Faunenverfälschung

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  • Hi Steffen,

    In Mexiko gibt es Fischmärkte, die nur noch Tilapien verkaufen!!!

    Z.B. in Palenque/Mexiko hat sich das Angebot der einheimischen Cichliden über 1992, 1994, 1996 und 1999 immer mehr zugunsten der Tilapien verringert, 1999 waren wohl 90% Tilapien, aber seit 2000 scheinen die lokalen Buntbarsche zumindest wieder etwas häufiger anzutreffen sein.
    Es bleibt zu hoffen, dass die ausgesetzten, faunenfremden Tiere sich nicht auf Dauer etablieren können.
    In den Flüsen verringern sich die Populationen, während sie in Tümpel und Viehtränken dominieren.

    Ein besonderes Beispiel ist die Laguna Catazaja (nähe Palenque), ein Überschwemmungssee, der in der Trockenzeit verschwindet. Dort werden zur Saison tonnenweise Tilapien gefangen.
    Danach trocknet alles aus und mit der nächsten Regenzeit (Überflutung) sind sie wieder da.
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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    Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut! - Perikles
  • Hi Peter,

    die Tilapien wurden doch eigentlich zur "Nahrungsergänzung der Bevölkerung" ausgesetzt, oder? Wieso eigentlich? Managuense zB sind doch genauso produktiv und schnellwachsend
  • Hi Steffen,

    roberti und ich waren in Mexiko und in Honduras bei gewerblichen Teichfischzüchtereien.
    Leider lassen sich die managuense wegen der innerartlichen Aggression nicht so dicht klutivieren wie Tilapien. In Honduras versuchte man es auch mit Parachromis dovii, scheiterte jedoch.
    Allerdings sind P. managuense mittlerweile von Mexiko (Grijalva-System) bis hin nach Panama verbreitet, dank Menschenhand. Auch hier eine Faunenverfälschung, da die Art ursprünglich nur in Nikarague vorkommt.
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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  • Hi Jochen,

    Tilapien gibt es (noch) genug. In Flüssen, Lagunen und Quelltöpfen.
    Am Markt in Palenque ca. 80 % der Fische, 10% Petenia, 9% Managuense, 1 Urophthalmus und 3-4 Vieja!


    Aber das ändert sich schnell!




    Gruß,

    Peter
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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  • Rio Chacamax, Chiapas, Mexiko, 26. März 2009, 7.15 Uhr morgens:

    Von Biologen gemessene Populationsdichte: 40 bis 60 Tiere pro Quadratmeter.

    P. pardalis
    P. multiradiatus
    P. multiradiatus x pardalis

    Gehen auch in den Oberlauf bei kühlerem Wasser. Erst bei 20°c ist Schluß. Vermehrung im Unterlauf bei La Libertad, Lehmhöhlen über Wasser.

    Viel mehr dazu an anderer Stelle.

    Adiós Mojarras! :( :( :(
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    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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  • Hallo Peter,

    der Staat reagiert mittlerweile und hat angeblich den Bau einer Mühle in der Gegend um Catazaja bezuschusst.
    Dort sollen täglich bis zu 5 Tonnen Welse zu Tiermehl für die Landwirtschaft verarbeitet werden.
    Klick!

    Habt Ihr davon etwas gesehen oder mitbekommen?
  • Hallo Christian,

    das Problem ist bereits wesentlich weiter fortgeschritten als wir vermutet hatten. In Chiapas gibt es kaum noch einen See, Tümpel oder Fluss, wo die Welse noch nicht sind. Peter möchte da allerdings mehr darüber berichten.

    Den "Teufelsfisch" werden die Mexikaner wohl nicht mehr so schnell los.

    Gruß
    Dieter
    Gruß
    Dieter

    :mitt:


  • Christian,

    Rio de la Pasion, Rio Usumacinta, Rio Chacamax, Rio Grijalva, Rio Tulija, Rio Pichucalco, etc. Alles schon verseucht. Bis zum Coatzacoalcos und Papaloapan ist es nicht mehr weit.

    Anbei mal ein Foto! Du weißt, was ich meine?

    KEINER wird diese WELSE mehr da rausbringen!


    Gruß,

    Peter
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    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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  • Original von Mr. Dovii
    Rio Chacamax, Chiapas, Mexiko, 26. März 2009, 7.15 Uhr morgens:

    Von Biologen gemessene Populationsdichte: 40 bis 60 Tiere pro Quadratmeter.

    P. pardalis
    P. multiradiatus
    P. multiradiatus x pardalis

    Gehen auch in den Oberlauf bei kühlerem Wasser. Erst bei 20°c ist Schluß. Vermehrung im Unterlauf bei La Libertad, Lehmhöhlen über Wasser.

    Viel mehr dazu an anderer Stelle.

    Adiós Mojarras! :( :( :(



    :wink: :wink: :wink:


    Sie fressen Aufwuchs!!! Genauso wie die Cichliden...
    Viele Grüße,
    Mr. Dovii
    buchhauser-peter.de

    :mitt:
    Großcichliden









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  • Hallo Dirk,

    die Saugwelse fressen nicht nur den Aufwuchs, den auch die Cichliden fressen, sondern bei den Arten, die ihr Gelege nicht ganz so aufopfernd betreuen, auch gleich noch deren Eier. Futter ist knapp geworden.

    An den stellen, wo diese Welse in Massen auftreten, sind die Felsen so blank geputzt, dass man wenigstens nicht mehr ausrutschen kann. Das ist aber wirklich der einzige Vorteil.
    Gruß
    Dieter

    :mitt:


  • Hallo Christian,

    genau diese Krabben waren es, von denen ich eine im Chocolja gefangen hatte. Übrigens, wenn man die Tiere hinten hält, läuft man absolut keine Gefahr, mit den Scheren Bekanntschaft zu machen. Die können mit diesen nicht nach hinten greifen.

    Ist jemanden bekannt, ob es sich um eine heimische Art handelt, oder ob diese Krabben ebenfalls ausgesetzt wurden. Gesehen habe ich lediglich zwei dieser Süsswasserkrabben.

    Eine massenhafte Vermehrung dieser Krabben halte ich für unwahrscheinlich. Der größte Teil der Jungtiere dürfte wohl als Fischfutter enden. :D

    Gruß
    Dieter
    Gruß
    Dieter

    :mitt:


  • Hallo Dieter,

    Ist jemanden bekannt, ob es sich um eine heimische Art handelt, oder ob diese Krabben ebenfalls ausgesetzt wurden. Gesehen habe ich lediglich zwei dieser Süsswasserkrabben.


    Krabben findet man in ganz Mittelamerika, mal mehr mal weniger. Es gibt verschiedene Arten, nur wie die genau heissen weiß ich auch nicht :O

    Vielleicht sollte man sich doch mal schlau machen :D

    Gruß
    Jochen