Angepinnt Trick für die emerse Kultur von AqPflanzen

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    • Trick für die emerse Kultur von AqPflanzen

      Hallo Leute,

      nachdem ich hier neu im Forum bin wollte ich mich hier nun auch konstruktiv Beteiligen.

      Kurz zu mir und warum ich dieses Thema erstelle.
      Ich bin Staudengärtner und eines meiner Aufgabengebiete umfasst die Kultur und Vermehrung von mehrjährigen Sumpf und Teichpflanzen. Ich habe mit Begeisterung die Diskussionen gelesen und dachte mir ich gebe hier mal einen kleinen Einblick in die Tricks und Kniffe der Vermehrung.

      Emers oder Submers? das ist hier die Frage!

      Welche Pflanze wirklich emers bzw. Submers wächst ist meist nicht eindeutig zu bestimmen. Meist verschwimmen drei Übergänge der Lebensbereiche in der Natur von Jahreszeit zu Jahreszeit. Ein gutes Beispiel sind bei uns die Auwälder der Flüsse. Hier wechseln die Wasserstände bedingt durch Schmelzwasser im Frühjahr oder Starkregen im Spätsommer.

      Also sind unsere Zöglinge von der Natur darauf ausgerichtet in beiden Lebensräumen zu wachsen und sich erfolgreich zu vermehren.

      Grundsätzlich kultivieren wir alle Wasserpflanzen(bis auf einige Ausnahmen, z.B. Wasserpest, Sagittaria, Nymphea etc.) emers. Aus dem einfachen und nicht zu übertreffenden Fakt: die KOSTEN.

      So nun zum Eigentlichen:

      Erst einmal ein paar grundlegende Dinge, die aber eigentlich bei einem verantwortungsbewussten Aquariernspezi nicht mehr erwähnt werden müssen.

      Hygiene ist hier eigentlich von noch größerer Bedeutung als im Becken selber. Da sich in der Luft wesentlich mehr Keime besonders Pilzsporen befinden als im Wasser eurer Becken!

      Was bedeutet das für mich beim arbeiten mit Pflanzen und Werkzeug.
      Ich verwende ausschließlich gedämpfte Erde bzw. im Backofen über 95grad 1h erhitzen dadurch gibt’s zwar am Anfang kein Bodenleben, aber ich bin mir sicher dass ich keine Bakterien, Pilze oder andere Schädlinge wie Nemathoden o.Ä. im Substrat habe,

      Werkzeug ist auch ein Thema das viele nicht sehr genau nehmen. Hier wird leider den Pflanzen von Anfang an der Start in ein “trockenes” Leben erschwert. Nicht nur die Frage, welches ist das Richtige sondern auch der Aspekt des Zustand ist wichtig!!! Zur Frage welches Werkzeug verwende ich, stell ich meiner Kundschaft die frage ob sie sich vom Sattler auch die Haare schneidenlassen würden? Das bedeutet : für krautige Pflanzenteile verwende ich ein scharfes Messer und für festere Pflanzenteile eine Schere.
      Der Zustand des Werkzeug ist für mich von noch bedeutender! Denn wenn Messer oder Schere stumpf sind verletze ich die Pflanze unnötig. Durch dies Wunden habe dann Keime(drum Erde dämpfen) ein leichtes Spiel um in die Pflanze zu gelangen und die geschwächte Pflanze zu befallen. Um eine nahezu keimfreie Werkzeuge zu bekommen verwende ich Ethanol aus der Apotheke und stelle meine Schere und mein Messer vor beginn ca. 15min in einen Becher damit. Und nach jeder Pflanze werden sie erneut in den Becher getaucht

      Kulturgefäße sollten auch vor jedem Gebrauch desinfiziert werden. hier nehme ich nen Wasserkocher und schütt kochendes Wasser drüber und lass das dann etwa eine halbe Stunde stehen. Dies reicht aus um eine Vielzahl der Keime abzutöten.

      Als Kulturgefäß verwend ich alles was mir in die Finger bekomm. Vom Zimmergewächshaus bis zur Pet-Flasche.


      Ein weiterer Punkt bei dem oft Fehler begangen werden ist das Substrat. Zuschlagsstoffe für ein solches Substrat zu bekommen ist eigentlich nicht schwer, aber wer sich nicht die Mühe machen will sollte Teichsubstrat verwenden. Das bekommt man in jedem gut sortierten Bau- und Gartenmartkt. Achtet aber darauf dass es nicht zu sehr mit mineralischen Düngern aufgedüngt ist. Ich nutz dann lieber selbst gemischtes Substrat(Für die Erdmischung schreib ich noch mal nein eigenen Beitrag im Teichbereich).

      Wichtig finde ich nur dass neben einem ausreichenden Teil Humus auch noch Sand im Substrat ist um eine Durchlässigkeit zu erreichen. Denn sonst droht wie im Becken die Bildung von anaeroben Bakterien und diese sind fürs Faulen der Wurzeln verantwortlich. Ein weiterer wichtiger Zuschlag ist Ton, er sollte nur nicht in groben Batzen vorkommen sondern granuliert sein.


      so jetzt leg ich erstmal ein kurzes pfuschen ein.

      Später geht’s ans teilen und topfen der Pflanzen.

      Ich hoffe ich hab jetzt nicht zu viel Kluggeschissen

      stay wild Stefan
    • So nun habe ich wieder ein bisserl zeit gefunden.
      Wie angekündigt werde ich versuchen zu erklären, wie ich Pflanzen richtig teile und sie dann auch richtig topfe. Da sich die verschiedenen Pflanzengattungen in ihrem Wuchs unterscheiden.
      Ich gehe eigentlich immer in drei Schritten vor.
      1. Die Pflanzen säubern und teilen
      2. Die Pflanzen topfen
      3. Wässern der Töpfe
      Hier zu verwende ich folgende Werkzeuge und Materialien:
      • Stecklingsmesser
      • Schere
      • Pflanzenschale zur Aufbewahrung z.B. leere Eisdose
      • Pikierholz
      • Stecketiketten
      • Töpfe und Übertöpfe
      • Substrat
      • Kies 0/8mm
      • Dünger, ich verwende zum Anfang nur Hornspäne
      • Leere Pet-Flaschen, billige Alternative zum Zimmergewächshaus

      Um es bildlicher darstellen zu können werde ich Cryptocoyne wendtii als Beispiel nehmen. Hierzu sei gesagt, dass Crypotos zur Familie der Aracae gehören. Dies bedeutet sie bilden Rhizome.
      Schritt 1: Teilen und Säubern
      Wenn ich die Pflanzen aus dem Aquarium entnommen habe zupfe ich vorsichtig die Einzelpflanzen aus der Mutterpflanze. Oft wachsen die Jungpflanzen direkt aus den Rhizomen, dann schneide ich die Jungpflanze vorsichtig mit einem spitzen und scharfen Stecklingsmesser bündig am Mutterrhizom ab.
      Dann werden alle alten Blätter mit dem Messer, bis auf die letzten drei bis 4 jüngsten am besten sollten sie frisch austreiben, direkt an der Blattachsel ab.
      Daraufhin kürze ich die Wurzeln (Achtung nicht das Rhizom) auf ein Drittel ihrer Gesamtlänge ein. Je weniger die Rhizome verletzt werden desto höher ist die Chance die Pflanze durch zubringen. Da die Rhizome als Nährstoffspeicher dienen und die der Pflanze die Nährstoffversorgung während der Anwachsphase sichern.
      So jetzt hab ich eine fertige Jungpflanze fertig zum Topfen. Die leg ich jetzt in die mit Wasser gefüllte Pflanzenschale.
      So verfahre ich nun bis ich alle Pflanzen so vorbereitet habe.


      Schritt 2: Topfen
      Ich verwende zumeist alte 8er oder 9er bei größeren Pflanzen auch 12er Kunststofftöpfe.
      Die ersten Schritte vor dem eigentlichen Topfen sind bei mir, immer Erde mit Dünger mischen(eine Hand Hornspäne auf 10Liter Substrat) und dann Etiketten schreiben.
      Nun fülle ich als erstes die Töpfe. Angefangen von einer 1-2cm hohen Schicht Kies 0/8mm. Daraufhin fülle ich den Topf komplett mit Substrat auf und drücke es nun an, dass ein daumendicker Gießrand entsteht.
      Um die Pflanzen jetzt in die Erde zu bekommen verwende ich die dicke Seite eines Pikierholzes, es geht aber auch ein alter dicker Plastikkugelschreiber. Mit ihm bohr ich ein Loch in der tiefe der Wurzeln und stecke diese nun mit Hilfe des Pikierstabs in das Loch. Und hier kommen jetzt die Rhizome nochmal ins Spiel. Wie bei einigen Zwiebelpflanzen sollten auch die Rhizome zu min. 1Drittel am besten 2Drittel aus dem Substrat ragen.
      Danach drücke ich die Pflanze noch an.
      Schritt 3: Wässern der Töpfe
      Um ein Aufschwimmen des Substrats zu vermeiden stell ich die Töpfe nicht einfach ins Wasser ohne sie komplett durch zu wässern. Hierbei ist nun der Gießrand, den ich beim Befüllen der Töpfe gelassen habe, von Vorteil. Wenn ich die Töpfe einzeln stelle verwende ich Übertöpfe, bei weniger Platz oder wenn es mehr Pflanzen sind Blumenkästen oder Wasserdichte Metzger-(die roten)/Gärtnerkisten. Um eine riesige Sauerei(ich hab Erfahrung) zu vermeiden stell ich die Kiste gleich am Standort auf, am besten mit einer Styroporplatte drunter. Die nicht angegossenen Töpfe stell ich nun in die Kiste, etc. und gieß sie einzeln vorsichtig an. Den Topf immer bis zum Gießrand auffüllen und warten bis alles Wasser vom Substrat aufgenommen wurde. Das hat zum einen den Vorteil, das die Pflanze im Substrat eingeschlämmt wird und sie somit fest im Substrat sitz ohne Luft im Substrat. Und zum Anderen verdichtet sich das Substrat, was ein Ausschwemmen verhindert.
      Sobald das Substrat komplett durchnässt ist, füll ich die Kiste bis die Töpfe noch 1cm aus dem Wasser schauen.
      Wenn die Kiste keine Grifflöcher hat reicht eine Plexiglasscheibe zum abdecken der Kiste. Hab ich keine zur Hand oder die Kiste hat Löcher bzw. die Pflanzen stehen einzeln, kommen nun die Pet-Flaschen zum Einsatz. Die schneide ich in der Mitte auseinander und stülpe sie über die Pflanze. So hab ich zwei mini Treibhäschen aus einer Flasche.
      Die Verwendung von einzelnen Töpfen die ich in Kisten bzw. Übertöpfen stelle hat den Hintergrund der ganz anfangs erwähnten Hygiene. So ist es mir möglich das gesamte Wasser zu wechseln um so die Fäulnis fördernden Bakterien niedrig zu halten.
      Im Sommer steht die Kiste bei mir auf dem Balkon. Hier beschatte ich sie in dem ich einfach ein weißes Vlies aus der Arbeit drüber schmeiß. Im Winter hab ich es schon Lang nimmer gemacht aber wenn können die Kisten die ersten 2-3Wochen gestapelt stehen Bevor sie belichtet werden. Allerdings ist des überhaupt nicht rentabel und es bringt nicht den Erfolg wie im Sommer auf dem Balkon.
      Sorry jetzt ist es schon wieder so ein Ormgeschwägerter Roman geworden!!
      Ich hoffe ich konnte ein bisserl meine Leidenschaft mitteilen.
      Stay wild Stefan
    • hi Stefan,

      sehr interessant vielleicht animierts ja den ein oder anderen Aquarianer es auch mal zu probieren...
      aber 99% der Aquarianer wollen keine Pflanzen emers betreuen.
      meist stellt sich doch die Frage wie bekomme ich meine emers gezogene gerade gekaufte Pflanze zum wachsen im Aqua?
      die vorhandenen Blätter vergammeln schnell und der komische neue verkrüppelte Trieb machts auch net lange...

      biba Berti
    • Hallo Stefan,

      super thema.:top:

      Dazu eine Frage ( da werden noch mehr kommen )
      Inwieweit kann ich solche Pflanzen den Sommer über im Teich halten ?
      Nicht unter Wasser, sondern im Pflanzenfilter , der hat Lavagestein auf ungefähr 35cm Tiefe, da könnte ich ohne weiteres Töpfe reinstellen.
      Wenn ich an meine Amazonas denke, die produzieren Ableger ohne Ende, könnte man die so im Sommer grossziehen, und hätte auch noch was für den Teich getan ?
      Liebe Grüsse,
      Jeannot

      Erfahrung ist eine nützliche Sache, leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte
      Sir Peter Ustinov

      :mitt: :sued:
    • Hallo Meeky,

      also nach meiner Erfahrung, wenn du die Pflanzen erst nach den Eisheiligen auspflanzt sollte es keine Probleme geben. Ne Echinodorus habi ch mal nem Kumpel für sein Dendrobathenterrarium geschenkt. die hat sich im Wasserbecken bei einer Wassertiefe von15cm gut entwickelt. Allerdings ist hier auch der Kondensationspukt des Wassers durch die hohe Luftfeuchte wohl der Schlüssen gewesen
      Freunde aus Wiesbaden haben schon Spatifyllun lanatum übern winter vergessen und die ham wieder ausgetrieben. Waren zwar Mickerlige aber aber ich denke die gibts heute noch, als teilpflanzen auf jeden Fall. Z.B. Thypha minima/ kleiner Rohrkolben, Lysimachia punctata/ Goldfellberich,

      Also ich komm aus Augsburg und ich hab es bei uns noch nicht selber geziehlt versucht. Da ich bei der Anlage soscher gene Stauden verwende.

      Aber für Südamerika hab ich zwei Spezis die ham beibe ihre Diplomabreiten über Winterharte pflanzen von dort, geschrieben.Von Sukulenten bis zum Halbstrausch.
      Stay wild
      Stefan
    • Hallo Stefan,
      erstmal Danke fuer die Arbeit :top:
      Auf die Diplomarbeit waere ich scharf ;)

      Auch Bilder wuerden mich brennend interessieren.

      Dann die Frage:
      Wie wachsen und Gedeihen die Pflanzen an Land im Vergleich zum Wasser?
      Besser?
      Schlechter?
      Gruesse Tobias


      Satzzeichen sind KEINE Rudeltiere!


    • Wann es schlechter war, wurden die Pflanzen im Wasser gehalted. Deshalb soll es besser sein - fur pflanzen welche auBer das Wasser wachsen

      Selbst bin ich ein bischen verruckt mit Echionodorus, und die meisten meine Echionodorus sind im Sommer drauBen gezogen

      Jetzt sind zie allen wieder im Hauze )in Oktober sind zie nach Innen gekommen' und die Blàtter sind wieder submers

      Das Substrat? Nur eine Mischung von Ton und Sand. Ton kommt aus miene Garden.
      GruB, Bas

      Meine vorname ist Bas. Vielleicht fremd für euch (8!)