Angepinnt Wie alles beginnt: die Auswahl und der Kauf von Fischen

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  • Wie alles beginnt: die Auswahl und der Kauf von Fischen

    Hallo Leute,

    um euch den Start in die Aquaristik ein wenig zu erleichtern haben wir diese Starthilfe verfasst.
    Und nun wünsche ich euch viel spaß beim lesen.
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    Als erstes stehen wir vor zwei grundlegenden Entscheidungen:

    - Die Wahl des Aquarium-Systems
    - Die Wahl des Fischbesatzes
    - Je nach Wahl des Fischbesatzes bleibt die Frage nach der Wasserhärte

    Bei diesen beiden Entscheidungen wird es so sein, dass die Wahl des Aquarium-Systems dann die zweite Entscheidung beeinflusst, andererseits kann die zweite Entscheidung (Fischbesatz) die Wahl des Aquarium-Systems beeinflussen. Das heisst nichts anderes als dass man sich entscheiden muss ob man bestimmte Fischarten pflegen möchte und dazu bereit ist das Aquarium-System danach auszuwählen oder ob das System bereits gegeben ist und man dann gezwungen ist, in diesem Rahmen die Besatzwahl zu treffen.

    Weiter sollte man sich überlegen in welche Richtung das künstliche Biotop gehen soll (Südamerika, Ostafrika, Westafrika, Asien, usw.). Wenn dies entschieden ist, dann kann es losgehen mit dem Einrichten des Aquariums.

    Nun steht das Aquarium fertig eingerichtet da und die nächste Phase folgt, die allgemein empfohlenen 4 Wochen Einfahrphase. In diesen 4 Wochen läuft eine Entwicklung ab die dafür sorgt, dass das Wasser fischgerecht wird.

    In dieser Phase hat man dann auch genügend Zeit sich intensiv mit dem künftigen Besatz zu befassen und dann kommen natürlich auch die vorgegebenen Wasserwerte zum Tragen (dazu später mehr).

    Die Besatzwahl:

    Wichtig: Hüte dich vor planlosem Fischkauf, die Fische werden es dir dann mit einer interessanten und naturnahen Verhaltensweise danken. Lieber einmal oder zweimal ohne Fische aus dem Laden nach Hause zurück kehren, als „einfach etwas mitnehmen, dass man etwas mitgenommen hat“.

    Wichtige Fragen und „Gefahren“:

    1. Wie viele Fische?
    Nebst der Überfütterung ist ein häufiger auftretender Fehler der Überbesatz. Die Auswahl an Fischen in der Zoohandlung ist sehr verlockend und oft steht ein Verkäufer hilfsbereit da, der natürlich verkaufen möchte. In diesem Fall ist Zurückhaltung geboten und immer an die ersten Entscheidungen denken, für welches Aquarium-System habe ich mich entschieden? Für welchen Besatz?

    2. Wie sind die Wasserwerte des sich in der Einfahrphase befindlichen Aquariums?
    Die Wasserwerte muss man messen. Dabei hat die Erfahrung gezeigt, dass Tropfentests (gibt im Fachhandel ganze Messkoffer oder auch nur einzelne Tests zu kaufen) die genaueren Angaben liefern als diese Streifentests, die man jedoch „zur Not“ auch mal anwenden kann, wenn z.B. grad die Tropfentests ausgegangen sind.

    Die meisten regionalen Wasserversorger bieten in der Regel schon eine recht genaue Wasseranalyse im Internet zum nachlesen an. Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass das Leitungswasser, das aus dem Hahnen fliesst nicht zu 100% die im Internet angegebenen Werte haben müssen, weiter sind auch die Wasserwerte im Aquarium nicht zu 100% jene, die aus dem Hahnen fliessen. Aber grundsätzlich kann man sicherlich feststellen ob man eher hartes oder eher weiches Leitungswasser hat.
    Wie eingangs erwähnt muss das vorgegebene Ausgangswasser unbedingt in die Auswahl des künftigen Fischbesatzes mit einfließen.

    Wenn Fische in nicht artgerechtem Wasser, in zu kleinen Becken oder mit falschen Fischen vergesellschaftet werden, steigt in der Regel das Risiko für Krankheiten enorm an und ein entscheidender Punkt: wir wollen doch die schönsten Farben der Arten sehen, das natürliche Verhalten und wir haben Freude wenn sich die Fische vielleicht sogar vermehren, wobei man dabei aufpassen muss, dass es auch Fischarten gibt, die sich selber unter widrigsten Umständen vermehren lassen, da dies ihr Arterhaltungstrieb ist. Also „Fisch vermehrt sich = richtige Haltungsbedingungen“ stimmt nicht immer, ist aber bei einigen Arten ein Anzeichen, dass sie sich wohl fühlen.

    Wer z.B. zu hartes Wasser hat für seinen Wunschbesatz, muss sich mit dem Gedanken auseinandersetzen ob er bereit ist, mittels Technik (zb. Osmoseanlage) hier etwas zu ändern und diese Entscheidung hat unter Umständen wiederum Einfluss auf die Wahl des Fischbesatzes. Natürlich ist die Aufbereitung von Wasser mit Zeit und Kosten verbunden.

    3. Können wir unseren Fischen das richtige Futter bieten?
    Wie weiter oben erwähnt, ist ein häufiger Fehler die falsche Fütterung. Es gibt einige Arten die sich praktisch nur vegetarisch ernähren. Bei diesen Arten ist das Verdauungssystem nicht auf fleischliche Nahrung ausgelegt und diese Arten gehen dann über kurz oder lang an der falschen Ernährung ein, bzw. die Lebenserwartung wird meistens massiv eingeschränkt und es kann davon ausgegangen werden, dass auch ein Fisch unter Darmproblemen leidet, so wie wir Menschen ja auch.

    Der Neuaquarianer sollte zu dem wissen, dass die Anschaffung von sogenannten Nahrungsspezialisten anfangs zu vermeiden ist. Kleines Beispiel: jemand möchte gerne sein erstes Tanganjikabecken und interessiert sich bereits für Tropheus-Arten. Lieber zuerst mit „einfacheren“ Arten Erfahrungen sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt kann man immer noch umstellen und die Bedingungen für Tropheus schaffen.

    Es gibt genügend Fischarten, die bezüglich Ernährung problemlos sind und wo der Fachhandel eine grosse Auswahl an geeignetem Flockenfutter, Granulat oder Tabletten (z.B. für Welse) bereit hält.

    4. Passen meine Fische zusammen?
    Bei der Besatzwahl ist es absolut wichtig, dass die gewünschten Arten die ich pflegen möchte auch zusammen passen. Für ein allererstes Aquarium wäre es sinnvoll auf territoriale, aggressive und räuberisch lebende Fische zu verzichten und sich wirklich auf friedlichere Arten zu beschränken. So kann man als Neuaquarianer einen Super-GAU (= grösster anzunehmender Unfall) verhindern. Denn nach einem Stress- oder Fresstod der ersten Pfleglinge kann es einen schon mal die Motivation nehmen weiter zu machen.

    Bei der Besatzwahl ist es auch wichtig, dass man sich vor dem Fischkauf vorgängig über die Arten ausreichend informiert. Welche Beckenmasse sind erforderlich? Wie ernähren sie sich? Welches Verhalten zeigen sie? Womit kann man die Art vergesellschaften und womit nicht? Welche Wasserwerte sind gefordert? usw.

    Natürlich gibt es kompetente Verkäufer, die auch korrekt beraten, zum Wohle der Fische und letztlich zur Freude des Kunden. Aber man darf nicht ein „Verkaufsgespräch“ mit Beratung verwechseln. Oft steht der wirtschaftliche Teil im Vordergrund und es werden Arten aufgeschwatzt, die man vorher sich nie überlegt hat und ein wichtiger Tipp in solchen Situationen: sich notieren oder merken was der Verkäufer oder die Verkäuferin geraten hat und lieber nochmals ohne Fische nach Hause gehen und sich weiter informieren, als einfach kaufen.

    Wichtig ist, dass man sich die lateinischen Namen der Fische notiert, denn unter diesen Namen findet man meistens genügend Informationen im Internet, in Foren oder natürlich auch beim Zoofachgeschäft, denn so weiss jeder um welche Fischart es genau geht.

    5. Der Kauf:
    Es ist soweit wir haben die Auswahl getroffen und sind nun bereit zum Kauf.

    Folgende Punkte sind empfehlenswerterweise zu prüfen:

    1. Schwimmen die Fische aktiv?
    2. Klemmen die Fische keine Flossen?
    3. Zeigen die Fische keine Rückgrat oder Kiemendeckelverkrümmungen?
    4. Scheuern sich die Fische nicht ständig an Gegenständen?
    5. Weisen die Fische keine weissen Pünktchen oder andere äussere auffällige Flecken auf?

    Wer diese Fragen mit JA beantworten kann, hat bereits einige Anzeichen dafür, dass der Fisch gesund sein könnte. Null Risiko gibt es nicht, aber zu oft werden Fische verkauft, die bereits aphatisch im Wasser hängen oder dass sie mit geklemmten Flossen herumschwimmen und solche Punkte kann man mit einer sorgfältigen Auswahl der Fische gut berücksichtigen.

    Wie weiter oben erwähnt, geht man lieber nochmals nach Hause, halt ohne Fische, aber dann beim nächsten Gang in den Fachhandel mit der Gewissheit, dass man sich der Sache sicher ist.
    Gruß Frank

    Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.




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