Angepinnt Futtertiere – mal aus der Nähe betrachtet

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    • Futtertiere – mal aus der Nähe betrachtet

      Hallo :wink: ,

      in Abwandlung eines Werbespruches für gesunde Ernährung könnte man sagen, dass Fisch ist, was er isst…

      Dass die häufige Gabe von Lebendfutter, verbunden mit regelmäßigen Wasserwechseln, zum Wohlbefinden der meisten Fische beiträgt, dürfte unbestritten sein. Was aber sind eigentlich diese kleinen Dinger genau, die man entweder als Frostfutter oder in noch lebendigem Zustand kaufen und verfüttern kann?

      Da mein zweites Hobby, neben der Aquaristik, die Fotografie ist, habe ich mal versucht, diese winzigen Wesen im Bild festzuhalten und möchte sie hier mal zeigen:

      Rote Mückenlarven

      sind die Larven der nicht stechenden Zuckmücke (Chironomidae). Sie leben, anders als die schwarzen oder weißen Mückenlarven, nicht im freien Wasser, sondern im Bodenschlamm verschiedenster Gewässer. Aufgrund ihres, mit dem menschlichen Hämoglobin vergleichbaren, roten Blutfarbstoffs (kann beim Menschen Allergien hervorrufen !!!) haben sie die Fähigkeit Sauerstoff zu speichern und können daher in sauerstoffarmen Gewässern leben.

      Rote Mückenlarven können Giftstoffe speichern und so bei empfindlichen Fischen zu chronischen Vergiftungen führen. Ihre Fähigkeit Gifte zu speichern, kann man umgekehrt aber auch nutzen, um den Fischen Medikamente zu verabreichen, ohne das Wasser zu belasten. Diese Methode eignet sich insbesondere bei Wurmerkrankungen oder Flagellatenbefall.

      Rote Mückenlarven können insbesondere bei verschiedenen Cichlidenarten (insbesondere Zwergbuntbarsche, Tropheus und Mbuna) und Saugwelsen erhebliche Darmprobleme verursachen. Ursache hierfür sind zum einen ihre harte Außenhülle, die mit Chitindornen versehen ist, zum anderen ihre Fußhaken sowie die recht großen Kauwerkzeuge, die zu Verletzungen der Darmschleimhaut führen können .

      Schwarze Mückenlarven

      sind die Larven der Stechmücke (Culicidae). Aus diesem Grund sind sie, anders als alle anderen aufgeführten Futtertiere, im Handel nicht erhältlich.

      Man findet sie den Sommer über in Regentonnen und anderen offenen Gewässern, in denen keine Fische oder Wasserkäfer leben. Da sie nur über ein an ihrem Hinterteil befindliches Atemrohr atmen können, halten sie sich dort die meiste Zeit an der Wasseroberfläche auf.

      Schwarze Mückenlarven enthalten viele Vitamine und fischgerechtes Eiweiß und sind daher ein hochwertiges Futter. Da sie sich im warmen Aquarienwasser recht schnell verpuppen (sieht man oben rechts im Bild) und zu unangenehmen Stechmücken entwickeln können, sollte man nicht mehr füttern, als die Fische auf einmal fressen können.

      Weiße Mückenlarven

      sind die Larven der nicht stechenden Büschelmücke (Chaoboridae).

      Sie leben nur in sauberen Gewässern und sind fast durchsichtig. Sie atmen über die Haut und besitzen zwei Tracheenblasen, die es ihnen ermöglichen, frei im Wasser zu schweben.

      Weiße Mückenlarven ernähren sich räuberisch von anderen Wassertieren. Aus diesem Grund sollten sie nur an Fische mit mindestens 3 cm Länge verfüttert werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sie sich an Jungfischen vergreifen.

      Artemia (Artemiidae)

      auch Urzeitkrebschen genannt, sind typische Bewohner von Binnensalzgewässern und können mit ihren Dauereiern das Austrocknen dieser Gewässer überstehen. Sie sind Rückenschwimmer und ernähren sich von Bakterien und Algen, die sie mit ihren behaarten Beinen aus dem Wasser filtern.

      Artemia können sowohl Eier legen, wie auch lebende Junge zur Welt bringen. Geschlechtsreife Weibchen besitzen einen Brutsack, in dem die reifen Eier zur Sauerstoffversorgung mit eigenen Muskeln rhythmisch hin- und herbewegt werden.

      Die Nauplien, die sehr einfach aus den Dauereiern erbrütet werden können, sind ein sehr gutes Futter, insbesondere für Jungfische. Dekapsuliert (geschält) können die Artemia Eier auch direkt verfüttert werden. Leere Eihüllen oder nichtgeschälte, nichtgeschlüpfte Eier sollten nicht gefüttert werden, da sie unverdaulich sind und bei Jungfischen zu Darmverschluss führen können.

      Wasserflöhe (Daphnia pulex pulex)

      sind ebenfalls kleine Krebschen, die in kleinen, seichten Tümpeln und Teichen, sowie der Uferzone größerer Gewässer leben. Sie sind empfindlich auf Schadstoffe im Wasser und lassen über die Beeinträchtigung ihrer Bewegungsfähigkeit eine Aussage über Giftstoffe im Wasser zu.

      Ihre Fortbewegung erfolgt durch stoßweises Rudern mit ihren Antennen, so dass der Eindruck eines flohähnlichen Hüpfens entsteht. Da der Chitinpanzer, der den Körper wie eine unten offene Schale umgibt, nicht mitwachsen kann, müssen sich Wasserflöhe bis zur Geschlechtsreife etwa fünfmal, danach jedes Mal vor jeder Eiablage häuten. Daphnien vermehren sich zumeist ungeschlechtlich. Ihre Zucht ist einfach in großen Wassereimern oder einer Regentonne möglich.



      Wenn man diese Tierchen so in der Nahaufnahme sieht, stellt man fest, dass manche sogar richtig nett aussehen und insofern bin ich eigentlich froh, dass ich mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann, was da so alles in sekundenschnelle in den Mäulern und Bäuchen meiner Fische verschwindet…

      Gruß

      Barbara
      Bilder
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      Gruß

      Barbara
    • Hallo Barbara,

      ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschliessen :top: und finde, den Bericht sollte man oben festpinnen. Viel zu Schade um im Forum unter zu gehen.
      Ich bewundere auch immer wieder Deine Fotos. Einfach Klasse.
    • Hallo Barbara,

      Wissenswerte und kurze Zusammenfassungen der jeweiligen Arten. :top:

      Favoriten bleiben die Schwarze Mückenlarven. :] :] ;)
      Kiloweise verfüttern. :D

      MfG
      Ronny

      Schaubeckenanlage
      Zierfischstockliste
    • Hi,

      Wenn Ihr der Meinung seid, dass er lesenswert ist, könnt Ihr das übrigens auch durch anklicken der Button ganz unten zeigen


      Auf jeden Fall :top:
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Ich möchte diesen Thread nochmal hochziehen, weil er es verdient hat und weil, jetzt wo es endlich wärmer zu werden scheint, die Tümpel-Saison angefangen hat.

      Gruß Hannes
      "Das Leben ist eine Tortur...
      ...aber: Muß ja!

      Piet Klocke

      Politik, die - Vom verkommenen Teil unserer
      kriminellen Schichten bevorzugter Lebensunterhalt

      Ambrose Bierce (Des Teufels Wörterbuch)
    • Um das mal weiterzuspinnen...

      ...mal ein Eintrag aus wikipedia über Cyclops, die auch im Winter zu bekommen sind und ein tolles Kleinfischfutter abgeben.

      de.wikipedia.org/wiki/Cyclops

      Gruß Hannes
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    • Aber Achtung,

      das kann man sich auch mitfangen!

      Hydra, hier ca. 5mm lang, gerade speisend.

      Für größere Jungfische ist das kein Problem, aber frisch freigeschwommene Jungbuntbarsche werden zur Beute.

      Ich hoffe, man kann auf den Bildern was erkennen.

      Gruß Hannes
      Bilder
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