Fischzucht in Mexiko

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  • Fischzucht in Mexiko

    Hallo,

    heute möchte ich euch ein Projekt vorstellen, das wohl bis jetzt einzigartig in Mittelamerika ist.
    Von einem Bekannten hatten wir gehört, das es im Bundestaat Tabasco an der Laguna Catazaja eine Fischzucht für einheimische Fische gibt.
    Bei unserer Reise 1999 nach Mexiko wollten wir natürlich uns diese Fischzucht näher anschauen.
    In Punto Arena an der Laguna Catazaja hat die mexikansiche Regierung ein Projekt gestartet, dass mich überrascht und sehr gefreut hat. Durch das Verhandlungsgeschick von Mr. Dovii durften wir uns das Gelände anschauen. Das zuerst etwas misstrauische Personal gab sich im Laufe der Zeit, da sie sahen das wir begeistert waren, alle Mühe uns ihre ganze Anlage zu zeigen. Auf einem großen Areal, direkt an der besagten Lagune entstand eine Zuchtanlage für einheimische Cichliden. In großen Betonbecken die mit Wasser aus der Lagune gefüllt werden, das mit großen Pumpen gefördert wird, züchtet man dort verschiedene Arten von Buntbarschen. Die Brut wird dann mit einer gewissen Größe in der Lagune ausgesetzt um dort weiter heranzuwachsen. Zwar handelt es sich nur um Arten die für die der Ernährung der Bevölkerung dienen, doch sollen so eben die auch hier schon ausgesetzten Tilapien wieder zurückgedrängt werden.
    Jährlich werden so einige Millionen von Vieja synspila, "Cichlasoma" perasei, Petenia splendida, "Cichlasoma" urophthalmus, managuensis gezüchtet.
    Das ganze geschied sehr professionell. Die Cichliden werden mit reichlich Pellets gefüttert , so das alle Zuchttiere in einem sehr guten Zustand waren. Täglich werden die Becken einige Stunden mit Frischwasser versorgt, so erspart man sich die Filteranlage.
    Schön konnte man die Elterntiere mit ihrer Brut beobachten, die sie dicht unter der Wasseroberfläche führten. Sind die Jungen größer geworden und werden nicht mehr von den Alttieren betreut sammeln sie sich an den Rändern der Becken und können dort einfach mit einem großen Kescher abgefischt werden. In den Becken befindet sich keinerlei Dekoration, weder Wurzeln noch Steine.
    Dadruch kann man auch die Alttiere sehr einfach mit einem großen Netz fangen. In einem dieser Bottiche schwammen lauter kleine Tilapien, da dachten wir schon das die auch in die Lagune gesetzt werden. Durch Nachfragen erfuhren wir, dass diese nur für die Ernährung der Petenia splendida gezüchtet wurden. Da waren wir aber erleichtert.
    Es ist natürlich nur ein kleiner Schritt, aber er geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Vielleicht werden dann irgendwann, wenn man bemerkt das auch viele andere Arten der einheimischen Fische verdrängt werden, andere Arten vor Ort nachgezüchtet und wieder in die Natur ausgesetzt.
    Ich hoffe nur, dass dieses Programm Erfolg hat man auch an anderer Stelle solche Projekte schafft.


    Die Bilder zeigen. 1-Zuchtanlage, im Hintergrund die Laguna Catazaja 2- Einige der Betonbecken 3- Zuchttier von Vieja synspila 4- Zuchttier von "C." pearsei 4- ein Netz voll "C." urophthalmus 5- junge Urophthalmus, in dieser Größe werden sie in die Lagune ausgesetzt

    Schöne Grüße
    Jochen
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  • Hallo Jochen,

    da scheint mal, zumindest für ein paar größere Arten, der Bestand gesichert zu sein. Leider wird die Vermehrung vermutlich nur mit Arten geschehen, die später in der Pfanne landen. Die kleineren Arten, oder diese, die nicht gerade gut schmecken, werden da wohl kaum jemanden von den Einheimischen interessieren.

    Aber wie bereits geschrieben wurde, es ist zumindest mal ein Schritt in die richtige Richtung.

    Gruß
    Dieter
    Gruß
    Dieter

    :mitt:


  • Hallo Dieter,

    die Arten die dort gezüchtet werden sind sicher nicht vom Ausstreben bedroht, das ist schon klar.
    Mich hat erstaunt, das man sich entschlossen hat gegen die Tilapiaschwemme vorzugehen. Ob das gelingt ist eine ganz andere Sache. Es wäre ja viel einfacher gewesen die Lagune ganz den Afrikanern zu überlassen, die wachsen schneller, vermehreren sich leichter, verkaufen sich besser, also hätten die Fischer nur Vorteile.
    Trotzdem wird versucht dagegen vor zugehen. Das finde ich schon bemerkenswert!
    Wie schon geschrieben, vielleicht wächst ja so ein Verständins auch für andere an den Rand gedrängten Arten.

    Gruß
    Jochen
  • Hallo Jochen,

    2006 besuchten wir ja ebenfalls die Laguna Catazaja. Die Fischzuchtstation war wochenendbedingt leider geschlossen, daher weiß ich nicht was zu der Zeit dort gezüchtet wurde. Wir sahen aber einen Einheimischen mit einem kleinen Boot voll gefangener Fische zurückkehren. Die Freude auf große einheimische Fische sank beim Anblick von Körben voll mit ca. 30 cm großen Oreochromis und Tilapien ziemlich stark. Lediglich ein 20 cm großer Petenia splendida, zwei halbwüchsige Paratheraps bifasciata und ein etwa 15 Zentimeter großer "Cichlasoma" urophthalmus waren noch mit an Bord ;(
    Voller Stolz preiste der Fischer seinen Fang und beklagte sich nur über die neueste "Errungenschaft" in der Laguna: südamerikanische Welse.
    Scheinbar haben es auch hier die einheimischen Fische, trotz der Unterstützung durch den Menschen, nicht geschafft die Tilapien zu dezimieren.
    Ich hatte eher das gegenteilige Gefühl...
  • Hallo Jochen,

    das wäre natürlich wünschenswert. Ich glaube allerdings, dass die Tilapien nicht mehr so schnell aus den Gewässern verschwinden, wo sie mal ausgesetzt wurden.

    Ich weis zwar nicht, wie das in Süd- und Mittelamerika ist, aber in Thailand macht sich der Natur- und Artenschutz immer mehr bemerkbar. Es werden immer mehr Reservate eingerichtet und das nicht nur auf dem Festland. Es gibt inzwischen auch UW-Reservate die nicht befischt, allerdings auch nicht betaucht werden dürfen. Im August werde ich mal so ein Reservat besuchen, das ist in der Nähe von Kho Pangan. An der Ausnahmegenemigung wird gerade gebastelt.

    Naturschutz steht in Thailand sogar inzwischen auf dem Stundenplan. Man sieht regelmäßig ganze Schulklassen, entweder bei Pflanzungen oder auch mal den Abfall, der mal wieder in die Landschaft gekippt wurde, aufsammeln. Im Prinzip ist das ja optimal, wenn man gerade der Jugend den Naturschutzgedanken vermittelt.

    Wollen wir hoffen, dass dieses in anderen Länder genau so läuft. Für uns Aquarianer wird das allerdings nicht immer so laufen, wie wir es gerne hätten. Vermutlich wird es in Zukunft immer schwieriger werden, die wenigen Arten, die es überhaupt noch gibt, aus ihren Herkunftsländern auszuführen. Siehe Brasilien. Ob das überhaupt Sinn macht, ist natürlich wieder ein anderes Thema.

    Gruß
    Dieter
    Gruß
    Dieter

    :mitt:


  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Hallo zusammen,

    Christian, das Du bei den Fischern schon mal ein paar einheimische Cichliden gefunden hast ist ja schon ein Fortschritt. Denn als wir damals die Fischerboote "durchsuchten" waren nur Tilapien darin!
    Das man die Tialpien nicht mehr aus diesen Gewässern raus bekommt ist klar. Aber wenn man permanent einheimische Cichliden dazusetzt werden sie auf jeden Fall nicht ganz verschwinden und eventuell doch wieder einen höheren Anteil an Spezien in der Lagune stellen.
    Wie ich schon geschrieben habe, ist das Erkennen, dass man was machen muß gegen die Überfremdung, schon ein Erfolg.

    In der Fischzucht fanden wir auch noch andere Fische die in der Lagune leben, auch Wasserschildkröten wurden in den Becken gehältert.

    Die Bilder zeigen einen wunderschönen P. managuensis, einen Knochenhecht und eine Raubgrundel die hoffentlich viele Tilapien frisst :wink:

    Gruß
    Jochen
    Bilder
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  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Hallo zusammen,

    trotzdem dürfen wir nicht vergêssen, daß die Laguna Catazaja jedes Jahr zur Trockenzeit "verschwindet, d.h. hinter dem Ort Catazaja ist kein Gewässer mehr vorhanden, alle Fische darin wurden abgefischt und vorwiegend auf dem Fischmarkt in Palenque verkauft. Damit verschwinden sowohl die Tilapien als auch die einheimischen Cichliden aus der Lagune. Bei Beobachtungen 1992, 1994, 1996 und 1999 stieg der Anteil an Tilapien auf dem Fischmarkt immer mehr an ggü. den einheimischen Fischen, was den Besatz in der Lagune wiederspiegelt.

    Tilapien halten sich aber nicht recht in Flüssen, lediglich in Tümpel, Viehtränken und Seen scheinen sie sich dauerhaft etabliert zu haben.

    Vor einigen Wochen war praktisch das gesamte Gebiet zwischen Francisco Escarcega und Villahermosa unter Wasser (ich habe das 1996 mal selbst erlebt), was unweigerlich dazu führt, das sämtliche Fische in diesem Gebiet (afrikanische Cichliden und einheimische Cichliden, mittelamerikanische Welse der Gattung Rhamdia und ausgesetzte südamerikanische Loricariiden) komplett vermischt und auch neu verbreitet werden.
    So dürften auch sympatrische Vorkommen von bifasciata (ursprüglich dort vorhanden) und synspilus (aus Guatemala über den Usumacinta kommend) einstanden sein wie z.B. im Rio Candelaria, welcher beide beherbergt. Es würde mich nicht wundern, wenn dort vereinzelt Naturhybriden zu finden sind.
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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    Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Hallo Leute,

    während unserem Aufenthalt in Palenque, Mexiko 2009, besuchten wir auch den örtlichen Markt. Unter anderem gab es dort auch ein beachtliches Angebot an Speisefische. Erfreulicherweise bestand das nicht nur aus Oreochromis sondern es waren mindestens drei einheimische Cichlidenarten dabei, die mit Sicherheit aus dieser Fischzucht stammen. Auf einer Aufnahme sind auch die von Jochen erwähnten Grundeln zu sehen.

    Für den ein oder anderen wird der Anblick unserer Aquarienfische als Auslage eines Fischhändlers etwas hart erscheinen, aber was soll man den sonst verkaufen, wenn es keine Forellen, Karpfen und Co. gibt. :D :D :D :D
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    Gruß
    Dieter

    :mitt:


  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Hallo MA-Freunde,
    ich kann mich über derartige Praktiken leider nicht freuen und das aus folgenden Gründen:

    1. Mit der Nachzucht von "nur" einigen Arten und dem anschließenden Besatz in der Lagune findet eine erhebliche Verschiebung des Artenspektrum statt, da die am Ende der Nahrungskette stehenden Barsche in noch größerer Anzahl im Gewässer vorhanden sind.

    2. Bestehende ökologische Nieschen, etwas für Kärpflinge oder andere durchsetzungsschwache Arten, werden durch die wieder eingesetzten Fische besetzt und führen still und heimlich zum Verschwinden anderer Arten. Haben wir in Dt. doch alles schon durch: etwa beim Besatz von Angelgewässern mit Bachforellen! Wo sind in diesen Gewässern die Schneider, Groppen, Bachneunaugen und Elritzen.

    3. Eine derartige Praxis hat noch nie dazu geführt, dass allochthone Fischarten, zumal wenn sie durchsetzungsstark sind, zurück gedrängt werden oder gar verschwinden. Die Rückdrängung der Tilapien bleibt ein Traum, schon allein wegen ihrer besonderen Form der Brutpflege. mit dieser sind sie jedem Offenbrüter um Einiges voraus.

    4. Die Produktion zusätzlicher Fischbiomasse belastet die Gewässer mit Stoffwechselendprodukten, ähnlich wie bei Netzkäfiganlagen oder Lachsfarmen. Die in der Regel nährstoff- und salzarmen Flüsse Mittel- und Südamerikas werden dadurch zusätzlich belastet.

    Durch derartige, fragwürdige Methoden der Fischwirtschaft, wird an anderer Stellen in der Welt, dass zerstört, wovon wir Aquarianer träumen. Und dass ist toll ???
  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Hallo Binnenfischer,

    auch wenn es Dich nicht erfreut, es ist um vieles besser als z.B. die Zierfischfarm, die wir 2005 in Honduras besuchten. Ursprünglich wurden hier größere autochthone Cichliden (P. dovii) gezüchtet, welche sich natürlich aufgrund der hohen innerartlichen Aggression nicht dicht halten ließen. Also entledigte man sich aller MA-Cichliden und beschränkte sich zu 100% auf Tilapien. Dass diese in den nahe gelegenen Fluß entkommen, der die vielen Zuchtteiche speist, ist auf jeden Fall klar. Dadurch gelangen noch mehr Tilapien in die natürlichen Gewässer, wäherend hier in Mexiko nur natürlich dort vorkommende Cichliden gezogen werden.
    Der Ansatz in Mexiko ist der, dass damit viele Bauern ihre Viehtränken und Tümpel günstig mit Fischen besetzen können, die aufgrund der erreichbaren Größe auch mal gegessen werden können. Natürlich werden dort keine Kärpflinge oder Thorichthys nachgezogen, denn als Nahrung sind sie viel zu klein.
    Daher ist das Ganze als sehr positiv zu bewerten!
    Und es waren nicht "nur" einige Arten, es waren alle größeren Cichliden, die dort um Catazaja natürlich vorkommen.
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Hallo Mr. Dovii,

    ich denke, auch wenn die Ansätze vielleicht die Richtigen sind, sollte man den Blick für das Ganze nicht verlieren. Und meine Bedenken zielten in diese Richtung.
    Im Moment geht es sicherlich in den Fischfarmen um die Linderung der Nahrungsmittelknappheit und um die Versorgung der Einheimischen mit tierischem Eiweiß.
    Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen, aber in einigen anderen Ländern hat man vor 25 Jahren ebenso begonnen (Pangasius aus Vietnam, Tilapia aus China, Taiwan, Lateinamerika/Karibik, Philippinen, Mexiko/USA, Thailand, Afrika, Indonesien, Krebse aus China). Dann hat man mitbekommen, dass sich mit den Fischen auch Geld verdienen lässt und sie wurden auf den lokalen Märkten verkauft. Unter Einsatz von Kunstfuttermitteln, Antibiotika und Medikamenten wurde die Produktion sogar exporttauglich (siehe Pangasius und Tilapien) und dabei geht es nur um Geld. Denn die Einheimischen sehen von diesen Lebensmittel nichts oder können sie sich nicht leisten.
    Wie gesagt, im Moment ist man in Mexiko vielleicht noch nicht so weit, aber die Entwicklung in der von mir skizzierten Art und Weise kommt, da bin ich mir sicher und dann werden uns bekannte Arten aus diesen Regionen verschwinden.
  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Original von binnenfischer
    Hallo Mr. Dovii,

    ...

    Wie gesagt, im Moment ist man in Mexiko vielleicht noch nicht so weit, aber die Entwicklung in der von mir skizzierten Art und Weise kommt, da bin ich mir sicher und dann werden uns bekannte Arten aus diesen Regionen verschwinden.


    Das mit Sicherheit, Arten, die nicht dem Eiweißerwerb des Menschen dienen, werden verschwinden, weil wir sie ausrotten. Das passiert aber mit und ohne Zuchtstationen
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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  • RE: Fischzucht in Mexiko

    Hallo Leute,
    was in Mexico passieren wird steht denke ich ziemlich in den Sternen. Im Augenblick kann man hier zwei gegenläufige Bewegungen beobachten:
    Zur Zeit werden in Mexico zunehmend mehr große und vor allem auch kleine Tilapienmastanlagen an allen irgendwie brauchbaren Gewässern gebaut. Jeder Futtermittelhandel in jeder Mex. Kleinstadt hat auch Tilapienfutter, Medikamente, ect... Als ich vor zwei Wochen z. B. nördlich von Rioverde "C." bartoni gesucht habe (an der Nordgrenze seines Verbreitungsgebietes) habe ich dort in den Kanälen nur noch Tilapien angetroffen, die offenbar aus einer an einem Zulauf des Bewässerungssystems liegenden, winzigen Teichanlage entkommen waren (Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme, vielleicht finde ich ja Ostern auch hier wieder welche), Auch nimmt die Aktzeptanz der Mexikaner für Tilapia als Speisefisch immer noch zu. Frische Tilapien gehören inzwischen zum Standardsortiment jeder Fischabteilung im Supermarkt und jedes Fischhändlers. Auf Wanderungen im Großraum Guadalajara habe ich an fast jedem, ganzjährig wasserführendem, Bach eine oder mehrere Tilapienzuchtanlagen vorgefunden.

    Im Gegensatz dazu steht, das Natur- und Artenschutz inzwischen auch im mex. Bildungssystem zum Lehrplan gehören. Die leider zahlenmäßig sehr dünne mex. Mittelschicht (ein Bildungsbürgertum wie in Deutschland fehlt weitgehend), sieht die Probleme sehr genau.
    Umweltbehörden und Universitäten wissen um die Gefahr durch Tilapien, sind aber vergleichsweise machtlos. Der Handlungsbedarf im Naturschutz ist zudem in anderen Bereichen deutlich größer, und so steht Tilapienbekämpfung wohl eher hinten auf der Liste.
    Insgesamt denke ich das Mexico, was die Fähigkeit zur Durchsetzung von Naturschutzzielen angeht, nicht viel besser dasteht als Deutschland vor 40 Jahren.
    Wie es weitergeht hängt von der weiteren Entwicklung des Landes ab. Fruchten die ehrgeizigen und richtigen Maßnahmen im Bildungssystem, sinkt die Geburtenrate weiter und geht es wirtschaftlich aufwärts, so wird auch Geld und Energie für Naturschutzziele da sein. Möglichkeiten der Tilapienbekämpfung oder zumindest der Bestandskontrolle gibt es durchaus. Vielleicht werden ja tatsächlich irgendwann Aquarienstämme für manche Arten Ausgangspunkt für Wiederansiedlungsprogramme! (Also lassen wir unsere seltenen Mittelamerikaner auch im Aquarium nicht dauernd wieder aussterben!)

    Insgeasmt denke ich, sind die Aussichten gar nicht so schlecht (für einen Umschwung in den nächsten 20-30 Jahren). Einige Arten werden sicher auch "lernen" mit Tilapien zu leben. Schließlich kann ein mex. Cichlide die auch fressen, jedenfalls solange sie klein sind!

    Viele Grüße aus Mexico
    Carsten
  • Hi,

    G. dormitor dürfte es sein. Da Größe, Form und Farbe passen. Aber 100% bin ich mir nicht sicher.

    Edit: Dieter, wir fingen mal eine in der Nähe von Catazaja, die hatte über 30 cm, demzufolge müßte es G. dormitor sein, da ja alle Fische auf dem Markt von Palenque aus der Laguna Catazaja stammen.
    Es gibt allerdings etliche Gobiomorus-arten in Mexiko.
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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