Angepinnt "Blaualgen"Cyanobakterien

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    • Hallo!

      Als „auch“ Meerwasseraquarianer ist man ja gezwungen sich etwas mehr mit den lieben seltsamen Cyanos auseinander zu setzen. Die machen ja im Meerwasserbecken viel mehr und öfter Ärger als in Süßwasser.
      Es wurde ja schon fast alles über diese riese Gattung geschrieben. Wichtig, und hier bisher nicht erwähnt, ist das vieler Cyanostämme Stickstoff aus der Luft aufzunehmen können. Diese sogenannten Stockstofffixierer sind also auf NH3, NH4, NO2 und NO3 nicht angewiesen. Und daher auch die Symbiose mit vielen Schwimmpflanzen.
      Ähnlich ist es beim PO4, das kann von einigen, vielleicht auch von allen Cyanos, auch aus dem Bodengrund gelöst werden. Bei mir waren die Süßwassercyanos diesbezüglich nicht sehr aktiv. Dicke Belöge am Bodengrund hatte ich nur in Meerwasserbecken.

      Nach dem ich 15 Jahre niemals Cyanos in meine Süßwasserbecken hatte fand ich das erste austreten sehr spannend. Es war in einem seit ca. 3 Wochen leerstehendem Becken. Nach dem Entfernen der Fische wurde weiterhin Wöchentlich Wasser gewechselt. Die Nährstoffe waren annähernd Null. Ich habe nun begonnen die Cyanos in andere Becken zu verteilen. Jetzt schlagen wohl einige hier die Hände über den Kopf zusammen. In keinen der Becken konnte sie sich etablieren. Was war in dem betroffenen Becken anders. Keine Wasserbelastung und ev. die Beleuchtung. Aber auch ein Röhrenwechsel hat nichts geändert. Daher wurde das Becken schneller als geplant wieder mit Fischen besetzt. Die Canos blieben. Die ganzen Versuche zogen sich über mehrere Wochen. In der ganzen Zeit habe ich Cyanos ins Nachbarbecken verfrachtet. Dort dachte ich die Lebendgebärenden und die Garnelen beim fressen der Cyanos beobachten zu können. Aber auch ein einbringe des gleichen Beckenbesatzes half im befallen Becken nicht. Und dann, nach inzwischen schon Monaten, hatte ich es geschafft. Auch das zweite Becken war befallen. Genau so hartnäckig wie das erste.

      Jetzt erinnerte ich mich an einen Tipp aus einem sehr alten Aquarienbuch. Etwas Schlamm aus dem Gartenteich. Im neue Befallenen Becken half das schon nach einigen Tagen. Die Cyanos kamen auch nicht mehr zurück. Im Ursprungsbecken der Plage half der Schlamm aber überhaupt nicht.
      Ich könnte noch viele Erfahrung niederschrieben. Aber wer liest schon so einen langen Text in einem Forum? Nur auf das Licht möchte ich noch kurz eingehen. In meinen Freiland- und Glashausbecken kommt es jedes Jahr zuverlässig nach der ersten Schönwetterperiode zu einem Massenbefall. Manchmal hilft eine generalreinigen des Becken. Dann wieder eine Reduktion der Pflanzen, spez. der Schwimmpflanzen. In sehr hartnäckigen Fällen und bei guten Wasserwerten und schlechtem Wachstum der Wasserpflanzen habe auch schon öfter vorsichtig Düngung mit Blaukorndünger versucht. Kann helfen, kann aber auch zu wirklich enormen Wachstum der Cyanos führen.
      Ich bin inzwischen ein Anhänger der Theorie das Biofilme, also Bakterienbeläge, die Cyanos Verdrängen müssen. Welche Maßnahme aber zu einem effektiven Wachstum dieser gesunden Biofilme im jeweiligen Becken führt?
      Servus
      Reinhard
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      ca. 20 Becken zwischen 20 und 1300 Liter, im Wohnzimmer, Keller, Glashaus und auf der Terrasse mit Süß- und Meerwasser.
      Ein Schwimmteich, natürlich auch mit Fischen.
      Ganz neu Geophagus megasema Rio San Martin.
    • Hi Dirk,

      das war eben die Chemie, die ich auf deinen Rat hin verwendet hatte. Hat gewirkt und ne Weile gehalten - nun sind sie zurück. Ich muss also weiter Ursachenforschung betreiben.

      Übrigens: Kurz nach dem Einsatz von Femanga haben in recht kurzer Folge fast alle meine kleinen Otos das Zeitlich gesegnet.
    • Hallo,

      @ Vilmar Santos,

      wie du siehst gibt es keinen reproduzierbaren Weg Cyanos zu bekämpfen also kann dir auch niemand sagen, wie du vorgehen sollst. Wenn das mittel bei Dirk funktioniert hat heißt das nicht, daß es auch bei anderen funktioniert und so sieht es mit jeder anderen Methode auch aus.
      Aber vielen Dank, daß du von den toten Otos berichtet hast, ich halte den Einsatz von solchen Mitteln nämlich nicht für den falschesten Weg, immerhin kann es der nicht Photosynthese betreibenden Mikroflora die Möglichkeit aufzuholen geben. Wenn man einen Außenfilter an einem funktionierenden Aquarium 2-3 Wochen mitlaufen lässt um ihn dann bei dem Medikamenteneinsatz an das Problembecken anschließt könnte das vielleich klappen. Betonung auf könnte und vielleicht.


      MrR schrieb:

      Grundsätzlich sind diverse Algen, als auch alle möglich Bakterien (inkl. Cyanos / Blaualgen), in einem eingefahrenen Aquarium immer vorhanden. Es ist nicht wirklich so, dass man sich die versehentlich einschleppt wie einen Parasiten. Es ist vielmehr so, dass deren Existenz in deinem Becken nicht vermeidbar ist.
      genau meine Meinung :top: :top: :top:



      r.seidl schrieb:

      Ich bin inzwischen ein Anhänger der Theorie das Biofilme, also Bakterienbeläge, die Cyanos Verdrängen müssen. Welche Maßnahme aber zu einem effektiven Wachstum dieser gesunden Biofilme im jeweiligen Becken führt?
      so denke ich auch, nur noch mit dem Zusatz, daß wenn die Oberflächen massiv betroffen sind für die nitrifizierenden Bakterin im Filter nichts übrigbleibt da jegliche Nahrung von den Cyanos verbraucht wurde.
      Aquarien in denen ich viel Lebendfutter aus meinen Detritus Siffkulturen verfüttere scheinen mir besser zu laufen, der Siff ist ja eigentlich kein Siff sondern voll von nützlichem Leben inklusive potentiellem Biofilm und Nitrobacter. Aber wenn Cyanos mal Oberhand gewonnen haben bringt das auch nichts mehr.

      Gruß, helmut

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von moskal ()

    • Vilmar Santos schrieb:

      Hi Dirk,

      das war eben die Chemie, die ich auf deinen Rat hin verwendet hatte. Hat gewirkt und ne Weile gehalten - nun sind sie zurück. Ich muss also weiter Ursachenforschung betreiben.

      Übrigens: Kurz nach dem Einsatz von Femanga haben in recht kurzer Folge fast alle meine kleinen Otos das Zeitlich gesegnet.
      Meine Strategie angesichts des ersten Erfolges wäre gewesen, das Mittel noch einmal zu verwenden, nur über einen längeren Zeitraum.

      Ob die Otos direkt vom Algen Stop gestorben sind finde ich aus meiner persönlichen Erfahrung fraglich. Ich hatte das Mittel mehrmals bei sehr kleinen Jungfischen in doppelter Dosis eingesetzt und keine Verluste gehabt.

      Hast du die Otos schon lange gehabt oder waren die noch "frisch"? Sind ja eigentlich immer Wildfänge und kommen oft in schlechter gesundheitlicher Verfassung in den Handel. Von meinen letzten 30 Otos haben auch nur 2 überlebt.
    • Dirk1 schrieb:

      Vilmar Santos schrieb:

      Hi Dirk,

      das war eben die Chemie, die ich auf deinen Rat hin verwendet hatte. Hat gewirkt und ne Weile gehalten - nun sind sie zurück. Ich muss also weiter Ursachenforschung betreiben.

      Übrigens: Kurz nach dem Einsatz von Femanga haben in recht kurzer Folge fast alle meine kleinen Otos das Zeitlich gesegnet.
      Meine Strategie angesichts des ersten Erfolges wäre gewesen, das Mittel noch einmal zu verwenden, nur über einen längeren Zeitraum.
      Ob die Otos direkt vom Algen Stop gestorben sind finde ich aus meiner persönlichen Erfahrung fraglich. Ich hatte das Mittel mehrmals bei sehr kleinen Jungfischen in doppelter Dosis eingesetzt und keine Verluste gehabt.

      Hast du die Otos schon lange gehabt oder waren die noch "frisch"? Sind ja eigentlich immer Wildfänge und kommen oft in schlechter gesundheitlicher Verfassung in den Handel. Von meinen letzten 30 Otos haben auch nur 2 überlebt.
      Hi Dirk,

      die Otos waren nicht mehr ganz taufrisch ... Es handelte sich um eine Gruppe von 6 Tieren die ca. anderthalb Jahre alt waren. Einer hat überlebt, wie ich vorgestern überrascht feststellen durfte. Aber da ich nun erst einmal die Sommerferien abwarte, in denen ich mich mit mehr Zeit dem Becken widmen kann - und über den Besatz in Ruhe nachdenken werde, lasse ich ihn im Moment alleine. Ich weiß, dass ihm das nicht besonders behagt. Aber ehe ich in ein Becken, mit dem ich momentan eben etwas zu kämpfen habe, neue Tiere setze, muss ich mich erstmal ausführlich mit dessen Zukunft beschäftigen.