Angepinnt Hybriden und ein paar Gedanken zur Zucht

    • Hi...schon alt der Thread aber auch immer wieder aktuell.

      Hier stand ja die These im Raum, dass Tiere die Witwer oder Witwe sind sich meist nach neuen Geschlechtspartnern umschauen, um ihren Trieben nachzukommen.

      Jetzt meine Frage:

      Warum balzt mein Melan. Parallelus Männchen und mein Melan. Interruptus Männchen meine Pseud. Saulosi Weibchen ständig an. Bei letzterem verstehe ich, das es seiner Art (Weibchen) farblich ähnlich sieht, wobei sie sich aufgrund der unterschiedlichen Körperform doch unterscheiden. Melonochromis Arten sind meist langgezogener wie Pseudotropheus Arten.
      Beim Melan. Parallelus verstehe ich es gar nicht, da er doch Weibchen zur Verfügung hat und dieses scheinbar gar nicht beachtet und farblich passt ein Saulosi doch gar nicht in sein Schemata sich mit seiner eigenen Art fortzupflanzen. Gefallen ihm seine weiblichen Artgenossen nicht?
      Also würde ich sagen, kommt dieses eben nicht nur bei verwitweten Tieren vor das sie sich falsch orientieren.

      Zum Thema: Ich habe mich damals von meinen Fischen, die man nirgends wirklich einordnen konnte, getrennt. Alles gekauft bei Hobbyzüchtern bis in große Aquaristikgeschäfte...vieles wurde mit wunderhübschen Namen versehen und auch sehr angepriesen. Als Neuling wird man da auch schonmal schwach, wenn man keinen Schimmer von der Materie hat und eben nicht weiß, dass die eben gekauften Arten rein gar nichts mit natürlich vorkommenden Fischen zu tun hat.
      Aber wie hier auch schon erwähnt wurde, liegen einem die gekauften und gehaltenen Fische irgendwann auch sehr am Herzen. Dann zu erfahren das es Hybriden, missglückte Paarungsopfer oder aus schlechten Haltungsbedingungen gekaufte Fische sind...dann könnte man heulen.
      Auffallend wird es eben erst wenn sich die meisten Fischen ausfärben und wenn dann aus einem gelb was eigentlich schwarz werden soll, ein häßliches gelbgraurotblaugrün entsteht, mag es vielleicht von 10 Leuten Zweien gefallen, aber denen die doch eine rein natürlich vorkommende Art behalten/erhalten wollen werden sie wohl nicht weiter halten/züchten. Und das auch aus gutem Grund, denn wenn ich ne bunte Suppe haben will dann brauch ich keine Fische halten.

      Ich habe mir meinen Mund gewischt...und meine Lektion gelernt, auch über Umwege.
      Gruss Jens
    • Hallo Jens,

      Aber wie hier auch schon erwähnt wurde, liegen einem die gekauften und gehaltenen Fische irgendwann auch sehr am Herzen. Dann zu erfahren das es Hybriden, missglückte Paarungsopfer oder aus schlechten Haltungsbedingungen gekaufte Fische sind...dann könnte man heulen.
      Auffallend wird es eben erst wenn sich die meisten Fischen ausfärben....


      Das trifft den Kern und ist Realität. An Theorien wie Hybriden bei Verkauf kennzeichnen usw. kann ich beim besten Willen nicht glauben. Was einmal existend ist wird auch weiter gebeben und führt in dem meisten Fällen zu den oben genannten Enttäuschungen.
      Viele Grüße
      Lutz


      Es gibt Wirklichkeiten, die selbst vom Fernsehen nicht totzukriegen sind.
      (Hans Bernhard Schiff, 1915-1996)
    • Dirk_H. schrieb:

      Original von Voldemord
      Auch wenn ich mich gleich mit meinem ersten bericht unbeliebt mache und ich hier der einzige bin mit meiner meinung muß ich mich doch für Hybriden aussprechen. Den das mischen des genpool sorgt dafür das mehr Tiere gesünder und wiederstandsfähiger werden.
      Um ein Beispiel dafür zu nehnen gehen ich kurz in die Hundewelt. Mischlinge (Streuner oder Unfälle) sind meist gesund bis ins hohe alter und werden auch Älter,
      Verschiedene reinrassige Hundearten leiden unter vielen krankheiten wie Lähmung, Epeläpsi ect. Und dieses beispiel lässt sich auf jedes Tier übertragen.
      Letzt endlich kann man sagen alle Arten sind irgendwie durch mische der Gene entstanden das nennt man Evolution
      Und ob sich der Mensch in die Evolution einmischen sollte gehört glaube ich in ein Theologisches Forum.
      Aber den Tieren macht es nichts aus (den geht es nur um vermehren)


      Moin,

      das stimmt soweit fast nichts.

      1. Das Wort heißt Epilepsie.

      2. Die Hunderassen haben deshalb diese Probleme, weil Züchter sich nach den eigenen (insb. finanzielle) Interessen richten, nicht nach den Interessen der Tiere. Es kommt genau so etwas raus, was manche "Züchter" haben wollen: z.T. halbverkrüppelte Lebenwesen. Allein dadurch, daß sich ein Dt. Schäferhund mit einem Hovawart kreuzt, kommt nicht unbedingt ein Hund raus, der nicht HD hat. Ich könnte jetzt eine ganze Liste von Hunderassen aufzählen, die problematische Folgen der Züchtung aufweisen.

      3. Ferner wird verkannt, daß zwar Kreuzungen auftreten, aber nicht gezielt, wie es hier der Fall ist. Hier geht es vorrangig um finanzielle Interessen des/der Züchter(s).

      4. Soweit ich mich erinnere, hat Evolution damit etwas zu tun, daß sich Tiere/Pflanzen an die Umgebung anpassen und diejenigen überleben, die sich am besten daran anpassen, also die Fittesten. Wer sich anpaßt, erlangt einen Vorteil ggü. anderen und besetzt so Nischen, die (dann) anderen verwehrt bleiben. Daß dies dazuführt, daß es sog. konvergente Evolution gibt, ist ein weiteres Beispiel dafür, daß es auf Anpassung und nicht Kreuzung ankommt. Aufgrund der Anpassung entwickelt sich eine Art, weil sie sich z.T. spezialisiert.

      5. Gegen Dein Argument der Kreuzungen spricht auch, daß einige/viele Kreuzungen steril sind, z.B. Multiere bzw. Maulesel oder bei Reptilien. Ferner werden sie nicht als arteigen erkannt und selbst wenn sie also nicht steril sind, "sterben" sie aus, weil sie nicht zur Fortpflanzung kommen.

      Gruß
      Dirk
      :klasse: :klasse: Applaus Applaus mehr sage ich dazu nicht........
    • Hallo,

      immer wieder die These Evolution entstünde durch Hybriden.

      Mir brennt es auf den Nägeln, Dirks Beitrag noch ein wenig zu untermauern:

      Beim Beispiel mit den Hunderassen sollte man sich bewusst sein, dass besonders "moderne" Merkmale in auffallend kurzer Zeit zur "Marktreife" gelangen. Die Klassiker sind kurze Nasen (Kindchenschema) und lange Vorderbeine verbunden mit kurzen Hinterbeinen (soll besondere Kraft ausstrahlen). Das diese Merkmale an sich schon gesundheitsschädigend sind, hat sich Dank der immer wieder aufkommenden Diskussionen auch in diesem Forum wohl mittlerweile herum gesprochen. Allerdings werden bei solcher Turbozucht bestimmt auch Vitalität, Charakter und andere eigentlich wichtige Zuchtmerkmale für das gewünschte Merkmal schon mal hinten angestellt. Gegenbeispiel sind die Viktoriabubas, die aus wenigen Zuchttieren also einer sehr kleinen Population erfolgreich vermehrt werden konnten. Außerdem stammen alle Individuen des Homo sapiens out of Africa ebenfalls einer sehr kleinen Population und sind dennoch recht vital.
      Zum Thema Inzucht

      Neue Arten entstehen nicht durch Kreuzungen. In der Natur wird nicht kreuz und quer geschnagselt. Wäre dem so, hätte man im Laufe der Zeit in jedem Biotop ein Einheitstier mit einem völlig durchmischten Genom von allem, was sich erfolgreich kreuzen kann. Beispiel dafür ist der Dingo in Australien. Vielmehr sorgt die Evolution dafür, dass aus wenigen (oder gar einer) Arten viele Arten entstehen. Neue Arten entstehen durch Trennung, sei es durch Spezialisierung in ökologische Nischen hinein (Mbunas und Nicht-Mbunas) oder durch räumliche Trennung z.B., wenn sich ein Flusslauf ändert und stehende Gewässer hinterlässt, hat man auf einmal Schwertträger (an starke Strömung angepasst) und Platys (an stehende Gewässer angepasst).
      Wie die Schwertträger ihr Schwert verloren

      Wer jetzt noch das Beispiel Malawisee anführt, dass der See keine Mauern hätte und ein Aulo-Mann wohl ein Weibchen einer anderen Art nicht ablehnen würde, sollte mal den Begriff "sexuelle Selektion" nachschlagen. Paradebeispiel dafür ist der Pfau.

      Es soll tatsächlich Arten geben, die durch Kreuzung entstanden sind. Wenn es die überhaupt gibt, sind das allerdings die berühmten Ausnahmen der Regel. Einige Wissenschaftler versuchen wohl mittels Genomuntersuchungen so was zu finden. Ich weiß von einem Tropheus-
      Hybriden und einem Hai-Hybriden. In beiden Fällen kann man die Hybriden auf Katastrophen also den Menschen zurückführen.

      Weiterführendes:
      Evolution im Zeitraffer
      Explosive Evolution

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von markus1de ()

    • Huch...
      Ich habe mich in den letzten Jahren sehr zurückgezogen aus eigentlich allem Forenleben.
      Nun habe ich diesen Beitrag hier zufällig gefunden und hänge mich mal dran:

      Kürzlich bekam ich eine email eines scheinbar recht jungen Neu-Malawi-Aquarianers aus Berlin.
      Er schrieb mir, dass er sich kürzlich von einem Fisch-Händler online C.moorii bestellt hatte, da er sie nirgends kaufen konnte. Sie waren mit Bild angeboten und mit recht grober Beschreibung. Er bestellte...
      Als nun die Tiere kamen staunte er nich schlecht: die Mooris waren wohl weiß mit einem recht engen "Netz" an dunkleren Linien. Da ich selber auch sehr gerne Mooriis in meinen Becken habe, ließ ich mir mal Fotos schicken und richtig: das waren keine Mooriis. Nach meiner Meinung sind dies irgendwelche Kreuzungen, bei denen irgend ein Protomelas mitgemischt hatte. Als ich die Fotos weitergab (mit Erlaubnis), bekam ich auch eine Bestätigung, dass es Hybriden sind. Eine etwaige Aussage zu Protomelas bekam ich jedoch nicht da es ja eh nur Spekulation ist.
      Also auch Händler bieten Hybriden an, die sie von irgend welchen Züchtern billig oder gar umsonst erhalten haben, und geben sie weiter. Auf Anfrage des jungen Kunden kam keine Antwort mehr zurück. Ich habe mir die Internet-Seite angesehen und bin der Meinung, dass sie recht seriös aufgebaut ist.
      Doch online Tiere kaufen? Neeee, mein Lieber ..... Denn man kennt ja den Händler nicht, ob er auch wirklich weiß, was er anbietet...