Archocentrus spinosissimus

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    • Archocentrus spinosissimus

      Hallo,

      heute will ich mal eine Archocentrus-Art vorstellen die eigentlich kaum bekannt ist.Archocentrus spinosissimus aus Guatemala. Genauer gesagt kommt die Art nur im Einzugsgebiet des Lago Izabal vor und dort hauptsächlich im relativ trüben Rio Polochic. Bei meinem letzten Besuch bei Thomas Tillmann entdeckte ich in einem kleinen Becken unter anderem diese Art. Leider waren es nur zwei ca. 3 cm große Tiere, bei denen man die Geschlechter nicht unterscheiden konnte. Dennoch nahm ich sie mit. Es könnte ja sein das es ein Pärchen ist und wenn nicht, lässt sich ja vielleicht irgendwann das passende Gegenstück auftreiben… Zuhause angekommen setzte ich die zwei in ein 200 Liter Aquarium. In den nächsten Tagen erwiesen sie sich als sehr scheu und kamen erst nach einer halben Stunde stillen Verharrens meinerseits aus ihren Verstecken. Des Öfteren bin ich dabei im Keller eingeschlafen :rolleyes: Um ihnen ein wenig die Scheu zu nehmen setzte ich einige etwa gleich große Th. lentiginosus hinzu. Das ist natürlich nicht für lange Zeit so gedacht. Seitdem sind sie tatsächlich etwas zutraulicher aber immer noch sehr vorsichtig - ganz im Gegenteil zu anderen Archocentrus-Arten. Nun sind sie gut 5 cm groß, fressen gierig jedes dargereichte Futter und man kann die Geschlechter unterscheiden. Es ist ein Paar! Das erste Gelege wurde bereits recht gut versteckt unter einer Wurzel auf die blanke Bodenscheibe abgelegt. Soviel ich sah bestand es höchstens aus 30-40 Eiern. Leider war am darauf folgenden Tag nichts mehr davon zu sehen und das junge Paar schwamm zerstritten umher. Mittlerweile ist jedoch wieder Harmonie eingekehrt. Ihre endgültige Färbung wird wohl noch etwas auf sich warten lassen. Ausgewachsene Tiere besitzen auf ihrem silbrig-blaugrünen Körper, unabhängig vom Geschlecht, unterschiedlich viele kleine schwarze Tüpfel. Mal sehen wie sie sich entwickeln…



      Das linke Tier ist das Weibchen, rechts das etwas größere Männchen.
    • Hallo Christian,

      toller Bericht. Ich hoffe du bekommst ein paar Junge zu sehen. Ist ja ein Glücksfall, dass es ein Paar ist. :top:
      Gruß Oliver


      Niveau ist keine Creme und Stil auch nicht das Ende vom Besen und Humor ist etwas Gutartiges
      mir fehlen zum Schweigen manchmal einfach die passenden Worte ....


      !



      Fliegenfischwelt
    • Hallo Christian,

      schön, dass Du diesen "Randgruppenfischen" einen Platz gegeben hast! :top:

      Da hast Du wirklich sehr viel Glück gehabt, dass es ein Paar geworden ist! :D
      Ich wünsche Dir, dass Du eines Tages Junge nachziehen kannst und freu mich auf die Fortsetzung und weiteren Fotos dieser leider sehr selten gepflegten Fische.
      Herzliche Grüße
      Stephan
    • RE: Archocentrus spinosissimus

      Hallo Christian,

      meinen Glückwunsch zu dieser Art. Muss ich wohl bei meinem letzten Besuch bei Thomas übersehen haben :D. Oder sie waren noch nicht da.

      Das ist wirklich mal eine sehr rare Art in unseren Aquarien. Hoffen wir, daß Du bald mal was dagegen unternimmst. Die A. spinosissimus dürfte vielen Aquarianern gefallen, die lieber etwas ruhigere Fische haben und trotzdem mittelamerikanische Cichliden pflegen möchten.

      Ich habe diese Art noch nicht in natura gesehen. Muss Dich wohl doch mal besuchen kommen.

      Gruß
      Dieter
      Gruß
      Dieter

      :mitt:


    • hi Christian
      Guter Griff :top:
      Ich konnte diese Tiere auch noch nicht in Natura beäugen ?( Kenne aber von Bildern die Endfärbung der Tiere, welche schon recht ansprechend ist.
      Wenn zwei das Gleiche tun,
      ist es noch lange nicht das Selbe. ;)
      tschö, klaus
    • Archocentrus Sp.

      Hallo,

      danke für den Bericht, ich habe von dem Fisch noch nie gehört, könnt Ihr darüber nicht noch mal ein ´bischen mehr schreiben, Biotop, Lebensweise, Verträglichkeit


      LG Axel
      viele Grüße

      Axel

      UBB-Code
    • RE: Archocentrus spinosissimus

      Hi Christian,

      da warst Du mal wieder schneller als ich (nicht das erste Mal :D), aber Hauptsache es sind mal wieder welche im Umlauf :top:

      Das es sich um ein Pärchen handelt ist fast unglaublich, welch ein Glück!
      Hoffentlich vertragen sie sich auch und sorgen bald für Nachwuchs. Da melde ich mich gleich ,mal als einen potentiellen Abnehmer an :D :wink:

      Gruß
      Jochen
    • RE: Archocentrus spinosissimus

      Hallo,

      hier noch mal ein paar Links von etwas größeren Tieren.

      1.
      2.
      3.

      Die Endgröße liegt wohl bei maximal 12- 15 cm im männlichen Geschlecht. Die Weibchen bleiben ein gutes Stück kleiner.
      Im natürlichen Lebensraum fand man sie hauptsächlich in ruhigeren Gewässern mit vielen Pflanzen und Fallaub auf schlammigen Boden. Wassertemperatur ca. 28 °C, pH-Wert um 6 und keine nachweisbare Härte.
      Laut Wilhelm Heijns ernähren sie sich dort hauptsächlich von Insektenlarven.

      Die Männchen lassen sich zumeist, neben der Endgröße und dem etwas bulligeren Profil, vor allem an den länger ausgezogenen Rücken- und Afterflossen von den Weibchen unterscheiden.

      Es ist eine sehr ruhige und eher schüchterne Archocentrus-Art die man am besten (als einzige Cichlidenart) paarweise ab 200 Liter oder mit weiteren friedlichen Cichliden in einem dementsprechend größeren Aquarium hält. Eine Vergesellschaftung mit robusteren Salmlern und Lebendgebärenden dürfte bedenkenlos möglich sein. Auf Pflanzen muss nicht verzichtet werden.
      Sie werden nicht gefressen und hemmungslose Ausgrabungen finden auch nicht statt.

      Ich weiß eigentlich überhaupt nicht warum ein so angenehmer Pflegling so sellten in unseren Aquarien anzutreffen ist!
    • hi Christian
      Ich weiß eigentlich überhaupt nicht warum ein so angenehmer Pflegling so sellten in unseren Aquarien anzutreffen ist!

      Kann ich auch nicht verstehen. Aber da du ihn ja nun hältst, wirst du vielleicht dahinter kommen. Vielleicht hat er ja irgendwas, was die Haltung schwieriger macht als die der anderen Cryptoheros oder Archocentrus. Auf jeden fall sieht er ausgewachsen einfach nur geil aus, in der Färbung bald wie so ein "Zwergargentea" :D
      Wenn zwei das Gleiche tun,
      ist es noch lange nicht das Selbe. ;)
      tschö, klaus
    • Hallo,

      laut Stawikowski und Werner (Die Buntbarsche Amerikas Band 1) sollen sich diese Fische als recht hinfällig erwiesen haben und starben an Darm- oder Geschwürerkrankungen und Flossenfäule.
      Diese Angaben stammen lediglich aus Frankreich und Holland, wo wenige Exemplare gehalten wurden.
      In Holland laichte 1 Paar angeblich in einer Höhle (wird aber angezweifelt, da es wohl Offenbrüter sind), und die Jungen starben nach der Umsellung von Artemia-Nauplien auf Cyclops und Mückenlarven.
      Diese Angaben wirken vielleicht etwas abschreckend?

      Ich hoffe, Christian kann uns aus sicherer Quelle genaueres Berichten (ohne Verluste) und doch einige Jungtiere großziehen. :top:
      Herzliche Grüße
      Stephan
    • Hi,

      dann drück ich auch mal die Daumen. Diese Art ist "so gut wie noch nie" (vielleicht gelang es ein paar Mal, wer weiß?) erfolgreich vermehrt worden, weil - wie Stephan oben schreibt - die Art sehr empfindlich ist und die Jungtiere nicht durchkamen.
      Meines Wissens hatte Thomas Tillmann mal Nachzuchten. Ob die durchkamen, entzieht sich meiner Kenntnis.
      Viele Grüße,
      Mr. Dovii
      buchhauser-peter.de

      :mitt:
      Großcichliden









      __________
      Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
    • RE: Archocentrus spinosissimus

      Hallo Leute,

      der Bericht von Stawikowski und Werner ist mir natürlich ebenfalls bekannt, die Ausgabe "die Buntbarsche Amerikas Band 1" gehört ja mit zu meiner meistgelesenen Lektüre. :D Da wird allerdings bei einigen Arten behauptet, dass Jungfische, meist bei der Futterumstellung, sehr hinfällig sind. Bei einigen Arten muss man dem leider zustimmen, andere Arten haben sich als wesentlich robuster, wie beschrieben, erwiesen.

      Ich kann mir hier gut vorstellen, dass hier einige Fütterungsfehler, natürlich nicht absichtlich, begangen wurden. Fast jeder war schon in der Situation, dass einem die Jungfische plötzlich reihenweise weg starben und man wusste nicht warum. Hier muss noch viel experimentiert und diese gewonnenen Erfahrungen verbreitet werden. Auch die Nachzucht von A. spinosissimus dürfte kein unlösbares Problem sein, wenn man heraus bekommt, was das eigentliche Problem ist. Sicher ist es ein reines Futterproblem. Hier darf sicher nicht zuviel und auch nicht zu gehaltvoll gefüttert werde. Wie Christian geschrieben hatte, kommen die Tiere über schlammigen Bodengrund vor. Hier kann man sicher Parallelen zu Thorichthysarten, die ja oft über dem selben Bodengrund leben, ziehen. Auch bei den Thorichthysarten gibt es ja oft Probleme bei der Futterumstellung von Artemianauplien auf andere Nahrung. Zumindest habe ich hier diese Erfahrung gemacht.

      Christian hat ja Erfahrung mit solchen "Problemfische", so dass sicher, in einiger Zeit, mit Nachzuchten zu rechnen ist.

      Ich kann mir auch gut vorstellen, dass diese Art, wenn sie erst mal öfters zu erhalten ist, sicher einige Interessenten finden wird. A. spinosissimus ist ja eigentlich der Mittelamerikaner, den einige suchen, denen die anderen Arten zu aggressiv sind, zuviel wühlen, zu groß werden, usw.

      Wünschen wir, dass Archocentrus spinosissimus eine etwas größere, aquaristische Laufbahn vor sich hat.

      Gruß
      Dieter
      Gruß
      Dieter

      :mitt:


    • Hallo,

      Original von Mr. Dovii

      Meines Wissens hatte Thomas Tillmann mal Nachzuchten. Ob die durchkamen, entzieht sich meiner Kenntnis.



      Meine Tiere sind Nachzuchten des F1 Pärchens das Thomas damals im Laden schwimmen hatte.
      Ich wollte es schon mitnehmen aber der horrende Preis schreckte mich ab und so ließ ich es.

      Ihm gelang aber ohne weiteres eine unproblematische Nachzucht- wenn auch nur in geringen Stückzahlen. Und nachdem sich so gut wie niemand für die Tiere interessierte, fanden sich für die wenigen Nachzuchten nur sporadisch Abnehmer.
      Vermutlich ist ein Grund dafür die oft beschriebene, angebliche Empfindlichkeit dieser Art.
      Sowohl bei Thomas als auch bei Artigas Azas in San Luis Potosi (Mexiko) erwiesen sich die Tiere als unempfindlich und eher widerstandsfähig.
      In ein/zwei Jahren bin ich schlauer! ;)
    • Hallo Jochen,

      das ungestüme Mädel hat scheinbar das schüchterne Männchen ein wenig verängstigt :(

      Nach permanentem Anbalzen ihrerseits zieht er sich regelmäßig zurück und wartet bis sich die Lage entspannt hat.
      Aber das wird bestimmt bald besser, denn mittlerweile ist er zumindest fast genauso stark wie sie.
      Und wenn er dann mal das Sagen hat..., tja wer weiß! :D

      Mir fällt gerade auf das ich von den beiden schon lange kein Foto gemacht habe. Werde ich aber umgehend nachholen.

      Ansonsten gibt es überhaupt nichts negatives zu berichten.
      Sie sind ruhig, friedlich und fressen gierig alles an Futter was es so gibt. Die einzige Vorraussetzung ist das es sehr klein sein muss.

      Ich melde schon mal Interesse daran an

      Freut mich zu lesen!