Angepinnt Phosphat im Aquarium

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Phosphat im Aquarium

    Phosphat im Aquarium.

    Allgemein:
    Viele Mythen und Legenden geistern um Phosphat in unseren Aquarien und Teichen sowie im Salzwasser herum. Ein Wenig versuche ich hier diese Geschichten auf eine konkretere Basis und soweit als möglich verständlich darzulegen.

    Phosphate sind für Fische wie Pflanzen für das Gedeihen notwendig. Die Fische erhalten Phosphate durch das Futter und die Pflanzen nehmen es in gelöster Form aus dem Aquariumwasser auf. Jedes Futter – insbesondere Frostfutter und Trockenfutter – enthält im Wasser lösliche Phosphate. Man kann das probieren und gibt etwas Trockenfutter oder Frostfutter in eine geringe Menge phosphatfreies Wasser (so 10 Milliliter) und rührt um und lässt ein paar Minuten stehen. Die anschließende Phosphatmessung ergibt 0,5 und auch bedeutend mehr Milligramm pro Liter Phosphat!

    Wie „schädlich“ ist nun Phopsphat ?

    Nun im Salzwasser – Riffaquarium sollte Phosphat tunlichst gar nicht nachweisbar sein – das schon geringe Mengen im Zusammenwirken mit anderen Stoffen tatsächlich Algenwuchs begünstigt, was bei Korallen im Aquarium besonders lästig ist (Korallen können geschädigt werden).

    Im Süßwasser wird oft unwahrscheinlich übertrieben. Man kann auf manchen WWW-Seiten lesen, dass ein Phosphatwert von 0,05 mg/l zu erhöhtem Algenwuchs führt. Das ist gelinde gesagt sehr seltsam !
    Tatsächlich führt auch ein Phosphatwert von 2 mg/l und mehr alleine nicht zu einer Algenplage! Selber habe ich Jahrzehnte mehr als 2 mg/l und solange ich nicht stark zusatzdünge gibt es auch keine Algen.
    Das heisst Phosphat alleine löst keine Algenplage aus, da müssen schon andere Faktoren beteiligt sein.
    Es ist sicher angeraten, wenn man schon Algen hat, das Nährstoffangebot für Algen zu reduzieren: also Wasserwechsel um Nitrat/Phosphat/Kalium usw. herunterzusetzen.

    Wasserwechsel:

    Gerade beim Wasserwechsel kann man allerdings gerade bei Phosphat seine wahren Wunder erleben. Phosphat bildet mit vielen Stoffen unlösliche Verbindungen (z.B.: Eisen) und liegt im Aquarium oft in beträchtlichen Mengen ungelöst vor. Bei Wasserwechsel wird erst scheinbar der Phosphatwert gesenkt und dann steigt er wieder, weil gebundenes Phosphat in Lösung geht. Da kann man nur durch öfteren Wasserwechsel und Messung feststellen, wann der Phosphatwert unten bleibt.

    Phosphatentfernungsmittel:

    Wasserwechsel ist auch wieder so eine Sache. Da Phosphat auch in beträchtlichen Mengen für Fische, Pflanzen und auch den Menschen ungefährlich ist, darf im Leitungswasser bis zu 5mg/l Phosphat enthalten sein ! Da nützt dann kein Wasserwechsel sondern man muss sich über die Phosphatentfernung den Kopf zerbrechen.
    Geeignete Mittel sind Teil- oder Vollentsalzung sowie Umkehrosmose.
    Ein bedingt geeignetes Mittel um im Aquarium selbst Phosphat zu binden und Abzufiltern sind die diversen Phosphatbindemittel, die man im Handel erhält. Meist basieren sie auf Eisen2-Verbindungen, die dem Aquariumwasser zugegeben das Phosphat durch Mitreißfällung in unlösliches Eisenphosphat umwandeln, welches dann hoffentlich im Filter landet und durch Filterreinigung entsorgt werden kann.
    Als Eisen2 wird meist das sog. „Mohrsche Salz“ verwendet, wobei man bei Selbstherstellung beachten muss, dass Eisen2 schon bei normalem pH-Wert unlöslich ausfällt und daher bei der Herstellung geringe Mengen Schwefelsäure den pH-Wert im Mittel unter 4 halten muss.
    Die manchmal probagierte Methode Phosphat durch Stahlwolle auszufällen – was von der Technik her ja sehr schön wäre – kann ich nur bedingt empfehlen, da in normaler Stahlwolle ganz schön große Mengen an für Aquarienbewohner schädlicher bis giftiger Stoffe enthalten sind und wie viele davon in Lösung gehen nicht bekannt ist. Gäbe es Eisenwolle von möglichst reinem Eisen wäre das kein Problem.

    Messung:

    Phosphate liegen in verschiedenster Form vor (PO4, PO5 und Orthophosphat), was uns aber nicht verwirren soll – die handelsüblichen Tests (und der Test nach Anton) verwenden meist die Reaktion mit der Reagenz nach Splittgeber und ist hinreichend genau und empfindlich. Wenn der Phosphattest also eine blaue Färbung hervorruft dann ist er diese Reaktion und ist ok Die Reagenzien halten „ewig“.

    Messanleitung:

    In 10 Milliliter Aquariumwasser wird in einem Messbecher eine größere Messerspitze Kochsalz gelöst. Dazu kommt ein kleines Stück Zinnfolie (es geht auch etwa Lötzinn) und 3 Tropfen der Reagenz nach Splittgeber (Achtung säurehältig) und schwenkt öfter um und beobachtet die entstehende Blaufärbung nach etwa 15 Minuten:

    Leichter blauer Schimmer: 0,2 mg/l
    Hellblau: 0,5 mg/l
    Blau: 1 mg/l
    Dunkelblau: 2 oder mehr mg/l


    Dieser Beitrag wurde von Anton Gabriel verfasst und wurde uns von ihm zur Veröffentlichung in der Cichlidenwelt zur Verfügung gestellt.

    Danke Snoopy das du das ermöglicht hast
    Gruß Oliver


    Niveau ist keine Creme und Stil auch nicht das Ende vom Besen und Humor ist etwas Gutartiges
    mir fehlen zum Schweigen manchmal einfach die passenden Worte ....


    !



    Fliegenfischwelt