Vieja synspila Report

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    • Vieja synspila Report

      Hi Leutz
      Heute möchte ich euch einen der schönsten mittelamerikanischen Großcichliden vorstellen.
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      Es handelt sich um Vieja synspila, den Feuerkopfbuntbarsch.
      Sein Verbreitungsgebiet liegt auf der atlantischen Seite Mittelamerikas.
      Die Wasserwerte können wie bei den meisten Cichliden Mittelamerikas etwas vernachlässigt werden, da der Feuerkopfbuntbarsch sowohl in leicht saurem als auch in mittelhartem Wasser vorkommt. Wenn der pH-Wert etwa im neutralem Bereich liegt, ist das in Ordnung.
      Größte Aufmerksamkeit sollte aber darauf gelegt werden, dass das Wasser sauber und unbelastet ist, denn sonst ist auch dieser schöne, robuste Cichlide anfällig gegen die sogenannte Lochkrankheit und Hexermida.
      Das Männchen wird etwa um die 35cm groß und das Weibchen etwas kleiner. ER bekommt im Alter einen schönen Buckel auf dem Kopf und besitzt himmelblaue Augen.
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      Die der Weibchen sind leuchtend gold. (Dies war der Unterschied der bei mir immer auftrat. Bei gleichen Beobachtungen mal bitte Bescheid sagen, da er literarisch nirgens zu finden ist)
      hier mal die göldenen Augen des Weibchens
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      und hier das Paar
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      Seine wunderschönen Farben entwickelt dieser Buntbarsch aber meist nur, wenn er auch eine angemessene Ernährung erhält.
      Dies sollten Artemia, Mückenlarven, Krebsfleisch, Muscheln, Stinte, kleingeschnittener Fisch und Regenwürmer sein. Auch auf pflanzliches wie Löwenzahn, Vogelmiere, Feinfrosterbsen und Blattsalat sollte nicht verzichtet werden. Großes Trockenfutter, zB. Hakiri, wird ebenfalls gerne und reichlich genommen. Verzichtet werden sollte auf Rinderherz. Bei zu reichlicher Fütterung, verblassen sehr schnell die leuchtenden Farben und es ist sehr schwer diese wieder auf erblühen zu lassen.

      Zu diesen Buntbarsch kann ich allerdings nichts negatives sagen, außer das er mindestens eine Aquariumgrundfläche von 150x60 benötigt, größer ist natürlich wie immer besser.

      Ich pflege diesen sehr schönen Buntbarsch schon viele Jahre und muß sagen, das er mich immer wieder durch seine Persönlichkeit beeindruckt. Er ist stets sehr Aufmerksam allem gegenüber was außerhalb des Beckens passiert.

      Mit seinen mittlerweile über acht Jahren lässt sich mein Feuerkopf-Bock auch sehr gerne kraulen und dreht sich oftmals sogar auf die Seite. Sein Weib hat sich da erheblich zickiger, halt wie im wahren Leben.
      Er ist im Wesen ein sehr ruhiger, ausgeglichener Buntbarsch, wenn er einmal die Pupertät überstanden hat und nutz die Fläche des 720l Beckens kaum aus. Er verträgt sich eigentlich mit fast jeden anderen Fisch ohne Aggression den anderen gegenüber.
      Man sollte auch vermeiden ihn mit Guppys oder anderen kleinen Fischen übermäßig zu füttern, denn diese würden sich irgendwann sehr stark vermehren, jedenfalls bei meinen Großen.
      Auch hat er zur Zeit die dumme Angewohnheit die Jungfische oder den Laich der anderen Cichliden an zunehmen oder die Jungfische zu adoptieren. Wenn zur Zeit meine Pfauenaugen laichen, steht das Paar schon immer bereit um die Jungfischschar oder den Laich zu übernehmen. Allerdings haben die Pfauenaugen auch nicht viel dagegen und überlassen den Feuerköpfen gerne die Brutpflege, was aber wohl aus Verständigungsschwierigkeiten meist nicht recht funktioniert.
      hier laichen beide gleichzeitig, was die Größe des Brutreviers gut zeigt
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      Wenn sie dann doch mal wieder Zeit für ihr eigenes Gelege aufbringen, dann darf auch kein anderer Buntbarsch im Becken laichen, denn sonst sind sie wieder hin und her gerissen und wissen nicht was sie tun sollen.
      Dies geht bei meinen Bock soweit, das er sogar schon mit einem Zitronenbuntbarschweibchen zusammen abgelaicht hat und seine Gute stand daneben und hat blöd geschaut.
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      Also mal so gesehen ist er zwar ein gute Vater, aber halt mehr für die armen anderen Babys als für seine Eigenen.

      Es ist auch recht schwierig ein gutes Paar zu finden. Meist klappt das nur wenn sie sich aus einer größeren Gruppe gefunden haben und schon mal ein, zwei Gelege abgesetzt haben um zu schauen ob es mit der Kommunizierung auch hinhaut.
      Ansonsten kann es sehr schnell passieren dass das Weibchen auf der Strecke bleibt, denn richtig aggressiv kann er schon werden, aber halt meist nur innerartlich.
      Die Reviere, selbst die Brutreviere sind erstaunlich klein, genauso wie die winzigen Jungfische. Der Laich wird auf einen großen flachen Stein abgesetzt. Die Jungen schlüpfen nach etwa drei Tagen und schwimmen nach einer weitern Woche frei und werden dann durch das Becken geführt um Nahrung zu finden. Dabei wird auch nicht die gesammte Beckengröße genutzt

      Auf eine Bepflanzung des Beckens braucht ebenfalls nicht verzichtet zu werden. Es ist zwar nicht ganz einfach, da man die Pflanzen immer wieder verschieben muß um zu schauen wo sie nicht stören, aber irgendwann hat man gewonnen und die Feuerköpfe halten sich dann auch gerne unter den schützenden Pflanzen auf.
      Ansonsten sollte die Einrichtung aus Sand, große Steine zur Revierabgrenzung, Moorkienwurzeln bestehen.
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      Abschließend möchte ich noch sagen, wer diesen Buntbarsch einmal gepflegt hat, wird durch seine majestätische Art und seinem Blick immer wieder auf’s neue verzaubert.
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      Wenn zwei das Gleiche tun,
      ist es noch lange nicht das Selbe. ;)
      tschö, klaus
    • RE: Vieja synspilum Report

      Hallo Klaus,

      wieder ein toller Erfahrungsbericht mit beeindruckenden Photos.
      Besonders gut gefällt mir die Ansicht des kompletten Aquariums.
      Wirklich schön. :top:

      Gruss Mario
    • Hallo Klaus ,

      muss mich da voll und ganz Mario anschließen. Sehr schöner Bericht mit wirklich beeindruckenden Bildern.
      Gruß Oliver


      Niveau ist keine Creme und Stil auch nicht das Ende vom Besen und Humor ist etwas Gutartiges
      mir fehlen zum Schweigen manchmal einfach die passenden Worte ....


      !



      Fliegenfischwelt
    • Hallo Klaus,

      toll geschrieben und wenn man Deine Tiere persöhnlich kennt, dann weis man wovon Du schreibst. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung und die erlebnisse mit Deinen Tieren.

      Mach weitwer so. Echt toll.
      bis denne thomas-p

      Wer nicht fragt, der nicht lernt. Wer nicht lernen will, soll nicht fragen.





      DCG - D 55 7099
    • Hallo,
      für mich als einen Vertreter der Tanganjika-Fraktion sind Deine Berichte immer sehr interessant und gut zu lesen. Danke für den Einblick in eine für mich bisher fast unbekannte Seite der Buntbarschwelt
      viele Grüße
      Dieter
    • Hallo


      Klausi seine "Dicken", schöne Tiere sinds ja, aber soooo grooooß :D
      Feiner Bercht Klaus, weiter so :top:

      Gruß

      Christian
      Zu fragen ist die Peinlichkeit des Moments,
      in Unwissenheit zu verharren eine Lebens lange Schande

      Shifulla Yeng
    • Hi,

      sehr beeindruckender Bericht Klaus, wir haben einen sehr ähnlich Fischgeschmack ;).

      Mit der Paarfindung hast du absolut Recht, wenn sich das Pärchen nicht gut versteht kann es sein das der Bock dem Weibchen kein schönes Ende bereitet, so war es bei mir auch schon.

      Du hast das ja mit den Augen angesprochen - mit dem Merkmal bin ich immer sehr vorsichtig. Die einen sagen ja, die andern nein. Ich im Übrigen ja
      Viele Grüße

      Steffen
    • Hallo Klaus,

      toller Bericht und sehr schönes Becken. :top:
      Teile deine Erfahrungen voll und Ganz.
      Hab früher selbst zwei Paare V. synspilum gepflegt
      ist wohl einer der schönsten und beeindruckensten
      Großcichliden Mittelamerikas.

      Gruß Marcus
    • Hallo,

      gerade stolperte ich in einem anderen Forum zufällig über zwei Bilder, die ich seinerzeit von meinem synspila-Paar gemacht hatte.
      Leider sind alle Übrigen zwischenzeitlich verloren gegangen, so dass es wahrhaftig die einzigen Erinnerungen an diese herrlichen Fische sind.

      Sollte ich jemals wieder große Mittelamerikaner halten, werden es garantiert synspila sein!

      So sah das Männchen aus, als er zu mir kam.


      Hier das Paar. Die Beule von "Sepp", wie ich ihn nannte, war so groß, dass er permanent an irgendeinem Einrichtungsgegenstand hängen blieb.
      Geradeaus-Schauen war für ihn zeitweise überhaupt nicht mehr möglich.
    • ....

      Leider starb das Männchen gerade mal 2 Wochen, bevor es im September letzten Jahres in das heutige, große Becken hätte umziehen können.

      Danach folgte ein neues Männchen (samt Partnerin).
      Es handelte sich um die Variante "Rio Hondo", wie man mir damals seitens des bisherigen Halters sagte.
      Die Variante zeigte mehr "schwarz" an den Seiten und der Stirnbuckel war nicht ansatzweise so stark ausgeprägt.
      Das dazugehörende Weibchen war deutlich größer als das erste Mädel und dabei eher gold-grün-bunt gefärbt.



    • RE: Vieja synspila Report

      Hallo Klaus,

      der Dühring muss auch noch seinen Senf dazu geben.

      Toller Bericht, lese sowas immer wieder gerne. Was mich absolut begeistert, ist das gut bepflanzte Aquarium. Hatte bisher immer gedacht, Vieja und Pflanzen sind 2 verschiedene Welten, die nie zueinander finden werden. Man lernt nie aus.
      Vor 6 Wochen war ich auf einer Börse bei Stuttgart. Hier wurden auch Synspila angeboten. Waren etwa 5 - 8 cm groß. Keiner wollte sie. Der Züchter wollte mir die Tiere nach der Börse sogar schenken, aber leider fehlte mir der Platz. Hätte man damals schon, vorher Deinen Bericht gelesen, wären mit Sicherheit keine mehr übrig geblieben.

      Freu' mich auch schon auf Deinen nächsten Bericht

      Gruss
      Dieter
      Gruß
      Dieter

      :mitt:


    • hi Dieter
      mir ist jeder Senf recht :D
      Die Feuerköppe sind nicht so leicht dazu zubewegen die Pflanzen in Ruhe zu lassen. Aber sie mußten sich schon mit wenigen cm an Becken gewöhnen, welche gut bepflanzt waren. Mit einigen Tricks und etwas Fingerspitzengefühl geht aber fast alles. Nach der Geschlechtsreife geht der Pflanzenkrieg dann nochmal los. Versperrt eine Pflanze ein interessantes Blickfeld ist sie weg. Also immer wieder umsetzen, auch wenn es manchmal nur wenige cm sind.
      Außer bei Vieja maculicauda, da hatt ich keine Chance.
      Wenn zwei das Gleiche tun,
      ist es noch lange nicht das Selbe. ;)
      tschö, klaus