es tut mir ja fast leid, dass ich das schreiben muss, aber natürlich freut es mich mehr ;)
      Warum es bei mir klappt, kann ich auch nicht so recht beantworten, weil ich die Fische schon in sehr unterschiedlichen Gesellschaften und Aquarien gepflegt habe.

      Vielleicht ein paar Beispiele -

      - ich habe früher auch kommerziell Fische gezüchtet, da kommt es natürlich auf schnelles Wachstum an. Darum 5-6 mal am Tag richtig gut füttern, jeden zweiten Tag Wasserwechsel, oft zu 90%. Kein Bodengrund. Energiereiches Futter. Keine Verluste! Ich muss vielleicht dazuschreiben, dass ich das viele Füttern nur bis zur Geschlechtsreife praktiziert habe, dann wurde maximal nur noch die Hälfte oder eher sogar nur noch 1/5 von der zuvor gefütterten Mengen gereicht. Das mache ich heute auch noch so. Also können die Anmerkungen, weniger WW, oder sehr knappe Fütterung, Bodengrund aus Sand usw. eigentlich nicht stimmen.

      - Ich habe meine privaten Thorichthys auch schon alles mögliche gefüttert, von Tümpelfutter (was ich ausdrücklich bevorzugen würde, gibt es in meiner Region leider nicht mehr), über die ganzen Frostfutterarten, bis hin zu (immer) qualitativ hochwertigem Trockenfutter. Da war es auch egal ob es Granulatfutter, Flockenfutter oder sogar Sticks waren. Natürlich bekamen sie auch mal Regenwürmer, Assel und solche Leckerbissen. Heute füttere ich fast ausschließlich Trockenfutter - ich muss sagen, wahrscheinlich eher aus Bequemlichkeitsgründen :huh: . Doch mit der Fütterung von gutem Trockenfutter habe ich trotzdem sehr gute Erfahrungen gemacht, es gab nie ein Problem. Einzig beim Wechsel von verschiedenen Trockenfutterherstellern habe ich kein gutes Gefühl - ich bleibe bei meinen Thorichthys immer beim gleichen Hersteller!
      Also kann es an der Futterzusammenstellung eigentlich auch nicht liegen.

      - Vergesellschaftet habe ich meine Th. auch schon mit vielen Arten. Da waren sogar "C." salvini, Vieja, A. citrinellus und manch anderer als aggressiv bezeichneter Cichlide darunter. Allerdings waren das immer recht große Becken, in denen die Thorichthys immer auch ihre Rückzugsmöglichkeiten hatten. Sie vermehrten sich sogar in diesen Becken. Trotzdem halte ich die Pflege in einem Artenbecken für die Beste! Auch die Pflege mit Therapsarten hat sich bei mir sehr bewährt.

      Eins hatte ich aber immer - ausreichend Platz für die Fische und eine sehr gute Wasserqualität!

      Wie schon am Anfang geschrieben, ich kenne auch kein Mittel gegen diese Darmkrankheit, von der man immer wieder liest. Stellt ein Thorichthys das Fressen ein , dann ist es meist zu spät. Also muss man vielleicht ein Gefühl dafür entwickeln, dass man erkennt, wenn man etwas ändern muss, damit die Krankheit nicht ausbricht.

      Eine Veränderung des Milieus, durch Umsetzen in ein anderes Becken, wie Armand schreibt, ist vielleicht eine wichtige und wie ich finde einleuchtende Maßnahme.
      Wenn ich bei meinen Fischen vermute das irgendwas nicht stimmt, stelle ich sofort das Füttern für ein paar Tage ein und mache auch keinen WW, ob das was hilft? Ich habe aber damit gute Erfahrungen gemacht.

      So, jetzt höre ich auf, sonst schreib ich noch das Ganze Forum voll :ups:

      Grüße
      Jochen